Wie wird morgen investiert?

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Um in einem zunehmend unsicheren Anlageumfeld und in informationseffizienten Märkten attraktive Renditen zu erzielen, sind verstärkt andere Anlageprodukte gefragt. Wie der aktuelle Stand rund um die „Smart-Beta“ und die darauf abzielenden Investmentstrategien ist, erläuterte einer Expertenrunde auf der 30. FERI Tagung im November.

Ursprünglich für den Aktienmarkt entwickelt, sind Smart-Beta-Investmentstrategien längst auf den Rentenmärkten, den Währungsmärkten und Rohstoffmärkten angekommen. Losgelöst von individuellen Anlageklassen verfolgen Smart-Beta-Investmentstrategien zwei zentrale Ziele: „Neben der Outperformance gegenüber einem klassischen Index ermöglicht Smart-Beta eine effizientere Diversifikation der Kapitalanlagen“, eröffnete Andreas Kuschmann, Geschäftsführer FERI Trust, die Diskussionsrunde der Experten. An dieser nahmen Manuela Thies, Head of Multi Asset Active Allocation Retail bei Allianz Global Investors, Sebastian Rohm, Senior Portfolio Manager bei Union Investment, Peter Scharl, Managing Director bei iShares, und Daniel Lucke, Portfolio Manager bei FERI Trust teil.

Lucke erläuterte exemplarisch die Besonderheiten des Investmentansatzes. So gehe es darum, Risikoprämien zu vereinnahmen, die sich empirisch am Kapitalmarkt nachweisen lassen. „Hat man die Wirkungsweise eines bestimmten Renditetreibers, beispielsweise der Volatilitätsprämie am Aktienmarkt, erst einmal entschlüsselt, kann diese systematisch zur Erzielung von stetigen Renditen genutzt werden.“

Wovon hängt die Rendite ab?

Die Expertenrunde benannte fünf Faktoren, die sich als besonders zuverlässige alternative Renditetreiber erweisen: Unternehmensgröße, Unternehmenswert, Momentum, Volatilität und Qualität. Daneben gibt es heute rund 20 Renditetreiber, die sich auch auf Renten- und Rohstoffmärkten nachweisen ließen. Es handele sich dabei jedoch um Ableitungen aus den fünf Basisfaktoren.

Die Diskussionsteilnehmer legten großen Wert auf die Feststellung, dass nur solche „smarten Betas“ als Renditefaktoren angesehen werden könnten, die ökonomisch zu begründen sind. Nun komme es darauf an, dass unterschiedliche Smart-Beta-Strategien ihre Praxistauglichkeit in schwierigen und unterschiedlichen Marktphasen unter Beweis stellen würden. So lässt sich feststellen, dass Momentum- und Value-Strategien gut in stabilen Märkten funktionieren. Andere Faktoren, wie etwa Qualität oder Volatilität, sind hingegen besser dazu geeignet, Verluste in abwärts gerichteten Märkten zu begrenzen.

Die Experten waren sich dahingehend einig, dass in der Bewertung von einzelnen Renditetreibern im Kontext des jeweiligen Marktumfeldes und in den unterschiedlichen geographischen Märkten die zukünftigen Herausforderungen für die Smart Betas liegen.

Das Thema „Big Data“ spielt in diesem Zusammenhang eine Schlüsselrolle. So betonten die Experten, dass der Aufstieg von Smart-Beta-Strategien maßgeblich von der Digitalisierung unterstützt wurde. Er das datenbasierte Research mit Hochleistungsrechnern habe es möglich gemacht, einzelne Performance-Treiber voneinander zu trennen die Wirkungsweisen der verschiedenen Renditetreiber besser zu verstehen. (ahu)

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