Rekord bei Baukrediten

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Aufgrund fehlender Anlagealternativen werden immer höhere Baufinanzierungen nachgefragt. Dennoch gehen die Kunden keine höheren Risiken ein und verschulden sich auch nicht mehr als früher.

Wie hat sich der Markt für Baufinanzierungen im Oktober entwickelt? Darüber gibt der aktuelle Dr. Klein Trendindikator Baufinanzierung (DTB) Oktober 2017 Auskunft.

Standardrate auf niedrigstem Stand seit Mai

Die schwankenden Zinsen für Baukredite sind im Oktober erneut gesunken. Im letzten Herbst befand sich die monatliche Standardrate für ein Baudarlehen mit 419 Euro auf einem Tiefstand, stieg anschließend jedoch wieder an und lag im August dieses Jahres bei 469 Euro. Danach fiel sie allerdings wieder und erreichte im Oktober mit 456 Euro den niedrigsten Wert seit Mai. Die von Dr. Klein ermittelte Standardrate gilt für ein Darlehen von 150.000 Euro mit zwei Prozent Tilgung, 80 % Beleihungsauslauf sowie zehnjähriger Sollzinsbindung und spiegelt die Entwicklung der Bauzinsen wider.

Rekord bei Kredithöhe und Eigenkapital

Auch im Oktober sicherten sich die Kreditnehmer die Bauzinsen weiterhin für eine Zeit von ca. 13 Jahren und 6 Monaten. Mit 204.000 Euro erreichte die Kredithöhe im Oktober einen neuen Rekordwert. Anfang des Jahres lag dieser Wert noch bei etwas mehr als 190.000 Euro und im vergangen Jahr wurde nur einmal die 200.000 Euro-Grenze überschritten. Im Gegensatz zur Standardrate, die theoretisch unter der Berücksichtigung der aktuellen Zinsentwicklung berechnet wird, handelt es sich bei der Darlehenssumme um einen Durchschnittswert aller Baukredite. Grund für die höhere Kreditaufnahme der Immobilienfinanzierer ist, dass die Haus- und Wohnungspreise stetig anstiegen. Diese Beobachtung wird durch den Trendindikator Immobilienpreise von Dr. Klein bestätigt, der in den Metropolregionen eine stetige Steigerung zeigt.

Erfreulich: Trotz der höheren Darlehenssumme verschulden sich die Immobilienfinanzierer nicht stärker. So bleibt der Beleihungsaufwand konstant auf einem Niveau von knapp unter 80 %. Somit nehmen die Baufinazierer zwar mehr Geld für ihre Immobilie auf, bringen dabei aber auch mehr Eigenkapital mit. Als Grund hierfür macht Dr. Klein aus, dass es im aktuellen Niedrigzinsumfeld an attraktiven Anlagealternativen mangelt. Dass die Immobilienkäufer auf eine sichere Finanzierung setzen, zeigt sich auch am Tilgungssatz, der mit 2,89 % weiterhin auf dem Niveau der Vormonate liegt.

Klassiker gefragt

Die Häuslebauer setzen bei der Finanzierung der eigenen vier Wände weiterhin bevorzugt auf Annuitätendarlehen. So haben sich im Oktober 78,57 % für den Klassiker der Baufinanzierung entschieden, das relativ neue Forward-Darlehen macht nur 11,54 % der Finanzierungen aus. (ahu)

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