5,5 % Verlust innerhalb von zehn Jahren

Kunden von Lebensversicherungen mussten in den letzten Jahren massive Verluste hinnehmen / Foto: © Proxima Studio - stock.adobe.com

Seit mittlerweile zehn Jahren befinden sich die Zinsen im freien Fall und seit drei Jahren sind sie in der Eurozone faktisch abgeschafft. Wie stark die deutschen Lebensversicherungsgesellschaften und deren Kunden unter dem Zinstief gelitten haben, hat das Analysehaus Partner in Life S.A. (PiL) ermittelt.

Laut der Untersuchung von PiL haben 90 % der Lebensversicherungspolicen deutscher Versicherer Kürzungen hinnehmen müssen. Im Markdurschnitt lag die Höhe der Kürzung bei 5,5 % gegenüber den Ablaufprognosen aus dem Jahr 2002. „Das, was jeder Sparer in den letzten Jahren gefühlt hinnehmen musste, haben wir für die Lebensversicherung jetzt in Zahlen nachgewiesen“, erklärt Dean Goff, Vorstand der PiL. „Wir weisen aber auch nach, dass sich die Versicherer – trotz der schwierigen Rahmenbedingungen – am Ende meist gut geschlagen und für ihre Kunden einen positiven Wertzuwachs erwirtschaftet haben.“ Beispielsweise hat die Allianz bei nahezu allen Policen die Prognosen über die Zeit gekürzt. Dennoch wurden bei den Policen, die in den vergangenen sechs Jahren abgelaufen sind, im Schnitt Brutto-Beitragsrenditen von 3,5 % p.a. erwirtschaftet. “Das kann sich sehen lassen“, so Goff weiter.

Neben der Betrachtung der jeweiligen Ablaufleistung ist zudem wichtig zu erkennen, in welchem Umfang die Versicherungsgesellschaften nach Stückzahlen der analysierten Verträge tatsächlich signifikant (d.h. um mehr als 2 %) reduziert haben.

Versicherer wie die Neue Leben, LVM oder LV 1871 haben jeweils mehr als 90 % ihrer konventionellen Verträge nach unten angepasst. Zu beachten ist hierbei, dass Versicherungsgesellschaften, die hier vergleichsweise wenige Verträge reduziert haben (bspw. die Volksfürsorge, Zurich Deutscher Herold oder Nürnberger) vor Jahren gegebenenfalls eine unzulängliche Mitteilungspraxis an den Tag gelegt hatten und daher bspw. Schlussüberschussanteile nicht vollständig ausgewiesen haben. Mithin wären in diesem Fall die Kürzung sozusagen unsichtbar geblieben.

Die Untersuchung zeigt, dass die Versicherer, die ihre Verträge bislang weniger oft oder weniger stark reduziert haben, dies im anhaltenden Zinstief künftig noch tun werden. Hierzu ist wichtig zu erkennen, welche Gesellschaften noch besonders viel Kürzungspotenzial zeigen. So ist beispielsweise bei der Allianz trotz der starken Kürzungen noch einiges an Potenzial vorhanden.

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