Klare Sicht!

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Frerk Frommholz

Es steht außer Frage, dass ohne engagierten Beraternachwuchs die professionelle Begleitung zu Fragen rund um Vorsorge, Absicherung und Investment bereits in absehbarer Zeit ernsthaft ins Wanken geraten dürfte.

Damit sichergestellt bleibt, dass König Kunde auch in Zukunft weiter auf eine service- wie verbraucherschutzorientierte Beratung bauen kann, stellt finanzwelt daher im Rahmen ihrer exklusiven Portraitreihe „Beraterpersönlichkeiten“ gezielt junge, dynamische Menschen vor, die ungeachtet des jeweiligen Mainstreams und ihres jeweils gewählten Vertriebsweges unbeirrt optimistisch in die Zukunft blicken und sich dabei in ihrem Beratungsalltag durch innovative Ideen und überdurchschnittliches wie professionelles Engagement auszeichnen.

In bester hanseatischer Manier eines „ehrbaren Kaufmanns“ vermittelt bereits beim ersten Aufeinandertreffen Frerk Frommholz den Eindruck einer klar strukturierten und selbstreflektierten Persönlichkeit, die auch bei bewegenden Themen außerhalb der eigenen Profession, hinter die Kulissen zu schauen und unmittelbar Stellung zu beziehen, vermag. Insofern hätte er sicher genauso gut auch erfolgreicher Psychologe oder Unternehmensberater werden können. Einengende ideologische Scheuklappen sucht man denn auch bei dem 29-Jährigen vergebens, auch wenn dies auf den ersten Blick hin erstaunlich erscheint, immerhin zählt er aufgrund seiner § 34h GewO Zulassung zu dem äußerst seltenen Gewächs der als Honorar-Finanzanlagenberater registrierten Gilde. Für Frommholz ist dieser Umstand indes – genauso wie der Begriff Honorarberatung an sich – von eher untergeordneter Bedeutung. So konstatiert der junge Hanseate: „In meinen Augen ist eine bilaterale Geschäftsbeziehung über Leistung und Vergütung direkt mit dem Mandanten schlicht die fehlanreizärmste, beiderseitig fairste Vergütungsform.“

finanzwelt: Mit welchen Mehrwert-Angeboten versuchen Sie sich, im positiven Sinne, vom Wettbewerb abzuheben?

Frommholz: Unser Mehrwert und gleichzeitig unser Produkt sind wir, authentisch mit all unseren Macken und Stärken. Unsere spürbare Leidenschaft und Freude an der Beratung ergänzt diesen Mehrwert. In unserem Fall ist es, dass wir unsere Mandanten auf ihrem Weg zu einem angstfreieren und glücklicheren Leben begleiten und unterstützen. Unsere Abrechnungsform hat damit übrigens wenig zu tun.

finanzwelt: Plädieren Sie als praktizierender Honorarberater nicht auch für die generelle Abschaffung der provisionsbasierten Finanzberatung?

Frommholz: Ich glaube, dass eine Provision Dritter als falsches Anreizsystem missverstanden oder missbraucht werden kann. Gleichermaßen glaube ich, dass es provisionsbasiert arbeitende Kollegen gibt, die hervorragende Arbeit leisten. Ich bin kein Freund von Verboten. Ich glaube in Zeiten der Demokratisierung von Informationen daran, dass sich langfristig nur transparent, fair und qualitativ hochwertig arbeitende Unternehmen durchsetzen werden. Das Diktat der Verbraucher und deren offene Kritikkultur, man denke nur an facebook, wird auf Sicht nichts Anderes zulassen.

finanzwelt: An anderer Stelle äußern Sie sich dahingehend, dass Interessenten mit einem niedrigen Vermögen und Einkommen sich generell keine Finanzberatung leisten können. Spielt gerade dieses Argument aber nicht dem provisionsorientierten Vergütungsmodell in die Hände?

