Regulierung und Digitalisierung als Chancen begreifen

Anselm Gehling, CEO der Dr. Peters Group / Foto: © Dr. Peters Group

Zur Jahreswende schauen wir zurück und gleichfalls nach vorne. Was lief gut, was blieb hinter den Erwartungen zurück? Das gilt auch für die Sachwertbranche. Und alles, zumindest sehr vieles, wird von den diversen Regulierungsvorhaben und der fortschreitenden Digitalisierung mitbestimmt. Wie man damit zukunftsgerichtet umgeht und welche Pläne für 2018 anstehen, das wollte finanzwelt im Interview von Anselm Gehling, CEO der Dr. Peters Group, wissen.

finanzwelt: Welches Résümé ziehen Sie als Sachwertanbieter für das ablaufende Jahr?

Gehling: 2017 war für uns ein richtig gutes Jahr! Wir haben mit dem DS 141, ein Hampton by Hilton Hotel in Aachen, einen neuen AIF strukturiert, der bei unseren Vertriebspartnern und Kunden sehr gut ankommt. Das liegt nicht nur an einer jährlichen Ausschüttung in Höhe von 5 Prozent, sondern auch an dem relativ überschaubaren Risiko. Bereits nach wenigen Wochen haben wir mehr als die Hälfte des Volumens platzieren können. Das ist schon beachtlich!

Außerdem erhielt die Dr. Peters KVG von der BaFin die Zulassung, die Bereiche Private Equity und Kreditfonds anzubieten. Das passt ideal zu den bereits seit 2014 zugelassenen Asset-Klassen Flugzeuge, Immobilien und Schiffe.

Besonders stolz sind wir auf unsere ersten Schritte zur Neuausrichtung der Dr. Peters Group. Wir vollziehen derzeit einen sehr konsequenten, zielgerichteten und strukturellen Wandel. Wir haben dazu zum Beispiel in hochqualifiziertes und dynamisches Personal investiert. So erweitern wir das hausinterne Know-how stetig und setzen neue Impulse. Dabei spielen zum Beispiel die Digitalisierung und Erschließung neuer Zielgruppen eine große Rolle.

finanzwelt: Die Luftfahrt-Branche sorgte derweil für Schlagzeilen. Mitunter auch für die Investoren. Wie schaut es diesbezüglich im Blick auf eine Anschlusslösung für Ihre Fonds mit den A380 aus, die von dem bisherigen Mieter Singapore Airlines nicht mehr eingesetzt werden?

Gehling: Die Arbeit unseres Asset Management-Teams der Aviation ist wirklich herausragend und wir haben eine Reihe von Opportunitäten geschaffen. Zunächst haben wir die Triebwerke der vier Airbus A380 an den Hersteller Rolls Royce verleast, was unsere Verhandlungsposition deutlich stärkt. Diese Zwischenlösung haben die Anleger der Fonds auf den Gesellschafterversammlungen mit deutlich über 99 Prozent beschlossen. Das Vertrauen der Anleger in unsere Arbeit gibt uns die Möglichkeit, verschiedene Optionen zu verhandeln. Ich bin davon überzeugt, dass wir für die Anleger dieser Fonds ein wirtschaftlich gutes Ergebnis erzielen werden.

finanzwelt: Ein Standbein Ihres Unternehmens ist die Assetklasse Immobilien. Hier haben Sie den DS 141 Hotel Aachen an den Markt gebracht. Planen Sie darüber hinaus Ihr Engagement in diesem Bereich zu verstärken?

Gehling: Klar. Vor allem nach der sehr guten Nachfrage beim DS 141. Gerade bei Hotelimmobilien haben wir reichlich Expertise und können eine ordentliche Leistungsbilanz nachweisen. Neben dem DS 141 haben wir bereits ein weiteres Projekt angebunden. Dabei handelt es sich aktuell noch um eine Projektentwicklung eines 3-Sterne-Plus-Hotels. Wir haben aber auch andere Projekte in der Planung und werden sicher 2018 eine Reihe neuer Produkte anbieten – nicht nur im Immobiliensektor, sondern auch in den Bereichen Flugzeuge und Schiffe.

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