So schützen Berater die Depots ihrer Klienten effektiv vor Marktturbulenzen

Kursrisiken sollen über eine breite Streuung und den zumeist langfristigen Anlagehorizont neutralisiert werden. Einmal aufgebaut wächst das Portfolio im Rhythmus des Marktes, ganz ohne dass ein aktives Eingreifen nötig wäre, so die Theorie.

Diese weit verbreitete Anlagestrategie offenbart jedoch entscheidende Schwächen, insbesondere vor dem Hintergrund der derzeitigen Rekordvolatilität an den Märkten. Egal ob Aktie, Rohstoffinvestment oder passiver Index, jedes der genannten Produkte erzielt seine Rendite einzig in steigenden Märkten. Klienten sind über sie durchgehend „Long“ positioniert. Kurzfristige Kursabstürze können so leicht den Wertzuwachs mehrerer Jahre auffressen, wenn der Depotführer nicht rechtzeitig reagiert.

Doch auch die Nachteile eines sofortigen Verkaufs wiegen schwer: Umschichtungen verursachen hohe Gebühren und verändern die oft mühsam aufgebaute Struktur des Depots. Was also tun? Welche leicht verständlichen Instrumente kann der umsichtige Anlageberater seinen Kunden an die Hand geben?

Eine elegante Lösung Portfolios vor kurzfristigen Abstürzen abzusichern, ohne die Struktur des Depots zu verändern oder verkaufen zu müssen, besteht darin gegenläufige „Short“-Positionen aufzubauen. CFDs (Differenzkontrakte) bieten die Möglichkeit dies maßgeschneidert und kostengünstig umzusetzen. Während Daytrader mit CFDs gehebelt auf Kursentwicklungen spekulieren, eignen sich die Eigenschaften von CFD genauso gut als „Kursversicherung“ auf bestehende Positionen. Die dahinter liegende Mechanik wird im folgenden Beispiel deutlich:

Hedge einer Rohstoffanlage am Beispiel Erdöl

Der Ölpreis ist im Niedergang begriffen. Im August 2014 notierte die Sorte Brent bei noch bei 115 $ pro Barrel, ein Jahr später hat sich der Wert bei weniger als der Hälfte stabilisiert, nämlich bei rund 50$. Da unser Beispielberater einen Wendepunkt vermutet, empfiehlt er seinem Anlagekunden einzusteigen, dieser ordert daraufhin 2.000 Anteile eines Brent-Indexprodukts für 100.000 $. Nur eine Woche später geben USA und EU bekannt, dass die Sanktionen gegen den Iran gelockert werden sollen und die iranische Öl-Produktion bald auf den Weltmarkt strömen könnte. Was kann dem Klienten empfohlen werden, um auf den zu erwartenden Preisverfall zu reagieren?

Eine simple wie effektive Methode ist das „Hedgen“ durch eine gegenläufige Short-Position. Um den Hedge zu errichten, muss einfach dieselbe Menge Öl leerverkauft werden. Dazu ordert der Klient 2.000 Short-CFDs auf den Brent-Erdölindex, der sich gemeinhin auf den Preis eines Barrels bezieht. Die CFD-Kontrakte sind hierzu besonders geeignet, da sie nahezu 1:1 zum Ölpreis korreliert sind und – im Gegensatz zu anderen Hedging-Produkten wie Optionen – keinen Zeitwertverlust aufweisen. Zudem muss der Berater seinen Kunden nicht mit den komplizierten Parametern (Delta, Gamma, Theta, Vega, Rho und Omega) eines Optionsscheins vertraut machen. Wenn nun der Preis des Erdölindex fällt, gleichen die Short-CFDs den entstehenden Verlust 1:1 einfach aus.

Hedge des Währungsrisikos

Neben dem Kursrisiko kann auch das Währungsrisiko des in Dollar notierten Öls abgesichert werden. Denn bereits kleine Bewegungen der Wechselkurse haben große Auswirkungen auf die Gewinnentwicklung. Fällt der Ölpreis beispielsweise von 50 $ pro Barrel auf 45 $ pro Barrell, während sich der Wechselkurs EUR/USD von 1,10 auf 1,12 verändert, geschieht folgendes: Die Öl-Position verliert um 5 $ pro Barrel an Wert, mit dem CFD-Hedge verdient der Klient jedoch dieselben 5 $ pro Barrel wieder. Es entsteht somit kein Gewinn oder Verlust aus der Kursveränderung. Dennoch entsteht ein Verlust ausgehend von der Wechselkursveränderung über 1.624 €!

Wie konnte das passieren? Vor dem Kursverfall betrug der Euro-Gegenwert der Öl-Position 90.909 € ((2000x50)/1,10). Nach der skizzierten Kursentwicklung sinkt der Wert auf 80.357 € (2000x45)/1,12). Mit dem Öl-CFD-Hedge verdient der Anleger 8.928 Euro (2000* 5)/1,12) und federt den Gesamtverlust von 10.552 € merklich ab. Dennoch beträgt der Verlust 1.624 €. Wie kann auch dieser Wechselkursverlust mit einem Hedge abgesichert werden?

Der Berater empfiehlt einfach nach demselben Prinzip wie oben zu verfahren: Der Klient verkauft den Gegenwert von 100.000 $ und erwirbt dafür Euros. Damit werden auch die Währungsverluste in Höhe von 1.624 € ausgeglichen. Wichtig: für diese Investments auf Hebel können zusätzliche Finanzierungskosten entstehen, die es für die absichernde Partei miteinzukalkulieren gilt.

Weitere Hedging-Optionen

Analog zum aufgeführten Beispiel lassen sich unterschiedliche Anlagen gegen spezifische Risikofaktoren absichern. So lässt sich z.B. ein Aktienportfolio, welches den DAX (long) abbildet, mit einer entsprechenden Anzahl an GER30-Short-CFDs gegen turbulente Phasen am Aktienmarkt absichern. Ebenso lassen sich physische Positionen, die kurzfristig meist sehr illiquide sind, optimal per CFD absichern. Dies hilft Kunden die ein Teil ihres Vermögens in physische Rohstoffe – beispielsweise Goldmünzen oder -barren – investiert haben.
Bei allen CFD-Hedges ist zu beachten, dass sie immer eine Gegenposition zur eigentlichen Anlageposition darstellen. Die Gegenposition steigt im demselben Umfang, in dem die Anlageposition fällt und umgekehrt. Wie lange eine Gegenposition bestehen soll, müssen Berater und Kunde individuell entscheiden.


