2018 ist Korrekturjahrgang an der Börse

Besser erging es dem US-Dollar und dem japanischen Yen. Beide Währungen konnten sich gegenüber dem Euro um circa 5 Prozent befestigen. Die Dollarentwicklung ist überwiegend der gewachsenen Zinsdifferenz zwischen den Vereinigten Staaten und Europa zuzuschreiben, denn die dortige Notenbank Fed hob den Leitzins im Jahr 2018 nicht weniger als viermal auf inzwischen 2,5 Prozent an. Während amerikanische Zinsen über das gesamte Laufzeitspektrum der Zinsstrukturkurve anstiegen, blieben in Deutschland die Kurzfristzinsen stabil negativ und am langen Ende fielen sie im Jahresverlauf etwas. Zum Jahresultimo lag die Rendite der marktführenden zehnjährigen deutschen Staatsanleihe bei 0,25 Prozent. Zugleich pendelte sich die Inflationsrate für den Euroraum und Deutschland auf einem Niveau von circa 2 Prozent ein, sodass mit Zinsanlagen in Deutschland kein realer Vermögenszuwachs möglich war.

Die geschilderte Gemengelage führte dann zum Jahresende zu erheblichen Abverkäufen an den Aktienmärkten, wobei Titel aus der zweiten und dritten Reihe mit zum Teil beträchtlichen Kursverlusten aufwarteten. Nach fast zehn Jahren Hausse schalteten die Börsen in den Baisse-Modus. Begleitet wurde die Unsicherheit durch einen Kurssturz beim Ölpreis, der von Oktober bis Ende Dezember um gut 40 Prozent absackte und naturgemäß die Aktien dieses Sektors mit sich zog. Zum Ende des Jahres ging selbst dem fortwährend in positivem Terrain gelegenen Technologieindex Nasdaq die Puste aus, so dass alle wesentlichen US-Indizes das Jahr im Minus beendeten. Selbst die vormaligen Zauberaktien Apple, Facebook und Amazon mussten mitunter mehr als 30 Prozent von ihren im Sommer erreichten Höchstkursen abgeben. Per Saldo wiesen im Jahr 2018 viele bekannte Aktienindizes zweistellige negative Vorzeichen auf.

Ausblick auf 2019: Aktienkorrektur setzt Rückkopplungseffekte in Gang

Von der volkswirtschaftlichen Seite sind im kommenden Jahr und vor allem in der ersten Jahreshälfte nur begrenzt positive Impulse zu erwarten. Für die Politik dürfte das Nämliche gelten. Zudem wird die Aktienkorrektur Rückkopplungseffekte in Gang bringen, die ihrerseits für eine wirtschaftliche Dämpfung sorgen werden. Auch China verliert als konjunkturelle Lokomotive an Schwung. Obendrein bleibt die Brexit-Situation zunächst belastend und der Nahe Osten bleibt wirtschaftlich, politisch und militärisch labil. Die Konjunktur wird sich daher weltweit eintrüben, Europa bleibt in seiner historischen Heterogenität politisch fragil, Deutschland gilt abermals als reformunfähig, Großbritannien ist kopflos, Italien wird von Komikern mitregiert, Russland und China sind faktisch Diktaturen – aber das Reich der Mitte ist ökonomisch relevant – und Präsident Trump wird auch in seinem dritten Amtsjahr als streitwütiges Enfant terrible auftreten.

Glücklicherweise gibt es aber auch noch die Mikroseite der Medaille. Sie sieht wesentlich attraktiver aus. Das Beste, was man derzeit über etliche Aktien sagen kann ist, dass sie günstig sind. Dies ist nicht wenig, zumal wenn diese Diagnose von einem Fondsmanagementhaus kommt, welches seinen Arbeitsschwerpunkt beziehungswiese seine Kernkompetenz ganz eindeutig auf der Unternehmensanalyse sieht. Bei der Wahl zwischen einer Kombination aus positiver Begleitmusik und unattraktiven Aktien auf der einen Seite oder einer Kombination aus pessimistischer Stimmung mit günstigen Aktien auf der anderen Seite wird das Fondsmanagement stets Letzterem den Vorzug geben. Überdies darf nicht vergessen werden, dass die Zinsseite noch für längere Zeit als Unterstützung für die Aktienmärkte dienen wird. Hilfreich werden auch die zuletzt deutlich zurückgekommenen Rohstoffpreise für die Unternehmen sein.

Der sehr gelungene Start aller LOYS Fonds in das Jahr 2019 mag insofern bereits ein gutes Omen sein. Und der Fokus auf Einzelunternehmen macht die LOYS Fonds zu einem gewissen Maße immun gegen geopolitische Risiken. Schließlich ermutigen uns auch die zahlreichen Aktienkäufe von Unternehmensvorständen dazu, unserer tendenziell antizyklischen Philosophie treu zu sein und die schwachen Kurse zu Käufen zu nutzen.

Marktkommentar von Dr. Christoph Bruns und Ufuk Boydak,
Vorstände und Fondsmanager bei der LOYS AG