Biosimilars – ein attraktives Anlagefeld

Biosimiliars stehen vor Wachstumswelle

Biotech-Wirkstoffe haben mittlerweile ihren festen Platz in der modernen Medizin. Inzwischen sind acht der zehn umsatzstärksten Medikamente weltweit biotechnologischen Ursprungs. 2010 waren es nur fünf. Mit 98,7 Prozent liegt der Anteil patentgeschützter Biotech-Arzneien am weltweiten Biopharmazeutika-Markt dabei enorm hoch. Auf Biosimilars – Reproduktionen eines Originalbiotech-Wirkstoffs – entfallen bislang lediglich 0,6 Prozent. Das Segment bietet daher großes Potenzial. IMS Health, einer der weltweit führenden Anbieter von Informationen und Dienstleistungen für die Pharma- und Gesundheitsindustrie, geht vor diesem Hintergrund in ihrer Basisannahme von einem Umsatzwachstum auf 20 Mrd. USD bis zum Jahr 2020 aus. Aktuell liegt das Umsatzvolumen bei etwa 1,5 Mrd. USD, sodass der Biosimilars-Markt in den kommenden Jahren doppelstellig wachsen wird.

Hohe Biotechbewertungen stellen Investoren vor Herausforderungen

Natürlich werden Biotech-Medikamente auch weiterhin eine wichtige Rolle für die ursachenspezifische Behandlung von Krankheiten, wie z.B. Krebs, spielen. Jedoch sieht Adamant nach der jahrelangen Boomphase auch Risiken hinsichtlich der hohen Kursbewertungen einzelner Biotech-Akteure. Eine attraktive Alternative dazu bieten Biosimilars. Zu einer der weltweit führenden Biosimilars-Firmen zählt beispielsweise die koreanische Celltrion. Das Unternehmen erhielt als erster Anbieter die Vertriebszulassung für ein Biosimilars-Produkt auf dem europäischen Markt und bietet mit einer breit aufgestellten Biosimilar-Pipeline gute Chancen in die Zukunft hinein.

Neben Celltrion gibt es bislang aber nur wenige Firmen, die sich auf die Produktion von Biosimilars spezialisiert haben. Ähnlich wie generisch erzeugte Medikamentenkopien klassischer Pharma-Wirkstoffe bringen biotechnologische Nachahmerpräparate deutliches Einsparpotenzial mit sich, gegenüber dem Original liegt es bei bis zu 30 Prozent. Im Gegensatz zu vielen Generika ist die Biosimilars-Produktion allerdings sehr komplex. Dies liegt in der Struktur von Biopharmazeutika begründet, deren Proteine aus lebenden Zellen gewonnen werden. Daher ist ein Biosimilar dem Original auch nur ähnlich, es ist keine 100 Prozent identische Kopie, wie das bei Generika der Fall ist. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich ein Gros der biopharmazeutischen Unternehmen bis heute nicht mit diesem Bereich, sondern bleibt auf dem Kurs der Entwicklung patentgeschützter Biotech-Produkte im Erstanbieter-Markt.

Für Investoren wird es daher zunehmend wichtiger, ausreichend zu diversifizieren, sodass zwar die Chancen von Biotech-Unternehmen ausgeschöpft, mögliche Korrekturen aber ausgeglichen werden können. Adamant sieht die Zukunft daher in einem branchenübergreifenden Ansatz, der sowohl den Biotech-Sektor als auch Medizinaltechnik, Pharma, Generika, Gesundheitsdienstleistungen und eben auch Biosimilars berücksichtigt. Entsprechende Investmentlösungen bieten Anlegern vor diesem Hintergrund ein optimales Rendite-Risiko-Verhältnis für ein diversifiziertes Portfolio.

(Autor: Dr. Cyrill Zimmermann, CEO bei Adamant Biomedical Investments)
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Japan – das Land der aufgehenden Sonne?

Geldpolitisches Experiment

Nachdem Abe Ende 2012 ins Amt des Ministerpräsidenten gewählt wurde, startete er kurz darauf ein geldpolitisches Experiment mit dem Ziel, Japans Wirtschaft noch einmal auf die Beine zu stellen. Diese ultralockere Geldpolitik der japanischen Notenbank sorgt anhand der niedrigen Leitzinsen und der massiven Anleihenkäufen dafür, dass sich die Geldmenge des YENs drastisch erhöht. Sein Plan sieht vor, dass sich die Geldmenge von etwa 140 Billionen Yen im April 2013 bis Ende 2014 auf 270 Billionen Yen fast verdoppelt.
Zusätzlich soll die Konjunktur durch milliardenschwere Wachstumsprogramme in Kombination mit Strukturreformen in den Bereichen Arbeitsmarkt, Agrar- und Gesundheitssektor angekurbelt werden. Dieses aktive Eingreifen soll den Preisverfall stoppen, die Unternehmensgewinne steigern und die Löhne der japanischen Bevölkerung auf ein vernünftiges Niveau heben.