Frommholz: Entschieden nein! Ein Mandant, der monatlich ein Nettoeinkommen von sagen wir 1.500 Euro hat und damit seine Familie ernähren muss, wird wahrscheinlich nicht bereit sein, für eine ebenso qualitative Finanzberatung 2.000 Euro Provision oder Honorar zu zahlen. Diese Bevölkerungsschicht wird von der Provisionsindustrie nicht, wie so häufig propagiert, gerettet, sondern geschickter gezwungen, eine Vertriebsgebühr zu zahlen. Die Lösung in dieser Klientel wird nicht Honorar oder Provision sein, sondern online. Ausgezeichnete, günstige Produkte, die einfach strukturiert sind und den Ratsuchenden ohne Fallstricke und Tücken absichern. Das ist hier die Antwort. Und ich bin sicher, es kann ein sehr spannendes Business-Modell sein, solchen Mandanten zu helfen und über Skalierungseffekte erfolgreich zu sein sowie trotz eines fehlenden persönlichen Kontakts seiner Berufung nachzugehen, seinen Mandanten zu einem besseren Leben zu verhelfen.

finanzwelt: Sie engagieren sich unter anderem aktiv auf finanzkun.de. Was hat es mit dem Portal auf sich und welche Ziele verfolgt es?

Frommholz: Tatsächlich engagiere ich mich dort nicht nur, sondern habe das Portal gemeinsam mit meinem Vater gegründet. Begonnen hat unser Weg in diese Richtung im April 2012, als wir gemeinsam mit zehn Kollegen die Bundesweite Honorarberatung gründeten. Ergeben hat sich heute ein großartiges Kollegennetzwerk aus momentan gut 50 Beraterkollegen. Der fachliche Austausch ist hervorragend. Und durch die täglich veröffentlichten, fachkundigen Artikel der angeschlossenen Berater werden diese von Verbrauchern als qualitativ hochwertige Berater wahrgenommen. Wie wir immer wieder bestätigt bekommen: Ein rundes Konzept ohne Funktionäre, sondern von Unternehmer zu Unternehmer auf Augenhöhe.

finanzwelt: Apropos Internet & Co.: Das Thema FinTech und generell Online-Beratung ist in aller Munde. Braucht es künftig überhaupt noch den persönlichen Bezug zum Kunden bzw. will der Kunde das alles überhaupt noch?

Frommholz: Online-Beratung ist eine wunderbare Ergänzung zur persönlichen Beratung. Es tut beiden Seiten gut, immer mal wieder das vertraute Gesicht via Bildschirm zu sehen. Reine Online-Beratungen, ohne jeglichen persönlichen Kontakt, interessieren mich allerdings nicht. Meine Berufung ist es, Menschen mit ihren Verlustängsten und Wünschen dabei zu assistieren, ihre Ziele und Träume zu erfüllen und zu erreichen. Dazu möchte ich auch das Umfeld der Mandanten erleben, um mich in ihre Situation hineinzuversetzen und ihnen qualifiziert und treffsicher zur Hand zu gehen. (sf)

Frerk Frommholz
(Geschäftsführer/§ 34h GewO-Berater, Finanzberatung Frommholz OHG)
Trotz eines renommierten Finanzierungsexperten und Vermögensverwalters in Form seines Vaters von klein auf vor Augen, war für den passionierten Segelflieger (mehrfacher deutscher Meister) der Weg in die Finanzberatung nicht klar vorgezeichnet. So sammelte Frommholz Junior zunächst über mehrere Jahre hinweg als Wirtschaftsingenieur eines international agierenden Unternehmens einschlägige Berufserfahrung. Der Ruf 2012 ins Familienunternehmen – sein Vater wechselte drei Jahre zuvor in die Honorarberatung – war bei ihm neben Zuversicht zugleich mit großer Skepsis verbunden. Seine neue Profession lehrte ihn schnell, dass sich alles letztlich nicht um Produkte, sondern um ein gefällefreies Verhältnis von Berater zu Mandant dreht, bei dem es gilt, in aller Offenheit einzugestehen, keine Glaskugel in Händen zu halten, mit der man Märkte vorhersehen kann. In diesem Metier gelte es stattdessen und zuallererst für Finanz- und Versorgungsdisziplin und weniger für Rendite verantwortlich zu sein. „Unsere Nische ist eher so eine Art pastoral, angstverstehende, psychologieangehauchte, lebenserfahrene Lebensberatung und Betreuung, die das tägliche Wirken zur Berufung werden lässt“, definiert Frommholz seinen leidenschaftlich ausgeübten Kundenauftrag.

Printausgabe 06/2015