Autor: Jens Klatt, Chefanalyst von FXCM Deutschland

Goldpreis zieht sich dank China aus dem Keller

China bereitet dem Goldpreis ein gutes Umfeld. Zuletzt hat die chinesische Notenbank überraschend bekannt gegeben, dass sie im Juli 610.000 Unzen (18,97 Tonnen) Gold gekauft habe, womit ihr Bestand auf 1.677 Tonnen gestiegen ist. Das war allerdings nur eine kleine Aufstockung. Denn erst am 17. Juli hatte die Notenbank gemeldet, dass der Goldbestand zwischen Mai und Juni um horrende 604 Tonnen auf 1658,4 Tonnen nach oben geschossen war. Indem die Notenbank nach und nach den Goldschatz enthüllt, will sie das Vertrauen stärken. Denn die kräftige Abwertung des Renminbi hat für erhebliche Verunsicherung gesorgt, zeigt dieser Schritt doch, wie schwach die chinesische Exportwirtschaft und damit die Wirtschaft insgesamt ist, weil sie unter dem vorherigen, jahrelangen Anstieg des Renminbi erheblich leidet.

„Gold ist ein Gewinner“

Investoren denken zusehends darüber nach, welche Länder als nächstes auf die Maßnahmen Chinas reagieren werden und ihre eigene Währung schwächen. Denn die Abwertung des Renminbi bringt gerade Länder aus den Emerging Markets, wie zum Beispiel Vietnam, Südkorea, Taiwan, Thailand unter Druck, ihre Währung ebenfalls abzuwerten, um die heimische Exportwirtschaft zu stützen. So hat Vietnam zuletzt den Dong das dritte Mal in diesem Jahr abgewertet. Ein derartiges Umfeld ist positiv für den Goldpreis, weil die Verbraucher nach einer Anlage suchen, die ihre Kaufkraft erhält. „China hat die nächste Schlacht im Währungskrieg gestartet. In diesem Umfeld kann es nur einen Gewinner geben und das ist Gold“, sagte etwa Adrian Day, Chef der US-Investmentfirma Adrian Day Asset Management. In der monatlichen Umfrage der Bank of America Merrill Lynch unter weltweiten Fondsmanagern haben im August die Finanzprofis plötzlich eine „Rezession in China“ und eine „Schuldenkrise in den Emerging Markets“ als die größten Risiken für den Finanzmarkt angesehen. So sehen 52 Prozent der Befragten eine Rezession in China als das mit weitem Abstand größte Risiko. Inklusive der Schuldenkrise in den Emerging Markets steigt der Wert auf zwei Drittel.

Hohe Zahl an Short-Positionen

Am Derivate-Markt hatte sich in den vergangenen Wochen eine Extremsituation gebildet. Seit vier Wochen spekulieren Investoren mit mehr Futures und Optionen auf fallende Kurse (Short) als auf steigende Kurse (Long). Die Netto-Short-Position ist nach wie vor auf einem hohen Niveau, zeigt aber auch, dass bei einem weiteren Anstieg des Goldpreises Short-Positionen aufgelöste werden dürften. Diese Short-Eindeckungen verstärken wiederum die Goldrally, insbesondere wenn der Abwertungswettlauf an Dynamik gewinnt und die Aktienmärkte unter Druck geraten. Dann wird Gold seinem Ruf als Hort der Stabilität wieder gerecht.


Autor: Tino Leukhardt, Senior Sales Ophirum Commodity GmbH

Das Beste liegt hinter uns

Die Entwicklungsländer sind in den letzten Jahren mehr und mehr als globaler Wachstumsmotor ausgefallen. Dies liegt hauptsächlich darin begründet, dass Schwellenländer wie China sich weiterentwickeln wollen vom Investitionsstandort hin zum Innovationsstandort. Diese Länder möchten also nicht nur billig produzieren, sondern die Produkte auch entwickeln und damit in der Wertschöpfungskette der Weltwirtschaft weiter nach oben rücken – eine Strategie, die vor dem Hintergrund der demographischen Herausforderungen in den asiatischen Ländern auch geboten ist. In Südamerika, wo das Wachstum hauptsächlich von Brasilien getragen wurde, hat zwischenzeitlich eine fehlgeleitete Wirtschaft- und Strukturpolitik das Wachstumstempo merklich gedrosselt.

Somit bleiben als Motoren der Weltwirtschaft noch die Industrieländer. Insbesondere die USA, Großbritannien und Deutschland haben diese Rolle übernommen. Sie kämpfen jedoch mit einer – als Lehre aus der Finanzkrise politisch und gesellschaftlich gewünschten – zunehmenden Regulierung des Finanzsektors und einer spürbaren Investitionszurückhaltung. Letztere geht wohl auf die weltweit immer noch hohen Kapazitäten zurück, die in den Jahren vor der Krise 2008/2009 aufgebaut wurden und die immer noch nicht voll ausgelastet sind. Die Produktionskapazitäten waren früher auf ein Weltwachstum von rund 4 % pro Jahr ausgelegt. Seit 2009 liegt das durchschnittliche Wachstum jedoch nur noch bei rund 3 %. Ein anderer wichtigere Faktor ist die zunehmende Zahl weltpolitischer Krisenherde. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die Unternehmen mit Investitionen zurückhalten. Die fehlende globale Investitionsbelebung ist somit ein Merkmal des aktuellen Wachstumszyklus.

