Nächster Prozess im Wölbern-Skandal

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Der Finanzunternehmen Heinrich-Maria Schulte soll rund 150 Mio. Euro Anlegergelder aus geschlossenen Fonds des 2006 von ihm übernommenen Emissionshauses Wölbern Invest veruntreut haben. Dafür wurde er im April 2015 zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Nun müssen sich seit vergangen Donnertags drei ehemalige Wegbegleiter Schultes vor dem Hamburger Landgericht verantworten. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, wirft die Staatsanwaltschaft zwei ehemaligen Anwälten der Kanzlei Bird & Bird sowie dem früheren Generalbevollmächtigten des Fondshauses, Thomas K. Betrug und Untreue vor. Sie sollen Schulte seit 2011 mithilfe eines Cash-Pool-Systems geholfen haben, nach und nach Liquidität aus den Wölbern-Fonds abzuziehen. In der offiziellen Darstellung sollte das System dazu dienen, Geld zwischen den einzelnen Immobilienfonds hin- und her zu schieben und vor allem liquide Mittel abzuschöpfen, damit diese besser verzinst werden könnten. Jedoch fehlten zwei Jahre später in den Fonds rund 150 Mio. Euro. Während die beiden Juristen die für das Pool-System nötigen Verträge gestaltet hätten, habe der Generalbevollmächtigte dafür gesorgt, dass Unternehmens-Verantwortliche, die die Abschöpfungen aus den Fonds nicht mittragen wollten, das Unternehmen verlassen mussten.

Auch für die betroffenen Fonds ist der Ausgang des Strafverfahrens wichtig, denn diese haben eine Zivilklage gegen die Kanzlei Bird & Bird angestrengt, um die verschwundenen Millionen wiederzubekommen. Somit würden auch die über 30.000 Anleger, die über 900 Mio. Euro in die Fonds investiert haben, noch einmal Geld bekommen. Dagegen hat die Kanzlei Gegenklage erhoben. (ahu)