Erste Versicherungen für Bitcoin & Co.

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Einige wenige Versicherungen bieten inzwischen Policen an, die Kryptowährungen versichern. Aufgrund zahlreicher Schwierigkeiten ist das Segment derzeit jedoch noch recht klein – könnte aber bald wachsen.

Die rasante Rally des Bitcoin war Ende vergangenen Jahres das große Thema der Finanzmärkte: Gefühlt täglich wurden neue Höchststände erreicht. Dass die rasante Wertentwicklung nicht nur Anleger, sondern auch Krimnelle anzieht, ist da wohl nur logisch. So geht die Unternehmensberatung Ernst & Young davon aus, dass ca. 10 % der weltweit bei Initial Coin Offerings (ICOs) eingesammelten Investorengelder bei Diebstählen abhandenkommt – bei einem Gesamtvolumen von mehr als 5 Mrd. Euro eine gewaltige Summe. Wo es Gefahren gibt, da gibt es auch Versicherungen, die gegen die Gefahren absichern. An das Thema Kryptowährungen haben sich bislang jedoch nur wenige Versicherungen herangetraut. Zu den wenigen, die bislang in diesem Segment aktiv sind, zählen die in Deutschland aktiven US-Versicherer XL Catlin und Chubb sowie der japanische Konzern Mitusi Sumitomo. Insgesamt ist der Anteil der Versicherungen gegen Kryptowährungsdiebstahl am Gesamtgeschäft allerdings vergleichsweise klein.

Wie sollen Bitcoin und Co. versichert werden?

Ein wesentlicher Grund, warum viele Versicherer den Kryptowährungsmarkt bislang außer Acht gelassen haben ist, dass die Risiken dort nur schwer einzuschätzen sind. Einerseits hängt dies mit der für Laien nur schwer verständlichen Blockchain-Technologie zusammen, anderseits fehlen, aufgrund der noch jungen Geschichte des Versicherungsobjektes, statistisch belastbare Daten.

Ein weiteres Problem ist, dass die Branche sehr undurchsichtig ist. So fällt es den Versicherungsunternehmen schwer zu entscheiden, welche der vielen Kryptowährungen wirklich seriös sind. Deshalb müssen die Versicherer die entsprechenden Unternehmen sehr genau auf Sicherheitsvorkehrungen gegen Hacker, die Größe des Geschäfts sowie die Personalausstattung prüfen. Trotz dieser intensiven Prüfung bleiben die Versicherer nach wie vor vorsichtig und versichern beispielsweise nur Diebstahl oder Mitarbeiter oder Zahlungen mit Bitcoin, während für Verluste durch Hacker-Angriffe kein Schutz besteht. Auch für Online-Kryptowährungskonten gibt es zum Teil keinen Versicherungsschutz.

Dass die Krypto-Policen bislang nur so wenig auf dem Markt verbreitet sind, hängt auch mit der Nachfrageseite zusammen. So müssen Kunden für einen versicherten Betrag von zehn Mio. Dollar ca. 200.000 Dollar jährliche Versicherungsprämie zahlen, mehr als doppelt so viel wie für vergleichbare Policen in anderen Bereichen. Aufgrund der rasanten Kursentwicklung des Bitcoin ist auch die Zahl der versicherten Bitcoins deutlich gesunken. So deckte Anfang 2017 eine Police über 10 Mio. Dollar noch knapp 11.000 Bitcoins ab, derzeit sind es lediglich ein Zehntel davon.

Trotz aller Schwierigkeiten, die der Markt für Kryptowährungsversicherungen bislang hat, ist die Branche optimistisch. Je etablierter ein Produkt wird, desto mehr werden danach auch Versicherungen nachgefragt. (ahu)