Die binnenwirtschaftliche Entwicklung in einzelnen G7-Ländern ist dabei durchaus positiver, als die bescheidenen globalen Wachstumsraten vermuten lassen. Dass die Wirtschaftsleistung der größten Industrieländer deutlich langsamer steigt als vor 2008, reflektiert in erster Linie den schwachen Außenhandel und nicht mangelnde Binnennachfrage. Die Entwicklung der Arbeitsmärkte – jedenfalls in Deutschland und in den USA – ist sehr erfreulich. Dass die Arbeitsmarktdaten für die Eurozone im Ganzen alles andere als befriedigend sind, liegt an den Folgen der europäischen Schuldenkrise. In Deutschland wie auch in den USA ist aber die Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren merklich gesunken, die Beschäftigung ist angestiegen. Deutschland ist in einigen Sektoren zwischenzeitlich sogar nahe an der Vollbeschäftigung. Die gute Beschäftigungssituation stärkt das Verbrauchervertrauen und macht sich zunehmend in einer Belebung des privaten Konsums bemerkbar. Die Zuversicht der privaten Haushalte, in Verbindung mit den sehr niedrigen Hypothekenzinsen, hat auch die Immobilienmärkte profitieren lassen. Insgesamt wird das Wachstum also hauptsächlich vom privaten Konsum getragen. Die Investitionstätigkeit ist dagegen verhalten, und der Export bringt wenig Impulse.

So weit, so gut. Insgesamt kann man mit der Entwicklung in den G7-Ländern recht zufrieden sein. Betrachtet man jedoch das monetäre Umfeld in den letzten Jahren, dann muss man sich fragen, wieso die extrem expansive Geldpolitik nicht mehr als das bescheidene weltwirtschaftliche Wachstum von rund 3 Prozent hervorgebracht hat.

Leitzinsen von nahe Null und massive quantitative Lockerungsmaßnahmen der Notenbanken haben natürlich (zumindest eine Zeitlang) eine positive Wirkung auf das Wirtschaftswachstum. Insbesondere beflügeln sie die Anschaffungsneigung der privaten Haushalte und die Investitionsneigung der Unternehmen. Zudem verschaffen sie den Staatshaushalten durch niedrige Zinskosten Spielraum für Mehrausgaben. Dass bei diesen massiven stimulierenden Effekten nicht mehr an Wachstum herausgekommen ist, lässt doch an der Wachstumsstärke der Industrieländer zweifeln. Wie würde das Wachstum ohne die – nicht auf Dauer durchhaltbare – expansive Wirtschaftspolitik aussehen?

Dass die wirtschaftspolitischen Stimuli in den kommenden Jahren nachlassen, ist mehr als wahrscheinlich. Es ist kaum vorstellbar, dass die Notenbanken die Leitzinsen immer weiter senken und die Leitzinsen für lange Zeit weit im negativen Bereich liegen. Und auch wenn die Zinsen längere Zeit unverändert auf den jetzigen Niveaus blieben, würde sich der stimulierende Effekt mit der Zeit abnutzen. Von Seiten der Fiskalpolitik dürften zwar in den nächsten Jahren noch leicht positive Wachstumsimpulse kommen, da vielerorts die Bemühungen zum Abbau der strukturellen Defizite verlangsamt oder ganz eingestellt werden. Vermutlich werden aber die negativen monetären Impulse stärker wirken als die positiven fiskalischen. Und ohne diese Impulse dürfte das Wirtschaftswachstum noch bescheidener ausfallen als in den letzten Jahren.

Skepsis hinsichtlich der Wachstumsaussichten für die beiden wichtigsten Wachstumstreiber der Weltwirtschaft – die USA und Deutschland – ergibt sich auch aus einer Analyse der Konjunkturzyklen. Denn der Wachstumszyklus in den Industrieländern hält schon sehr lange an. Der aktuelle Aufschwung hat mit einer Dauer von rund 70 Monaten nach früher geltenden Maßstäben sein Haltbarkeitsdatum wohl allmählich erreicht.

Richtig ist, dass der aktuelle Zyklus untypisch ist. Der Lehmann-Schock, der alle Industrieländer in eine mehr oder weniger starke Rezession gestürzt hatte, hat zu einem ungewöhnlich synchronen Wachstumszyklus geführt. Auch das Verhalten von Geld- und Fiskalpolitik im Gefolge der Krise war in allen Industrieländern ähnlich – sehr schnell umfangreiche schuldenfinanzierte Konjunkturstützungsprogramme, die danach allmählich wieder zurückgenommen wurden, und auf geldpolitischer Seite schnelle Zinssenkungen und dann mehr und mehr quantitative Lockerung, die bis heute unverändert durchgehalten wird. Es kann keinen Zweifel geben, dass diese Wirtschaftspolitik eindeutig positiv auf das Wachstum und damit verlängernd auf den Wachstumszyklus gewirkt hat.

Die Reife des Wachstumszykluses und der bevorstehende Entzug von monetären Wachstumsimpulsen müssen nicht bedeuten, dass die Industrieländer und damit auch Deutschland unmittelbar vor einer Rezession stehen. Jedoch spricht viel dafür, dass wir schon mehr als die Hälfte des aktuellen Aufschwungs hinter uns haben. Sicherlich haben wir noch einen Joker in der Hinterhand, um einen plötzlichen Abschwung zu vermeiden, nämlich höhere Staatsausgaben. Jedoch wird man diesen nur sehr selektiv nutzen können, da viele Staaten immer noch viel zu hoch verschuldet sind. Raum für eine kräftige staatliche Konjunkturspritze gibt es eigentlich nur in den USA und Deutschland.

Somit ist es also durchaus wahrscheinlich, dass innerhalb der kommenden Jahre die Konjunkturdynamik nachlässt und die Industrieländer in die Abschwungphase des aktuellen Zyklus eintreten. Dies muss nicht zwingend in einer Rezession enden. Wenn man sich den Verlauf des aktuellen Aufschwungs betrachtet, kann es auch eine langgestreckte Periode mit sehr schwachem Wachstum und wieder steigender Arbeitslosigkeit sein. Auslöser des konjunkturellen Wendepunkts dürften – wie so oft – die Notenbanken sein. Anders als früher ist aber dafür gar kein Tritt auf die geldpolitische Bremse nötig, sondern schon etwas „Gas weg nehmen“ dürfte eine starke Wirkung haben, nachdem sich die Volkswirtschaften in der langen Phase extrem expansiver Notenbankpolitik an den Stimulus gewöhnt haben.

