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Bondinvestoren warten auf EZB-Entscheidung

Morgen wird Mario Draghi die anhaltenden Spekulationen beenden und den weiteren Quantitative-Easing-Kurs der EZB verkünden. Dabei werde die EZB wohl auch ihre Wachstumsvorhersage für 2016 und 2017 absenken, meint Leaviss: „Wenn man sich das bisherige Ausmaß der Quantitative-Easing-Maßnahmen und die zu erwartende weitere Ausweitung der Anleihekäufe vor Augen hält, dann wird klar, dass die Wirtschaft in der Eurozone in keiner guten Verfassung ist – auch wenn es Anzeichen gibt, dass das Konsumklima sich wieder verbessert.“

Leaviss zieht die folgenden Schlussfolgerungen für Bondinvestoren:
  • Weiterer Druck auf den Euro – Parität zum Dollar ist nicht mehr ausgeschlossen

  • Die Aktivität der EZB dürfte die Rendite bei langen Laufzeiten stärken, aber für europäische Staatsanleihen bleibt es trotzdem bei niedrigen Renditen.

  • Hochwertige europäische Unternehmensanleihen könnten am stärksten von den aktuellen Maßnahmen profitieren, falls sie in das Ankaufprogramm aufgenommen werden.

  • Ein weiteres Absenken des EZB-Einlagensatzes würde die Profitabilität der Banken schmälern. Auch Lebensversicherungen werden es weiter schwer haben, mit risikofreien Anlagen positive Renditen zu erzielen.
Die Notenbank der weltweit größten Volkswirtschaft könnte die Zinsen im Dezember anheben, und ein solcher Schritt hätte Auswirkungen auf alle Assetklassen. Leaviss sieht denn auch in erster Linie drei Variablen, welche die Entwicklung 2016 nachhaltig beeinflussen werden: Gehaltszuwächse vor dem Hintergrund volkswirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, die Auswirkungen des Ölpreises und schließlich die Rücknahme des Quantitative Easing, also „Quantitative Tightening“.

In diesem Rahmen rät Leaviss Anleiheinvestoren, im kommenden Jahr eine Reihe von Faktoren im Blick zu behalten:
  • Das Auseinanderdriften der geldpolitischen Maßnahmen in Europa und in den USA, sowie die Auswirkungen auf den Dollar

  • Die Gehaltssteigerungen in den USA und in Großbritannien, samt Konsequenzen für die jeweiligen Notenbanken

  • Die schwache Verfassung der Wirtschaft in der Eurozone und mögliche Reaktionen auf Investorenseite

  • Die Inflation und den Flirt der entwickelten Volkswirtschaften mit der Deflation

  • Quantitative Tightening und die Auswirkungen auf die Renditen von US-Staatsanleihen

  • Bessere Bewertungen von Unternehmensanleihen (gestützt durch die Spreads in Investment-Grade- und High-Yield-Anleihen) und niedrige bis negative Renditen bei Staatsanleihen

  • Schließlich: Angst und Schrecken bei Schwellenländer-Anleihen
Den vollständigen Panoramic Outlook des Anleiheteams von M&G Investments können sie auf Bond Vigilantes nachlesen (in englischer Sprache).

Autor: Jim Leaviss, Head of Retail Fixed Interest, M&G Investments
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Was passiert, wenn es schief läuft?

Den konjunkturellen Stimmungsindikatoren kann all dies wenig anhaben, das Wachstum bleib zwar moderat aber auch sehr stabil. Zusätzlich werden die Zentralbanken in Europa die Märkte weiter mit Liquidität überfluten und mittels negativer Einlagenzinsen, Anleger in risikoreichere Marktsegmente reintreiben. Es gibt also Gründe genug, optimistisch ins Jahr 2016 zu blicken. Nur vergessen sollten Anlegende dabei nicht, was alles schief laufen kann.

Risiken findet man derzeit vor allem im politischen Bereich. Am 8. November 2016 ist in den USA Wahltag. Damit ist es unsicher, wie die USA auf neue und bisherige geopolitische Risiken reagieren würden, aber auch, ob nicht nach den Wahlen ein populistischerer Präsident des rechten Spektrums erratische Entscheidungen fällen könnte. Erratisch und aggressiver wird häufig auch die Außenpolitik von Staaten, die wirtschaftlich herausfordernde Zeiten durchmachen. Davon gibt es dank der Wachstums- und Rohstoffpreisschwäche vor allem in den Schwellenländern einige. Schon jetzt führen die schwierigen wirtschaftlichen und politischen Perspektiven einiger Länder zu einer Einwanderungswelle, wie sie Europa lange nicht mehr erlebt. Auch hieraus ergeben sich Herausforderungen, für die aufnehmenden Länder und ihre politischen Führungen: Herausforderungen, die auch zu Instabilitäten führen können, über die auch bisher angesehene Persönlichkeiten stolpern können. Und dazu kommen die Regionalisierungstendenzen in Europa: Katalonien wird weiter die Eigenständigkeit suchen. In Finnland dürfte über den Euro abgestimmt werden, im Vereinigten Königreich über den Brexit, dazu kommen wenig stabile Links-Regierungen in Griechenland und Portugal. Frankreich sucht eine angemessene Reaktion auf die Terrorakte und hat bereits angekündigt, die geplanten Haushaltsvorgaben erneut nicht einzuhalten. Deutschland wiederum wird rund eine Millionen Flüchtlinge aus diesem Jahr integrieren müssen und eventuell eine Vielzahl neuer Asylanten im nächsten Jahr. An den Finanzmärkten sind all diese Themen bekannt. Sie werden behandelt, wie das meist mit politischen Problemen der Fall ist. Sie sorgen für kurzfristige Irritationen und haben dann kaum mehr Einfluss. Das wird auch dieses Mal wahrscheinlich angemessen sein. Allein der Ballung der Restrisiken sollten sich Anleger im 2016 bewusst sein.


Autor: Karsten Junius, Chefvolkswirt, Bank J. Safra Sarasin



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Eine Welt im Wandel

Das Chief Investment Office (CIO) von UBS Wealth Management beurteilt Aktien und Unternehmensanleihen Anfang 2016 weiterhin positiv und ist insbesondere für die Eurozone sehr zuversichtlich.

Als langfristig interessante Investitionsthemen für 2016 und danach sieht das CIO die Demografie, die alternde Bevölkerung und Anlagen in ausgewählten Bereichen des Gesundheitswesens, darunter die Krebsforschung.

Das Chief Investment Office von UBS Wealth Management prognostiziert für 2016 eine Welt im Wandel. Das globale BIP-Wachstum dürfte von 3,1% 2015 auf 3,4% zunehmen. Dieses Wachstum beruht auf der Stabilisierung der Schwellenländer und den geringfügig höheren Konsumausgaben in den Industrieländern.

Mark Haefele, Global Chief Investment Officer von UBS Wealth Management und UBS Wealth Management Americas, sagt dazu: «Die Welt im Wandel bleibt eine Herausforderung für die Portfolioperformance. Wir wissen aus Erfahrung, dass eine klar definierte Anlagestrategie, regelmäßige Überprüfungen des Portfolios und eine strenge Umsetzungsdisziplin dazu beitragen können, dass das Portfolio auf Kurs bleibt. Wir rechnen zu Beginn des Jahres 2016 mit einer moderaten Beschleunigung des globalen Wachstums und raten den Anlegern, Aktien zu übergewichten.»

Moderate Verbesserung des globalen BIP-Wachstums
Die US-Wirtschaft dürfte nächstes Jahr um 2,8% expandieren, nach 2,5% in diesem Jahr. Das Land muss in der Zinspolitik ein neues Kapitel öffnen und einen Nachfolger für Präsident Barack Obama wählen. Trotz dieser Unsicherheiten sollten der stärkere US-Dollar und die niedrigen Energiepreise die USUnternehmensgewinne weniger belasten. Die Konsumausgaben sollten robust bleiben.

