Rickmers erleidet Schiffbruch

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Die Hamburger Rickmers Reederei ist pleite. Der heutige Insolvenzantrag wurde unausweichlich, weil die HSH Nordbank als wichtigster Gläubiger des 1982 gegründeten Unternehmens der geplanten Umstrukturierung der Rickmers-Schulden verweigert hat. Die Insolvenz des Reederei ist eine Spätfolge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008, die die globale Handelsschifffahrt in eine Krise stürzte, von der sie sich bis heute nicht erholt hat. Inzwischen beträgt der Schuldenberg der Reederei Rickmers ca. 1,5 Mrd. Euro, wovon fast eine Mrd. auf Bankkredite entfallen. Doch nicht nur Banken sind von der Insolvenz betroffen, auch weit mehr als 1.000 Anleger Anleihen im Wert von 275 Mio. Euro bei der Reederei gezeichnet. Diese wurde von der großzügigen Verzinsung von 8,875 % gelockt. Jetzt, wo die Insolvenz angemeldet wurde, streben Vorstand und Aufsichtsrat eine Sanierung in Eigenverwaltung an, bei der der Geschäftsbetrieb unter dem bisherigen Management weitergeführt würde.

Experten gehen davon aus, dass für die Pleite zahlreichen Investoren wie amerikanischen Hedgefonds die Chance eröffnen wird, günstig Schiffe zu erwerben und damit noch mehr als bisher schon im Geschäft der Container-Schifffahrt Fuß zu fassen. Ganz anders für die Investoren: Im besten Fall beträgt die Insolvenzquote 6,7 %, im schlimmsten 2,3 %.