Das Zwischenfazit des vor zehn Monaten gestarteten Experiments ist positiv. Seither hat der Yen im Vergleich zum Euro und dem US-Dollar fast 30 Prozent an Wert verloren. Diese Währungsabwertung beschert den japanischen Unternehmen einen großen Vorteil, da diese ihre Produkte am Weltmarkt deutlich konkurrenzfähiger anbieten können. Dieser Währungstrumpf beflügelte auch Japans Börsen, so stieg der Nikkei im Jahr 2013 um 56 Prozent, der breiter gefasste Topix legte um 51 Prozent zu. Der jahrelange Preisverfall, welcher als Deflation bezeichnet wird, neigt sich dem Ende. So stiegen die Verbraucherpreise in den letzten Monaten an und liegen aktuell bei 1,6 Prozent. Bei aller Euphorie birgt dieses Experiment allerdings auch erhebliche Risiken.

Steigende Löhne sind die Grundvoraussetzung zum Erreichen der Ziele. Die Unternehmen müssen die gestiegenen Profite in Form von Lohnerhöhungen an die Mitarbeiter weitergeben, sodass diese die Preissteigerungen abfedern und den Binnenkonsum ankurbeln können. Bleiben diese Lohnerhöhungen aus, wäre ein wirtschaftlicher Rückschritt vorprogrammiert.
Zwar hat der schwache YEN den Export enorm beflügelt, verteuert aber den Import. Da Japan nach der Katastrophe in Fukushima alle Atomkraftwerke abschaltete, muss die Energie nahezu vollständig aus dem Ausland teuer eingekauft werden. Die demographische Lage in Japan ist besorgniserregend, da der Anteil der Alten im Vergleich zu anderen Industrienationen deutlich höher ist. Dies lässt die Nachfrage in vielen Bereichen sinken.
Die Staatsverschuldung hat mit 240 Prozent des Bruttoinlandsprodukts eine Rekordhöhe erreicht. Bleibt die wirtschaftliche Erholung aus und somit auch die Möglichkeit durch höhere Steuereinnahmen die Staatsschulden zu senken, könnte es bei der Refinanzierung schwierig werden. Grund hierfür ist die Schuldenstruktur des Landes, da etwa 95 Prozent der Staatsanleihen von japanischen Bürgern gehalten werden. Aufgrund des zunehmenden Alters und der Preissteigerungen wird die Bevölkerung aber darauf angewiesen sein, das Gesparte zum Decken der Lebenshaltungskosten auszugeben und somit nicht in Staatsanleihen zu reinvestieren. In diesem Zusammenhang sei aber erwähnt, dass Japan im Vergleich zu den europäischen Olivenstaaten den Vorteil hat, sich in seiner Landeswährung zu verschulden.

Fazit
Für chancenorientierte und global ausgerichtete Investoren bietet Japan auch nach dem starken Anstieg der Aktienkurse weiterhin Potential. Kursrückschläge können zum Kauf genutzt werden solange der Aufwärtstrend intakt ist. Jedoch sollten sich die Anleger gegen einen weiteren Verfall des Yens absichern. Es bleibt abzuwarten, ob die Sonne nach den Abenomics weiterhin über Japan scheint.

(Autor: Manuel Peiffer, Portfoliomanager bei der MERITO Asset Management GmbH)

Osteuropäische Anleihen: Stars zum Greifen nah

Positive Faktoren, wie die Verknüpfung mit den Produktionsketten westeuropäischer Industrieländer, ein erfolgreicher Reformprozess und ein verbesserter wirtschaftlicher Ausblick europaweit, läuten offensichtlich die Phase des Aufschwungs ein. Der Vorteil: In dieser frühen Phase ist die Erholung bei den Anleihen noch nicht eingepreist.
Die Finanzkrise, die 2007 in den USA ihren Anfang nahm und 2008 vorläufig in der Pleite der US-Großbank Lehman Brothers gipfelte, hat die aufstrebenden osteuropäischen Länder genau so getroffen wie den Rest der Welt – unvorbereitet. Selbst krisengebeutelt, wurden Ost- und Zentraleuropa anschließend in die Eurozonen-Krise hinein gezogen, die die ganze Region in Beschlag nahm. So war Ungarn 2008 das erste Land, das mit einem Milliardenkredit des Internationalen Währungsfonds gerettet werden musste, Lettland und Rumänien folgten. Heute geht es den Ländern Zentral- und Osteuropas relativ gut. Die ehemals relativ hohen Leistungsbilanz- und auch Fiskaldefizite konnten erfolgreich abgebaut werden. Beispiel Ungarn: Nach einer jahrelangen Schuldenpolitik, die ein großes Leistungsbilanz- und Fiskaldefizit mit sich brachte, ist Ungarn heute ein „twin surplus"-Land, mit Leistungsbilanzüberschuss und Primärüberschuss auf der fiskalen Seite.

