Chancen auf dem Rentenmarkt? Die gibt es!

Besonders interessant sind derzeit Wandelanleihen. Die kurze Duration macht sie nahezu immun gegen Zinsänderungen. Der derzeitige Niedrigzins lässt die Opportunitätskosten gegenüber klassischen Anleihen außerdem auf breiter Front sinken. Den Unternehmen bieten Wandelanleihen den Vorteil, dass sie sich günstiger finanzieren können, sie sparen gegenüber herkömmlichen Anleihen rund zwei Prozentpunkte beim Kupon. Kein Wunder also, dass sich auch in Niedrigzinszeiten viele Unternehmen dieses Vehikels zu ihrer Finanzierung bedienen. Für den Zinsverzicht können Inhaber von Wandelanleihen im Gegenzug von weiter steigenden Aktienmärkten profitieren, allerdings mit einem Sicherheitsnetz. Ein weiterer Pluspunkt – steigende Zinsen sind im Gegensatz zu normalen Anleihen mit längeren Laufzeiten positiv zu sehen. Ein steigender Zins bedeutet in der Regel, dass es der Wirtschaft und somit auch den Aktienmärkten besser geht. 2014 könnte ein ideales Jahr für Wandelanleihen werden.
Eine zweite Möglichkeit dem Niedrigzins ein Schnippchen zu schlagen ist der Erwerb von Hybridanleihen. Sowohl Unternehmen als auch Investoren widmen diesem Finanzierungsinstrument erhöhte Aufmerksamkeit. Eine Hybridanleihe ist gegenüber klassischen Unternehmensanleihen nachrangig einzuordnen, im Insolvenzfall könnte dies für den Investor den Totalverlust bedeuten. Hybridanleihen haben meist eine unendliche Laufzeit, jedoch wird der Kupon nach einer gewissen Zeit meist variabel gestellt, so dass sich Zinssteigerungen nicht überproportional negativ niederschlagen. Diese Eigenschaften führen derzeit dazu, dass Hybride mit einem deutlichen Renditeaufschlag gegenüber klassischen Unternehmensanleihen gehandelt werden.
Insbesondere Hybride von Banken und Versicherern lohnen einen Blick. Aufgrund von Basel III verbessert sich die Verwertungsposition des Eigentümers einer Bankhybridanleihe jährlich, der höhere Kupon jedoch bleibt bestehen. Ein Investor sollte sich vor Erwerb intensiv mit den Unternehmenskennzahlen auseinandersetzen, um die Risiken beherrschbar zu halten.
Besonders interessant sind derzeit Hybride, die noch unter pari notieren. Es ist nur eine Frage der Zeit bis der Emittent seine höher verzinsten Papiere vom Markt nimmt. Einige Finanzinstitute haben dies schon erfolgreich praktiziert.
Last but not least, erscheinen durch die Auswirkungen der ersten Welle des „taper talks" viele Schwellenländeranleihen wieder attraktiv gepreist zu sein. Die Unsicherheit rund um das Timing und den Umfang der Änderung in der US-Geldpolitik wird jedoch zu anhaltender Volatilität führen. Dies eröffnet die Opportunität, strategische Positionen in Hartwährungsanleihen aufzubauen, das heißt Schwellenländeranleihen, die in EUR oder USD nominiert sind. Die wirtschaftlichen Fundamentaldaten sind nach wie vor gut und die Preise beginnen bereits zu steigen. Bei Lokalwährungsanleihen ist eine genauere Auswahl gefragt. Länder, die abhängig sind von ausländischem Kapital, um ihr Leistungsbilanzdefizit zu finanzieren, sollten vom Anleger gemieden werden.

Für Investoren mit mittelfristigem Anlagehorizont können die vorgestellten Segmente eine Bereicherung für das Depot sein. Je nach Mentalität kann man sich seinen Lösungsstrauß selbst zusammenstellen, um den Niedrigzinsen erfolgreich zu begegnen.


(Autor: Guido vom Schemm)

Ab 7,5 Prozent ist Vorsicht geboten

Natürlich kann das gut gehen: Ein Unternehmen sammelt Geld bei Anlegern ein, verzinst es gut, so dass das Geld auch im Unternehmen bleibt und sogar immer neues nachkommt. Ein solides Geschäftsmodell, bei dem die Kapitalkosten verdient und zusätzlich noch ein Gewinn erzielt wird ist die Voraussetzung. Die Frage ist nur: Warum werden solche Traumunternehmen nicht von Banken finanziert? Oder zumindest teilweise? Warum müssen solche Unternehmen nach draußen gehen, in Zeitschriften und Zügen um Anleger werben, statt still auf die sich immer weiter unterbietenden Angebote der Banken zu warten?

