Märkte gespannt auf Frankreich-Wahl

Benjamin Melman / Foto: © Edmond de Rothschild Asset Management

Insgesamt haben sich die Aktienmärkte im März positiv entwickelt – bis auf den US-amerikanischen Markt, der infolge der Obamacare Reform von Donald Trump mit Zweifeln der Investoren zu kämpfen hatte.

Da die Märkte sich in letzter Zeit selbst übertroffen haben und der Risikoappetit deshalb aktuell groß ist, mahnt Benjamin Melman, Leiter Asset Allocation und Sovereign Debt bei Edmond de Rothschild Asset Management zur Vorsicht. Die Finanzmärkte seien in solch einer Situation vergleichsweise noch gefährdeter gegenüber schlechten Nachrichten. Der Anlageexperte hat das Aktien-Exposure insgesamt reduziert um ein ausgewogenes Risikoprofil herzustellen. Dabei setzt das Team von Edmond de Rothschild Asset Management eher auf europäische Aktien und reduzierte den Anteil an US-amerikanischen Aktien.

Der europäische Aktienmarkt sei durchaus attraktiv, sofern Investoren das politische Risiko ignorieren. Das hat folgende Gründe:

–        Die globale Konjunktur hat sich erholt, wovon vor allem europäische Unternehmen profitieren.

–        Frankreich und Italien konnten zwar nicht vom globalen Konjunkturaufschwung profitieren, schlossen aber zu anderen Ländern der Eurozone auf und trugen so zum europäischen Aufschwung bei.

–        Europäische Mergers & Acquisitions sahen zunächst bescheiden aus, sind aber jetzt auf einem akzeptablen Weg.

–        Die Tatsache, dass nun nicht mehr klar ist, ob die Europäische Zentralbank (EZB) an ihrer stark expansiven Geldpolitik festhalten wird, hat den Euro gepuscht. Das sind schlechte Nachrichten für Exporteure, jedoch gute für die Finanzwerte. Vorher waren sie aufgrund des negativen Zinses benachteiligt, jetzt profitieren sie von einer steileren Zinskurve in Europa. Außerdem erholten sie sich von den starken Abschlägen, mit denen sie gehandelt wurden. All dies führte zu einem paradoxen Umfeld: Das Risiko einer Straffung der Geldpolitik ist nicht als negativ für den Gesamtmarkt zu werten.

        Der US-amerikanische Finanzmarkt ist im Vergleich zu anderen Märkten, insbesondere im Vergleich zu Europa, teuer.

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