Welche Konsequenzen hat dieses Konjunkturbild für die Anlagemärkte? An den weltweiten Aktienmärkten könnte man noch für einige Zeit steigende Kurse erwarten, aber der größte Teil der Aufwärtsbewegung dürfte hier schon hinter uns liegen. Andererseits würden Zinsen und Renditen in einem solchen Szenario in den nächsten Jahren nicht kräftig steigen, und man hätte noch einige Jahre ein Umfeld mit niedrigen Zinsen zu erwarten. Dies würde die Banken und Sparer weiterhin belasten. Gleichzeitig dürfte im Bankensektor die Risikovorsorge wieder ansteigen, da die Ausfälle im Kreditgeschäft wieder zunehmen sollten. Insgesamt bliebe damit der Bankensektor in einer sehr schwierigen Situation.

Fazit: In den kommenden Jahren dürfe es zu einer konjunkturellen Abkühlung in den Industrieländern kommen. Die Aktienmärkte sollten hiervon in Mitleidenschaft gezogen werden und das Zinsniveau sollte noch länger sehr niedrig bleiben. Dies ist sicherlich kein sehr günstiger Ausblick, jedoch könnte sich der weltwirtschaftliche Konjunkturzyklus nach dieser Abschwungphase wieder normalisieren, so dass die Weltwirtschaft dann endlich wieder in bekanntes Gewässer kommt, mit einer normalen zyklischen Bewegung.


Autor: Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt der DZ BANK

Probleme gehen durch Ignorieren nicht weg

"Tsipras genießt einen enormen Rückhalt in der Bevölkerung und hat alle Chancen, eine umfassende Modernisierung des Landes voranzutreiben."

"Wenn die Politik sich nicht klaren Regeln unterwirft oder Souveränität an europäische Institutionen abgibt, sind Krisen wie in Griechenland immer wieder möglich."


Der Bundestag hat dem dritten Rettungspaket für Griechenland zugestimmt und damit den Weg für ein rund 80 Milliarden schweres Programm freigemacht, obwohl sich der Internationale Währungsfonds (IWF) noch nicht abschließend zu seiner Beteiligung geäußert hat. Dafür hat er gute Gründe: Griechenland wird seine Schulden (real) nicht begleichen können.

Wenn etwas nicht ewig währen kann, dann muss man sich darauf einstellen, dass es früher oder später endet. Diese „Weisheit“ gilt auch für die Tragfähigkeit der griechischen Staatsschulden. Jeder weiß, dass Griechenland seine Schulden nicht wird zurückzahlen können. Der IWF hat dies in der Vergangenheit in Form mehrerer Schuldentragfähigkeitsanalysen nachgewiesen und Frau Lagarde hat diese Einschätzung jüngst wieder bekräftigt. Auch der ESM äußert erhebliche Zweifel daran, dass Griechenland die Schulden vollumfänglich wird bedienen können. Er zeigt allerdings auch die potentiellen Lösungswege auf: drastische Streckung der Tilgungen und deutliche Reduktion der Zinslast. Mit anderen Worten: Wenn es schon zu einem realen Schuldenschnitt kommt, dann soll zumindest ein nominaler Schuldenschnitt verhindert werden. Was für eine Ironie! Wenn nach der Nicht-Beistandsklausel der EU-Verträge ein nominaler Schuldenschnitt untersagt sein soll, dann muss ja wohl nach gängiger teleologischer Auslegung ein faktischer Schuldenschnitt durch Zins- und Tilgungsstundung genauso vertragswidrig sein. Schließlich sollen Verträge ja nicht nur dem Buchstaben, sondern auch dem Geiste nach eingehalten werden.

Der eigentliche Grund für das Lavieren um das Thema Schuldenschnitt ist auch weniger in den Verträgen zu suchen, als vielmehr in der Scheu der Politiker, vor den Wähler zu treten mit der Botschaft: Das Geld ist weg. Offensichtlich wollen viele Politiker das Problem lieber auf die lange Bank – oder in die nächste Legislaturperiode – schieben und nicht selbst Überbringer der schlechten Nachricht sein. Mit dieser Vorgehensweise wird die Schuldenproblematik Griechenlands nicht gelöst, sondern lediglich auf Wiedervorlage geschoben. Wenn aber ein faktischer Schuldenschnitt unumgänglich ist, dann wäre ein nominaler Schuldenschnitt die ehrlichere Variante. Wenn ein Staat – wie im Falle Griechenlands – seine Schulden nicht bedienen kann, muss ein echter Schuldenschnitt möglich sein.

„Probleme ignorieren“ war allerdings lange Zeit auch die Devise in Griechenland selbst. Der enorme Modernisierungsstau in dem Land ist von den verschiedenen Regierungen in der Vergangenheit gekonnt ignoriert worden. Auch Premierminister Alexis Tsipras hat sich lange Zeit gegen diese Erkenntnis gesträubt. Nach den zähen und konfrontativen Verhandlungen, in deren Verlauf Griechenland am Abgrund stand, ist dem Land nur zu wünschen, dass die Regierung jetzt ihre historische Chance beim Schopfe packt und das Land wirklich umfassend modernisiert: Korruption bekämpfen, Verwaltung und Steuergesetze modernisieren. Tsipras genießt einen enormen Rückhalt in der Bevölkerung und ist unverdächtig, Teil einer korrupten Machtelite zu sein. Zur Erinnerung: Auch Gerhard Schröder ist nicht als Reform-Kanzler gestartet und hat sich am Ende zum entschiedenen Reformer entwickelt – sogar gegen seine Parteiinteressen (wie es sich jetzt auch in Griechenland abzeichnet). Vielleicht haben die Griechen ein ähnliches Glück mit Tsipras. Zu gönnen wäre es ihnen.