Die Antwort ist schlicht: weil den Banken – bei aller Kritik an ihrem Geschäftsgebaren – eines bewusst ist. Eine hohe Rendite lässt sich nur mit einem hohen Risiko erzielen, eine höhere Rendite nur mit einem noch höheren. Und das gehen Banken nun mal ungerne ein. Also suchen sich die Unternehmen Anleger unter Privatleuten. Manche tun das über die Ausgabe von Mittelstandsanleihen, die eben dann einen höheren Kupon aufweisen als Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen mit Investment Grade.
Manche gehen eben den Weg über Genussrechte. Der Vorteil bei Genussrechten ist die noch geringere Regulierung und der recht einfache Vertrieb. Infinus ist diesen Weg gegangen, hier sprechen Anlegerschützer von einigen hundert Millionen Euro Schaden. Bei Prokon ist noch kein Schaden entstanden. Aber die Androhung der Insolvenz zeigt, wie dicht das Unternehmen an der Klippe steht. Für die Anleger ist zu hoffen, dass alles gut geht.
Obwohl: ist es wirklich schlimm, wenn eine unternehmerische Beteiligung nicht gelingt? Es ist dann nicht schlimm, wenn die Anleger dieses Risiko bewusst eingegangen sind. Wenn sie sich darüber im Klaren waren, dass hier ein Totalverlust drohen kann. Wenn Sie abgewogen haben zwischen relativer Sicherheit bei Staatsanleihen, die dann aber auch mit Kaufkraftverlust bezahlt wird. Und dem ebenfalls unternehmerischen Risiko bei der Anlage in Aktien. Und dem dann noch einmal wesentlich höheren Risiko eines Investments in ein junges Unternehmen mit großen Plänen und wenig Kapital.

Die meisten Anleger werden diese Abwägung nicht so vorgenommen haben. Das ist betrüblich. Aber es ist nur ein Beleg mehr für eine These, die so alt ist wie das Investieren und das Spekulieren: Gier frisst Hirn, es gewinnt nur der, der einen kühlen Kopf bewahrt.

(Autor: Uwe Zimmer, Vorstand der Vermögensverwaltung Meridio AG, Köln)

Hohe Volatilität beherrscht türkischen Aktienmarkt

Der Monat Dezember war ein Härtetest für Türkei-Investoren und bezeichnend für das negative Anlagejahr 2013 am Bosporus. Die Türkei wird seit dem 17. Dezember von einem Korruptionsskandal erschüttert, der zur Regierungskrise gewachsen ist und Premier Erdogan unter Druck gesetzt hat. Der Kapitalmarkt hat entsprechend stark reagiert und sowohl am Aktienmarkt als auch in der türkischen Lira zu herben Verlusten geführt. Der türkische Aktienmarkt hat das Jahr 2013 somit mit einer Wertentwicklung von -33 % (in EUR) abgeschlossen – als einer der weltweit schlechtesten des vergangenen Jahres.

2013 war auch für den türkischen Ministerpräsidenten und seine AKP Regierung kein gutes Jahr. Die erste Krise kam in den Sommermonaten durch die Proteste im Gezi-Park, die sich mittlerweile wieder beruhigen konnten. Aber jetzt die nächste Hiobsbotschaft: der größte Korruptionsskandal der jüngsten türkischen Geschichte und die Regierung und Erdogans AKP-Partei mittendrin statt nur dabei.
Als Reaktion darauf erklärten zunächst drei Minister, deren Söhne in Untersuchungshaft sitzen, ihren Rücktritt. Nur wenige Stunden nach deren Rücktritt hat Erdogan sein Kabinett in großem Umfang umgebildet: Zehn Minister wurden neu ernannt. Dies kann als Erdogans Versuch gewertet werden, einen Neuanfang seiner Regierung zu initiieren und damit wieder in die Position des aktiven Gestalters zu kommen. Die Reaktion war deutlich und erinnert an das politische Vorgehen von Putin: die Regierung hat innerhalb kürzester Zeit hunderte ermittelnde Polizisten entlassen beziehungsweise versetzt. Die Affäre ist zu einem Machtkampf zwischen der Regierung mit Justiz und Polizei geworden, dessen Ausgang ungewiss ist.

Wir erwarten vor diesem Hintergrund eine anhaltende Volatilität am türkischen Kapitalmarkt bis zu den Kommunalwahlen im März 2014. Sicherlich ist durch den massiven Kursverlust viel Negatives bereits in die türkischen Aktienkurse und die türkische Lira eingepreist, sodass risikobewusste und antizyklische Anleger erste Positionen aufbauen können. Das Jahr 2013 hat wieder deutlich unter Beweis gestellt, wie wichtig eine flexible Anpassung der Investitionsquoten ist, um Verluste für Investoren zu minimieren.

Abwarten und Tee trinken

Hintergrund ist der zehnjährige Durchschnittswert bei der Umlaufrendite von etwas mehr als 2,9 %. Nach § 65 VAG darf der Höchstrechnungszins höchstens 60 % davon betragen, der derzeitige Satz von 1,75 % entspricht in etwa dieser Anforderung. Ob und wie weit es in zwölf Monaten nach unten gehen wird, entscheidet letztlich das Bundesfinanzministerium. Im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung ist es in der Vergangenheit nicht immer den – unverbindlichen – Empfehlungen der Aktuare gefolgt. Und es ist höchst fraglich, ob es das diesmal tun wird.