Die Eurozone dürfte nächstes Jahr um 1,8% wachsen, verglichen mit einem Wachstum im laufenden Jahr von 1,5%. Das Wachstum in Deutschland dürfte etwas stärker von 1,5% in 2015 auf 1,9% in 2016 zulegen. Für Großbritannien sagt das CIO ein weiterhin robustes Wachstumstempo von 2,4% für 2016 voraus. In Europa stehen die Flüchtlingsströme, Fragen zur Geldwertstabilität und angesichts der Diskussion in Großbritannien die Zukunft der Europäischen Union im Zentrum des Interesses. Das Wachstum und die extrem lockere Geldpolitik sollten die Unternehmensgewinne in der Eurozone, wo wir in Aktien übergewichtet sind, unterstützen.

Die Volkswirtschaften in Asien dürften auch im dritten Jahr in Folge weniger kräftig wachsen, was hauptsächlich auf den Rückgang des chinesischen Bruttoinlandprodukts (BIP) auf 6,2% zurückzuführen ist. Dies stellt denn auch den größten Belastungsfaktor für das globale Wachstum im Vergleich zu 2015 dar. China entwickelt sich von einer fertigungslastigen zu einer konsumorientierten Wirtschaft und von einem staatlich dirigierten zu einem freien Markt. Beide Paradigmenwechsel werden zeitweise Unsicherheit über den Wachstumskurs und die Aussichten für die Kapitalströme hervorrufen.

Das Wachstum in den Schwellenländern wird verhalten bleiben, sollte aber von 4,1% in diesem Jahr auf 4,3% steigen. Die Schwellenländer müssen neue Wachstumstreiber suchen. Dies bedingt, dass sie ihre Abhängigkeit von Investitionen, Rohstoffen und billigem Kapital reduzieren und den Fokus stärker auf strukturelle und politische Reformen legen. Bei Zinserhöhungen in den USA werden sie zudem unter Druck geraten.

Aktien und Hochzinsanleihen sollten positive Gesamtrenditen abwerfen. Die Kurse von Staatsanleihen dürften sinken, die Inflation, der Ölpreis und die US-Zinsen möglicherweise steigen. Hedge Funds dürften 2016 höhere risikobereinigte Renditen erzielen als 2015. Wir erwarten Renditen von 4% bis 6% für die gesamte Anlageklasse.

Langfristige Anlagethemen, um das Vermögen zu vergrößern und zu schützen
Über das Jahr 2016 hinaus sind es die langfristigen Anlagethemen, die das Anlageumfeld auch zukünftig beeinflussen. Ein herausragendes Beispiel ist die demografische Entwicklung in den USA, Japan, Europa und China, die den Ausblick für Finanzwerte in den kommenden Jahren und Jahrzehnten trübt. Die Sparquoten dürften sinken, weil die älteren Menschen ihre Vermögen verzehren. Folglich wird auch die Geldschwemme abnehmen, welche die Finanzmärkte bislang angetrieben hat. Jüngere Arbeitnehmer einer schrumpfenden Erwerbsbevölkerung könnten höhere Löhne fordern, die Inflation anheizen und die Zinsen in die Höhe treiben.

Die alternde Bevölkerung eröffnet Chancen im Gesundheitswesen. Das CIO beurteilt die Krebsforschung für Wirkstoffe im Frühstadium als einen besonders attraktiven langfristigen Anlagebereich. Infolge der breiten Auswirkungen von Krebs auf die Gesellschaft eignet sich dieser Bereich besonders für Impact Investing, in dessen Zentrum neben der finanziellen Rendite, ein messbar positiver Einfluss auf die Gesellschaft steht.

My House View
Die Anleger können eine personalisierte Version der «UBS House View: 2016 und danach» zusammenstellen, indem sie auf www.ubs.com/myhouseview den interaktiven Filter My House View nutzen. Nach Eingabe ihres eigenen Finanzprofils werden die Anleger zu Artikeln und Daten aus der UBS House View geleitet, die ihren persönlichen Anlagebedürfnissen entsprechen.


Mark Haefele, Global Chief Investment Officer von
UBS Wealth Management  und UBS Wealth Management
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Ich bin halt so – Ihr Freibrief für die Komfortzone?

ich bin halt so – was für ein Freibrief! Haben wir doch alle schon angewendet:
  • Schatz, wann lernst du endlich mal, deine Tasse abzuräumen? Ich bin halt so.

  • Kannst du nicht ein einziges Mal langsamer fahren? Ich bin halt so.

  • Musst du deine Hausaufgaben immer auf den letzten Drücker erledigen? Ich bin halt so.

  • Könntest ruhig mehr Sport machen. Ich bin halt so.

  • Muss der zweite Teller Nudeln wirklich sein? Ich bin halt so.

Selbsterkenntnis – Freibrief für Blockierer

Eine schöne Komfortzone, die wir uns da bauen – finden Sie nicht auch? Leider auch eine teure Komfortzone:
  • Unangenehmes vor sich herschieben? Ich bin halt so.

  • Alles im eigenen Unternehmen selbst machen anstatt ökonomisch sinnvoll delegieren? Ich bin halt so.

  • Mal wieder unpünktlich zum Termin erschienen? Ich bin halt so.

  • Dienst nach Vorschrift anstatt das kleine Quäntchen extra leisten? Ich bin halt so.

  • Ablage erledigen anstatt Termine vereinbaren? Ich bin halt so.

  • Mal wieder keine Empfehlungsfrage gestellt? Ich bin halt so.

  • Ein bisschen zu forsch/zurückhaltend/unfreundlich etc. gewesen? Wir Rheinländer/Schwaben/Berliner etc. sind halt so.
Sicher, die Ursache dafür dass wir Dinge nicht erledigen, zu schüchtern sind, zu wenig zielstrebig sind usw. mag teilweise darin liegen, dass wir so erzogen wurden, so sozialisiert wurden oder was auch immer. An einer Tatsache kommt man dennoch nicht vorbei: Wir reden hier nicht über ein Naturgesetz. Diese Eigenschaften sind nicht unveränderbar.

Vielmehr sind sie eine vorgeschobene Art der Selbsterkenntnis, die nicht der erste Schritt zur Besserung ist. Sie ist der Vorwand, die Dinge zu belassen wie sie sind – auch wenn diese alles andere als zufriedenstellend sind.

Kurzum: Sie ist eine Ausrede! Eine Ausrede, warum wir Dinge nicht tun, von denen wir wissen, dass wir sie eigentlich tun müssten. Eine Ausrede, mit der wir unseren eigenen Misserfolg legitimieren. Schluss damit!

Mein ganz einfacher Tipp für diese Woche:

Ändern Sie die vier Worte Ich bin halt so in Ich arbeite daran!
  • Mist, ich kam zu spät zum Termin. Meine Eltern haben mich nicht zur Pünktlichkeit erzogen. Aber ich arbeite daran, denn ich WILL das ändern.

  • Auweia, ich bin meinem Interessenten über den Mund gefahren. Ich bin nun einmal waschechter Berliner mit Kodderschnauze. Aber ich arbeite daran, denn ich WILL das ändern.

  • Grundgütiger, zu wenig Termine vereinbart. Ich war schon immer etwas scheu und kann Enttäuschungen schlecht wegstecken. Aber ich arbeite daran, denn ich WILL das ändern.

  • Mannomann, die Sport- und Abnehmvorsätze sind wieder mal dahin. Meine Eltern haben mit leider nie Disziplin und Beharrlichkeit beigebracht. Aber ich arbeite daran, denn ich WILL das ändern.
Denn Sie wissen ja: Wer WILL, der MACHT!

Und wer WILL, der VERLÄSST die Komfortzone, in der es sich so herrlich bequem weiterwursteln lässt, in der man aber nichts erreicht.

Feedback entlarvt Ausreden

Als Umsetzungshilfe empfehle ich Ihnen: Holen Sie sich Feedback von außen. Fragen Sie Ihre Familie, Verwandten, Freunde – sprich: Personen, zu denen Sie ein Vertrauensverhältnis pflegen. Jeder von uns weiß, wie gut andere Menschen unsere eigenen Ausreden entlarven können. Auch wenn es manchmal weh tut: Man kann davon doch nur profitieren!