Das Vorgehen in der Europäischen Währungsunion legt allerdings auch wieder einmal die institutionellen Schwächen der Europäischen Währungsunion bei der Durchsetzung von Regeln bloß. Diese Schwierigkeiten können nur überwunden werden, wenn die Staaten Souveränität abgeben und zwar entweder an Institutionen oder eben an sanktionsbewehrte Regeln. Nach beidem sieht es derzeit nicht aus: Seit Beginn der Finanzkrise ist vielmehr zu erkennen, dass sich die Einzelstaaten mehr Entscheidungshoheit zurückholen. Die Abgabe von Souveränität an Regeln ist bereits so oft an Regelbrüchen gescheitert, dass dieser Weg kaum noch glaubwürdig vermittelt werden kann. Wenn sich die Politik diesem Problem nicht mit Nachdruck widmet, sind Krisen wie in Griechenland immer wieder möglich.


Autor: Dr. Martin Moryson, Chefvolkswirt von Sal. Oppenheim

Brauchen deutsche Anleger neue Produkte?

In der Tat stehen die Asset Management Branche sowie Anleger vor Herausforderungen:
  1. Die Hausse an den Rentenmärkten ist nach 30 Jahren vorbei und die Zinsen befinden sich auf einem historischen Tiefststand.
  2. In den entwickelten Ländern haben sich die demographischen Gegebenheiten deutlich verändert. Zur Sicherung der Altersvorsorge sind neue Ansätze und Strategien erforderlich.
  3. Die Investoren sind nach den heftigen Verlusten in der Finanzkrise von 2007/2008 immer noch verunsichert und haben nach wie vor wenig Vertrauen in die Branche.
  4. Eine stärkere Regulierung verlangt von Vermögensverwaltern ein höheres Maß an Verantwortung.
Casey Quirk ist überzeugt, dass diese vier Kernaspekte zu einer Neuausrichtung in der Anlagestrategie und Asset Allokation bei amerikanischen Vermögensverwaltern führen sollten. Die Strategieberater fordern neue intelligente Produkte, die die angepassten Anlagestrategien besser abbilden können. Im Prinzip sollte dies über Indexfonds (ETFs), aber auch über neue aktiv oder quantitativ gemanagte, Benchmark-unabhängige Produkte geschehen.

Doch stimmen die Erkenntnisse der Amerikaner auch für Deutschland? Und was kann der deutsche Vermögensverwaltungssektor daraus lernen?

Die vier genannten Herausforderungen erfordern zwar grundsätzlich eine Änderung in der Anlagestrategie und Asset Allokation vieler deutscher Investoren, jedoch ist es dabei besonders wichtig, die Strategie nicht einfach nur auf liquide Assets zu beschränkten, sondern die gesamte Vermögenssituation des einzelnen Anlegers mit einzubeziehen. In Zeiten, wo der Zinsfluss aus festverzinslichen Anlagen, aber auch aus Lebensversicherungen, betrieblicher Altersvorsorge und anderen Anlagen so niedrig ist wie heute, müssen andere Renditequellen wie Immobilien, Aktien oder Beteiligungen einen höheren Stellenwert erhalten. All dies kann jedoch nicht einfach in ein neues Produkt gegossen werden – und ist auch nicht notwendig. Bereits heute stehen für die Verwaltung von liquidem Vermögen umfassende Produkte allerlei Couleur zur Verfügung. Allein in Deutschland gibt es mehr als 8.000 zugelassene Publikumsfonds2 sowie über eine Million Zertifikate3.

Viel wichtiger ist es, eine umfassende und auf die Bedürfnisse der Anleger zugeschnittene Beratung anzubieten. Mit bereits am Markt vorhandenen Produktlösungen oder Direktanlagen z.B. in Aktien oder Immobilien können heimische Vermögensverwalter so die Finanz- und Ruhestandsplanung ihrer Anleger optimal in der Anlagestrategie sowie Asset Allokation umsetzen. Gerade für kleinere liquide Vermögen eignen sich Fonds oder Zertifikate. Hierfür stehen oftmals vermögensverwaltende Fonds mit einer großen Vielfalt differenzierter Anlagestrategien und Risikoklassen zur Verfügung.


Quellen:

1 http://www.caseyquirk.com/pdf/Casey_Quirk_New_Arrows_Product_Development_July_2015.pdf
2 BVI, Zeitreihe Publikumsfonds, Spezialfonds und Vermögen außerhalb von Investmentfonds von 1950 bis 2014
3 Deutscher Derivate Verband, Die Zertifikatebranche in Zahlen, Das Buch der Fakten, Juni 2014

Autor: Klaus Martini, Geschäftsführer Plückthun Asset Management

China-Tage

Ausgehend von der daraus resultierenden Konjunkturskepsis leiden insbesondere die Rohstoff-Notierungen. In der Folge müssen rohstoffproduzierende Schwellenländer, wie Brasilien, sinkende Einnahmen und nachlassendes Wachstum der Wirtschaft verkraften sowie größere Währungsschwankungen erdulden.

Billigere Rohstoffe und Ölpreise müssten eigentlich Treibstoff für deutsche und europäische Aktienwerte sein. Allein die aufkommende weltweite Konjunkturskepsis überlagert diese positiven Effekte und lässt die Aktienmärkte konsolidieren. Dabei erreichen die Indizes charttechnisch bedeutsames Terrain. Die 200-Tage-Linien laufen Gefahr, gerissen zu werden. Sollten diese Marken längere Zeit unterschritten werden, könnten weitere Kursverluste drohen.

Kurserholungen dürften dann erst wieder während der nächsten Berichtssaison winken, wenn die Unternehmensgewinne die positiven Effekte aus den niedrigen Rohstoff- und Ölpreisen widerspiegeln. Zunehmend belasten jedoch in Europa auch politische Entwicklungen die Stimmung. Zum Beispiel die anstehenden Wahlen in Spanien, wo ein Linksruck droht, und in Katalonien, wo die Wahl insgeheim als Abstimmung über weitere Abspaltungstendenzen angesehen wird. Der erhoffte ruhige Sommer erweist sich als doch nicht so ruhig.


