7 Mio. m² benötigt, 5 Mio. m² gebaut

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Dank des Online-Handels boomt in Deutschland die Logistikbranche: Jeden Tag werden ca. 10 Mio. Pakete verschickt – und durchqueren zwischendurch Logistikimmobilien. Obwohl bei diesen die Neubautätigkeit möglicherweise einen neuen Rekordwert erreicht, kann der Mangel nicht behoben werden. Auch für Investoren hat das Folgen.

Logistikimmobilien schießen in Deutschland wie Pilze aus dem Boden und auch in diesem Jahr werden neue Rekorde bei den Fertigstellungszahlen dieser Immobilienklasse erwartet. Das geht aus der neuen Studie „Logistik und Immobilien 2019“ hervor, die bulwiengesa bereits zum fünften Mal in Folge und in Partnerschaft mit Berlin Hyp AG, BREMER AG, GARBE Industrial Real Estate GmbH und der Savills Immobilien-Beratungs GmbH herausgegeben hat. Grundlage der Untersuchung bilden Zahlen und Daten in den Bereichen Bautätigkeit, Investment und Finanzierung. Zudem äußersten zahlreiche Marktkenner und Praktiker ihre Meinung zur Beständigkeit der Assetklasse Logistikimmobilien. An letzterem gibt es wohl aktuell keine ernsthaften Zweifel: So wurden zur Jahresmitte deutschlandweit 2,3 Mio. m² Logistikfläch fertiggestellt. Wenn die Planungshorizonte eingehalten werden, dürfte beim Fertigstellungsvolumen in diesem Jahr die 5 Mio. m²-Marke erreicht werden, was einen erneuten Rekord für fertiggestellte Logistikflächen im Betrachtungszeitraum von 2014 bis 2019 bedeuteten würde. Das bisherige Rekordjahr 2017 würde um 300.000 m² übertroffen. Jedoch würde auch ein erneuter Rekord die Nachfrage nur unzureichend befriedigen: So beträgt der ermittelte jährliche Bedarf an Logistikfläche 6,5 bis 7 Mio. m². Um diesen Bedarf zu ermitteln, hat bulwiengesa zum ersten Mal das selbst entwickelte Rechenmodell „GI-Flex lite“ angewandt. Die Berechnung erfolgt, vereinfacht gesagt, durch Verschneidung der logistikrelevanten Beschäftigungsentwicklung mit der Flächennachfrage: Je mehr Angestellte, desto mehr Fläche wird benötigt.

Peripherie rückt in den Fokus

Aus der Untersuchung geht hervor, dass die meiste neue Logistikfläche nach wie vor in den etablierten Logistikregionen entwickelt wird. Jedoch rückt auch zunehmend die Peripherie in den Fokus der Projektentwickler. So fällt durch das GI-Flex lite-Modell auf, dass besonders in den peripher gelegenen Regionen der Flächenländer wie Baden-Württemberg, Niedersachsen und NRW ein zusätzlicher hoher Flächenbedarf besteht. Im Gegensatz zu etablierten Logistikregionen wie Hamburg oder Berlin, in denen ebenfalls ein hoher Bedarf an zusätzlichen Logistikimmobilien besteht, bieten diese peripheren Gebiete den Vorteil, dass es dort wesentlich einfacher ist, die benötigten bebaubaren Flächen zu finden.

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