Dagegen sprechen nämlich gute Gründe. Zunächst einmal zeichnet sich am Horizont eine langsame Kehrtwende weg vom billigen Geld der Notenbanken ab. So sind erste Signale aus den USA zu vernehmen, wonach die Fed ihre lockere Geldpolitik in absehbarer Zeit beenden könnte. Spannend in diesem Zusammenhang ist die Frage, ob die neue US-Notenbankchefin Janet Yellen den strategischen Kurs ihres Vorgängers Ben Bernanke weiter verfolgen wird, wenn sie zum Monatswechsel das Zepter übernimmt. Schon Bernanke hatte einen behutsamen Kurswechsel in der Geldpolitik angedeutet. Heimliche Strategin im Hintergrund war aber dem Vernehmen nach bereits Janet Yellen. Auch beim Dezember-Beschluss der Fed, den großvolumigen Kauf von Anleihen zu drosseln.

Auch für Europa dürfte dieser Kurs auf Sicht nicht folgenlos bleiben. Nicht zu vergessen ist dabei der mittlerweile enge Schulterschluss zwischen Banken und Versicherungsgesellschaften. Ihre massiven Warnungen vor einer weiteren Enteignung von Sparern und Lebensversicherten hinterlassen mittlerweile auch bei Finanzminister Schäuble nachhaltigen Eindruck. So mehren sich die Stimmen – auch vom GDV – für ein Abwarten. Man möge doch bitte im Blick behalten, wie sich die Zinslandschaft im Laufe dieses Jahres entwickle. Möglicherweise käme man ja auch mit einer Absenkung des Höchstrechnungszinses auf 1,5 Prozent aus. Wie dem am Ende auch sei – das Gros der bestehenden Verträge ist von dieser Diskussion ohnehin nicht direkt betroffen. In der zweiten Hälfte der 1990-er Jahre abgeschlossene Policen etwa verfügen noch über Garantien von 4 %.

Andererseits fürchten viele Marktbeobachter, dass sich die Lust der Deutschen aufs Vorsorgesparen etwa über private Rentenversicherungen durch einen noch niedrigeren Höchstrechnungszins weiter deutlich eintrüben könnte. Eine solche Entwicklung kann sich der Staat aber im Hinblick auf die demografischen Eckdaten kaum leisten. Die jetzt hochkochende Diskussion um die Empfehlung der Deutschen Aktuarvereinigung dürfte allerdings Wasser auf die Mühlen der Versicherungsgegner sein. Sie halten die Verzinsung der Verträge für völlig unzureichend und plädieren lautstark für eine Abkehr von diesem über Generationen bewährten Altersvorsorgemodell. Dass die laufende Verzinsung über alle Verträge und Vertragsarten hinweg 2014 bei rund 3,5 Prozent liegen wird, blenden sie dabei genauso aus wie das Nichtvorhandensein echter Alternativen.

(Autor: Hans-Werner Thieltges)

Bequemlichkeit kostet Rendite und zufriedene Kunden kommen wieder

Auf Seiten der Zertifikateanbieter zeigt sich ein gemischtes Bild. Einerseits ist das Geschäft besser als in den Vorjahren, andererseits stellen sich die Emittenten aber auch auf einen härteren Wettbewerb ein.
Für das erste Halbjahr 2014 geht jeder zweite Emittent von einer unveränderten Geschäftsentwicklung aus. 44 Prozent sind allerdings zuversichtlich und erwarten eine Verbesserung. Nur 9 Prozent befürchten, dass sich ihr Zertifikategeschäft zukünftig verschlechtern wird.
Dass sich der Wettbewerb trotz guter Entwicklungsprognosen dennoch verschärfen wird, davon gehen 86 Prozent der 23 befragten Emittenten aus, die auf dem deutschen Markt tätig sind. Sicher ist: Der Zertifikatemarkt ist und bleibt mit mehr als 30 Emittenten stark umkämpft. Versetzen sich die Zertifikateanbieter dabei in die Lage ihrer Anleger, so glauben 70 Prozent, dass für ihre Kunden gute Erfahrungen in der Vergangenheit das entscheidende Kaufkriterium sind.
Und die Sicht der Anleger? Eine aktuelle Online-Umfrage bei mehr als 7000 Anlegern zeigt, dass die Mehrheit von den diesjährigen Kursanstiegen profitieren konnte. 55 Prozent der Befragten erklärten, dass ihr Wertpapierdepot in 2013 einen Gewinn von über 6 Prozent ausgewiesen hat. Bei 16 Prozent liegt der Gewinn immerhin noch zwischen 1 und 6 Prozent.
Auch, wenn viele Privatanleger in Bezug auf ihre Finanzprodukte häufig unsicher sind, gilt: Sich nicht um seine Finanzen kümmern führt durch die Inflation zum Abbau des Vermögens. Also besser informieren und feststellen, dass Zertifikate beim Vermögensaufbau in jedes erfolgreiche Depot gehören.


Autor: Lars Brandau, Geschäftsführer des Deutschen Derivate Verbands (DDV)
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Werden die Verlierer die Gewinner sein?

Diese Fakten sollten jedem bekannt sein. Auch die Tatsache, dass der steigende Wohlstand in den Entwicklungs- und Schwellenländern die Nachfrage nach Rohstoffen konstant steigen lässt, ist nicht neu. An den Aktienbörsen wird aktuell aber ein anderes Spiel gespielt. Aktien der Bereiche Energie und Bergbau fristen seit Längerem ein Schattendasein und werden von den Anlegern vernachlässigt. Beide Segmente laufen der Wertentwicklung der breiten Indices nicht nur hinterher, sondern entwickeln sich zum Teil auch deutlich negativ. Dies gilt nicht nur für das Jahr 2013, sondern auch für die Jahre 2011 und 2012.

