New Mobility made in China

Nach dem Willen eines chinesischen Startups werden Elektroroller bald die Straßen der Großstädte prägen / Foto: © Ungor - stock.adobe.com

Die Zeiten, als China nur die „Werkbank der Welt“ war und europäische Unternehmen von den dort deutlich niedrigeren Produktionskosten profitierten, sind längst vorbei: Am Dienstag stellte ein chinesisches Startup in Paris seine Vision für die Zukunft der Mobilität vor.

Wer in Peking während der Rush-Hour unterwegs ist braucht viel Geduld: Mit dem Auto liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit auf den völlig überfüllen Straßen der Millionenmetropole bei gerade einmal 15 km/h, wer mit dem öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, teilt sich einen einzigen Quadratmeter mit fünf weiteren Personen. Diesem Problem Abhilfe zu schaffen, das ist das Ziel des chinesischen Startups NIU, das am Dienstag in Paris seine beiden Elektrorollermodelle N-GT und M+ vorstellte. Bei der Veranstaltung, die den Titel „Urban Mobility Summit“ trug, zeigte sich CEO Yan Li sichtlich stolz, dass es dem Unternehmen seit der Gründung im Jahr 2014 bisher gelungen ist, seine Elektroroller an 400.000 Kunden in über 200 Städten in 20 Ländern weltweit zu verkaufen. Zudem wurden die bisherigen Produkte bereits mit fünf Design-Awards ausgezeichnet. Die Erfolgsgeschichte von NIU ist auch möglich, weil viele Investoren dem Unternehmen ihr Vertrauen geschenkt haben. So wurde es in der Gründungsphase per Crowfunding finanziert.

Was sich hinter den beiden neuen Modellen verbirgt, stellte Token Hu vor, Gründer und Vice-President for Products von NIU: Der N-GT verfügt über einen 3.000W-Elektromotor von Bosch, der mit zwei herausnehmbaren Batterien angetrieben werden kann. Der Motor ermöglicht Spitzengeschwindigkeiten von 70 km/h und dank der Reichweite von 130 km eignet sich das Modell sehr gut für den Stadtverkehr. Die beiden Batterien können innerhalb von 3,5 Stunden aufgeladen werden.

Deutlich langsamer unterwegs ist man mit dem M+, der eine Weiterentwicklung der im vergangenen Sommer auf den Markt gebrachten M-Serie ist. Dessen 1200W Elektromotor bringt es auf maximal 45 km/h, verfügt aber auch über eine Reichweite von über 100 km. Auch hier ist die herausnehmbare Batterie nach 3,5 Stunden voll geladen.

Sind Staus bald ein Relikt der Vergangenheit?

Wie Yan Li betonte, sieht sich NIU nicht nur als reiner Rollerhersteller, sondern als Revolutionär der Mobilität. So sei das Auto eine sehr ineffiziente Nutzung von Ressourcen und laut einer belgischen Studie könnten Staus komplett verhindert werden, wenn 25 % der Autofahrer stattdessen einen Roller nutzen würden. Darüber hinaus nutzt NIU die Fahrdaten aller Roller, um die Leistung seiner Flotte ständig zu optimieren. „Unser Ziel ist es, ein neues Mobilitätskonzept nach Europa zu bringen, das es den Menschen ermöglicht, einen modernen Lebensstil und eine zeitgemäße Art der Fortbewegung in einer urbanen Umgebung zu erfahren“, erläuterte Token Hu. „Da der weltweite Markt für Elektromobilität bis 2025 ein Volumen von voraussichtlich 62,2 Milliarden Dollar erreichen wird, suchen Städte und Metropolregionen nach alternativen Konzepten, um die Verkehrsüberlastung und die daraus resultierende Luftverschmutzung zu verringern. Wir sind überzeugt, dass unsere beiden neuen E-Scooter dazu beitragen werden, das Gesicht der urbanen Mobilität zu verändern, indem sie eine Alternative zu anderen Verkehrsmitteln bieten, die auf höchstem technischen Niveau und dabei nachhaltig ist und nicht zuletzt auch einfach Spaß macht „, fügte Carl Liu, Vice President of Design, hinzu. (ahu)

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