2 Gewinner – 2 Verlierer

Foto: © christianchan - stock.adobe.com

Ob zum Einkaufen, Wohnen oder Arbeiten: Immobilien sind allgegenwärtig. Wenig verwunderlich also, dass diese bei Kapitalanlegern auf Platz 1 stehen und in den vergangenen Monaten sogar noch leicht hinzugewinnen konnte – auf Kosten anderer Anlageformen.

Wie hat sich die Anlagepräferenz deutscher Investoren während der Corona-Krise verändert? Dieser Frage ist das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag von Commerz Real nachgegangen und hat hierzu 2.000 Bundesbürger befragt. Die Ergebnisse wurden dann mit einer im Februar durchgeführten vergleichbaren Umfrage verglichen. Aus dem Vergleich der beiden Befragungen geht hervor, dass die Immobilie nach wie vor als sinnvolle Kapitalanlege zur privaten Vermögensbildung steht und in der Gunst der Investoren sogar leicht zulegen konnte: Stand sie im Februar noch für 51 % auf Platz 1, waren es im Juni bereits 53 % die sich so äußerten. Der wichtigste Grund für Anleger auf Immobilien zu setzen ist deren Sicherheit: So antworteten in der Juni-Umfrage 49 %, dass sie Immobilien vor allem für eine sichere Wertanlage halten, 4 Prozentpunktem mehr als bei der Februar-Umfrage. Gerade in der aktuellen Situation sehen Anleger wie krisenfest Immobilien sind. Entsprechend konnte der Gesichtspunkt der Krisenfestigkeit zwischen den beiden Umfragen um vier Prozentpunkte zulegen und liegt mittlerweile bei 34 %. Nahezu unverändert blieb hingegen der Aspekt, dass Immobilien „geeignet zum Vermögensaufbau“ seien: Während bei der Februar-Umfrage 31 % so antworteten, waren es jetzt 30 %. Dass Immobilien vor Inflation geschützt sind, sehen 24 % der Teilnehmer an der Juni-Umfrage als Vorteil bei der Anlageentscheidung an, zwei Prozentpunkte mehr als im Februar. Der Aspekt einer guten Rendite von Immobilien ist für 21 % der Befragten ein Grund auf „Betongold“ zu setzen, im Februar waren es noch 20 %, die so antworteten.

Eine Immobilieninvestition gehört zu den teuersten Anlagen, die ein Privatinvestor tätigen kann. Entsprechend ist für 49 % der Befragten das nötige hohe Eigenkapital ein Hindernis beim Direktkauf, 37 % sehen die Verschuldung als ein solches an, 34 % die finanzielle Belastung durch die Abzahlung des Kredits. Wer keine Immobilie direkt kaufen will, kann indirekt in diese investieren, bspw. über offene Immobilienfonds, Aktien von Immobilienunternehmen, Aktien von Real Estate Investment Trusts oder auch Crowdinvesting. Für diese Möglichkeit sind aktuell 41 % der Befragten offen, zwei Prozentpunkte weniger als bei der Februarumfrage. Offene Immobilienfonds halten hingegen nur 15 % der Befragten für die attraktivste Anlageform.

Krisenwährung als Gewinner

Gold gilt gemeinhin als Krisenwährung und der Goldpreis bewegt sich aktuell in noch nie gekannten Höhen. Entsprechend sehen auch immer mehr Kapitalanleger das Edelmetall als sinnvolle Kapitalanlage an: Nachdem sich im Februar noch 32 % der Umfrageteilnehmer so äußerten, waren es im Juni bereits 35 %. Anders als bei Gold verlief die Entwicklung an der Aktienmärkten, die im März massiv einbrachen. Entsprechend ist auch die Aktienneigung der Kapitalanleger zurückgegangen: Sahen im Februar noch 35 % in Unternehmenswertpapieren eine sinnvolle Anlage, waren es im Juni nur noch 32 %. Die geldpolitischen Maßnahmen zur Bekämpfung der aktuellen Krise lassen die Erwartungen an einen baldigen Zinsanstieg immer weiter schwinden – und damit auch eine zunehmende Attraktivität von Lebensversicherungen: So sahen im Juni nur 16 % der Umfrageteilnehmer in Lebensversicherung eine attraktive Investitionsmöglichkeit, im Februar waren es noch 18 %. (ahu)