Klimafonds sind der schlafende Riese

Alexander El Alaoui / Foto: © Salm-Salm & Partner

Pünktlich zum Auftakt der Weltklimakonferenz in Bonn melden sich Größen der deutschen Wirtschaft zu Wort und fordern einen Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohle, auch einige Banken sind dabei. Das Beispiel zeigt: In die Diskussion über die Rolle von Finanzen und Wirtschaft beim Klimawandel kommt Bewegung. Auch beim Portfoliomanagement.

Adidas, Siemens, die Telekom und selbst Energieunternehmen wie E.ON und EnBW fordern einen schnellen Ausstieg aus der Kohleenergie. Die „nächste Bundesregierung muss Klimaschutz zur zentralen Aufgabe machen“, heißt es in einer Erklärung, die mehr als 50 Unternehmen und Verbände aus weiten Teilen der deutschen Wirtschaft unterschrieben haben. Pünktlich zum Bonner Klimagipfel und mitten in den Gesprächen zur möglichen Jamaika-Koalition setzt das Firmenbündnis damit einen wichtigen Impuls. Doch nicht nur der Politik, auch Investoren sollte das ein Weckruf sein.

Denn dass sich Unternehmen in die Klimadebatte einschalten ist nicht verwunderlich. Viele sehen sich geldwerten Risiken durch den Klimawandel ausgesetzt. Vielerorts legen Extremwetter Teile der Infrastruktur lahm oder gefährden den Betrieb von Produktionsanlagen. Die globale Temperaturerhöhung wird zum Betriebsrisiko, und das nicht nur in Krisengebieten. Parallel zum Bonner Klimagipfel wird hierzulande eine der weltweit ersten Klimaklagen verhandelt. Die eines Peruaners gegen den Essener Energieriesen RWE. Der Klimawandel wird zur Rechtssache.

Von diesen Entwicklungen sind nicht nur die Unternehmen selbst betroffen, sondern auch deren Geldgeber. Selbst das Bundesfinanzministerium hält eine Gefahrensituation für die globale Finanzmarktstabilität für nicht ausgeschlossen. Besonders Investitionen in den fossilen Energiesektor könnten sich als hochriskant entpuppen, meint auch die Großbank HSBC. Der Grund: Macht die Politik ernst im Kampf gegen den Klimawandel, drohen unzählige Investitionen im fossilen Energiesektor abgeschrieben zu werden. Zwar ist diese These keine neue, bei den Klimaverhandlungen in Bonn wird sie aber wieder für einigen Gesprächsstoff sorgen.

Neu ist aber: Mit dem Klimawandel verbinden sich nicht nur Risiken, sondern auch Chancen. Unternehmen, die frühzeitig Strategien zur Anpassung an den Klimawandel entwickeln und damit ihr Geschäftsmodell in die Zukunft retten, bieten eine lukrative Investitionsmöglichkeit.

Nachhaltigkeit im Investitionsprozess ist damit längst kein Nischenthema mehr, sondern Notwendigkeit. Studien belegen, dass Nachhaltigkeitsanalysen helfen können, Unternehmensrisiken besser abzubilden, vor allem solche, die auf lange Sicht drohen. Auch positive Effekte auf Volatilität und Beta sind belegt. Der Einfluss von Nachhaltigkeit, und eben Klima, auf die Performance von Unternehmen und Investitionen macht nicht nur ökonomisch Sinn, sondern ist statistisch signifikant.

Noch aber sind Klimafonds ein zartes Pflänzchen. Untersuchungen der französischen Ratingagentur Novethic verzeichnen zwar die höchsten Nettozuflüsse bei Fonds mit den Namenszusätzen „Climate“ oder „Low Carbon“, deren Anteil ist aber weiterhin gering. EU-weit stecken weniger als 800 Millionen Euro in reinen Klimafonds. Tendenz steigend. Und zwar rasant.

Bereits vor einem Jahr, anlässlich der Klimakonferenz von Marrakesch, hat Salm-Salm & Partner eine eigene Klimastrategie auf den Markt gebracht, die zurzeit in einem globalen Aktienfonds umgesetzt wird. Dieser ist der erste seiner Art in Deutschland, der an den Pariser Klimazielen und dem „2-Grad-Limit“ ausgerichtet ist. Seit Auflage konnte der mit zwei Transparenzsiegeln ausgezeichnete „Salm-Salm Climate Leaders Equity Fonds“ eine Performance von 15,94% (Stand 31.10.2017) erwirtschaften.

Anlegern bietet die Salm-Klimastrategie erstmals die Chance, nicht nur von Wachstumspotentialen im globalen Aktienmarkt zu profitieren, sondern gleichzeitig auch klimaoptimiert zu investieren. Die Strategie ist frei von fossilen Energiereserven und setzt ausschließlich auf Unternehmen mit einer positiven Klimastrategie. Und das global und branchenübergreifend. In die hauseigene Aktienanalyse fließen weit über 100 Klimafaktoren ein.

Dadurch wird ein Vorteil gegenüber dem Wettbewerb sowie gegenüber passiven Anlagestrategien und ETF-Produkten geschaffen. Der aktive Managementansatz von Salm-Salm & Partner zielt darauf ab, klimaadjustiertes Alpha zu generieren und systemische CO2-Risiken zu reduzieren.

Unabhängig von den Verhandlungsergebnissen in Bonn wird der Einfluss des Klimas auf die Finanzen und Wirtschaft eher zu- als abnehmen. Und zwar nicht linear, sondern exponentiell. Das macht den Klimawandel nicht zur Ungewissheit, sondern zum handfesten Risiko. Dem können sich Investoren heute schon entgegen stellen.

Kommentar von Alexander El Alaoui, Analyst Salm-Salm & Partner