Wechselwirkung mit westlichen Industrieländern

Ein großer Pluspunkt für das aufstrebende Osteuropa war, dass der Nachbar Deutschland als „Konjunktur-Lokomotive" funktionierte, nachdem es ihm selbst wieder besser ging. Heute sind Länder wie die Tschechische Republik, Ungarn oder Rumänien fest in die Produktionsketten, beispielsweise der deutschen Automobilbranche, eingebunden. Es ist messbar, dass es in erster Linie kleine, offene Volkswirtschaften sind, die eine sehr starke Korrelation zum deutschen Exportsektor haben, der gut und stabil läuft. So geht ein Großteil des seit 2010 wieder anziehenden Wachstums in Osteuropa auf das Konto der Exporte in die westlichen Staaten.

Klassiker der Emerging Markets outperformt

Überraschend war hierbei, wie positiv sich die osteuropäischen Anleihen gegenüber denen anderer Regionen entwickelt haben und auch, mit welchem Tempo. Asien oder Latein-Amerika wurden als „Stars" der Emerging Markets gefeiert. Die Aufmerksamkeit bei dieser Assetklasse lag immer auf Ländern, die weit weg waren, nicht bei denen vor der europäischen Haustür. Im vergangenen Jahr hat sich gezeigt, dass man nicht immer nur Erfolg hat, wenn man in die „Stars" investiert. Wenn man sich das letzte Jahr anschaut, hat Osteuropa andere Emerging Markets ganz klar outperformt.
Und es scheint, als sei das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Anfang 2012, als die Krise in Westeuropa auf ihrem Höhepunkt war, schien es nicht abwegig, dass Länder wie Italien oder Spanien eine Umschuldung vornehmen müssen. Ausgangspunkt waren also extrem niedrige Niveaus – im Nachhinein attraktive Niveaus für die Performance festverzinslicher Wertpapiere. Unserer Meinung nach sind Osteuropa-Anleihen aber immer noch nicht teuer, wenn man sich die Spreads verschiedener Länder anschaut. Bei ungarischen Staatsanleihen wird auf einer Fünfjahresbasis eine Ausfallwahrscheinlichkeit von 30 Prozent bei den Spreads eingepreist. Verglichen mit den makroökonomischen Daten, die wir sehen, ist das zu hoch. Daher sind die Papiere für uns immer noch attraktiv.

Rendite-Risiko-Profil punktet

Nach heutigem Kenntnisstand gehen wir davon aus, dass sich die Stabilisierung der aufstrebenden osteuropäischen Länder fortsetzen wird. Die Zeiten geringer Volatilität wie vor der Lehman-Krise werden zwar so schnell nicht wiederkehren. Der positive wirtschaftliche Ausblick, sowohl für die USA als auch für Europa in West und Ost, sollte Risikoassets wie osteuropäische Anleihen, ihren Währungen, ihren lokalen Zinsen jedoch sehr zugute kommen. Davon können Osteuropa-Anleihen-Fonds profitieren; denn ihre Risiko-Rendite-Profile sind im Vergleich zu den Performance-Perspektiven für Aktienfonds sehr attraktiv.


(Autor: Aristoteles Damianidis, Fondsmanager des UBS (Lux) Bond SICAV – Emerging Europe (EUR) P-acc)
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Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!

Doch aktuell scheint Keiner diesen Gaben Beachtung zu schenken. Die Volatilität an den Aktienmärkten ist gestiegen und fast täglich prägen Minuszeichen das Bild der Kursentwicklung.
Dabei hat sich das wirtschaftliche Umfeld nicht wirklich verändert. Die Konjunktur in Nordamerika und auch Europa wird in den Wintermonaten besser laufen, als bisher angenommen. Auch die Frühindikatoren vieler Industrieländern zeigen weiterhin ein positives Bild. Der vielbeachtete ifo-Geschäftsklimaindex in Deutschland stieg zuletzt deutlich an und seine Einzelkomponenten zeigen insgesamt ebenfalls ein positives Bild. Daten können nicht immer nur besser ausfallen als erwartet. Ab einem bestimmten Moment fallen die Prognosen der Analysten höher aus, um den Trend aufzunehmen. Dies konnte man zuletzt insbesondere in den USA beobachten. Einige (Früh)Indikatoren hatten enttäuscht und waren von zum Teil sehr hohen Werten zurückgekommen. Trotzdem spricht alles für ein gutes Wirtschaftswachstum.

