Mit Bill Gates das Klima retten

Nachhaltige Immobilienfonds erfreuen sich wachsender Beliebtheit Foto: © adam121-fotolia.com

Grüne Fonds sorgen für Rendite und Nachhaltigkeit. Prominente Investoren folgen diesem Trend schon lange.

Mit dem Präsidenten Donald Trump sind für nachhaltige Energien wohl schlechte Zeiten angebrochen. Microsoft Gründer Bill Gates will dem entgegenwirken. Gemeinsam mit anderer prominenten Milliardären hat er den grünen Fonds „Breakthrough Energy Ventures“ ins Leben gerufen, um das Klima zu retten. Startkapital: rund eine Milliarde Dollar. Gemeinsam wollen sie ein Zeichen setzen, dass andere Investoren ermutigen soll. Denn grüne Fonds haben bislang einen schweren Stand, sie gelten als unsicher und wenig lukrativ.Mit den prominenten Investoren, die Bill Gates für sein Vorhaben um sich geschart hat, könnte sich das möglicherweise ändern. Mit von der Partie sind unter anderem Jeff Bezoz (Amazon) und Jack Ma (Alibaba). Mit ihrem Investmentfonds „Breakthrough Energy Ventures“ (BEV) wollen sie über eine Laufzeit von 20 Jahren die Energiewende vorantreiben und, so Gates, „den Klimawandel verlangsamen“.

Signalwirkung für einen Risikomarkt
Der Fokus liegt auf Firmen, die Technologien für die Gewinnung, Speicherung und den Transport von grüner Energie auf den Markt bringen wollen. Außerdem sollen Unternehmen gefördert werden, die an Lösungen arbeiten, grüne Energie besser in Industrie und Landwirtschaft zu nutzen und die Energieeffizienz zu verbessern. Neben bereits etablierten Firmen sollen auch Start-ups gefördert werden, die an innovativen Ideen arbeiten.
Als reiner grüner Fonds wagt sich der BEV in schwieriges Gewässer. Denn der Markt für ökologische Energien ist immer noch extrem dynamisch und risikobehaftet. Das Beispiel Solarenergie zeigt, dass es innerhalb weniger Jahre zu massiven Verschiebungen kommen kann. War der Solarmarkt Anfang der Jahrtausendwende noch von westlichen Hightech-Firmen dominiert, die mit ihren Innovationen vorangingen, mussten sich diese mittlerweile der massenhaften Produktion in China beugen. So wurden zwischen 2006 und 2011 rund 25 Milliarden Dollar Risikokapital in Solar-Start-ups investiert, das aus heutiger Sicht zur Hälfte verloren ist.

5 Billionen weltweit in grünen Investments
Entsprechend schwierig ist es nach dem ersten Boom für grüne Start-ups geworden, Geldgeber zu finden. Genau in diese Lücke springt der BEV ein: Mit seinen Investitionen soll er nicht nur Firmen unterstützen, sondern auch andere Investoren ermuntern. Denn nachhaltige Fonds und grüne Investments gibt es schon lange. Allein, die Anleger reagieren bislang eher verhalten. Der einfache Grund: Die Renditen sind anderswo höher. Trotzdem wächst die Zahl derer, die ihr Geld aus Öl- und Kohleunternehmen abziehen und in Nachhaltigkeit investieren wollen.
Eine der größten Initiativen dieser Art dieser „Euopeans for Divest Invest“. Präsidentschaftsmitglied Jochen Wermuth zählt ein Gesamtvermögen von über 5 Billionen US-Dollar, deren Investoren sich bereits freiwillig für einen Verzicht von Öl- und Kohleunternehmen in ihrem Portfolio verpflichtet haben.

„Pure Player“ vs „Best-in-Class“
Auch in Deutschland ist nachhaltiges Investment schon lange ein Thema, wie sich gut an den Jobprofilen in den einschlägigen Stellenportalen ablesen lässt. Ein Beispiel ist der selbstständige Fondsmanager Manfried Wiegel, der 2015 den Fonds „green benefit Nachhaltigkeit Plus“ aufgelegt hat. Rund 2,3 Millionen hat er seit Februar letzten Jahres gesammelt. Er legt Wert darauf, dass in seinem Fonds Themen wie Erdöl, Rüstung und Atomkraft zu 100 Prozent ausgeschlossen werden. Denn auch bei vermeintlich grünen Portfolios werden die Renditen nicht selten mit Investments in diesen Bereichen erzielt.
Das liegt am sogenannten „Best-in-Class-Ansatz“: Dieser erlaubt es, in Unternehmen zu investieren, die innerhalb ihrer Branche führend in der Nachhaltigkeit sind. So kann auch in Erdölunternehmen investiert werden, die vergleichsweise viel für den Umweltschutz tun. Im Gegensatz zu diesem Modell, das sich eher einen grünen Anstrich gibt, als tatsächlich nachhaltig zu sein, verzichtet der „pure-player“-Ansatz gänzlich auf solche Schlupflöcher. Diese Fonds, zu denen auch der „green benefit Nachhaltigkeit Plus“ von Manfred Wiegel gehört, investieren zu 100 Prozent in nachhaltige Branchen, in denen sie wiederum versuchen, die besten Firmen zu identifizieren. Diesen Ansatz verfolgt auch der BEV, den Bill Gates nun ins Leben gerufen hat. Mit der angelegten Laufzeit von 20 Jahren hat der Investmentfonds eine reale Chance, mitzuhelfen, die notwendige Energiewende in einer kritischen Phase über den Berg zu bringen. (lvs)