Autor: Michael Beck, Leiter Asset Management Bankhaus ELLWANGER & GEIGER KG
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Chinas schwieriger Balanceakt

Gibt eine Zentralbank einmal die Kontrolle über den Wechselkurs auf, dann lassen sich die Marktbewegungen nur sehr schlecht steuern. Es muss daher mit weiteren kleinen Abwertungsschritten beim Renminbi gerechnet werden. Eine stärkerer Kursrückgang oder ein Währungskrieg liegt dagegen nicht im Interesse Chinas.

Feste Wechselkurssysteme haben wichtige Vorteile: Sie sind transparent, berechenbar und natürlich stabil. Zentralbanken geben diese Systeme daher nur auf, wenn sie der Einschätzung sind, dass (1) eine Kursanpassung ökonomisch geboten ist und (2) diese nicht zu neuen Instabilitäten führt. Die chinesische Zentralbank war sich des Abwertungsdrucks auf den Renminbi folglich bewusst, wird aber davon ausgegangen sein, dass dieser auch auf einige Prozentpunkte begrenzt ist. Abwertungsdruck auf den Wechselkurs ließ sich aus mehreren Faktoren ablesen. Zum einen stieg der handelsgewichtete Wechselkurs aufgrund der US-Dollar Anbindung in den vorausgegangenen 12 Monaten um über 10 %, obwohl sich die Wirtschaft zunehmend abschwächte. Zum anderen waren beim täglichen Wechselkursfixing und der steigenden Kreditvergabe Anzeichen für eine Kapitalflucht zu erkennen. Des Weiteren hatte auch der IWF die chinesische Währung als nicht mehr unterbewertet bezeichnet und zu einer höheren Flexibilität aufgefordert. Diese sei auch nötig, wenn China den Renminbi als Reservewährung etablieren möchte. Und genau dieser Punkt spricht gegen eine starke Abwertung in den nächsten Monaten. Während der Finanzkrise hat sich China eine starke Glaubwürdigkeit dadurch aufgebaut, dass es den Wechselkurs nicht wie die meisten anderen Schwellenländerwährungen abgewertet hat. Der Renminbi blieb stabil – die Glaubwürdigkeit der Zentralbank hoch, eine berechenbare Währungspolitik zu verfolgen. Wozu sollte sie diese Glaubwürdigkeit nun aufgeben? Am wahrscheinlichsten ist daher, dass sie soweit am Markt interveniert, dass der Renminbi nicht mehr als rund 5 % zusätzlich abwertet. Eine Abwertung in diesem Rahmen würde auch die Fed noch nicht von einer Zinserhöhung im September abhalten und sollte die Angst vor einem internationalen Währungskrieg begrenzen. Es bliebe eine eigenständigere und aktivere chinesische Zentralbank sowie ein Ende der Umorientierung vom export- zum konsumgetriebenen Wachstumsmodell. Um Reservewährung zu werden, wird die chinesische Zentralbank in den nächsten Jahren weitere Schritte gehen. Vor allem muss sie ausländischen Anlegern auch Reserve anbieten, die diese halten können. In der Regel sind das Staatsanleihen, die ausgegeben werden, um Haushaltsdefizite zu finanzieren. Logisch wäre es folglich, dass der nächste Konjunkturimpuls aus dieser Richtung resultiert.


Autor: Karsten Junius, Chefvolkswirt, Bank J. Safra Sarasin

Ressourceneffizienz – zentrales Thema für Nachhaltigkeitsfonds

Das Wirtschaftswachstum ist in modernen Gesellschaften zur Universallösung aller wirtschaftlichen, sozialen und politischen Probleme geworden: von der Verbesserung der Lebensqualität und der Verringerung der Armut bis hin zur Rettung überschuldeter Unternehmen und Staaten. Hinsichtlich der ökologischen Herausforderungen ist das Wirtschaftswachstum in seiner heutigen Ausprägung aber Teil des Problems. Denn solange sich die Ressourceneffizienz nicht deutlich verbessert, wächst entsprechend auch die Umweltbelastung. Falls die globale Wirtschaftsleistung weiterhin mit rund 3,5 Prozent pro Jahr wächst, verdoppelt sich auch der Ressourcenverbrauch alle 20 Jahre.

"Die Welt befindet sich in einem Wachstumsdilemma. Wächst die Wirtschaft nicht, drohen aufgrund steigender Arbeitslosigkeit soziale Unruhen und aufgrund nicht tilgbarer Schulden ökonomische Verwerfungen. Die gegenwärtige Krise in Griechenland ist ein Vorgeschmack darauf. Entwickelt sich die Weltwirtschaft aber weiter wie bisher, stehen ganze Regionen der Erde aufgrund der zunehmenden Umweltzerstörung vor dem ökologischen Kollaps. Beide Szenarien stehen im Widersinn zu einer nachhaltigen Entwicklung", sagt Gerhard Wagner, Manager des Swisscanto (LU) Equity Fund Global Climate Invest.

Ausweg aus dem Wachstumsdilemma
Der einzige sich abzeichnende Ausweg aus dem Wachstumsdilemma ist die absolute Entkopplung von Wirtschaftsleistung und Ressourcenverbrauch. Denn die Wirtschaft soll weiter wachsen können, ohne dass ökologische Grenzen erreicht werden. "Gemäß dem Think Tank 'Global Footprint Network' nutzt die Menschheit heute Ressourcen von 1,5 Planeten. Bei einem Business-as-usual-Szenario geht der Verbrauch der Menschheit im Jahr 2050 in Richtung drei Erden - obwohl logischerweise für einen Jahresverbrauch nur eine Erde vorhanden ist. Um die Ökosphäre nicht über Gebühr zu belasten und zu schädigen, muss der globale Ressourcenverbrauch bis 2050 um 30 bis 50 Prozent reduziert werden", so Wagner.