Und die Emerging Markets? Bleiben weiterhin ein interessantes Investment! Das positive Wachstum in den Industrieländern wird auch die Entwicklungs- und Schwellenländer mit Zeitverzögerung erreichen. Jedoch wird es, ähnlich wie in den Industrieländern, Staaten mit mehr oder weniger starkem Wachstum geben. Durch das ultralockere Geld der Notenbanken in den Industrieländern wurde das Kapital auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten nicht immer richtig allokiert. Anpassungen sind daher nötig. Ferner haben einige Länder Fehler der Vergangenheit wiederholt:

• Finanzierung von Haushalts- und Leistungsdefiziten durch kurzfristige externe Gelder
• Keine wettbewerbsfähigen Produkte auf dem Weltmarkt
• Keine festen staatlichen Strukturen

Diese Anpassungsprozesse können kurzfristig durchaus Schmerzen verursachen. Entscheidend ist jedoch, die Chancen zu nutzen, aktive Selektion ist gefragt. Anlagen in Anlehnung an einem Index sind hier nicht die erste Wahl. Dies gilt für die Aktien, Anleihen und Währungen dieser Länder. Denn die Bedeutung in der Allokation von Anlegern ist gemessen an dem Wachstumspotential weiterhin zu niedrig. Das Geld wird wieder in die andere Richtung fließen, denn die kurzfristige Flucht in Qualität hat die Renditen von Staatsanleihen der USA und Deutschlands wieder deutlich fallen lassen.
Die Bewertung von Aktien in den Entwicklungs- und Schwellenländern war auch bisher schon im Vergleich zur Vergangenheit relativ günstig. Investoren werden die Entwicklung genau beobachten. Durch die Abwertung vieler Währungen wird damit zumindest kurzfristig ein Faktor für mehr internationale Wettbewerbsfähigkeit geschaffen.
Die größten Chancen ergeben sich für Anleger, wenn es nur noch negative Meldungen und Meinungen zu einer Anlage gibt. Denn:

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt!


(Autor: Thomas Meyer, Country Head Germany PETERCAM S.A.)
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Droht eine nachhaltige Korrektur an den Aktienmärkten?

In der vergangenen Woche versammelten sich wieder Hunderte Entscheider aus Politik, Notenbanken und Wirtschaft auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Während einer Diskussionsrunde wurde Larry Summers – Harvard Professor, ehem. Präsidentenberater und Beinahe-Nachfolger von FED Chef Ben Bernanke – gefragt, was das größte Risiko für die Kapitalmärkte in 2014 sei. Seine Antwort kam ohne Zögern ‚macro-prudential complacency'. Hinter diesem komplexen Ausdruck verbirgt sich die Sorge, dass die scheinbare Kontrolle über globale wirtschaftliche Probleme zu einer Art Selbstgefälligkeit und Leichtfertigkeit der Verantwortlichen im Umgang mit Risiken und Herausforderungen führen könnte.
Gestern hat Argentinien überraschend die Bindung seiner Währung Peso an den US-Dollar gelöst. In der Folge kehrte die Unsicherheit an die scheinbar stabilen Kapitalmärkte zurück. Während in den letzten Monaten negative Nachrichten ignoriert wurden, erscheinen diese auf einmal in einem anderen Licht. Zweifel am Erfolg der Liquiditätspolitik der Notenbanken sind binnen weniger Stunden zurückgekehrt. Es stellt sich die Frage, ob die Aktienkurse nach knapp fünf Jahren Rallye der realen wirtschaftlichen Situation zu weit vorweggelaufen sind. Die Anforderungen der Marktteilnehmer an die Berichtssaison der Unternehmen werden daher steigen – Unternehmensergebnisse zunehmend skeptischer beurteilt werden.

Bestimmungsfaktoren für die Einschätzung der Aktienmärkte

Volkswirtschaft: Positiv

- Die US-Wirtschaft zeigt Tendenzen eines selbsttragenden Wachstums. Die Wohlstandseffekte aus Aktien- und Immobilienmarkt tragen dazu bei. Eine Verschiebung des Haushaltsstreits und sinkende Energiekosten sind signifikante Vorteile.
- Die chinesische Wirtschaft wächst zwar langsamer, eine befürchtete harte Landung ist jedoch abgewendet. Der Transmissionsprozess von einer Exportnation zu einer mehr binnenorientierten Wirtschaft birgt Risiken, aber auch große Chancen.
- Die japanische Politik trägt erste Früchte im Kampf gegen die Deflation.
- Die Eurozone zeigt erste Lichtblicke in der Peripherie und stabilisiert sich auf niedrigem Niveau. Dennoch sorgt vereinzelter Reformunwille für Unsicherheit – Wachstumsprogramme sind nach der Wahl in Deutschland wahrscheinlicher.