Das gilt übrigens auch in die andere Richtung. Freunden, Verwandten aber auch Kollegen und Geschäftspartnern kann man ruhig mal die Ausrede zerpflücken. Sie gehen also nicht joggen, weil Sie Stier sind? Ist das etwa eine Ausrede? Wer Ihnen das übel nimmt, ist ein schlechter Freund, Kollege etc. Und so ganz nebenbei hat ein entlarvender Umgang mit Ausreden auch einen Nutzen für sich selbst: Was man anderen nicht durchgehen lässt, lässt man auch sich selbst nicht durchgehen.

Machen Sie also Schluss mit Ich bin halt so, dem Freibrief für Ausreden. Denn wer vorankommen WILL, der ARBEITET an sich.

Diskutieren Sie mit sich oder Kollegen: Welche Ausreden und Blockierer begegnen Ihnen am Häufigsten? Was ist die kurioseste Ausrede, die Ihnen bislang begegnet ist? Wie holen Sie sich Feedback von außen?

Mit willensstarken Grüßen,

Ihr Jörg Laubrinus

Jörg Laubrinus ist Vertriebscoach und Geschäftsführer der Mission Freiheit GmbH
www.dervertriebscoach.de


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Marktausblick für 2016 von AllianzGI

„Wir sind fest davon überzeugt, dass aktive Titelselektion und Asset Allokation die Erträge generieren, die günstige marktreplizierende Strategien nicht erzielen können.”

Andreas Utermann, Global CIO und Co-Head AllianzGI


Kurz vor dem Jahreswechsel stehen die großen Volkswirtschaften vor ähnlichen wirtschaftlichen Herausforderungen. Nach den starken geldpolitischen Impulsen der quantitativen Lockerungen, die die Zinsen auf oder nahe Null gedrückt haben, sind nun mehr denn je strukturelle Reformen von Seiten der Politik gefragt.

Wenig Wachstum, viel Umbruch
„Das aktuelle Verschuldungsniveau und das Fehlen eines Entschuldungsprozesses sorgen dafür, dass das Wirtschaftswachstum deutlich niedriger als in der Vergangenheit ausfallen und zudem noch anfälliger sein dürfte. Trotz der positiven Wirkung der stark gesunkenen Rohstoffpreise müssen sich Unternehmen und Anleger in einer Welt, die von niedrigen Investitionen gekennzeichnet ist, auf einen Rückgang der weltweiten Produktivität einstellen. Darüber hinaus bringen neuartige mobile Technologien und Anwendungen sowohl Chancen für Anleger als auch Gefahren für traditionelle Geschäftsmodelle mit sich“, skizziert Andreas Utermann, Global CIO und Co-Head von Allianz Global Investors, die Ausgangslage.

Europa ist mit sehr niedrigen Wachstumserwartungen in das Jahr 2015 gestartet und hat überrascht. Durch das mit dem Anleihekaufprogramm implementierte Quantitative Easing (QE) der Europäischen Zentralbank und den nachhaltig schwächeren Euro ist das Wachstum im Jahresverlauf auf 1 bis 1,5 Prozent gestiegen. Zusätzlich zeigt sich, dass die Geldpolitik der EZB die Versorgung der Wirtschaft mit Krediten verbessert hat, mit positiven Effekten für Investitionen und Beschäftigung. Zusammen mit dem niedrigen Ölpreis sorgt dies wiederum für anziehende Einzelhandelsumsätze und steigenden Konsum. Die Eurozone dürfte dieses Wachstumsniveau auch in 2016 beibehalten, sofern die EZB ihren geldpolitischen Kurs hält und der Euro sich damit auf derzeitigem Niveau einpendelt. Portugal und Spanien sind beim wirtschaftspolitischen Umbau große Schritte vorangekommen; Sparpolitik scheint kein Reformhindernis zu sein, wenn sie von günstigen Finanzierungskonditionen flankiert wird. Italien bewegt sich inzwischen in die gleiche Richtung, und sogar Frankreich zeigt sich nun offener gegenüber einer Flexibilisierung von Beschäftigung und Arbeitsmarkt. Die Verfassung der deutschen Wirtschaft dürfte 2016 ähnlich stark wie in diesem Jahr sein, allerdings ist sie am anfälligsten für den konjunkturellen Abschwung der Schwellenländer und für Veränderungen im weltweiten Investitionsklima.

In den USA sind trotz niedrigerer Arbeitslosigkeit und des niedrigen Ölpreises Konsum und Investitionen hinter den Erwartungen zurückgeblieben, was sich 2016 nicht deutlich ändern sollte. Dennoch ist AllianzGI optimistisch und rechnet damit, dass die größte Volkswirtschaft im kommenden Jahr mit 2 bis 2,5 Prozent wächst. Das Hauptaugenmerk wird 2016 jedoch auf den im November stattfindenden Präsidentschaftswahlen liegen.

China: Das Wachstum der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft hat sich seit einiger Zeit abgeschwächt, was mit dem langsamen aber notwendigen Umbau von Anlageinvestitionen und Produktion in Richtung Dienstleistung und Binnenkonsum zusammenhängt. Darüber hinaus lasten nachlassendes Produktivitätswachstum, zu hohe Verschuldung und die Aufwertung des Renminbi auf dem Wachstum. Nichtsdestotrotz sieht der nächste 5-Jahres-Plan eine Verdopplung des Bruttosozialprodukts von 2010 bis 2020 vor, was einem jährlichen Wachstum von 6,5% ab kommendem Jahr entspricht.

Südostasien: Für die aufstrebenden Länder in Südostasien dürfte 2016 deutlich schwieriger werden. Die Abschwächung von Chinas Wachstum wird weiterhin ernsthafte Auswirkungen auf die Rohstoffproduzenten der Region und die Länder haben, die seit 20 Jahren maßgeblich von Chinas Aufschwung profitierten. Zusätzlich zu den niedrigen Rohstoffpreisen haben ein schwacher Yen und ein schwacher Euro den Konkurrenzdruck im internationalen Handel erhöht, und ein starker US-Dollar hat steigende Finanzierungskosten gesorgt.

Die (schwindende) Macht der Geldpolitik und der Anstieg der Volatilität
„Die Geldpolitik bleibt locker, insbesondere in Europa und Japan, wo die Zeichen gänzlich auf Quantitative Easing stehen, aber auch in vielen anderen Ländern, wo die Zentralbanken zum Schutz der jeweiligen Volkwirtschaft die Zinsen gesenkt haben. Vor dem Hintergrund der expansiven Geldpolitik in Japan und Europa hat auch China zunehmend die Geldpolitik als Instrument der ökonomischen Steuerung eingesetzt. Die EZB wird voraussichtlich wird ihre expansive Geldpolitik noch ausweiten und ihren Spielraum ausschöpfen, um den anfälligsten Volkswirtschaften in der Eurozone Wachstum zu ermöglichen und nachhaltig eine Deflation zu vermeiden. Jedoch dürfte das Jahr 2016 vom Beginn des Auseinanderdriftens der internationalen Geldpolitik geprägt werden, wenn die Federal Reserve mit der Anhebung der Leitzinsen vor dem Hintergrund solider Fundamentaldaten beginnt“, sagt Franck Dixmier, Globaler Anleihenchef von AllianzGI.

Wachsende Volatilität an den Devisenmärkten und Währungsabwertungen sind ein Zeichen für mangelnde internationale Koordination. Daraus ist die Sorge vor globalen Handels- und Währungskriegen entstanden, da Volkswirtschaften sich das Wachstum von anderen borgen, anstatt es über Volkswirtschaften mit hohen Zahlungsbilanzüberschüssen zu stimulieren. „Diese Vorgehensweise kann auf globaler Ebene nicht die Wachstumsraten steigen lassen, und schon gar nicht auf die Niveaus, die wir von früheren Erholungszyklen kennen. Wir sollten uns auch bewusst sein, dass eine Welt im Nullzins-Modus auch Fehlallokationen fördert und zu übertriebenen Bewertungen führen kann,“ warnt Dixmier.

