US-Gesundheitsreform nebensächlich

Ingo Grabowsky / Foto: © Lacuna

Das vorläufige Scheitern von Donald Trumps Gesundheitsreform dürfte sich positiv auf den amerikanischen Healthcare Markt auswirken. Ohnehin spielen die Reformpläne für den Markt nicht die größte Rolle.

Auch als „mächtigster Mann der Welt“ ist man kein unumschränkter Herrscher. Diese Erfahrung muss gerade Donald Trump machen, dessen Plan, die von seinem Amtsvorgänger auf den Weg gebrachte Gesundheitsreform abzuschaffen, am Widerstand der eigenen Partei scheitert. Eine Lösung des Problems ist kurzfristig nicht in Sicht, da ein Teil der Republikanischen Partei Trumps Maßnahmen als zu radikal empfindet, sie einem anderen Teil hingegen nicht weit genug gehen. Dabei sind Trumps Pläne alles andere als harmlos, schließlich würden rund 24 Mio. Amerikaner, fast 10 % der Bevölkerung, ihren Versicherungsschutz verlieren und sich die Zahl der nicht-Versicherten damit auf einen Schlag verdoppeln. „Die andere Seite ist, dass trotz Obamacare noch mehr als 25 Millionen Menschen keine Krankenversicherung haben und die Kosten im Gesundheitssystem weiter massiv angestiegen sind. Die Versicherungspflicht ist zudem vielen Amerikanern ein Dorn im Auge“, erklärt Ingo Grabowsky, Healthcare-Experte der Lacuna GmbH, die mit dem Fonds Lacuna – BB Adamant Global Healthcare stets den Gesundheitsmarkt jenseits des Atlantiks im Blick hat.

Healthcare-Sektor darf auf Impulse hoffen

Lacuna geht davon aus, dass sich Trump nach dem vorläufigen Scheitern seiner Gesundheitsreform nun der Unternehmenssteuerreform widmet. Ein Vorhaben, das auch positive Effekte für die amerikanischen Healthcare-Unternehmen und damit auch für Investoren in diesem Bereich hätte. „Darüber hinaus soll an einer Effizienzsteigerung der in den USA für Arzneimittelzulassungen zuständigen Behörde FDA gearbeitet werden, wovon die US-Biotechs profitieren würden“, zeigt sich Grabowsky zuversichtlich. Die Unsicherheit auf dem Markt werde alleine deshalb geringer, weil die permanenten Diskussionen über die Branche während des Wahlkampfes wegfallen. Deshalb geht Grabowsky davon aus, dass sich die weitere Healthcare-Performance positiv entwickeln werde. Für Investoren würden sich gute Einstiegschance bieten, denn ein aktueller Vergleich mit dem Aktienindex S&P 500 zeige, dass sämtliche Subsektoren der Branche nach wie vor günstig bewertet seien.

Investments in innovative Subsektoren gefragt

Trotz aller öffentlichen Aufmerksamkeit dürfte die Diskussion um die Abschaffung von Obamacare nur wenig Auswirkungen auf Healthcare-Investoren haben. Vielmehr würden Megatrends wie die zunehmende Alterung der Gesellschaft und die steigende Zahl übergewichtiger Menschen Innovationen im amerikanischen Gesundheitssystem erfordern. „Gerade die Bereiche Biotech und Generika sind hier sehr gefragt und haben großes Potenzial. Für Investoren ist es entscheidend, sich innerhalb der richtigen Subsektoren zu bewegen“, legt Grabowsky nahe. (ahu)

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