Fundamental: Neutral
- Auf Basis historischer Vergleichsdaten sind Aktien nicht mehr günstig sondern fair bewertet. Nach einer langen Aufwärtsbewegung tendieren Märkte jedoch zum ‚Über-schießen', dass heißt weitere Anstiege in die Überbewertung hinein sind wahrscheinlich.
- Im Zuge der Finanzkrise resultieren Unternehmensgewinne oft aus Kosteneinsparungsprozessen und Schuldenabbau. Nachhaltiges Gewinnwachstum setzt jedoch auch Umsatzsteigerungen zumindest perspektivisch voraus. Der Berichtssaison der Unternehmen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.
- Im Jahr 2013 stiegen die Aktienkurse stärker als die Gewinne (Multiple-Expansion). Weiter steigende Kurse setzen daher steigende Gewinne oder eine Höherbewertung z.B. durch Umschichtungen in Aktien voraus.

Technisch: Neutral
- Die Charttechnik deutet zwar auf einen positiven Trend, die jüngste Korrektur bedeutet jedoch vereinzelt eine Neueinschätzung.
- Die Markttechnik auf Basis des Verhaltens der Investoren deutet auf weitere Umschichtungen zugunsten risikobehafteter Anlagen (Risk-On), eine Ausweitung der jüngsten Korrektur könnte dem jedoch entgegenlaufen (Risk-Off).
- Der wachsende Anteil des Computerhandels am Börsenumsatzvolumen basiert weitgehend auf Algorithmen, die technischen Indikatoren folgen.

Sentiment: Negativ
- Umfragen unter Investoren deuten auf eine ‚überkaufte' Situation
- Die Insiderindizes deuten an, dass Unternehmensorgane eigene Aktien tendenziell verkaufen. Dies deutet in der Regel darauf hin, dass Unternehmenslenker die eigenen Papiere für überbewertet halten.
- Die aktuelle Schockreaktion der Märkte auf die argentinischen Nachrichten lässt erahnen, dass die Marktlage weit weniger stabil ist, als die meisten Marktkommentatoren geglaubt haben.

Politik: Neutral
- Geopolitische Risiken sind kaum zu bewerten.
- Die Finanzkrise hat unter handelnden Regierungen einen breiten Konsens begründet – Protektionismus wurde abgewendet.
- Gleichzeitig begründet die Liquiditätspolitik der Notenbanken aber die Gefahr nachlassender Reformbereitschaft.

In der Summe aller Faktoren scheinen die Aktienmärkte fair bewertet. Falls die kommenden Unternehmensdaten aus den USA auf eine positive Entwicklung deuten, könnten an der Seitenlinie geparkte Anlagegelder schnell an die Aktienmärkte zurückkehren. Allerdings ist schwer zu bestimmen, wie sich die in Folge der Korrektur schlechter aussehenden technischen Indikatoren auf die Handelsalgorithmen auswirken. Die Analyse des Anlageverhaltens insbesondere in den Schwellenländern zeigt, dass hier ohne jede Differenzierung agiert wird. Insofern könnte die aktuelle Korrektur noch etwas andauern, bietet aber ab etwa zehn Prozent ein langfristig interessantes Einstiegsniveau bei selektiven Anlagen.


(Autor: Thomas Böckelmann, Geschäftsführer, VEITSBERG Gesellschaft für Vermögensbetreuung mbH)

Wahrscheinlich unwahrscheinlich

Beispielsweise dann, wenn es darum geht, das Auftreten seltener, aber einprägsamer Ereignisse wie Naturkatastrophen aber auch Börsencrashs einzuordnen. Hier kommt es häufig zur sogenannten Wahrscheinlichkeitsvernachlässigung. Die Angst vor den Konsequenzen eines bedrohenden Ereignisses bzw. dessen drastischen Bilder aus der Vergangenheit führen dazu, ihre Eintrittswahrscheinlichkeit vielfach zu überschätzen.