Aktives Investmentmanagement wichtiger denn je
Die Sorge vor Deflation treibt Investoren nach wie vor um. Wenn jedoch das Zinshoch in diesem Zyklus niedriger ausfällt als in früheren, dürften Aktien weiterhin attraktiv bleiben und sich nicht nur aus Bewertungsperspektive positiv entwickeln, sondern auch Ergebniswachstum kombiniert mit attraktiven und wachsenden Dividendenzahlungen liefern. Aus Bewertungssicht sind Aktien in Europa attraktiver als Aktien aus den USA und Japan. Aktien aus Schwellenländern haben sich verbilligt, aber noch nicht von der Bewertung her attraktiv. Staatsanleihen sind für Anleger, die Rendite suchen, definitiv unattraktiv. Schwellenländeranleihen sind derzeit nur noch bedingt interessant.

Andreas Utermann zieht folgendes Fazit:
„Die finanzielle Repression dürfte weiterhin Anlageentscheidungen maßgeblich beeinflussen und wird die Entwicklung der Kapitalmärkte prägen. Wir müssen unsere Kunden über alle Anlageklassen hinweg dahingehend beraten, gezielt Risiken zu nehmen, damit sie ihre Anlageziele erreichen können in einer Zeit, die von niedrigem Wachstum, niedrigen Zinsen bei steigender Volatilität in Politik und Märkten geprägt ist.“

„Attraktive Aktien(-segmenten), Unternehmensanleihen und alternative Investments sowie weniger liquide und unkorrelierte Infrastrukturanlagen oder andere Wertpapieren mit langer Laufzeit bieten Anlegern den Zugang zu weniger schwankungsanfälligen Erträgen. Wir sind fest davon überzeugt, dass AllianzGI auf Basis von fundamentaler Analyse und überzeugenden Investmentansätzen und -prozessen Kunden den Mehrertrag liefern kann, den sie benötigen, und gleichzeitig die Schwankungen, die sie vermeiden wollen, unter Kontrolle zu halten. Mit aktiver Titelselektion und Asset Allokation lassen sich die Erträge generieren, die günstige marktreplizierende Strategien nicht erzielen können.“

CO2 und seine Kosten

CO2-Preise kommen weltweit und werden bleiben
Um einem potenziell katastrophalen Klimawandel vorzubeugen, vereinbarten die Teilnehmer des UN-Klimagipfels 2010, die Klimaerwärmung auf weniger als 2°C gegenüber dem Niveau vor der Industriellen Revolution zu begrenzen. Wenn wir diese Vorgabe umsetzen wollen, müssen wir die weltweiten Kohlendioxidemissionen bis 2050 drastisch verringern. Im Vorfeld der COP21-Konferenz, die zwischen November und Dezember in Paris stattfindet, werden nun verbindliche internationale Maßnahmen zur Begrenzung des Kohlendioxidausstoßes erwartet.

Wie auch immer der Klimagipfel ausgehen mag, die meisten Industriestaaten werden wohl mittelfristig einen Preis für CO2 einführen. Konzerne, die sich auf eine CO2-arme Wirtschaft vorbereitet haben, bieten Investoren attraktive Anlagechancen, während die Unternehmen, die den neuen Kostenfaktor nicht berücksichtigen, wohl bald mit rückläufigen Bewertungen zu kämpfen haben werden. Dieser Artikel erläutert, wie sich CO2-Preise auf Energieversorger und Anleger auswirken werden. Da sich dieser Sektor bereits umfassend mit CO2-Preisen auseinandersetzen muss, kann er anderen Branchen als Beispiel dafür dienen, wie mit dem CO2-Risiko umzugehen ist.

Kaum ein Wirtschaftszweig bleibt verschont
Die am stärksten industrialisierten Gebiete verzeichnen auch den höchsten Kohlendioxidausstoß. Auf China, die USA und die Europäische Union entfällt mit 56 % mehr als die Hälfte der weltweiten Emissionen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass diese drei Regionen bereits CO2-Märkte eingerichtet haben, zumindest auf lokaler Ebene. Die EU entschied sich 2005 für einen europäischen Emissionshandel (das European Union Emissions Trading System oder EU ETS), während China und die USA sich derzeit noch mit lokalen Systemen begnügen. China kündigte kürzlich an, 2017 den CO2-Handel landesweit einführen zu wollen, und erhöhte so den Druck auf die USA, in den kommenden Jahren dem Beispiel zu folgen. Zehn Jahre nach der Einführung des EU-ETS gewinnt die Idee auch in anderen Staaten Fahrt. Zehn Nationen sind für 75% der weltweiten Emissionen verantwortlich. Viele haben sich bereits für ein Handelssystem entschlossen, das den Kohlendioxidausstoß senken soll. Mehr als 40 Länder (vor drei Jahren waren es erst 20) und 20 subnationale Regionen belegen CO2 bereits mit einem Preis oder treffen diesbezüglich Vorkehrungen.

Obwohl die Preise der Emissionsrechte stark von Land zu Land variieren, dürfte kaum eine Branche komplett verschont bleiben. Der Stromsektor, der in Europa und den USA mehr als ein Drittel zum gesamten Kohlendioxidausstoß beiträgt, steht im Mittelpunkt der Regulierung von CO2-Märkten, aber auch viele andere Wirtschaftszweige sind davon in unterschiedlichem Masse betroffen. Einige Sparten leiden bereits sehr darunter (etwa Kohle), während andere davon profitieren (erneuerbare Energien).1

Wie wirken sich CO2-Preise auf Energieversorger aus?
Als der Industriezweig, der weltweit am meisten Kohlendioxid emittiert, müssen Versorger damit rechnen, dass sie in immer mehr Regionen am Emissionshandel teilnehmen müssen. Obwohl CO2 immer noch relativ billig ist (ca. 10/t USD an den meisten Märkten), spielt der Preis bei Anlageentscheidungen zunehmend eine entscheidende Rolle. Auch wenn sich der Anteil des Kohlestroms in einigen EU Ländern in letzter Zeit erhöht hat – Kohle ist immer noch die billigste Energiequelle, wenn man die CO2-Kosten nicht berücksichtigt – werden heute in Europa kaum noch neue Kohlekraftwerke geplant. Die wichtigste Kennzahl für Versorger ist die CO2-Intensität der Stromerzeugung (Tonnen CO2 pro erzeugte MWh). Die auf dieser Basis ermittelten Kosten für Emissionsrechte fließen direkt in die Gewinnrechnung des Versorgers ein. Ein Anstieg des CO2-Preises um 1 Euro wirkt sich daher bereits deutlich auf den Gewinn der EU-Versorger aus – je nach CO2-Intensität kann eine solche Preiserhöhung die Margen sogar um mehrere Prozentpunkte drücken. Obwohl es bereits eine Reihe von Finanzinstrumenten gibt, mit denen man sich gegen steigende CO2-Preise absichern kann, ist eine solche Strategie für Unternehmen mit hoher CO2-Intensität auf lange Sicht teuer. Langfristig orientierte Anleger sollten daher Versorger herausfiltern, die eine niedrige CO2-Intensität aufweisen und nicht abgesichert werden müssen.

Erzeugungsmix als wesentlicher Erfolgsfaktor in einer CO2-armen Zukunft
Die CO2-Intensität wird durch den Erzeugungsmix bestimmt: Kohlestrom erzeugt rund 1 t CO2 /MWh, Gas etwa die Hälfte, Kernenergie, Wasserkraft und erneuerbare Energien gelten in diesem Zusammenhang als sauber (< 0,05 t/MWh)2. Zudem fallen bei erneuerbaren Energien keine Brennstoffkosten an. Auf lange Sicht ist der Erzeugungsmix eines Versorgers also ein wesentlicher Erfolgsfaktor.
RobecoSAM Insight 11 2015

Die CO2-Intensität der Versorger mit einem hohen Stromanteil aus Kernkraftwerken (etwa EDF oder Centrica) ist in der Regel sehr niedrig. Der Betrieb von Kernkraftwerken ist aber mit vielen operationellen, regulatorischen und politischen Risiken behaftet, die diesen Vorteil wieder zunichtemachen.

