P&R: Wo sind eine Mio. Container?

Im Bestand von P&R fehlen wohl eine Mio. Container / Foto: © nattanan726 - stock.adobe.com

Schlechte Nachrichten für P&R Anleger: Laut Insolvenzverwalter liegt die Zahl der tatsächlich vorhandenen Container wohl deutlich unter der Zahl der verkauften Container. Das Problem ist wohl ein langfristiges. Auch ohne Zertifikat können Anleger Ansprüche geltend machen. Gegen die Geschäftsführer wird nun ermittelt.

Eine heutige Pressemitteilung der Münchner Kanzlei JAFFÉ Rechtsanwälte Insolvenzverwalter dürfte Anleger des insolventen Containerinvestors P&R einen Schock versetzt haben. Demnach umfasst die Containerflotte der vier deutschen Container-Verwaltungsgesellschaften von P&R 600.000 Container und damit eine Million weniger als die 1,6 Mio. Container, die den 54.000 Anlegern verkauft wurden. Die Angaben, die sich aus den vorläufigen Auswertungen der Systeme der vier Gesellschaften ergeben, müssen aber noch im Einzelnen überprüft werden. Der Schaden dürfte sich auf ca. 2,5 Mrd. Euro belaufen.

Problem wohl schon lange vorhanden

Die beiden vorläufigen Insolvenzverwalter Michael Jaffé und Philip Heinke erklärten in der Pressemitteilung, dass bereits im Jahr 2010 eine Lücke von 600.000 Container bestanden habe. Somit entstand der Lücke nicht erst während der Krise im Containerleasingmarkt 2015/2016. Die beiden Juristen erklärten auch, dass die Hintergründe und Krisenursachen derzeit noch unklar seien und die entsprechenden Erhebungen noch einige Zeit in Anspruch nehmen würden.

Um die Ansprüche der deutschen Gesellschaften bestmöglich zu befriedigen, wurde in der Schweizer Gesellschaft nun ein Schweizer Wirtschaftsprüfer bestellt, der die Geschäftsführung der Schweizer Gesellschaft kontrolliert. Damit soll das eigene Vermögen der Schweizer Gesellschaft verwertet werden. Das Verwertungsvermögen soll dann letztendlich den Anlegern und Gläubigern zu Gute kommen.

Die Insolvenzverwalter weisen darauf hin, dass die betroffenen Anleger auch dann Ansprüche im Insolvenzverfahren geltend machen könnten, wenn kein Eigentums-Zertifikat vorliegt. Diese Forderungsanmeldung sei aber erst nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens möglich.

Die Staatsanwaltschaft München gab zudem bekannt, dass sie Ermittlungen u.a. wegen Betrugsverdachts gegen frühere und heutige Geschäftsführer von P&R aufgenommen habe. Laut Ermittlungsbehörde beträgt der Fehlbestand 618.000 Container. Die Lücke dürfte sich aber bald aufklären lassen, denn die Beschuldigten haben umfassende Kooperation zugesichert.

Wir werden Sie über die weitere Entwicklung des Falles auf dem Laufenden halten. (ahu)