Kriterium für nachhaltige Investmentfonds
Das Wirtschaftswachstum gilt als vom Ressourcenverbrauch entkoppelt, wenn die Steigerung der Ressourceneffizienz größer ist als das Wirtschaftswachstum. "Folgerichtig ist die Ressourceneffizienz ein zentrales ökologisches Kriterium bei der Selektion von Titeln für nachhaltige Investmentfonds. Attraktiv sind beispielsweise Unternehmen, die durch Substitute oder Recycling den Ressourcenverbrauch minimieren. Nur so lassen sich die notwendigen Effizienzsteigerungen von mehr als drei bis vier Prozent im Jahr erzielen", sagt Wagner. Der Swisscanto (LU) Equity Fund Global Climate Invest bietet Anlegern die Möglichkeit, den Prozess der Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch nachhaltig zu unterstützen und an den Entwicklungen zu partizipieren. Das primäre Ziel des Fonds ist die Investition in Unternehmen, die einen Beitrag dazu leisten, den globalen CO2-Ausstoß zu senken.

Zur momentanen Positionierung äußert sich Wagner: "Wir investieren in rund 50 Unternehmen, die die besten Lösungen und Technologien zur CO2-Einsparung anbieten. Die meisten Unternehmen finden sich hier in den Bereichen Industriegüter, Technologie sowie erneuerbare Stromversorger und haben eine kleine bis mittelgroße Marktkapitalisierung. Zurzeit berücksichtigt etwa ein Drittel des Fondsportfolios Hersteller sowie Produzenten von erneuerbaren Energien. Wir behalten dieses Gewicht bei, da wir überzeugt sind, dass der tiefere Ölpreis nur einen marginalen Effekt auf die Gewinnaussichten dieser Unternehmen hat. Weltweit werden lediglich zwei Prozent des Stroms aus Öl produziert - somit sollte der negative Effekt auf die Unternehmensgewinne minimal sein. Viel wichtiger für eine gedeihliche Entwicklung sind hier der Zugang zu günstigem Kapital sowie ein gutes regulatorisches Umfeld. Beide Faktoren wirken zurzeit unterstützend."

Fondsbeispiele:
Privatanleger  Währung     ISIN  Ausschüttung
Swisscanto (LU) Equity Fund Global          
Climate Invest B
 EUR  LU0275317336    thesaurierend
Institutionelle Anleger      
Swisscanto (LU) Equity Fund Global
Climate Invest J
 EUR  LU0275317682  thesaurierend


Tech-Dinos und Internet-Giganten

Mit Technologie-Aktien lässt sich derzeit wieder richtig viel Geld verdienen. Seit Ende 2014 gehören Technologie-Werte zu den großen Gewinnern, der Nasdaq-Composite-Index nahm alte Rekordmarken ins Visier und immer mehr der wertvollsten Unternehmen der Welt stammen aus dem Techsektor. Apple, Google, Amazon schreiten vorweg, ebnen der technologischen Evolution den Weg. Facebook, Twitter, Linkedin sind Geschöpfe des Netzes – und werden als Schöpfer der Netze gesehen und gefeiert. Jeder auf seinem Gebiet.

Die technologische Evolution schreitet schnell voran, Geschäftsmodelle kommen und gehen, was möglich ist, wird ausprobiert. Hunderte, Tausende kleine Start-Ups weltweit sammeln Milliarden von Investoren ein, die genau jetzt an genau diese Idee glauben – und reich werden, wenn es klappt. Die Evolution der Branche braucht diese Innovationsschmieden, Geld verdient wird aber noch woanders.

Für Investoren sind es drei Segmente, die interessant anzusehen sind: die kleinen, jungen, gerade erst börsennotierten Unternehmen, die hohen Gewinn bei hohem Risiko bieten. Dann die etablierten Giganten des Netzes. Aber nicht zuletzt die Dinos der Branche, die seit vielen Jahren am Markt sind, sich mehrfach häuteten und weiter voran gehen.

Investitionen in das erste Segment sind am besten über Fonds oder Vermögensverwaltungen möglich, mit denen sich das Risiko streuen und vor allem die Herkulesaufgabe des Screenings und der Auswahl der Titel in professionelle Hände abgeben lässt.

Für das zweite Segment bieten sich die Internet-Giganten an: Facebook, Alphabet/Google, Amazon, aber auch Apple, Twitter oder Linkedin. Vor allem das Business-Netzwerk Linkedin hat in den vergangenen Monaten gezeigt, dass es noch Nachholpotenzial hat – und will es konsequent nutzen. Apple verkauft und verkauft und verkauft, die Marktdominanz nimmt angesichts der schleppenden Verkäufe beim Rivalen Samsung eher noch zu. Und Amazon hat es tatsächlich geschafft, die Börse mit Zahlen positiv zu überraschen. Vielleicht setzt Amazon-Chef Jeff Bezos jetzt doch einmal darauf, Aktionäre zufrieden zu stellen statt alles verdiente Geld wieder in neue Geschäfte zu stecken.

Und dann sind da noch die Dinos der Branche: Microsoft, Oracle, IBM. Alle drei sind durchaus mehr als nur einen Blick wert. Sie haben die Strukturen geschaffen, auf denen die Internet-Giganten fußen. Sie kennen das Geschäft sein Jahren und Jahrzehnten – und sie verdienen wieder Geld. Tot waren sie nie, die Dinos. Heute sind sie lebendiger als manch frisch anmutendes Start-Up und könnten zu den Überraschungen der Börse werden.


Autor: Uwe Zimmer, Vorstand der Vermögensverwaltung Meridio AG
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Endlich zufrieden und selbstbewusst: den inneren Kritiker ruhigstellen!

Aussagen wie diese sind Ausdruck einer höflichen Bescheidenheit, als solche Geschmackssache und nicht grundsätzlich schlecht. Jedoch wird daraus ein Miesepeter, Bedenkenträger, Besserwisser und echter Blockierer – ein Hemmschuh für jeglichen Erfolg! – in exakt dem Moment, in dem wir uns das ständig selbst einreden.

Man muss kein Psychologe sein um zu wissen, dass durch permanentes Schlechtreden, Kleinmachen und dem draus resultierenden geringen Selbstbewusstsein die Motivation fürs „Bäume ausreißen“ abhanden geht. Wir verlieren unseren Mut, unseren Gestaltungswillen, unsere Risikofreudigkeit und unseren inneren Antrieb. Was will man auf diese Weise denn groß erreichen?

