Deutschland im Goldrausch

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Gerade in Zeiten niedriger Zinsen gilt Gold als begehrtes Investment. Gerade in Deutschland wird das gelbe Edelmetall immer beliebter. Nur zwei deutlich bevölkerungsreichere Nationen kaufen noch mehr Gold als die Bundesbürger.

Im vergangenen Jahr wurden laut World Gold Council europaweit 188 Tonnen Gold gekauft, 108 Tonnen davon (56 %) gingen nach Deutschland. „Wir gehen davon aus, dass sich dieser Wert weiter steigern wird. Viele Anleger ahnen: Die Aktienmärkte geraten stärker unter Druck – ein geldpolitischer Umbruch steht aufgrund ansteigender Zinsen unmittelbar bevor“, glaubt Christian Brenner, Geschäftsführer der philoro EDELMETALLE GmbH, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist. So nahm der Marktanteil Deutschlands im europäischen Vergleich in den vergangenen Jahren kontinuierlich zu: Im Jahr 2010 lag er noch bei 40 %. „Gold ist das Fieberthermometer der Finanzwelt. Es überrascht mich deshalb nicht, dass jeder zweite in Europa verkaufte Goldbarren in Deutschland über den Ladentisch geht. Es signalisiert vielmehr, dass es hierzulande in den letzten Jahren eine große Unsicherheit gegenüber den Finanzmärkten und der Politik gegeben hat“, erklärt Brenner.

Deutschland durchbricht asiatische Phalanx

Auch im weltweiten Vergleich ist die Goldnachfrage in Deutschland relativ hoch: Lediglich in den beiden bevölkerungsreichsten Staaten der Erde, Indien (164 Tonnen) und China (313 Tonnen) wurde 2017 noch mehr Gold gekauft als in Deutschland. Neben der Tatsache, dass beide Nation über jeweils eine fast zwanzig Mal so große Bevölkerung wie Deutschland verfügen, ist hierbei auch zu berücksichtigen, dass Gold in der asiatischen Kultur eine sehr große Rolle spielt. So ist das Edelmetall ein sehr beliebtes Hochzeitsgeschenk in Indien. Aufgrund der großen Bedeutung, das Gold in der asiatischen Gesellschaft spielt, entfallen zwei Drittel der Goldkäufe auf diesen Kontinent. So liegt Thailand mit einer Goldnachfrage von 64 Tonnen im vergangenen Jahr auf Rang 4. Dahinter folgen die Türkei mit 52 Tonnen, die Schweiz mit 42 Tonnen und die USA mit 39 Tonnen. (ahu)

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