Mensch gegen Maschine

16.06.2017

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Der Lärm um FinTech oder InsurTechs wird zwar leiser. Aber nichts wird den Alltag der Makler mehr beeinflussen als die Digitalisierung. Maklerpools wie Fonds Finanz und blau direkt investieren Millionenbeträge in Digitalisierung und kaufen IT-Firmen. Heute werden die Weichen für das Geschäft von morgen gestellt. Wer clever ist, kann davon profitieren.

Es ist schon etwas länger her, da trafen sich im Januar 2017, genau genommen an einem Freitag den 13., über 20 CEOs und Geschäftsführer von InsurTechs in Deutschland, um über den Ent­wurf zur „Berliner Digital-Erklärung“ zu diskutieren. Vorangegangen war eine in den Medien lauthals geführte Schlammschlacht zwischen den „bö­sen“ InsurTechs und den „guten“ All­finanzvertrieben. Letztere warfen den neuen „Emporkömmlingen“ den Raub von Maklervollmachten und Bestands­provisionen vor. Die so gescholtenen InsurTechs, allen voran Knip, schossen zurück und beschimpften Versicherungsvermittler und Makler als provisionsgetrieben.

Worum ging es bei der „Schlacht"?

Wer seine Versicherungen digital in einer App speichern will, findet dazu viele Angebote: Knip, Clark, getsafe, aidorando, simpl und noch viele andere mehr. Bei vielen dieser Apps werden nicht nur die Verträge digital über­tragen, sondern auch eine Makler­vollmacht abgeschlossen, die mit der Übertragung des Bestandes weg vom betreuenden Makler oder Vermittler hin zum App-Anbieter einhergeht. Der Maklerpool blau direkt, als Pool mit eigener Softwareschmiede Makler und InsurTech zugleich, schickte sich im Januar an, zu vermitteln. „In der gemeinsamen Erklärung benannten die Initiatoren Missstände bei der Digitali­sierung der Versicherungsbranche“, so Oliver Pradetto, Geschäftsführer von  blau direkt. Gewollt war eine Auffor­derung an Versicherer und Politik, sich Hand in Hand mit der InsurTech-Szene an dringend notwendiger Modernisie­rung der Abläufe in der Versicherungs­branche zu beteiligen. Fast alle kamen oder ließen sich vertreten, fast alle wa­ren einer Meinung. Der Konsens: Daten müssen verfügbar sein, für den Kunden und seinen Vermittler. Provisionen und andere Vergütungen gehören losgelöst davon.

Also Friede, Freude, Eierkuchen? Bei so viel Einigkeit lohnt es sich immer nachzufragen und hinter die Kulisse zu blicken. Was ist seitdem passiert? Wie war das Feedback in der Politik und bei den Akteuren? Aber am wichtigsten vielleicht: Wie geht es bei der Frage Makler gegen Maschine weiter?

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