Im Gegensatz dazu bieten sich erneuerbare Energien als natürliche Absicherung gegen steigende CO2-Preise an. Versorger wie EDP oder Iberdrola sind deshalb auch bei steigenden CO2-Preisen gut aufgestellt. Aufgrund ihres Produktionsmix sind diese Unternehmen zudem auch am besten aufgestellt, den Markt der erneuerbaren Energien in den Schwellenländern zu erschließen.

Konzerne mit einem hohen Anteil an Kohlekraftwerken (die oft Lebensdauern von 40 Jahren und länger haben) laufen Gefahr, dass ihre Anlagen dauerhaft unwirtschaftlich werden, wenn Kohle infolge anziehender CO2-Preise (oder aufgrund anderer umweltpolitischer Entscheidungen) nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Einige institutionelle Anleger wie etwa der norwegische Staatsfonds haben bereits Pläne angekündigt, sich aus Versorgern, die mehr als 30 % des Stroms mit Kohle erzeugen, zurückzuziehen.

Vor dem Hintergrund der sich entwickelnden CO2-Märkte weltweit ist der aktuelle bzw. zukünftige Erzeugungsmix ein wichtiger Faktor für die finanzielle Gesundheit von Stromerzeugern. Das Corporate Sustainability Assessment (CSA) von RobecoSAM beruht auf einer Reihe von CO2-Indikatoren. Ziel ist es, diejenigen Versorger zu identifizieren, die von den langfristigen Risiken und Chancen profitieren, die sich durch den Emissionshandel ergeben. Das CSA umfasst Informationen zu allen wichtigen Aspekten: Governance (zum Beispiel Anreize für die Geschäftsführung), Strategie (Marktchancen und Investitionen), Umwelt (Erzeugungsmix, Klimastrategie, Ökobilanz, Umweltmanagementsysteme etc.) und Gesellschaft (Engagement mit Stakeholdern). Auf diesem Gebiet heben sich attraktive langfristige Anlagen hervor wie z. B. Iberdrola, EDP und ENEL (deren Klimastrategie sogar kürzlich von Greenpeace gelobt wurde).

Anlagestrategien, die CO2-Risiken berücksichtigen
Investoren müssen die Auswirkung potenziell unwirtschaftlicher Kraftwerkparks auf die Bewertung ihrer Wertpapiere verstehen. Anhand einer Beurteilung ihrer Positionen können Anleger dann eine pragmatische Strategie bestimmen, und ihr Engagement in Unternehmen, die hauptsächlich fossile Brennstoffe einsetzen, mit Investitionen in Titeln ausgleichen, die von steigenden CO2-Preisen profitieren.

CO2-Intensität und Unternehmensgewinne
Absolut gesehen sind sehr unterschiedliche Kohlendioxidwerte festzustellen: RWE oder Duke Energy stoßen jährlich mehr als 100 Millionen Tonnen Kohlendioxid aus (mehr als viele Staaten insgesamt produzieren), während andere Konzerne wie Centrica oder Sempra nur auf knapp 10 Millionen Tonnen kommen.

Aufgrund des verbindlichen EU-Handelssystems sind die CO2-Preise (und Preisrisiken) bei europäischen Versorgern wie RWE oder Centrica bereits eingepreist. Da es in den USA keinen landesweiten Emissionshandel gibt, müssen die Risiken der US-Versorger separat berücksichtigt werden. Duke Energy erzielte 2014 zum Beispiel mit 125 Millionen Tonnen Kohlendioxid einen Reingewinn von 1,9 Milliarden USD. Sempra Energy, die bereits am kalifornischen Handelssystem teilnimmt, erwirtschaftete hingegen mit nur 7 Millionen Tonnen Kohlendioxid einen Jahresüberschuss von 1,2 Milliarden USD. Ein USA-weiter CO2-Preis von 10 USD/t (vergleichbar mit den gegenwärtigen CO2-Preisen in Europa und Kalifornien) würde mehr als 60 % des aktuellen Gewinns von Duke Energy, aber nur 6 % des Gewinns von Sempra entsprechen.

Chancen für CO2-bewusste langfristige Anleger
Trotz der neuen Herausforderungen sind einige Energieversorger in der sich abzeichnenden CO2-armen Welt besonders gut aufgestellt. Konzerne, die schon frühzeitig auf erneuerbare Energieträger gesetzt haben und diese erfolgreich nutzen, gelten als besonders vielversprechende langfristige Anlagechancen. Vorausblickende europäische Versorger wie Enel, Iberdrola oder EDP haben ihr boomendes Geschäft mit erneuerbaren Energieträgern (EE) ausgegliedert und als selbstständige Unternehmen etabliert. Während Iberdrola (und jüngst auch Enel) ihre EE-Sparten wieder in den Mutterkonzern eingegliedert haben, ist EDP Renovaveis (EDPR) weiterhin separat an der Börse gelistet. Auf mittlere bis lange Sicht könnten Gesellschaften wie EDPR, die nicht unter der Last der konventionellen Stromerzeugung leiden, sogar ihr Stammhaus übertreffen, so wie einige Mobiltelefonanbieter ihre Festnetz-Mütter überrundet haben. Iberdrola, einer der ersten Versorger, der das Windgeschäft ausgegliedert hat, ist zudem ein interessanter Kandidat, weil der Konzern 20 % an Gamesa – einem führenden Windturbinenhersteller – hält. Diese Beteiligung verspricht operationelle Synergien und einen Weg aus der immer stärker kränkelnden konventionellen Stromerzeugung. Zudem wachsen Enel, EDPR und Iberdrola weltweit, insbesondere in Latein- und Nordamerika. Die internationale Erfahrung dürfte ihnen erlauben, einen riesigen Markt von mehr als 1 Milliarden Menschen zu bedienen, die derzeit noch keinen Zugang zu Stromnetzen haben, und für die sich erneuerbare Energieträger wegen der geringeren Kosten am besten eignet. Da diese Unternehmen auch noch eine führende Position bezüglich erneuerbarer Energien in den Industrieländern einnehmen, sollten sie zu den Siegern der Energiewende zählen.

In den letzten Jahren haben Versorger aufgrund des steigenden CO2-Risikos, der strengeren Regulierung und dem Erfolg von sauberer, dezentralisierter Stromerzeugung ihren Ruf als defensive Investitionen verloren. Die oben hervorgehobenen Unternehmen scheinen jedoch trotz allem die wachsenden Risiken auszugleichen zu können, und stellen damit weiterhin attraktive Investitionen dar.

Das CO2-Risiko durch aktives Engagement senken
Eine aktive Einflussnahme bei der Formulierung der CO2-Strategie von Unternehmen ermöglicht ebenfalls, das CO2-Risiko von Unternehmen zu reduzieren. Dieses Jahr fokussiert sich das Governance & Active Ownership Team von RobecoSAM auch auf Stromerzeuger. Wir wollen die Umsetzung proaktiver, ehrgeiziger Umweltstrategien fördern, sowie deren Umsetzung in operativer Exzellenz und innovativen Geschäftsmodellen. Im Rahmen dieses Engagements rechnen wir damit, die Stromerzeuger zu ambitiösen Maßnahmen zu bewegen, um den Kohlendioxidausstoß deutlich zu senken.


Fazit
Weltweit werden Bemühungen erkennbar, die Kosten von CO2 über Marktmechanismen zu internalisieren, die zahlreiche Wirtschaftszweige betreffen werden. Aufgrund der einschneidenden Änderungen dürfte die Umstellung jedoch noch lange Jahre dauern. Trotzdem sollten sich langfristig orientierte Unternehmen und Anleger bereits heute darauf vorbereiten.

