Versicherer investiert in Wohnraum

SDK investiert in Immobilien
Versicherer investiert langfristig in Wohnungsbau. /Foto: © adam 121 - Fotolia.com

Die SDK präsentiert das beste Ergebnis seit 90 Jahren und ein neues Tarifwerk nach 45 Jahren. Der Versicherer will zukünftig das Geld der Kunden solide in Immobilien und Wohnungsbau investieren.

Die Süddeutsche Krankenversicherung auf Gegenseitigkeit (SDK) konnte 2016 das Ergebnis des Vorjahres um 17 Mio. Euro von 117 auf 134 Mio. Euro (vor Sondereffekten) steigern. Höhere Leistungsausgaben wurden durch ein gestiegenes Kapitalanlagen-Ergebnis, erheblich niedrigere Kosten und einen geringeren Steueraufwand kompensiert.

„2016 war das beste Geschäftsjahr in der nunmehr 90-jährigen Geschichte unseres Unternehmens“, sagte Dr. Ralf Kantak, Vorstandsvorsitzender der SDK, auf der Bilanz-Pressekonferenz in Fellbach.

Mit einem Marktanteil von zwei Prozent gehört der Versicherer auf Gegenseitigkeit zu den 15 größten privaten Krankenversicherern in Deutschland. Die Einbindung in die Genossenschaftliche Finanz Gruppe bewertete Kantak „als ein ganz wesentliches Erfolgsrezept für sicheres Wachstum“.

Neuer modularer PKV-Vollkostentarif

Mit der neuen Vollversicherung „Gesundheitsfair“ ist nach 45 Jahren mit demselben Tarifwerk eine neue moderne Versicherungslösung entstanden. Anders als viele Wettbewerber setzt die SDK dabei nicht auf Kompakttarife, sondern auf ein modulares Tarifwerk mit 15 Bausteinen.

„Gesundheitsfair, also fair zu sein bei der Absicherung der Gesundheit war unser Ziel bei der Entwicklung der neuen Vollversicherung. Dieses Ziel haben wir durch die zahlreichen Anpassungsmöglichkeiten bei starken Leistungen erreicht“, so Benno Schmeing, Vorstand für Produktmanagement und Kapitalanlage.

Solide Geschäftsergebnisse der SDK

Die Prämieneinnahmen stiegen 2016 leicht von 766 auf 767 Millionen Euro. Die Zahl der Versicherten erhöhte sich auf 655.700. Die Leistungsausgaben stiegen um 2,4 Prozent auf 487 Millionen Euro. Die Kosten sind um 10,0 Prozent von 98 auf 88 Millionen Euro gesunken. Mit einer Bedeckungsquote von 674 Prozent erfüllt die SDK die aufsichtsrechtlichen Anforderungen deutlich. Solvency II bestätigt die komfortable Kapitalausstattung und damit die Sicherheit der SDK. Die Vorsorgequote beträgt hervorragende 52,4 Prozent vor Sondereffekten (Vorjahr: 49,6 Prozent) und hat damit weiterhin einen großen Abstand zur Branche. Die SDK sorgt in besonderem Maße für die Zukunft ihrer Versicherten vor und legt mehr als die Hälfte der Beitragseinnahmen für ihre Kunden zurück.

Das Kapitalanlagen-Ergebnis wurde im Vergleich zu 2015 – trotz der weiterhin bestehenden Niedrigzinsphase an den Kapitalmärkten – nochmals um plus 6,5 Prozent auf 215 Millionen Euro gesteigert. Der Kapitalanlagenbestand erhöhte sich zum Jahresende 2016 um 7,3 Prozent auf 5.700 Millionen Euro.

Immobilienanlage wird ausgebaut

In der Kapitalanlage geht die SDK neue Wege. Neben dem Direktbestand mit langfristiger Anlage und niedrigem Risiko gibt es als zweites Standbein ein Ertragsportfolio, bei dem weltweit in Renten, Kredite, Immobilien, Aktien und Währungen angelegt wird. Neu hinzugekommen ist nun eine neue separate langfristig orientierte Immobilienstrategie, bei der die SDK als Investor in Büro-, vor allem aber Wohnungsbebauung auftreten wird.

„Langfristig soll der Immobilienbestand bis zu 10 Prozent der Kapitalanlage ausmachen. Der Mangel an Wohnraum ist in vielen Städten Deutschlands gravierend, deshalb ist eine Investition in entsprechende Immobilien aus unserer Sicht eine erfolgversprechende Anlage, mit der wir zugleich gesellschaftlich Verantwortung übernehmen. Wir wollen ein effizienter, langfristiger und nachhaltiger Immobilieninvestor sein, der sich nicht auf kurzfristige Wertsteigerungen fokussiert“, so Finanzvorstand Schmeing.  (db)