Kurzfristig mag das wirtschaftliche Umfeld noch durch Unsicherheit über die Wachstumsaussichten der Wirtschaft geprägt sein, klar ist jedoch, dass das Wachstum in den Entwicklungs- und Schwellenländern auch zukünftig vorhanden sein wird. Ob es nun z.B. 7,5% in China sein werden oder nur 6,5 % - 7% ist in diesem Zusammenhang nur eine Kennzahl. Urbanisierung, steigender Lebensstandard und der Ausbau bzw. die Verbesserung von Intrastruktur bilden weiterhin eine solide Basis für Nachfrage, auch in den Industriestaaten.

In den vergangenen Jahren waren die Schlagzeilen, welche die Unternehmen aus dem Bereich Energie und Bergbau veröffentlichten, häufig von großen Übernahmen und Investitionsvorhaben geprägt. Doch hat sich das Bild deutlich verändert. Der Druck von professionellen Aktionären auf das Management der Gesellschaften hat sich stark erhöht. Die Interessen der Investoren stehen wieder im Mittelpunkt. Dazu wurden bereits von vielen Gesellschaften die Investitionsbudgets gekürzt und die Dividendenpolitik verbessert. Die Generierung von Liquidität tritt mehr und mehr in den Mittelpunkt. Angesichts der zum Teil deutlich gesunkenen Notierungen für einige Rohstoffe wurden auch teure Explorationen geschlossen oder deren Schließung als Option in Betracht gezogen. Diese Maßnahmen zielen auf der einen Seite auf die Profitabilität, dienen aber auch auf der anderen Seite der Stabilisierung der Rohstoffnotierungen.

China importierte 1995 1,2 Millionen Tonnen Kupfer (10% des Weltmarktes). Im Jahr 2010 waren es 7,2 Millionen Tonnen (37% Weltmarktanteil). Dies entspricht einer Veränderung von 6 Millionen Tonnen. Die Prognosen für 2025 liegen bei 16,4 Millionen Tonnen und einem Weltmarktanteil von 51%. Gleichzeitig sind die Anforderungen an die Produktion für Kupfer deutlich gestiegen. 1990 mussten für die Produktion von 1 Tonne Kupfer noch ca. 200 Tonnen Gestein verarbeitet werden, 2012 waren es bereits ca. 500 Tonnen Gestein und die Prognosen für 2016 gehen von ca. 750 Tonnen aus. Parallel wurden die Auflagen für den Umweltschutz strenger. Faktoren, die die Preise für Kupfer und andere Rohstoffe steigen lassen werden. Dies gilt nicht nur für Metalle, sondern auch für Energieträger wie Öl und Gas. Auch wenn Fracking derzeit ein großes Thema ist und die Karten für Angebot und Nachfrage sich verschieben, gibt es Probleme. Die USA als größter Verbraucher von Öl und auch Gas hat bisher keine Möglichkeiten, diese zu exportieren. Derzeit ist es gesetzlich verboten und es bestehen auch keine großen Anlagen, um dies in nennenswertem Umfang zu betreiben. Gas müsste z.B. verflüssigt werden. Auch die Reichweite der neuen Funde und der zukünftigen Produktion aus Fracking müssen beobachtet werden, da die Prognosen hierzu sehr unterschiedlich sind. Hieraus ergeben sich lokal immer noch Preisunterschiede.
Die Bewertung insbesondere der großen börsennotierten Gesellschaften aus den Bereichen Bergbau und Energieexploration ist weiterhin unterdurchschnittlich zum historischen Mittel. Des Weiteren haben die großen Investoren die Bereiche Energie und auch Bergbau in den Portfolios deutlich untergewichtet. Wie bereits eingangs vermerkt, bauen aktive Aktionäre wie Hedge-Fonds Positionen auf, um das Potential an Cash für die Aktionäre zu heben. In der Vergangenheit hatten diese Investoren eher direkt in Rohstoffe investiert. Dies lässt sich beispielweise auch an der relativen Entwicklung des Goldpreises zur Entwicklung des Goldminindex ablesen. In den vergangenen Jahren gaben die Notierungen der Aktien im Index trotz steigender Notierungen des Goldes nach. Seit Mai diesen Jahres hat sich diese Entwicklung ins Gegenteil umgekehrt. Zuletzt haben Investoren wieder mehr in die Aktien der Goldförderer investiert.

Bei den Energieträgern gilt es ebenso den Trends zu folgen. Öl wird nicht nur durch Fracking in den USA gewonnen: neue Lagerstellen liegen zunehmend unter tiefen Ozeanen, so z.B. vor der Küste Brasiliens oder in Regionen, die bisher eher vernachlässigt wurden, wie Ostafrika.
Dadurch kommen neue Gesellschaften in den Blickpunkt, welche die entsprechende Technik entwickelt haben oder die Rechte an den neuen Vorkommen besitzen. Kleine Gesellschaften dürften in diesem Zusammenhang von höheren Wachstumsraten profitieren und auch das Ziel für Übernahmen sein. Beides sind Argumente für die Erwartung von Kurssteigerungen bei Energie- und Minenaktien und deren gesamtem Umfeld. Das richtige Branchen Know-how ist für die Realisierung dieser Chancen ebenso wichtig wie die Möglichkeit, in Small & Mid Caps investieren zu können. Die gesamte Wertschöpfungskette bietet sowohl im Energie- als auch Bergbaubereich interessante Perspektiven.