Unternehmen müssen sich der neuen Realität anpassen und Systeme für die Bilanzierung von CO2 Emissionen aufbauen. Ein erster Schritt wäre die Einführung interner CO2-Preise. Der Stromsektor könnte als Beispiel dienen, weil sich diese Branche bereits umfassend mit dem CO2-Risiko befasst hat.

Investoren müssen damit beginnen, die ökologischen Auswirkungen ihrer Anlagen zu messen. Anleger sollten sich gegen das CO2-Risiko absichern, während Vermögensverwalter diese Herausforderung als Chance sehen dürften, sich zum Beispiel mit neuen Impact Investing-Lösungen von der Konkurrenz abzuheben.


Autor: Roland Hengerer, Senior Sustainability Investing Analyst bei RobecoSAM


1 Einem Bericht des Carbon Disclosure Project (CDP) zufolge hat sich im letzten Jahr die Anzahl der Unternehmen, die intern CO2-Preise festsetzen, verdreifacht. Diese Tatsache zeigt, dass die Preise für die gesamte Wirtschaft eine wichtige Rolle spielen.

2 Trotzdem kann ein schlecht konzipiertes Wasserkraftwerk mehr Kohlendioxid ausstossen als ein Kohlekraftwerk!

3 Ende 2014 kündigte EON an, das konventionelle Geschäft abspalten zu wollen. Der verbleibende Rumpf wäre ebenfalls ein interessantes CO2-armes Investment.
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Helaba Konjunktur- und Kapitalmarktausblick 2016

Die Weltwirtschaft expandiert 2016 mit einem Plus von 3,3 Prozent etwas stärker als im Vorjahr. „Die wesentlichen Impulse kommen dabei aus den Industrieländern“, erläutert Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba, bei der Präsentation des Konjunktur- und Kapitalmarktausblicks 2016. Das Hauptszenario der Helaba-Volkswirte ist der „Staffellauf“: Nur beim optimalen Zusammenspiel von Geschwindigkeit und Geschicklichkeit sind Spitzenleistungen möglich. Für die Teams der Industrie- und Schwellenländer ist damit die „Stabübergabe entscheidend“. Allerdings liegt ein derartig perfektionierter Trainingsstand bei keiner der Volkswirtschaften vor. So wird – ökonomisch gesprochen – die Weltwirtschaft in 2016 zwar an Dynamik zunehmen, aber das Tempo bleibt in den meisten Ländern moderat. Diesem Szenario messen die Analysten eine Eintrittswahrscheinlichkeit von 70 Prozent bei.

„Die dauerhaft niedrigen Ölpreise und das gesunkene Preisniveau vieler anderer Rohstoffe stellen einen Startvorteil für die Importländer dar. In Deutschland sowie in den meisten anderen Ländern Europas und in den USA wirkt dies wie ein Akzelerator, der den Konsum weiter ankurbelt“, so Traud weiter. Die Stabübergabe an die Ausrüstungsinvestitionen verläuft aufgrund der noch bestehenden Unsicherheiten dagegen nicht reibungslos. Und auch die Exporte der Industrieländer nehmen kaum Geschwindigkeit auf, da die rohstoffexportierenden Schwellenländer bedingt durch die ausbleibenden Einnahmen weniger nachfragen.

In diesem Umfeld sind die USA der Tempomacher. Der Zuwachs des US-Bruttoinlandproduktes (BIP) kann bis zu 3 Prozent erreichen. Die Eurozone übertrifft mit 1,6 Prozent leicht ihr Potenzial. Deutschland liegt mit einer Rate von 1,7 Prozent gleichauf. „Insbesondere auch für China und Indien erweisen sich die strukturell niedrigen Ölpreise als Wettbewerbsvorteil. China sollte einen BIP-Anstieg von 6,5 Prozent realisieren können. Die rohstoffexportierenden Länder fallen 2016 zumindest nicht weiter zurück“, so Traud. Unterstützt durch die starke Abwertung ihrer Währungen gelingt es Brasilien und Russland eine Verschärfung der Rezession abzuwenden.

Inflation und Zinsen
2016 bleibt die Teuerungsrate in den USA und im Euroraum überschaubar. Zwar zeichnet sich ein Basissprung zum Jahreswechsel ab, doch abseits dessen ist kaum Preisdruck auszumachen. In den USA wird die Inflation im Jahresdurchschnitt bei 1,5 Prozent, in der Eurozone bei 0,9 Prozent liegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) möchte im Staffellauf 2016 definitiv den Stab nicht abgeben, sondern weiter laufen, d.h. sie wird ihre Geldpolitik noch expansiver gestalten. „Dieser zusätzliche EZB-Lauf begünstigt zwar die hiesigen Aktienmärkte, hat aber negative Begleiterscheinungen: Der Trainingseifer der anderen Läufer lässt nach. Und so werden notwendige Reformen und Haushaltskonsolidierungen immer weiter in die Zukunft geschoben“, erklärt Traud.
Die US-Notenbank Fed wird dagegen die Zinsen anheben. Die 10-jährigen US-Treasuries sollten bis auf 3 Prozent anziehen und damit deutlicher als Bundesanleihen. Aufgrund des internationalen Zinszusammenhangs wird die Rendite 10-jähriger Bunds auf rund 1 Prozent steigen. Die Euro-Zinskurve wird steiler, die US-Kurve flacher.

Aktien und Euro
Das fortgesetzte Anleihekaufprogramm der EZB ermöglicht den europäischen Aktienmärkten neue Rekorde. Für den DAX sind vorübergehend Notierungen deutlich über der 12.000-Punkte-Marke zu erwarten. Am Devisenmarkt stützt die geldpolitische Ausrichtung zwar grundsätzlich den US-Dollar. Stärkere Ausschläge werden aber von EZB und Fed abgefangen, nicht zuletzt um die jeweilige Exportwirtschaft zu unterstützen. Die Helaba-Experten erwarten für den Euro-Dollar-Kurs 2016 eine Seitwärtsbewegung. Zum Jahresende dürfte er um 1,05 notieren.

Asset Allokation
In der Summe bleiben die Aussichten am Kapitalmarkt 2016 unter Chance-Risiko-Gesichtspunkten verhalten. Aktien wie auch Immobilien befinden sich bewertungstechnisch im Grenzbereich. Taktisches Agieren behält Vorrang vor einer Buy-and-Hold-Strategie. Umso mehr gilt es, bei hoher Volatilität die schnellen Themenwechsel zu antizipieren. Die Nachwehen der europäische Staatsschuldenkrise, politische Unsicherheiten im Euroraum auch aufgrund der Flüchtlingskrise, das Risiko eines Brexit, der VW-Abgasskandal und seine Folgen sowie die Deutung des Rohölpreisrückgangs als drohenden Konjunktureinbruch haben das Potenzial, abrupte Kehrtwenden an den Kapitalmärkten auszulösen. Sie haben aber nicht die Kraft für einen Wechsel in die Alternativszenarien, da sich diese Risiken im Hauptszenario nicht materialisieren.

Im negativen Alternativszenario „Hindernislauf“ mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von 20 Prozent ist das Rennen deutlich langsamer und das Wachstum erlahmt. Es besteht die Gefahr, dass nicht alle Teilnehmer das Ziel erreichen. Der DAX kann bis in den Bereich um 6.000 Punkte stürzen.

Im positiven Alternativszenario „Sprint“ mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von 10 Prozent laufen die Volkswirtschaften mit all ihren Teammitgliedern in hohem Tempo auf das Ziel zu. Es kommt zu einem breiten selbsttragenden Aufschwung. Aktien hängen Zinstitel klar ab. Der DAX testet die 14.000er Marke.

