Einzelhandel – Ein Investment mit Zukunft?

Berücksichtigen muss man aber, dass allein 217 Mrd. Euro auf die Bereiche Lebensmittel und Drogerieartikel entfallen. Wenn man dann hingegen den Umsatz des deutschen E-Commerce von rund 33,1 Mrd. Euro (Quelle: Statista) betrachtet ist es nicht schwer die Probleme des stationären Handels zu erkennen. Im Jahr 2000 lag der E-Commerce-Umsatz bei gerade einmal 2,5 Mrd. Euro. Er hat sich also binnen 14 Jahren verdreizehnfacht und macht heute bereits rund 7,43 % am Gesamtumsatz aus. Nimmt man nur den Nicht-Lebensmittelumsatz erhöht sich der E-Commerce-Anteil auf 14,5 % – Tendenz stark steigend.

Zwar sind einige stationäre Händler bereits ergänzend im Internet vertreten und profitieren vom Wachstum des E-Commerce. Dennoch ist der Strukturwandel im Einzelhandel schon heute deutlich zu erkennen. Der Rückgang von Kundenfrequenzen in innerstädtischen Zonen ist teilweise klar messbar, so der Bericht innerstädtischer Händler. Nach einer Prognose des Handelsverbandes Deutschland – HDE – besteht die Gefahr das rund 50.000 Handelsstandorte bis 2020 wegfallen könnten. Dies würde zu einer dramatischen Änderung der innerstädtischen Situation führen. Die Händler werden in Zukunft stark gefordert sein, um gegen die sinkenden Kundenfrequenzen anzukommen. Ergänzende Entertainmentprogramme und –center könnten ein Faktor sein.

Unter diesem Aspekt betrachtet, sind Investments in Shopping- oder Fachmarktcentren kein Selbstläufer. Es ist heute wichtiger denn je, die richtige Mischung der Mieter, die optimale Größe der Handelsflächen sowie die zukunftsorientierte Lage zu finden, um ein stabiles und rentables Investmentergebnis zu erzielen.

Hans J. Bär,
CEO Financial Solutions St. Gallen AG
Fotolia_45638317_Subscription_XXL.jpg

Kredit für die Mietkaution

Ein Umzug ist mit hohen finanziellen Belastungen verbunden. Kommt dann noch die Mietkaution hinzu, wird es für viele Mieter eng. Denn häufig muss der Mieter zunächst in Vorlage treten, da es die Kaution aus der alten Wohnung erst viel später zurück gibt. Doch ohne Kaution gibt es i.d. Regel keine Wohnung. Wer die Zusage vom Vermieter nicht gefährden will, muss auf Finanzierungslösungen zurückgreifen. Doch viele Kreditlösungen sind für den Mieter nachteilhaft und teuer. Wir erläutern, welche Lösungen es gibt.

Ratenzahlung

Laut Gesetzgeber kann die Mietkaution in drei gleichen Monatsraten an den Vermieter gezahlt werden. Die erste Rate wird zu Beginn des Mietverhältnisses fällig, die beiden anderen Raten jeweils mit der folgenden Mietzahlung. Vorteilhaft ist, dass der Mieter im Moment des Einzugs nur ein Drittel der Kautionssumme zahlen muss. Das Umzugsbudget wird somit teilweise entlastet. Jedoch müssen in den beiden Folgemonaten weitere Raten gezahlt werden. Das verfügbare Haushaltsbudget verringert sich in dieser Zeit um den entsprechenden Betrag. Die Ratenzahlung eignet sich für Mieter, die lediglich direkt während der Umzugsphase einen finanziellen Engpass haben, und die eine erhöhte finanzielle Belastung in den beiden Folgemonaten tragen können.

Dispokredit

Viele Mieter greifen zur Finanzierung kleinerer Geldsummen auf den Dispokredit zurück. Hierzu überzieht der Kontoinhaber den von der Bank eingeräumten Kreditrahmen auf dem Girokonto. Als Entgelt verlangt die Bank einen Zins, welcher tageweise berechnet wird. Der Gebrauch ist häufig verlockend, denn der Zugriff auf den Kreditrahmen ist ohne weitere Antragsformalitäten möglich. Für einen langfristigen Gebrauch eignet sich die Kontoüberziehung jedoch nicht. Zinskosten im zweistelligen Bereich sind bei den meisten Banken üblich. Wer den Saldo nicht rechtzeitig ausgleicht, kann in eine Schuldenspirale geraten. Mieter die den Dispo zur Finanzierung der Mietkaution nutzen, sollten den Geldbetrag daher zügig zurückzahlen. Ist der Zeitpunkt der Rückzahlung unsicher, sollte der Dispokredit für eine Kautionsfinanzierung eher gemieden werden.