Die Chancen stehen gut, dass die Underdogs sich in 2014 besser entwickeln werden. Professionelle Investoren, die sich aktiv für die Belange der Aktionäre einsetzen sind ein gutes Zeichen. Rechtzeitig dabei sein sichert eine ordentliche Rendite.


Autor: Thomas Meyer, Country Head Germany PETERCAM S.A.

Weiterhin gute Perspektiven für High Yield-Anleihen

Und die Perspektiven für solide Erträge bei Hochzinsanleihen sind auch für 2014 weiter intakt.
Denn steigende Renditen könnten die Nachfrage für High Yield-Anleihen (Unternehmenstitel mit schwacher Bonität) auch in den nächsten Monaten unterstützen, da die Risikoprämien dieser Hochzinsanleihen gegenüber steigenden Zinsen einen gewissen Verlustpuffer bilden und somit höhere Returns ermöglichen, als dies beispielsweise Investmentgrade-Anleihen können. Für diese höheren Returns müssen Anleger allerdings auch ein gewisses Risiko in Kauf nehmen, denn die Ausfallsraten und Liquiditätsrisiken sind in diesem Segment naturgemäß höher als bei Unternehmenstiteln mit guter bis sehr guter Bonität.

Begünstigt wird die Entwicklung steigender Zinsen durch das zu erwartende Tapering der US-Notenbank: Aktuell befindet sich die Euro-Zone noch in einer Art Komfortzone mit „sich normalisierenden" Staatsanleihen-Spreads, gelockerten Kreditbedingungen, niedrigen Ausfallsraten und moderatem Wirtschaftswachstum, doch eine Abkoppelung von steigenden Renditen in den USA wird Europa nicht gelingen. Auch wenn es die Europäische Zentralbank mit ihrer neuen Kommunikationslinie einer „Forward Guidance" geschafft hat, Ruhe in den Markt zu bringen, werden – zeitverzögert – auch in der Euro-Zone die Zinsen wieder steigen. Auch aus diesen Gründen richten viele internationale Anleger ihre Aufmerksamkeit mehr und mehr nach Europa: Der Anteil an Euro High Yield-Anleihen gegenüber US-Papieren gewinnt von Jahr zu Jahr an Bedeutung.

Vergleicht man die Performance von US High Yield-Anleihen mit der von US-Staatsanleihen in Zinsanhebungsphasen, so schneiden die Hochzinsanleihen seit 1985 regelmäßig besser ab als die Treasuries.

Natürlich kann das Tapering auch bei High Yield-Anleihen zu kurzfristigen Rückschlägen führen: Im vergangenen Frühsommer, als die Fed eine Reduktion der Staatsanleihenkäufe ankündigte, hatten Hochzinsanleihen den schlimmsten monatlichen Verlust der letzten zwei Jahren zu verzeichnen. Doch schon kurz danach konnte die Assetklasse ihre eingangs beschriebenen Stärken wieder unter Beweis stellen.

Trotzdem stoßen Hochzinsanleihen aufgrund ihres erhöhten Ausfallrisikos (und möglicherweise auch wegen ihres Beinamens „Schrottpapiere") bei Anlegern auf gewisse Vorbehalte. Nicht unbedingt zu Recht, denn die Assetklasse hat – absolut betrachtet – seit Anfang 2000 deutlich besser abgeschnitten als Aktienindizes führender westlicher Aktienmärkte, wie z.B. der S&P 500 oder der Euro Stoxx 50. Ein Großteil der relativen Outperformance ist nach 2008, also in der Zeit nach dem Ausbruch der Finanzwirtschaftskrise, erzielt worden. Viele Unternehmen können auf einen mehrjährigen Entschuldungsprozess zurückblicken. Das begründet auch die niedrigen Ausfallsraten der letzten Jahre. Laut einer Schätzung von Moody's liegt diese – auf die nächsten 12 Monate betrachtet – bei 2,8 %. Unterstützt wird die niedrige Ausfallsrate vom verbesserten wirtschaftlichen Umfeld und der dadurch erwarteten Lockerung bei der Kreditvergabe. Ein sicheres Investment sind High Yield-Anleihen aber nicht. Eine sorgfältige Auswahl der einzelnen Titel ist das Um und Auf. Das gilt nicht zuletzt deshalb, weil Gewinnentwicklung und Finanzierungsmöglichkeiten der Unternehmen schnell unter Druck geraten können, wenn sich die Wirtschaftsentwicklung wieder einbremsen sollte.

Raiffeisen Capital Management bleibt für High Yield-Anleihen weiterhin positiv gestimmt und erwartet, dass mit ihnen auch 2014 höhere Erträge zu erzielen sein werden als mit deutschen Staatsanleihen, US-Treasuries und Investmentgrade-Anleihen. Eine Wiederholung der zweistelligen Erträge der letzten Jahre ist jedoch nicht zu erwarten.