Die komplette Studie finden Sie als Download unter volkswirtschaft.helaba.de
 
Dr. Gertrud R. Traud
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Gute Fundamentaldaten der Unternehmen sorgen für positive Aussichten am Aktienmarkt

• Positive Phase voraussichtlich bis weit in 2016 hinein
• Euro wird gegenüber dem US-Dollar schwächer
• Familienunternehmen und Marken profitieren von Konjunktur

Im ökonomischen Jahr – nach den tendenziell etwas müderen Monaten Mai bis September – befinden wir uns jetzt in der „besseren Hälfte“: den sieben Monaten Oktober bis April. Nach dem Knick im August und der Stabilisierung im September ließ bereits der Oktober seine Muskeln spielen. Auch der Rest des „besseren Halbjahrs“ wird, mit guten Zahlen und soliden Ergebnissen, erfreulich werden. Und diese positive Stimmung für Aktien setzt sich in den kommenden Jahren fort.

Wirtschaft stabilisiert sich – positive Aussichten vor allem in den USA
Insgesamt berichteten die Unternehmen bisher meist stabile, teilweise leicht bessere Resultate. Sie müssen jedoch kritisch geprüft werden: Viele Unternehmen hatten vor der aktuellen Berichtsperiode ihre Gewinnzahlen kräftig nach unten korrigiert, so dass ein Übertreffen der schlussendlich veröffentlichten Ergebnisse nicht mehr so schwierig war.

Dabei ist die Situation in den USA deutlich stabiler als etwa in Europa, gefolgt von den anderen entwickelten Märkten. Schlusslichter bilden derzeit die Emerging Markets.

Doch generell gilt: Die wirtschaftliche Verfassung verspricht eine weitere Stabilisierung. Für die nächsten Monate sollten Investoren sich auf die Fundamentaldaten der Unternehmen fokussieren. Die Makrozahlen aus den USA werden stetig besser, insbesondere die Arbeitsmarktdaten zeigen Monat für Monat einen positiven Trend. Dies birgt bei allem damit verbundenem Optimismus natürlich auch einen Anlass zur kritischen Betrachtung: Früher oder später tritt Lohnkosten-Druck auf, da es immer schwieriger wird, die richtigen Mitarbeiter für die freien Stellen zu finden. Aber bis dahin werden Wirtschaft und Börse eine positive Phase erleben.

Euro wird gegenüber dem US-Dollar schwächeln
Die Berichtssaison in Europa war im abgelaufenen Quartal weniger robust als in den USA. Zum Teil waren die Ergebnisse sogar ausgesprochen enttäuschend, da die Gewinne die Analysten-Erwartungen das erste Mal seit zwei Jahren verpasst hatten: Insbesondere die Quartalsgewinne in Europa fielen schwächer aus. Und dies, obwohl die Konsensschätzungen in den zwei Monaten vor dem Berichtszeitpunkt der Q3-Gewinne pro Aktie („EPS“) bereits um durchschnittlich 4 Prozent zurückgenommen worden waren. Auch die Umsatzerlöse fielen (etwas) niedriger aus. Und trotzdem nahm der Markt die Zahlen positiv auf. Dies könnte dem bekannten Schema folgen: Eine weitere Verschlechterung in den Fundamentaldaten veranlasst Mario Draghi als Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), eher früher als später zu handeln. Die EZB könnte – beziehungsweise wird – ihr Anleihekaufprogramm im Dezember vergrößern, sie wird mehr und über den September 2016 hinaus Anleihen ankaufen. Deshalb wird die europäische Währung weiter zur Schwäche neigen, insbesondere gegenüber dem US-Dollar.

Aktienmärkte 2016: positiver Ausblick, vor allem in Europa
Insgesamt sind wir positiv für die Entwicklung der Aktienmärkte im Jahr 2016. Das Pendel der Attraktivität scheint sich in Richtung des europäischen Marktes zu verschieben, die Dynamik wird im Zeitverlauf auch die Emerging Markets unterstützen. In den USA ist vermutlich der schönste Teil der „Party“ vorbei, allerdings stützt der positive Währungsausblick des US-Dollars Investitionen europäischer Anleger in den USA.

Familienunternehmen und Marken profitieren von Konjunktur
Der Konsum und damit große Teile der Markenunternehmen („brands“) in unserem Portfolio profitiert von der stabilen, positiv ausgerichteten Konjunktur über fast alle Wirtschaftsbereiche. Familienunternehmen sollten ihre ertragsreiche Position in diesem Umfeld halten können. „Gefahren“ bestehen eher im M&A-Umfeld: Sie könnten aufgrund ihrer Positionierung und Ertragskraft Gefahr laufen, übernommen zu werden. Ein Risiko, das wir als Portfolio-Manager gerne eingehen.

Allan Valentiner, Vorstand und Leiter Portfolio Management der AMF Capital AG
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Misserfolg garantiert – 12 typische Gesprächskiller

Wir alle berücksichtigen im beruflichen - wie im privaten - Leben fast nur die rationalen Überlegungen. Das heißt: Unser 1/7 Bewusstsein - nach Siegmund Freud - wird im Vergleich zu den 6/7 des Unterbewusstseins stark überbewertet.

Wenn Sie sich dieser Grunderkenntnis anschließen, so sollten Sie gleichzeitig auch Mittel und Wege finden, um sich selbst in Frage zu stellen. Überprüfen Sie einmal Ihre eigenen Aussagen. Denn nichts kann den Kunden mehr verletzen, als Ihre negativen Äußerungen!

Nachfolgend 12 Gesprächskiller im Verkaufsgespräch, die ich Ihnen anhand der typischen Äußerung eines Einkäufers demonstrieren möchte.

Der Einkäufer sagt: „Dieses Produkt ist mir viel zu teuer.“

Sie antworten mit der

1. Ich-Methode
„Ich möchte Ihnen folgende Vorteile dieses Gerätes nennen ....“
oder:
„Ich kann von meiner Warte Folgendes ....“

Bewertung: Der Einkäufer möchte jetzt keine Vorteile von Ihnen genannt bekommen, sondern Sie sollten konkret auf einen Einwand „zu teuer“ eingehen. Sie haben hier den ersten Schritt zu einem negativen Verlauf des Verkaufsgesprächs unternommen.

Lösung: Weg vom „Ich“ zum „Sie-Standpunkt“:
„Sie haben folgenden Vorteil bei diesem Gerät . . .“
„Für Ihre Zwecke empfehle ich . . .“

2. Verallgemeinerungs-Methode
„Die Preiserhöhung ist auch von allen anderen Wettbewerben vorgenommen worden.“
oder:
„Es ist eine allgemeine Tendenz ....“

Bewertung: Vorsicht vor Verallgemeinerungen! Das ist für den Kunden völlig uninteressant. Hinzu kommen die negativen Äußerungen gegenüber den Wettbewerbern, die bestimmt nicht die gewünschte Wirkung erzielen. Im Gegenteil ....

3. Phrasen-Methode
„Qualität hat seinen Preis.“
oder:
„Dieses Produkt ist echt seinen Preis wert ....“

Bewertung: Gewagte Äußerungen, da sehr oft mit diesen Sätzen (besser: mit diesen Floskeln) gearbeitet wird. Lassen Sie sich etwas Besseres einfallen. Auch der Einkäufer muss seine Preise im eigenen Unternehmen vertreten und sehr oft verteidigen. Auch die vom Verkäufer eingesetzten Modewörter wie „echt“, „Spitze“ und „kein Thema“ ermüden nur.

4. Ablenk-Methode
„Wie finden Sie eigentlich die Oberfläche dieses Produkts?“
oder:
„Wie waren Sie mit Ihrer großartigen Ausstellung zufrieden?“

Bewertung: Eine recht gefährliche Methode, denn jeder Gesprächspartner - und erst recht ein versierter Einkäufer - erwartet natürlich eine präzise Antwort auf seine Feststellung bezüglich des hohen Preises. Der Einkäufer merkt bestimmt, dass Sie ihn ablenken wollen.

5. Erhobener-Zeigefinder-Methode
„Das müssten Sie doch eigentlich wissen, dass hier ....“
oder:
„Sie als Praktiker wissen doch längst, dass ....“

Bewertung: Eine sehr negative Methode. Sie bauen hier ein Lehrer-Schüler-Verhältnis auf. Wer lässt sich denn noch als Erwachsener gern in die Schüler-Rolle drängen?

