Konjunkturoptimismus besiegt Inflationsangst

Der Konjunkturoptimismus ist derzeit größer als die Angst vor Inflation / Foto: © ra2 studio - stock.adobe.com

Zum Anstieg der Staatsanleiherenditen tragen Inflationsängste weniger als die Hälfte bei. Konjunkturoptimismus treibt derzeit Rentenmärkte stärker als Inflationsangst.

Der im vergangenen Monat veröffentlichte US-Arbeitsmarktbericht brachte das Thema Inflation wieder auf die Tagesordnung der Finanzbranche. Die Korrektur am Aktienmarkt wurde von so manchem Kommentator sogar mit der den Inflationssorgen begründet. Deutlich entspannter verhält sich hingegen der Markt für US-Staatsanleihen. So sind die Renditen für US-Staatsanleihen seit September 2017 zwar von 2 % um ca. 90 Basispunkte angestiegen. Getrieben wurde dieser Anstieg allerdings vor allem durch steigende Realrenditen, die nach allgemeiner Wahrnehmung die Wachstumserwartungen widerspiegeln. Der Anstieg der Inflationserwartungen war deutlich schwächer. Im unten stehenden Chart der Deutschen Asset Management zeigt sich, dass sich bei deutschen Bundesanleihen ein ähnliches Bild ergibt.

Für Oliver Eichmann, Co-Head Renten EMEA bei der Deutschen Asset Management, sendet der Rentenmarkt damit eine klare Botschaft: „Der Anstieg der Rendite ist in erster Linie Ausdruck des stärkeren Wirtschaftswachstums und weniger Sorge um steigende Inflationsraten. Die wichtige Lektion ist unserer Ansicht nach, dass man nicht allzu viel Aufmerksamkeit auf eine einzelne Zahl legen sollte, wie etwa dem Anstieg der US-Stundenlöhne in einem Monat. Wir haben schon länger auf den langsamen, aber stetigen Anstieg der Inflationserwartungen hingewiesen. Das deckt sich mit unserem Hauptszenario einer weiteren, graduellen Erhöhung der Inflationsraten. Angesichts der Vollbeschäftigung am US-Arbeitsmarkt wäre es auch unvernünftig, Inflationsrisiken komplett zu ignorieren. Andererseits bietet die derzeitige Datenlage auch noch keinen Grund zur Panik. Insofern bleibt das Motto: Entspannt, aber wachsam bleiben!“ (ahu)

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