Autor: Thomas Korhammer, Fondsmanager bei Raiffeisen Capital Management zum Thema High-Yield-Anleihen

Go West – die Wiedergeburt der USA

Das Land erlebt eine nachhaltige wirtschaftliche Renaissance, die auf drei Faktoren basiert: der Energieunabhängigkeit durch Schiefergas, der Innovationsstärke der Wirtschaft und dem Rückgang des Doppeldefizits bei Haushalt und Handelsbilanz.

Tatsächlich sind die Steuereinnahmen der USA gestiegen und die Staatsausgaben nominal betrachtet seit 2009 stabil. Aktuell wirken sich beispielsweise der Rückzug Amerikas aus dem Irak und das Ende des Militäreinsatzes in Afghanistan positiv auf die Staatsausgaben aus. Auch beim Handelsdefizit wendet sich das Blatt. Der Grund liegt in der Energiegewinnung aus Schieferöl und -gas. Sie hat zu einem Rückgang der Energieimporte um ein Drittel geführt. Hinzu kommt, dass US-Unternehmen durch sinkende Energiekosten einen Vorteil im globalen Wettbewerb haben. Sollten die USA künftig zum Gasexporteur werden, spricht vieles für eine weitere Verbesserung der Handelsbilanz.
In den vergangenen Monaten zeichnete sich zudem eine Neubewertung von Unternehmen ab, deren Wert in ihrem geistigen Eigentum und ihrer Innovationsstärke liegt – schon immer eine Stärke der USA. Anleger profitieren von dieser Innovationsstärke in Bereichen wie Pharma, Biotech und Technologie. Aber auch über diese Branchen hinaus gibt es viele Hinweise auf eine wieder solide Finanzkraft amerikanischer Unternehmen. Bislang ist jedoch eine gewisse Zurückhaltung bei den Investitionen zu spüren. Die gute Nachricht: Die Unternehmen sitzen auf Cash. Steigt das Vertrauen in Amerikas Wirtschaft weiter, steht einem Anstieg der Investitionstätigkeit nichts mehr im Wege.
Dass die Amerikaner wieder Vertrauen fassen, belegt die Zahl der verkauften Häuser. Sie ist im Sommer 2013 auf ein Fünfjahreshoch gestiegen. Der Aufwärtstrend am Immobilienmarkt ist für den Konsum in Amerika – seit jeher die wichtigste Triebfeder der US-Wirtschaft – von zentraler Bedeutung. Er wirkt sich nicht nur positiv auf das Vermögen der Amerikaner aus, sondern mit anziehender Bautätigkeit auch auf die Beschäftigungszahlen.

Für Anleger, die in diesem günstigen Umfeld in US-Aktien investieren möchten, ist eine sorgfältige Titelauswahl wichtig. Denn die Gewinnmargen amerikanischer Unternehmen sind nicht mehr weit von ihren Allzeithochs entfernt. Wer nicht zu viel bezahlen will, für den ist eine Anlage in Indizes, die nach Marktkapitalisierung gewichtet sind, problematisch geworden. Denn sie unterscheiden nicht zwischen langfristigen Gewinnern und jenen Unternehmen, deren Gewinnmargen schon bald sinken könnten.

DeAWM: „Die Bäume wachsen, aber nicht in den Himmel“

Nach Ansicht der Experten von Deutsche Asset & Wealth Management (DeAWM) ist die Weltwirtschaft auf einem guten Weg. 2014 sollte zu einem soliden Jahr für die Anleger an den internationalen Finanzmärkten werden. „Die Bäume wachsen, aber sie wachsen nicht in den Himmel", sagte der Co-Chief Investment Officer und Geschäftsführer der Deutsche Asset & Wealth Management Investment GmbH Asoka Wöhrmann bei einem Pressegespräch zum Marktausblick 2014 am 5. Dezember in Frankfurt am Main. Im vergangenen Jahr habe der Patient Europa die Intensivstation verlassen, nun sei er endgültig auf dem Wege der Besserung. Vor allem dank der Wirtschaftserholung in Südeuropa dürfte das Bruttoinlandsprodukt im Euro-Raum 2014 um 0,7 Prozent wachsen, so Wöhrmann.

