Goldpreis: Etwas mehr Volatilität zu erwarten

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Abermals steht Gold an einem nicht unbedeutenden Scheidepunkt – jedoch stehen die Chancen, verglichen zum letzten Mal, wesentlich besser für das Edelmetall, sodass sich vor allem all jene freuen könnten, die jetzt in Gold investieren wollen oder schon vor ein paar Jahren in das Edelmetall investiert haben. Denn einerseits ist es die relative und andererseits die technische Stärke gegenüber den Aktien, sodass von einem erheblichen Wertanstieg ausgegangen werden kann.

Auch wenn Gold eine klassische Krisenwährung ist und die letzten Monate und Jahre durchaus turbulent waren („Brexit“, die Präsidentschaftswahlen in den USA und der Sieg des Außenseiters Donald J. Trump, die Angst vor den Rechtspopulisten innerhalb der Europäischen Union, der Streit zwischen den USA und Nordkorea, der Streit zwischen den USA und Russland und dergleichen), so fehlte anscheinend immer wieder der letzte Auslöser, der den Goldpreis in die Höhe katapultiert hätte.

Durchbricht Gold die Widerstandsmarke?

Aktionäre, Analysten, Beobachter und Interessenten haben bemerkt, dass die Zeiten am Aktienmarkt wieder erheblich rauer geworden sind. Es scheint, als gäbe es definitiv keine Wiederholung des harmonischen Börsenjahres 2017. Die letzten drei Monate waren nämlich alles andere als friedlich und ruhig. Die Tatsache, dass sich der DAX nun wieder in Richtung 13.100 Punkte bewegt, spricht zwar für eine leichte Erholung, jedoch hat man Ende Januar und Anfang Februar gesehen, dass es durchaus auch einmal schnell in die andere Richtung gehen kann. Lag der DAX Ende Januar noch bei über 13.500 Punkten, so stürzte er innerhalb weniger Tagen auf unter 12.500 Punkte ab. Mitte April pendelte sich der Leitindex dann bei knapp unter 11.800 Zählern ein.

Ein neuerlicher Absturz des deutschen Leitindex (und/oder der anderen Märkte) würde definitiv den Goldkurs in die Höhe treiben. Aber der Goldkurs könnte demnächst auch ohne Börsenturbulenzen erheblich nach oben klettern. Ein Hinweis ist der weltgrößte Indexfonds auf Gold (kurz: GLD). Der Fonds stößt seit dem Jahr 2014, also seit nun rund vier Jahren, im Bereich 130 US Dollar immer auf Widerstand. Aktuell notiert der Fonds wieder kurz unterhalb dieser Widerstandszone. Kommt es zum Ausbruch, dann könnten sich die Anleger wohl endgültig freuen – der Goldkurs würde dann endlich, nach einem jahrelangen Stillstand, wieder gehörig nach oben schießen.

Die Gründe, warum der Goldpreis in die Höhe schießen kann

Doch warum scheint gerade jetzt der Goldkurs den Widerstand bei 130 US Dollar brechen zu können? Die Gründe sind vielfältig. Einerseits ist es die noch immer unberechenbare Politik eines Donald J. Trump, der nun letzte Woche verkündete, die USA werde aus dem Atom-Abkommen mit dem Iran aussteigen, andererseits sind es mitunter auch der steigende Leitzinssatz in den USA und auch ein stärker werdender US Dollar. Es ist eine Mischung aus mehreren Aspekten, die mitunter den Goldpreis in die Höhe klettern lässt. Auch die scheinbar nicht aufzuhaltenden Unruhen im Nahen Osten, auch eine Folge des Ausstiegs der Amerikaner aus dem Atom-Abkommen, werden mitunter den Goldpreis nach oben treiben.

Gold dient zur Absicherung

All jene, die jetzt mit Gold spekulieren wollen, sollten sich im Vorfeld jedoch bewusst sein, dass das Edelmetall vorwiegend als Absicherung des Depotwerts gewählt wird. Das heißt, dass der Anleger nicht mit einem steigenden Goldkurs spekuliert, sondern vorwiegend der Meinung ist, in Gold wäre das Barvermögen besser als etwa auf dem Sparbuch aufgehoben. Gibt es jedoch Signale und Prognosen, sodass von einer erheblichen Goldkurssteigerung ausgegangen werden muss, spricht natürlich auch nichts gegen eine gewinnbringende Spekulation.

Autor: Marko Mahler