Ratenkredit / Kleinkredit

Kleinkredite gibt es bei Banken und Sparkassen. Der Kreditnehmer erhält einen bestimmten Geldbetrag zum vereinbarten Zinssatz. Die Rückzahlung erfolgt in einem vorab definierten Zeitraum (Laufzeit) in gleichbleibenden monatlichen Raten. Die Zinsbelastung ist im Allgemeinen etwas niedriger als beim Dispokredit. Kleinkredite sind im Schnitt zwischen 4- und 8 % Zinsen erhältlich. Zu beachten sind jedoch die Kosten der Rückzahlung. Je länger der Kreditnehmer für die Rückzahlung benötigt, desto teurer werden die gesamten Kreditkosten. Im Ergebnis eignet sich der Kleinkredit nur dann, wenn eine zügige Rückzahlung erfolgt. Kann der Kreditnehmer das Darlehen jederzeit kündigen, oder Sondertilgungen leisten, kann der Kleinkredit durchaus eine Alternative darstellen.

Mietkautionsbürgschaft

Der Gesetzgeber erlaubt neben der Barkaution auch andere Optionen, weshalb sich in den letzten Jahren eine neue Kautionsform am Markt etabliert hat. Eine so genannte Mietkautionsbürgschaft ermöglicht Mietern, die Mietkaution auch ohne eigene Ersparnisse zu stellen. Der Mieter schließt dazu eine Police bei einer Kautionskasse ab. Selbige stellt die Sicherheit für den Vermieter, und zahlt im Fall der Fälle. Der Vorteil der Mietkautionsbürgschaft im Vergleich zu herkömmlichen Kreditlösungen besteht in den geringeren Kosten. Diese belaufen sich je nach Anbieter zwischen 3,5 und 5 % der Kautionssumme pro Jahr. Auch in Sachen Flexibilität ist das Produkt gut auf die Bedürfnisse der Immobilienwirtschaft abgestimmt. Hat der Mieter zu einem späteren Zeitpunkt das Geld für die Barkaution zusammen, kann der Vertrag quasi von heute auf morgen gekündigt werden. Aufgrund der regelmäßigen jährlichen Kosten eignet sich die Mietkautionsbürgschaft nur für bestimmte Mieter. So sollte die Entscheidung für oder gegen die Bürgschaftslösung von der jeweiligen Liquiditätslage abhängig gemacht werden.

Quelle: www.gesetze-im-internet.de
Quelle: www.mietkautionsbuergschaft.de

 
Dominic_Rossi.jpg

US-Märkte im Höhenrausch

Konjunkturausblick: Die US-Wirtschaft wächst weiter solide, und trotz fünf Jahren quantitativer Lockerung gibt es kaum Inflationsdruck. Das gibt der US-Notenbank den Spielraum, ihre Geldpolitik kontrolliert in normalere Bahnen zu lenken. Und selbst wenn die Zinsen in den USA steigen, dürfte das nur zu einer kurzfristigen Verkaufswelle an den Märkten führen. Tatsächlich lehren die Erfahrungen aus der Vergangenheit, dass Aktienkurse in der Anfangsphase eines Zinsanstiegszyklus steigen. Erst in seiner späteren Phase wird der Zinszyklus zur Belastung für Aktien.

Unternehmensgewinne: In vielen US-Wirtschaftszweigen sind die Gewinnmargen so hoch wie nie, und Pessimisten rechnen mit einem Rückgang auf historische Durchschnittswerte. Diese Einschätzung teile ich nicht. Ich sehe sogar noch Luft nach oben. In der US-Wirtschaft entfalten starke strukturelle Faktoren ihre Wirkung, die den Gewinnmargen der Unternehmen zugute kommen, beispielsweise eine fallenden Lohnquote. Vor diesem Hintergrund sind die Bewertungen in den USA nach wie vor vernünftig. Zudem profitieren viele US-Markenhersteller von der Globalisierung und der gestiegenen Kaufkraft in den Schwellenländern. Flankiert wird dies vom Trend zur Konsolidierung und Monopolisierung in einzelnen Marktnischen. Hierzu passt meines Erachtens auch der aktuelle M&A-Boom, der den Markt ebenfalls stützt.

US-Dollar:
Anders als in den 2000er Jahren stehen wir aktuell am Beginn einer Stärkephase des Greenback. Das wird US-Anleger dazu bringen, ihr Kapital aus dem Ausland nachhause zu holen. Ganz konkret dürfte die Umkehr zweier zentraler Faktoren, die in den vergangenen Jahren den US-Dollar geschwächt hatten, nun seinen Höhenflug befeuern: Erstens kommt die Energierevolution durch Schieferöl- und gas der US-Leistungsbilanz und damit dem Dollar zugute. Und zweitens befinden wir uns in einer Phase mit weltweit auseinanderstrebender Geldpolitik. Im Gegensatz zur Bank von Japan und der Europäischen Zentralbank wird die US-Notenbank ihre Anleihekäufe einstellen. Und die erste Zinserhöhung dürfte im Sommer 2015 erfolgen. Ein derartiges Auseinanderdriften der globalen Geldpolitik hat Zinsunterschiede zur Folge, von denen der US-Dollar profitieren wird.

Fazit: Die aktuelle Aktien-Hausse wird von anderen Faktoren getrieben als der Bullenmarkt der Jahre 2003-2008. Damals war der Aufstieg der Schwellenländer – und vor allem Chinas – die treibende Kraft. Das war nicht zuletzt den hohen Rohstoffpreisen und dem niedrigen Dollar zu verdanken. Der aktuelle Bullenmarkt, der nach meiner Ansicht noch lange nicht zu ende ist, wird hingegen von der ökonomischen Vormachtstellung der USA getragen.