Im Bereich der Zertifikate bleibt die Lehman-Pleite im Jahr 2008 unvergessen. Das Risiko der Insolvenz eines weiteren Emittenten wird daher nach wie vor von einigen Anlegern als zu groß eingeschätzt. Manche sind gar so verschreckt, dass sie Zertifikaten bis auf weiteres ganz abgeschworen haben. Und obwohl ein solcher Insolvenzfall kein weiteres Mal vorgekommen ist, haben Anleger bis heute das sogenannte Emittenten-Risiko im Auge.
So hält jeder dritte Privatanleger eine gute Bonität des Emittenten beim Zertifikate-Kauf für besonders wichtig. Das zeigt die aktuelle Online-Umfrage des Deutschen Derivate Verbands, an der sich gut 3.000 Personen beteiligt haben.

Nur, damit es keine Missverständnisse gibt: Wer auf das Emittenten-Risiko achtet, der macht als Anleger überhaupt nichts falsch. Nur sollte dies beim Kauf eines Zertifikates ganz sicher nicht als einziges Kriterium betrachtet werden. Ebenso müssen Anleger eine ganze Reihe weiterer Faktoren berücksichtigen.
Wer sich also rational informiert, der verhindert auch in der Geldanlage die Wahrscheinlichkeitsvernachlässigung und damit, dass verhältnismäßig kleine Risiken entweder komplett ignoriert oder aber maßlos überschätzt werden. Für Zertifikate gilt: Sie ermöglichen an den aktuell steigenden Aktienmärkten teilzuhaben und mit einem überschaubaren Risiko Renditen oberhalb der Inflationsrate zu erzielen.


(Autor: Lars Brandau, Geschäftsführer Deutscher Derivate Verband (DDV)

Mikro statt Makro – Europas Unternehmen hängen ihre Heimatländer ab

Europäische Aktiengesellschaften weisen eine sehr gute Wachstumsgeschichte vor – trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes in der EU. Die Aussichten für Gewinnwachstum und Investitionen verbessern sich, die Bewertungen der Aktien sind attraktiver als in den USA und Japan. Und nachdem die Firmen gut gewirtschaftet haben und die Bilanzen unterdurchschnittliche Verschuldung aufweisen, oft sogar Bargeldbestände, zieht das Geschäft der Übernahmen und Fusionen an.

Die vielen negativen Schlagzeilen in Europa, die oft kurzfristig die Börsen treiben, haben die Fakten überdeckt: Eine Anlage in europäische Unternehmen ist etwas ganz anderes als ein Investment in die Volkswirtschaften des Kontinents. Das verdeutlicht auch eine Untersuchung von State Street für den Zeitraum von 1980 bis heute: Zwar hinkt Europa beim Wirtschaftswachstum dem Rest der Welt hinterher, bei der Gewinnentwicklung der Unternehmen ist Europa jedoch global spitze.
Weshalb das so ist, liegt auf der Hand: Firmen wie Audi, Hermes oder Nestle um nur drei Beispiele zu nennen, sind international aufgestellt und global führend. So konnten sie die Schwächen ihre Heimatmärkte mehr als ausgleichen. Zudem haben sie ihre Margen durch Effizienzsteigerungen, technologische Verbesserungen und eine starke Preissetzungsmacht beibehalten können. Unterstützt wird der Case für europäische Aktien auch durch ihre attraktive Bewertung: Auf Basis der Gewinnschätzungen für 2014 beträgt das KGV in Europa durchschnittlich 12,4. In den USA und Japan liegt es bei über 14. Und nicht zuletzt schlägt die Dividendenrendite europäischer Aktien mit rund 3,5 Prozent alle anderen wichtigen Regionen.

Das alles zeigt: Europäische Aktien sind so attraktiv wie lange nicht. Entscheidend sind jedoch ein aktiver Investmentansatz und die Einzeltitelauswahl auf Basis einer soliden Analyse und zukunftsgerichtetem Research. Worauf es nicht ankommt, ist die Gewichtung eines Unternehmens im Index. Aber genau das geschieht bei einem passiven Ansatz, der damit die Gewinner von gestern bevorteilt. Das ist nicht gut für Anleger. Zahlreiche Studien belegen, dass sich Aktienfonds langfristig am besten entwickeln, die stark von der Benchmark abweichen. Es besteht ein enger positiver Zusammenhang zwischen „aktiven Geld" – dem Anteil des Vermögens eines Fonds der vom Vergleichsindex abweicht – und der Fondsperformance. Wer an den Chancen des europäischen Aktienmarktes partizipieren will, sollte deshalb aktiv investieren.

(Autor: Alexandra Hartmann, Fondsmanagerin Fidelity Worldwide Investment)

Chancen auf dem Rentenmarkt? Die gibt es!

