„Run-Off“, Brexit und BaFin?

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Das Thema „Run-Off“ war auch bei der gestrigen Jahreskonferenz der Versicherungswirtschaft auf der Agenda. Dabei erklärte die BaFin, dass sie den Versicherern das Thema nicht einfach machen werde. Auch andere politische Entwicklungen haben Auswirkungen auf die Branche.

Gestern kamen 250 Vertreter von Versicherungsunternehmen und Verbänden zur Jahreskonferenz der Versicherungswirtschaft der BaFin nach Bonn. Dabei mahnt Dr. Frank Grund, Exekutivdirektor der Versicherungs- und Pensionsfondsaufsicht der BaFin die Versicherungen sich auf einen möglichen harten Brexit einzustellen. So könnten sich die Unternehmen dem Vorwurf ausgesetzt sehen, illegal Versicherungsgeschäft betreiben, wenn der EU-Pass ersatzlos wegfallen sollte. Eine Möglichkeit, mit der sich viele offenbar noch nicht beschäftigt haben: „Vereinzelt habe ich in Gesprächen den Eindruck, dass sie das Thema zu sehr auf die leichte Schulter nehmen“, stellt Grund fest.

Doch nicht nur der Brexit, auch die aktuelle Niedrigzinsphase bereitet den Versicherern Kopfzerbrechen. So wies Dr. Frank Grund bereits zu Beginn der Konferenz daraufhin, dass die Zinszusatzreserve erhebliche Anforderungen an die Lebensversicherer darstelle. Deshalb entschlossen sich in letzter Zeit einige Versicherer, ihre Lebensversicherungsbestände an externe Unternehmen auszulagern, ein sogenannter „externer Run-Off“. Grund erklärte allerdings, dass bei der BaFin keine neuen Anträge von Lebensversicherern eingegangen seien oder angekündigt wurden. Sollte es jedoch dazu kommen, habe die BaFin klare Prioritäten: „Wir werden die Belange der Versicherten wahren – nicht nur in finanzieller Hinsicht. Je größer die betreffenden Bestände sind, desto größer sind auch die operationellen Anforderungen an einen Übernehmer.“ (ahu)

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