Die Dynamik für höheres Wachstum dürfte im kommenden Jahr in erster Linie von den entwickelten Volkswirtschaften ausgehen, allen voran von den USA. Steht Amerika sich nicht in Form eines erneuten Shutdowns selbst im Weg, dürfte der moderate Wachstumskurs beibehalten werden. Auch Japan wird wieder eine größere Rolle als in den vergangenen Jahren spielen: Hier stehen die Strukturreformen der dritten Phase der Abenomics im Kampf gegen die Deflation auf dem Programm. China wird mit einem Wachstum von 7,5 Prozent weiterhin für einen positiven Impuls für das globale Wachstum sorgen. „Insgesamt dürfte es ein solides Jahr an den Finanzmärkten werden. Wir erwarten verhaltene Anstiege an den Kapitalmärkten, wenn auch nicht mehr so deutlich wie 2013. Allerdings rechnen wir mit einer höheren Volatilität. Wir sind immer noch in einer Renditefalle. Für den Kapitalanleger gilt angesichts des Niedrigzinsumfelds und der finanziellen Repression grundsätzlich: Er muss mehr ins Risiko gehen. Eine Blase sehe ich nicht – nicht bei deutschen Aktien und auch nicht an den deutschen Immobilienmärkten", sagte Wöhrmann. DeAWM empfiehlt den Anlegern für das kommende Jahr, ein Schwergewicht auf Aktien zu legen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte ihre Niedrigzinspolitik vorerst fortsetzen. „Die EZB spielt im kommenden Jahr eine wichtige Rolle. 2014 steht noch keine restriktive Geldpolitik auf der Agenda, sondern eher eine Konsolidierung der Bankenlandschaft, die in den USA nach mehr als 450 abgewickelten Finanzinstituten bereits als abgeschlossen gilt. Das Schlagwort Bankenunion könnte einer von vielen möglichen Volatilitätstreibern in Europa werden. Die Inflation dürfte niedrig bleiben, die Gefahr einer Deflation besteht nicht", sagte Wöhrmann. Die Fed sollte im ersten Quartal damit beginnen, die Geldpolitik wieder etwas anzuziehen. Über das so genannte Tapering werden die Notenbanker ihre Anleihekäufe zurückfahren. Nach einer eher volatilen Phase dürften sich dann im zweiten Halbjahr die Märkte beruhigen, wovon auch die Emerging Markets profitieren dürften. Eine Zinserhöhung in den USA dürfte erst wieder 2015 Thema werden.

Das macht die Situation an den Rentenmärkten nicht gerade einfach. G4-Anleihen, also Papiere aus Deutschland, den USA, Großbritannien und Japan, dürften weiterhin nur sehr niedrige Renditen bringen, teilweise dürfte der Ertrag zwar nominal positiv, real aber negativ sein. Das Nullzinsumfeld am Geldmarkt werde noch etwa zwei Jahre anhalten. „Vier Punkte werden 2014 entscheidend sein für ein erfolgreiches Investment an den Rentenmärkten: Eine Rotation – also ein Wechsel – der Anlageklassen, eine genaue Selektion der Anleihen, gutes Timing und der Blick auf die Liquidität. Kurz gefasst: aktives Bonds-Management", sagte Stefan Kreuzkamp, Co-Head EMEA (Europe, Middle East and Africa) Fixed Income. Differenzierte Investments seien 2014 von großer Bedeutung, etwa bei Unternehmensanleihen, die aufgrund ihrer Zinsaufschläge in dem Niedrigzinsumfeld gut gepuffert sind. Anleihen aus Peripherieländern böten einen Zinsaufschlag gegenüber Anleihen aus den Kernländern. Carry und Tightening – also das Verdienen an einer Normalisierung der Zinsaufschläge – bleibe im Euro-Raum eine attraktive Strategie. In den Emerging Markets sei eine sehr differenzierte Analyse nötig, vor allem hinsichtlich der Länderauswahl.

Für die Aktienmärkte sehr optimistisch ist Henning Gebhardt, Head of EMEA Equities. Er sagte: „2012 und 2013 standen die Aktienmärkte unter dem Einfluss von Risikoaversion und Normalisierung. 2014 dürfte sich dies wandeln. Jetzt dürften die Gewinne der Unternehmen zum Haupttreiber der Aktienmärkte werden. Dies sollte den Börsen in den kommenden zwölf Monaten weiteren Auftrieb geben." Für die Fortsetzung des Kursanstiegs spreche auch, dass viele Investoren Aktien in ihren Depots untergewichtet haben. An den meisten Aktienmärkten sollten Renditen von bis zu fünfzehn Prozent erzielbar sein. „An europäischen Aktien führt auch 2014 kein Weg vorbei", so Gebhardt. Aktien in Europa seien historisch gesehen immer noch sehr günstig – trotz des zum Beispiel jüngst erreichten DAX-Rekords. Investoren sollten zudem überlegen, auf konjunktursensitive Branchen zu setzen und Aktien aus den Bereichen zyklische Konsumgüter, Industrie und Finanzdienstleistungen überzugewichten. Small-Cap-Aktien dürften ebenfalls überdurchschnittlich von dem höheren Wirtschaftswachstum profitieren und sollten daher gegenüber Large-Cap-Papieren die Nase vorne haben. Anleger sollten Aktien zinssensitiver Unternehmen aus den Bereichen Versorger und Basiskonsum tendenziell untergewichten.

Deutsche Asset & Wealth Management (DeAWM)
Dezember 2013
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Afrikanische Rentenmärkte im Fokus

Erstaunen dürfte diese positive Entwicklung unter Berücksichtigung der globalen Geldmengenausweitung und insbesondere aufgrund der soliden Fundamentaldaten afrikanischer Staaten nur bedingt - Staatsverschuldungen von meist unter 30 %, fallende Inflations- und dynamische Wachstumsraten haben zunehmend auch professionelle Investoren angelockt.