Besonders interessant sind derzeit Wandelanleihen. Die kurze Duration macht sie nahezu immun gegen Zinsänderungen. Der derzeitige Niedrigzins lässt die Opportunitätskosten gegenüber klassischen Anleihen außerdem auf breiter Front sinken. Den Unternehmen bieten Wandelanleihen den Vorteil, dass sie sich günstiger finanzieren können, sie sparen gegenüber herkömmlichen Anleihen rund zwei Prozentpunkte beim Kupon. Kein Wunder also, dass sich auch in Niedrigzinszeiten viele Unternehmen dieses Vehikels zu ihrer Finanzierung bedienen. Für den Zinsverzicht können Inhaber von Wandelanleihen im Gegenzug von weiter steigenden Aktienmärkten profitieren, allerdings mit einem Sicherheitsnetz. Ein weiterer Pluspunkt – steigende Zinsen sind im Gegensatz zu normalen Anleihen mit längeren Laufzeiten positiv zu sehen. Ein steigender Zins bedeutet in der Regel, dass es der Wirtschaft und somit auch den Aktienmärkten besser geht. 2014 könnte ein ideales Jahr für Wandelanleihen werden.
Eine zweite Möglichkeit dem Niedrigzins ein Schnippchen zu schlagen ist der Erwerb von Hybridanleihen. Sowohl Unternehmen als auch Investoren widmen diesem Finanzierungsinstrument erhöhte Aufmerksamkeit. Eine Hybridanleihe ist gegenüber klassischen Unternehmensanleihen nachrangig einzuordnen, im Insolvenzfall könnte dies für den Investor den Totalverlust bedeuten. Hybridanleihen haben meist eine unendliche Laufzeit, jedoch wird der Kupon nach einer gewissen Zeit meist variabel gestellt, so dass sich Zinssteigerungen nicht überproportional negativ niederschlagen. Diese Eigenschaften führen derzeit dazu, dass Hybride mit einem deutlichen Renditeaufschlag gegenüber klassischen Unternehmensanleihen gehandelt werden.
Insbesondere Hybride von Banken und Versicherern lohnen einen Blick. Aufgrund von Basel III verbessert sich die Verwertungsposition des Eigentümers einer Bankhybridanleihe jährlich, der höhere Kupon jedoch bleibt bestehen. Ein Investor sollte sich vor Erwerb intensiv mit den Unternehmenskennzahlen auseinandersetzen, um die Risiken beherrschbar zu halten.
Besonders interessant sind derzeit Hybride, die noch unter pari notieren. Es ist nur eine Frage der Zeit bis der Emittent seine höher verzinsten Papiere vom Markt nimmt. Einige Finanzinstitute haben dies schon erfolgreich praktiziert.
Last but not least, erscheinen durch die Auswirkungen der ersten Welle des „taper talks" viele Schwellenländeranleihen wieder attraktiv gepreist zu sein. Die Unsicherheit rund um das Timing und den Umfang der Änderung in der US-Geldpolitik wird jedoch zu anhaltender Volatilität führen. Dies eröffnet die Opportunität, strategische Positionen in Hartwährungsanleihen aufzubauen, das heißt Schwellenländeranleihen, die in EUR oder USD nominiert sind. Die wirtschaftlichen Fundamentaldaten sind nach wie vor gut und die Preise beginnen bereits zu steigen. Bei Lokalwährungsanleihen ist eine genauere Auswahl gefragt. Länder, die abhängig sind von ausländischem Kapital, um ihr Leistungsbilanzdefizit zu finanzieren, sollten vom Anleger gemieden werden.

Für Investoren mit mittelfristigem Anlagehorizont können die vorgestellten Segmente eine Bereicherung für das Depot sein. Je nach Mentalität kann man sich seinen Lösungsstrauß selbst zusammenstellen, um den Niedrigzinsen erfolgreich zu begegnen.


(Autor: Guido vom Schemm)

Ab 7,5 Prozent ist Vorsicht geboten

Natürlich kann das gut gehen: Ein Unternehmen sammelt Geld bei Anlegern ein, verzinst es gut, so dass das Geld auch im Unternehmen bleibt und sogar immer neues nachkommt. Ein solides Geschäftsmodell, bei dem die Kapitalkosten verdient und zusätzlich noch ein Gewinn erzielt wird ist die Voraussetzung. Die Frage ist nur: Warum werden solche Traumunternehmen nicht von Banken finanziert? Oder zumindest teilweise? Warum müssen solche Unternehmen nach draußen gehen, in Zeitschriften und Zügen um Anleger werben, statt still auf die sich immer weiter unterbietenden Angebote der Banken zu warten?