Keine Frage: So ein innerer Kritiker ist teuer. Können und wollen Sie ihn sich leisten?

Wer dies mit Ja beantwortet, der trete bitte hervor. Für alle anderen stellt sich die Frage, wie man eigentlich erkennt, dass der eigene innere Kritiker alle vernünftigen Proportionen sprengt und zu einem kleinen „Monster“ herangewachsen ist? Ganz einfach, beantworten Sie sich doch mal diese Fragen:
  • Denken Sie an sich und Ihre Arbeit, so sind Sie nie entspannt und zufrieden?
  • Nach Erfolgen freuen Sie sich nicht?
  • Sie sind nach errungenen Erfolgen nicht von Stolz erfüllt?
  • Sind Sie unzufrieden mit sich selbst und Ihrer Leistung, selbst wenn Sie viel in Ihren Job investieren?
  • Sie können kein Lob anderer stehen lassen, ohne dies zu relativieren?
  • Versagensängste sind Ihr ständiger Begleiter?
  • Sie sind durchsetzungsschwach?
  • Sie entschuldigen sich sofort für alles?
  • Kritik haut Sie aus der Bahn?
  • Beim leisesten Einwand geben Sie sofort nach?
  • Fällt es Ihnen schwer, andere um etwas zu bitten?
  • Kritik zu äußern verursacht Unbehagen in Ihnen?
  • Ihre treuen Weggefährten: Lust- und Kraftlosigkeit?
  • Sie haben immer ein schlechtes Gewissen?
Wenn Sie mich fragen: So eine innere Haltung ist nicht nur erfolgsverhindernd, sie macht auch schlicht und einfach keinen Spaß. Freude, Optimismus, Spaß und Erfolg – alles weg, weil eine innere Stimme den Dauernörgler mimt? Schluss damit!

Zwar sind sich Psychologen weitgehend einig, dass man den inneren Kritiker nicht gänzlich ausschalten kann, ist er doch einfach ein Teil von uns. Aber das Kommando muss er deshalb auch nicht gleich übernehmen. Um das innere „Monster“ auf Normalmaß zu schrumpfen, beantworten Sie sich am besten die folgenden Fragen:

Wer hat einen Nutzen von der ständigen Nörgelei?

Meines Erachtens die wirksamste aller Hinterfragungen. Denn die Antwort ist klar: Ihre Konkurrenz! Ihnen selbst nützt das ständige Kleinreden der eigenen Leistung gar nichts. In einem Wort: Null!

Das allein ist doch schon Grund und Motivation genug, den inneren Kritiker so klein wie möglich zu halten! Dieser verschafft Ihnen weder neue Aufträge, noch eine Beförderung und erst recht keinen Umsatz. Der innerer Kritiker kann nur eine Richtung wirken: Ihr Konkurrent bekommt den Auftrag, erhält die Beförderung oder macht den Umsatz.

Oder im alten Vertriebs-Jargon ausgedrückt: Keinen Erfolg haben Sie schon – wenn Sie auf den inneren Kritiker hören!

Ist ein permanenter Vergleich mit anderen eigentlich fair?

Es gibt immer einen Kompetenteren, Jüngeren, Besseren, Wortgewandteren, Erfolgreicheren, Aussichtsreicheren ... zumindest glauben wir das gerne, wenn der hauseigene Dauernörgler am Werk ist. Das Schlimme daran ist, dass der innere Kritiker uns immer nur dann mir anderen vergleicht, wenn die andere Person klar im Vorteil ist. Dass Sie vielleicht auf einem anderen Feld weit mehr Kompetenzen mitbringen als die Vergleichsperson – geschenkt! Gäbe es ja nichts zu Nörgeln.

Einfach bleiben lassen! Auch wenn es platt klingen mag: Den Blick auf sich selbst richten! Ich bin ich – und ich hab auch was drauf! Dieser Satz gilt für jeden von uns.

Was nörgelt mein innerer Kritiker eigentlich konkret?

Wissen Sie es? Falls nicht: Wie wollen Sie Ihren Feind bekämpfen, wenn Sie ihn gar nicht kennen? Schreiben Sie die selbst geübte Kritik einfach mal über den Zeitraum von einer Woche wortwörtlich auf. Zum Beispiel Miesmacherfloskeln wie diese:
  • Das wird doch eh nichts.
  • Wenn es so einfach wäre, würde es ja jeder machen.
  • Das hätten die Kollegen auch geschafft.
  • Hat aber mal wieder ganz schön lange gedauert.
  • Und, und, und ...
Anschließend können Sie sich ganz bewusst und konkret mit den Einflüsterungen Ihres inneren Kritikers auseinandersetzen – und die richtigen Antworten finden! Hat er Unrecht? Sehr gut, dann haben Sie Schwarz auf Weiß, dass Sie auf diesen ungebetenen Einflüsterer nicht länger hören müssen. Ist hier und da ein Fünkchen Wahrheit dran? Auch gut! Jetzt haben Sie Schwarz auf Weiß, in welchen Punkten Sie an sich arbeiten müssen, denn nobody´s perfect. Vergessen Sie aber nicht, auch Ihre erwiesenen Stärken und Kompetenzen aufs Papier zu bringen!

Unter dem Strich steht jedenfalls eines: ein Stück mehr gesundes Selbstvertrauen und eine wesentlich positivere Herangehensweise an die Herausforderungen des (Berufs-) Lebens.

Jeder von uns hat tagtäglich mit Problemstellungen und Herausforderungen zu kämpfen. Das ist schon hart genug. Muss man sich durch überzogene Selbstkritik das Leben noch schwerer machen? Aber nicht doch! Zeit, den inneren Kritiker auf ein gesundes Maß zu reduzieren. Was ist Ihnen lieber: Einen Dauernörgler im eigenen Kopf oder mehr Spaß, Freude, Optimismus und Erfolg? Sie haben die Wahl.

Mit willensstarken Grüßen,

Ihr Jörg Laubrinus

Jörg Laubrinus ist Vertriebscoach und Geschäftsführer der Mission Freiheit GmbH
www.dervertriebscoach.de

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