Entsprechend sind auch die Renditen der afrikanischen US-Dollar Zinspapiere stark gefallen. Ghanas 10-jährige Staatsanleihe mit Verfall 2017 weist noch eine Rendite von 6 % auf und Nigerias Schuldverschreibung mit Laufzeit 2018 kann momentan mit einer Verfallsrendite von 4.3 % erworben werden.

Interessanter erscheinen da die bis jetzt noch nicht beachteten Anleihen in afrikanischen Währungen – bei knapp 13 % notiert z.B. die 10 jährige Naira denominierte Anleihe aus Nigeria. Den attraktiven Renditen stehen neben dem Standard Risiko Bonität insbesondere Fremdwährungsschwankungen und geringere Liquidität gegenüber.

Afrika wird zunehmend besser eingeschätzt

Die soliden makroökonomischen Rahmendaten haben vielen afrikanischen Staaten entweder zu einem ersten oder zu einem verbesserten Rating verholfen. S&P weist beispielsweise ein A- Rating für Botsuana aus, Südafrika erhält die Note BBB und die Öl-Giganten Nigeria und Angola werden von der Rating Agentur mit BB- bewertet.
Positiv auf die Einschätzung wirkten sich insbesondere auch die strukturellen Reformen aus – bis vor kurzem hatten z.B. die wenigsten Länder Sub-Sahara Afrikas ein erklärtes Inflationsziel. Dieser Zustand hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Die Zentralbanken vieler Länder haben begonnen die Teuerungsraten konsequent zu bekämpfen, was sich in fallende Inflationsraten sowie steigenden Realzinsen - z.T. deutlich über 5 % - bemerkbar gemacht hat!

Daneben verhalf sicherlich auch die Tatsache, dass die durchschnittliche Staatsverschuldung afrikanischer Staaten bei etwa 30 % liegt, Fremdwährungsreserven in der Höhe von 15% des BIPs bestehen und solide Wachstumsraten von über 5 % erzielt werden der Region zu einer besseren Bewertung.

Junge Rentenmärkte mit entsprechenden Risiken

Trotz der erfreulichen strukturellen und makroökonomischen Entwicklung ist festzuhalten, dass der Rentenmarkt in Afrika in Bezug auf internationale Anleihen noch in den Kinderschuhen steckt. Die wenigsten Staaten verfügen über ein internationales Rentenprogramm und haben entsprechend auch (noch) keine Anleihen in z. B. US Dollar begeben. Ausnahmen bilden hier Staaten wie Südafrika, Ägypten, Nigeria und Ghana, deren US Dollar denominierte Schuldverschreibungen jeweils gut von internationalen Investoren aufgenommen wurde.

Dem gegenüber steht ein etwas weiter entwickelter lokaler Rentenmarkt, dessen Zinspapiere meist attraktive Renditen im deutlich zweistelligen Bereich aufweisen. Ein von Silk Invest berechneter afrikanischer Anleihe-Basket in lokalen Währungen beziffert die indikative Rendite beispielsweise auf 14 % - dies bei einer geringe Duration von zwei Jahren! Hierbei darf jedoch nicht ausgeblendet werden, dass diese Anleihen ggf. signifikanten Währungsschwankungen ausgesetzt sind. Insbesondere während der Finanzkrise haben afrikanische Währungen stark unter den Mittelabflüssen gelitten - entsprechend haben Naira, Schilling, Cedi und Co. durchschnittlich 3-5 % p. a. in den letzten 10 Jahren verloren. Glaubt man jedoch den Volkswirten führender Investmentbanken, so sind die meisten Währungen mittlerweile tendenziell eher unter- als überbewertet.

Zu den Währungsschwankungen hinzu kommt der Faktor Liquidität. Die große Mehrheit der Staatsanleihen in Landeswährungen werden von den jeweiligen lokalen institutionellen Investoren gehalten (daher ist auch das Risiko eines Ausfalls als relativ gering einzuschätzen – ein Nichtbezahlen hätte fatale Konsequenzen), die im Normalfall ein Buy and Hold Strategie verfolgen. Dieses langfristig orientiere Anlageverhalten führt dazu, dass einige Emissionen eine relativ geringe Liquidität aufweisen.

Erste Afrikanische Rentenfonds entstehen

Neben den verbesserten Rahmendaten und hohen Renditen bieten Afrikanische Anleihen in lokalen Währungen ein weiteres wichtiges Verkaufsargument: Diversifikation. Da die jeweiligen Zinspapiere nicht nur eine geringe Korrelation untereinander sondern auch zu den globalen Rentenmärkten aufweisen, kann ein positiver Diversifikationseffekt erzielt werden.

Wägt man die erwähnten Chancen und Risiken ab, so erstaunt es nicht, dass vor kurzem der erste Pan-Afrikanische Rentenfonds von Investec initiiert wurde. Daneben arbeitet auch Silk Invest an einem ähnlichen Produkt, das jedoch den Fokus voraussichtlich ausschließlich auf Anleihen in lokalen Währungen legen soll.

Dass gerade zwei Afrika Spezialisten Pionier Arbeit im afrikanischen Rentenmarkt leisten ist nachvollziehbar: Berücksichtigt man die oben erwähnten Risiken, so wird schnell klar, dass lokales Knowhow und jahrelange Erfahrung vor Ort notwendig sind um von den attraktiv erscheinenden Renditen profitieren zu können.


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