Die Antwort ist schlicht: weil den Banken – bei aller Kritik an ihrem Geschäftsgebaren – eines bewusst ist. Eine hohe Rendite lässt sich nur mit einem hohen Risiko erzielen, eine höhere Rendite nur mit einem noch höheren. Und das gehen Banken nun mal ungerne ein. Also suchen sich die Unternehmen Anleger unter Privatleuten. Manche tun das über die Ausgabe von Mittelstandsanleihen, die eben dann einen höheren Kupon aufweisen als Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen mit Investment Grade.
Manche gehen eben den Weg über Genussrechte. Der Vorteil bei Genussrechten ist die noch geringere Regulierung und der recht einfache Vertrieb. Infinus ist diesen Weg gegangen, hier sprechen Anlegerschützer von einigen hundert Millionen Euro Schaden. Bei Prokon ist noch kein Schaden entstanden. Aber die Androhung der Insolvenz zeigt, wie dicht das Unternehmen an der Klippe steht. Für die Anleger ist zu hoffen, dass alles gut geht.
Obwohl: ist es wirklich schlimm, wenn eine unternehmerische Beteiligung nicht gelingt? Es ist dann nicht schlimm, wenn die Anleger dieses Risiko bewusst eingegangen sind. Wenn sie sich darüber im Klaren waren, dass hier ein Totalverlust drohen kann. Wenn Sie abgewogen haben zwischen relativer Sicherheit bei Staatsanleihen, die dann aber auch mit Kaufkraftverlust bezahlt wird. Und dem ebenfalls unternehmerischen Risiko bei der Anlage in Aktien. Und dem dann noch einmal wesentlich höheren Risiko eines Investments in ein junges Unternehmen mit großen Plänen und wenig Kapital.

Die meisten Anleger werden diese Abwägung nicht so vorgenommen haben. Das ist betrüblich. Aber es ist nur ein Beleg mehr für eine These, die so alt ist wie das Investieren und das Spekulieren: Gier frisst Hirn, es gewinnt nur der, der einen kühlen Kopf bewahrt.

(Autor: Uwe Zimmer, Vorstand der Vermögensverwaltung Meridio AG, Köln)

Hohe Volatilität beherrscht türkischen Aktienmarkt

Der Monat Dezember war ein Härtetest für Türkei-Investoren und bezeichnend für das negative Anlagejahr 2013 am Bosporus. Die Türkei wird seit dem 17. Dezember von einem Korruptionsskandal erschüttert, der zur Regierungskrise gewachsen ist und Premier Erdogan unter Druck gesetzt hat. Der Kapitalmarkt hat entsprechend stark reagiert und sowohl am Aktienmarkt als auch in der türkischen Lira zu herben Verlusten geführt. Der türkische Aktienmarkt hat das Jahr 2013 somit mit einer Wertentwicklung von -33 % (in EUR) abgeschlossen – als einer der weltweit schlechtesten des vergangenen Jahres.

2013 war auch für den türkischen Ministerpräsidenten und seine AKP Regierung kein gutes Jahr. Die erste Krise kam in den Sommermonaten durch die Proteste im Gezi-Park, die sich mittlerweile wieder beruhigen konnten. Aber jetzt die nächste Hiobsbotschaft: der größte Korruptionsskandal der jüngsten türkischen Geschichte und die Regierung und Erdogans AKP-Partei mittendrin statt nur dabei.
Als Reaktion darauf erklärten zunächst drei Minister, deren Söhne in Untersuchungshaft sitzen, ihren Rücktritt. Nur wenige Stunden nach deren Rücktritt hat Erdogan sein Kabinett in großem Umfang umgebildet: Zehn Minister wurden neu ernannt. Dies kann als Erdogans Versuch gewertet werden, einen Neuanfang seiner Regierung zu initiieren und damit wieder in die Position des aktiven Gestalters zu kommen. Die Reaktion war deutlich und erinnert an das politische Vorgehen von Putin: die Regierung hat innerhalb kürzester Zeit hunderte ermittelnde Polizisten entlassen beziehungsweise versetzt. Die Affäre ist zu einem Machtkampf zwischen der Regierung mit Justiz und Polizei geworden, dessen Ausgang ungewiss ist.

Wir erwarten vor diesem Hintergrund eine anhaltende Volatilität am türkischen Kapitalmarkt bis zu den Kommunalwahlen im März 2014. Sicherlich ist durch den massiven Kursverlust viel Negatives bereits in die türkischen Aktienkurse und die türkische Lira eingepreist, sodass risikobewusste und antizyklische Anleger erste Positionen aufbauen können. Das Jahr 2013 hat wieder deutlich unter Beweis gestellt, wie wichtig eine flexible Anpassung der Investitionsquoten ist, um Verluste für Investoren zu minimieren.

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