6. Humor-Methode
„Wenn Sie sich überlegen, was heute ein halbes Pfund Butter oder ein Panzer kostet, so ist doch unser Produkt ....“
oder:
„Wir werden nie wieder so günstig ....“

Bewertung: Diese Sätze sind überzogen! Was für Ihren Gesprächspartner ein ernstes Problem ist, darf nicht von Ihnen in dieser Form bagatellisiert werden. Wie oft nehmen wir die Einwände unseres Kunden nicht ernst und bringen damit unser Verkaufsgespräch in eine Sackgasse.

7. Minus-Methode
„Das sehen Sie falsch, Herr Kunde ....“
oder:
„So können Sie das nicht sagen ....“

Bewertung: Alles was Sie jetzt sagen wird wenig nützen.

Allzu oft schalten wir in unseren Gesprächen weitere Minus-Formulierungen vor:

„Das sehe ich ganz anders ....“
„Da haben Sie mich völlig falsch verstanden ....“

Haben wir es nötig, den Einkäufer so vor den Kopf zu stoßen? Äußern Sie doch n u r Ihre Meinung. Oder sagen Sie:

„Meine Meinung ist . . . „
„Da habe ich mich falsch ausgedrückt.“

Dann wird auch der Kunde oder jeder andere Gesprächspartner feststellen, dass Sie nicht seiner Meinung sind. Ein häufiger Fehler, der uns allen nur allzu oft unterläuft.

8. Autoritäts-Methode
„Dr. Meier kann Ihnen bestätigen, dass unser Produkt ....“
oder:
„Auch von den führenden Herstellern ....“

Bewertung: Das ist ein sehr gefährliches Eis, auf das Sie sich hier begeben! Nur selten werden andere Persönlichkeiten akzeptiert. Sichern Sie sich hier vorher gut ab, ob die von Ihnen genannte Person überhaupt von Ihrem Kunden akzeptiert wird. Ihre Äußerung kann sonst das vorzeitige Ende des Verkaufsgesprächs signalisieren.

9. Keine-Zeit-Methode
„Ich möchte nun zum eigentlichen Kern der Sache kommen ....“
oder: „Lassen Sie mich abkürzen ....“

Bewertung: Gleich drei negative Methoden werden hier eingesetzt:
  1. Sie belehren den Einkäufer mit diesem Satz.
  2. Sie versuchen, den Einkäufer abzulenken. Hinzu kommt, dass Sie ihn in ein Schema pressen wollen.
  3. Sie deuten an, dass Sie in Zeitnot sind und möglichst schnell zum Schluss (noch besser zum Abschluss) kommen möchten.
10. Dauerredner-Methode
„Diese Frage nach dem zu hohen Preis ist nicht leicht zu beantworten. So haben wir in den letzten fünf Jahren...“ (und weitere langatmige Ausführungen).

Bewertung: Der Einkäufer langweilt sich. Er hat zusätzlich das Gefühl, dass Sie sich durch die überzogene Redezeit rechtfertigen müssen.

11. Kompetenz-Methode
„Das gehört nicht zu Ihren Aufgaben ....“
oder:
„Das können Sie nicht wissen ....“

Bewertung: Selbst wenn diese Äußerung stimmen würde, so ist sie völlig fehl am Platz! Wer Ihnen nicht nützen kann, ist meist noch stark genug, um Ihnen zu schaden.

12. Gegenfrage-Methode
„Was verstehen Sie unter zu teuer?“

Bewertung: Hier kommt es auf den Tonfall an. Diese Methode wird – bei abwertendem Tonfall – zu keinem Erfolg im Verkaufsgespräch führen. Sehr gut ist die höfliche Frage:

„Womit vergleichen Sie diesen Preis?“*)

Wenn Sie nun alle 12 Methoden gelesen haben, werden Sie bestimmt die eine oder andere negative Methode entdecken, die Sie im Verkaufsgespräch bisher angewandt haben. Streichen Sie diese sofort aus Ihrem Wortschatz und Sie werden - kombiniert mit weiteren Verkaufstechniken aus meinem Buch „Einfach besser verkaufen“ - größere Verkaufserfolge erzielen. Wichtig: Einen Supermann - der keinen der Gesprächskiller verwendet - habe ich bei den von mir trainierten - mehr als 500.000 Teilnehmern – noch nicht kennen gelernt! Zum Trost für alle, die jetzt an sich selbst zweifeln.

*) Wenn Sie weitere Tipps haben möchten, so fordern Sie bitte den Aufsatz „Die 20 Methoden der Preisargumentation“ an: MIR, Postfach 13 03, 38655 Bad Harzburg, Telefon 05322/96720, Internet: www.ruhleder.de, E-Mail: info@ruhleder.de

Autor: Rolf H. Ruhleder, Geschäftsführer Management Institut Ruhleder

Währungen im Fokus der Zentralbanken

Die Frage, wann das US-Fed seine Zinsen zum ersten Mal seit 2006 wieder anheben wird, dürfte sehr bald geklärt sein. Aus den Fed Minutes ging hervor, dass das Fed am 16. Dezember den ersten Zinsschritt wagen wird, so lange es keine „unvorhergesehene Schocks“ gibt.

Der Dezember wird ein bemerkenswerter Monat sein. Während die Zinsen in den USA steigen, dürften diese in Euroland hingegen fallen. Diese diametrale Zinsentwicklung im selben Monat gab es schon seit über 20 Jahren nicht mehr. EZB’s Draghi scheint ziemlich bestimmt, die europäische Gemeinschaftswährung mit weiteren Lockerungsmassnahmen schwächen zu wollen. Mit einem breiten Paket an diversen geldpolitischen Massnahmen, dürfte Draghi die Finanzmärkte überraschen und den Euro weiter schwächen. Die damit einhergehende Aufwertung des US-Dollars bringt die US-Industrie zwar unter Druck. Der US-Einkaufsmanagerindex verharrt nur noch leicht über 50 – der Grenze zwischen Expansion und Kontraktion. Trotzdem wird die starke Währung das Fed im Dezember kaum von einem ersten Zinsschritt abhalten. Der Arbeitsmarktbericht im Oktober war zu stark und die Entwicklungen im US-Servicesektor zu robust, um einen erneuten Aufschub des ersten Zinsschrittes erklären zu können, ohne der Glaubwürdigkeit des US-Fed zu schaden.

Der starke Dollar dürfte die US-Geldpolitik jedoch mittelfristig beeinflussen. Während bis anhin eine Zinserhöhung von weiteren 25 Basispunkten pro Quartal wahrscheinlich war, ist mit einer weiteren Aufwertung des US-Dollars ein Anstieg von 25 Basispunkten pro Halbjahr angemessener. Andere Zentralbanken dürften ebenfalls auf die europäische Geldpolitik reagieren und die Zinsen senken oder die eigenen QE-Programme weiter auszuweiten. Auch die SNB könnte gezwungen sein, die Zinsen noch weiter in den negativen Bereich zu senken, um einer Aufwertung des Frankens entgegenzuwirken. Die Währungen sind in den Hauptfokus der Zentralbanken gerückt und damit ist das Schlagwort „Währungskrieg“ wieder brandaktuell.

Zu diesem Thema äusserte sich Draghi im Juli 2011. Zu diesem Zeitpunkt wurden die USA kritisiert eine Politik des billigen Dollars zu führen, um der eigenen Wirtschaft auf Kosten anderer zu mehr Wettbewerbsfähigkeit zu verhelfen. Damals warnte Draghi davor, die jeweilige Geldpolitik nicht nur auf interne Anliegen auszurichten. „Wir müssen eine globale Geldpolitik führen und die Auswirkungen auf andere berücksichtigen“, drängte Draghi. Hoffentlich ist sich Draghi dieser globalen Risiken noch immer bewusst!


Autorin: Ursina Kubli, Ökonomin, Bank J. Safra Sarasin AG



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