Inflation treibt Goldpreis in neue Höhen

Manuel Peiffer, Relationshipmanager GVS Financial Solutions / Foto: © GVS

Für Gold waren die letzten zwölf Monate das beste Jahr seit 2010, allerdings auf US-Dollar-Basis. Hier konnte der Preis pro Unze von 1152 Dollar auf 1302 Dollar zulegen. Für Euroanleger war das „Goldjahr“ 2017 eher ernüchternd, da der US-Dollar im Vergleich zum Euro deutlich an Wert verloren hat. Trotzdem muss festgehalten werden, dass der Goldpreis sich unter den im Jahr 2017 herrschenden Umständen sehr gut geschlagen hat. Die Inflation blieb niedrig, die geopolitischen Risiken wurden von den Aktienmärkten nicht einmal ansatzweise eingepreist, sodass die Volatilität an den Finanzmärkten extrem niedrig und somit die Sorglosigkeit der Investoren hoch war. Goldbugs stellen sich die Frage, was passieren muss, damit der Goldpreis endlich wieder neue Höchststände markiert?

Die alten Probleme wurden nicht gelöst

Nüchtern betrachtet finden sich weiterhin zahlreiche Argumente für das Edelmetall. Die anstehenden Wahlen in Italien oder die Unsicherheit in Spanien bezüglich der Abspaltung Kataloniens sorgen in Europa zumindest kurzfristig für Unsicherheit. Darüber hinaus zeichnet sich im Nahen Osten aktuelle keine schnelle Lösung ab. Eine Finanz- und Bankenkrise XXL wird immer wahrscheinlicher. Die Gesamtverschuldung der Welt ist seit 2008 weiter stark gestiegen und beläuft sich aktuell auf 230 Billionen US-Dollar. Dieser Schuldenexzess wird niemals zurückgezahlt werden und sorgt für ein fragileres Finanzsystem. Zudem haben zahlreiche Banken massiv Probleme, da zum einem ihr Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert und zum anderen riesen Volumen an Derivaten wie ein Damoklesschwert über den Finanzhäusern schwebt.

Inflation und die damit verbundenen negativen Realzinsen wirken als Preisturbo

Wir gehen davon aus, dass eine anziehende Inflation und damit verbundene negative Realzinsen der Nährboden für einen steigenden Goldpreis sein werden. Und dieser Boden wird durch zahlreiche Faktoren gedüngt werden. Da die westlichen Notenbanken in den letzten Jahren massiv Geld gedruckt haben, muss es zwangsläufig zu einer Geldentwertung kommen. Die Geldmenge M3 ist beispielsweise in der EU von 5,7 Billionen Euro im Jahr 2002 auf 11,8 Billionen Euro Ende 2017 angestiegen. In der EU liegt die Verbraucherpreisinflation aktuell aber nur bei 1,7 Prozent, in den USA bei 2,1. Weitere Treiber für steigende Inflationsraten sind eine anziehende Konjunktur, steigende Rohstoffpreise  und höhere Löhne, welche dafür sorgen, dass zahlreiche Waren und Dienstleistungen sprunghaft teurer werden könnten. Die Zutaten für einen Inflationscocktail, sprich das Düngemittel stehen also bereit

Die Geschichte zeigt, dass ein negativer Realzins, also Nominalzins minus Inflationsrate, ein optimales Umfeld für den Goldpreis darstellen. Solange Anleger nämlich mit festverzinslichen Papieren positive Renditen erzielen können, wirkt Gold als Anlage eher uninteressant. Dreht sich das Blatt, wird Gold als Wertaufbewahrungsobjekt  immer wichtiger.

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