(Autor: Dominic Rossi, Global CIO Equities, Fidelity Worldwide Investment)
MERITO_Foto_Susanne_Woda_2013.jpg

Die Geldflut der Märkte und das offene Ende

Die weltweite Geldpolitik ist ohne Frage weiter expansiv und ein Ende der Geldflut nicht abzusehen. Die japanische Zentralbank wird noch mehr Anleihen aufkaufen und ihre Geldbasis von bisher 60 bis 70 Billionen Yen auf 80 Billionen ausweiten. Auch die EZB gerät zunehmend in Zugzwang und will die zuletzt schrumpfende Bilanzsumme wieder auf das Niveau von 2012 hieven. Die Fed beendete zwar kürzlich ihre Anleihekäufe, doch die „Tauben" gewinnen wieder die Oberhand und könnten die Zinswende weiter in die Zukunft verschieben als bisher angenommen. Keine der Zentralbanken wird ihre Bilanzsumme auf absehbare Zeit verringern. Diesbezüglich hat sich kaum etwas verändert: Die weltweite Geldmenge wird aufgebläht und wird sich ihren Weg in die Kapitalmärkte bahnen. Wie zum Beweis hat sich der deutsche Aktienindex nach den Ankündigungen der Notenbanken in den letzten Tagen von seinen Tiefs gelöst und eine fulminante Aufholbewegung gestartet. Ist der Tiefpunkt nun überwunden und spricht wie bisher alles für unbegrenzte Freude an Aktien?
Anleger sollten sich die Kurstreiber von Aktienkursen bewusst machen, und diese sind in der Geschichte immer dieselben: Unternehmensgewinne einerseits und die Bewertungsniveaus, welche die psychologische Verfassung der Märkte widerspiegeln, andererseits. Aus diesen Komponenten wurde auch die Rallye der letzten Jahre gespeist, doch nun droht beiden die Luft auszugehen.

Beim aktuellen DAX-Stand von 9.300 Punkten beläuft sich das Index KGV auf mehr als 13. Gemessen am historischen Durchschnitt von 14 scheint das nicht zu teuer. Doch schleichende Veränderungen haben es an sich, dass sie kaum wahrgenommen werden. Schrittweise gewöhnt man sich daran und übersieht dabei das Ausmaß der Veränderung. Im Jahr 2011 lag das DAX-KGV nur bei 7,5. Das heißt Anleger waren lediglich bereit, das 7,5-fache des damals vergleichsweise niedrigen Unternehmensgewinns für eine Aktie zu zahlen. Mit abnehmender Risikoscheu und wirtschaftlicher Zuversicht hat sich diese vielbeachtete Messgröße peu à peu nach oben bewegt und die Relationen umgekehrt. Heute ist man bereit, 13 Jahre auf die Rückzahlung seines Kapitals zu warten – wohlgemerkt auf einem weitaus höheren Gewinnniveau. Um eine weitere Ausweitung der Bewertungskennziffern zu rechtfertigen braucht es also viel Fantasie, vor allem hinsichtlich der Entwicklung der Unternehmensgewinne.

Doch woher soll diese Fantasie kommen? Die deutsche Wirtschaft hat sich ohne Frage gut entwickelt und die Unternehmensgewinne bewegen sich in diesem Jahr wieder auf dem Vorkrisenniveau. Doch die Dynamik der letzten Jahre lässt sich auf dieser hohen Basis nicht unendlich fortsetzen. Der Bundesrepublik wird ein mageres Wirtschaftswachstum von 1,1 % zugebilligt, den Unternehmen hingegen wird weiterhin ein stattliches Gewinnwachstum zugetraut. Dieses Missverhältnis birgt Unsicherheit und Enttäuschungspotenzial. Auf der einen Seite wirken natürlich der jüngst wieder schwächere Euro und niedrige Rohstoffpreise konjunkturfördernd, auf der anderen Seite ist da die Unsicherheit. Die ungelösten Konflikte in der Ukraine und dem Nahen Osten schwelen weiter, die Bedrohung durch den Horrorvirus Ebola ist ein ebenfalls nicht zu unterschätzender Risikofaktor. Nicht zuletzt bringt der Verfall des Ölpreises, ein wichtiger Frühindikator für die Entwicklung der Weltwirtschaft, Sorgenfalten auf die Stirn der Investoren.
Da auch die Attraktivität von Anleihen, zumindest in den USA, wieder leicht zugenommen hat, dürften sich zweifelnden Investoren auch wieder alternative Anlageformen eröffnen. Man denke dabei auch an den Goldpreis, der auf dem aktuellen Niveau gegenüber anderen Assetklassen und im Vergleich zu den Krisenjahren wieder günstig daher kommt.
In diesem Umfeld ist die charttechnisch angeschlagene Verfassung des deutschen Leitindex kein gutes Omen. Denn dieser hat den seit 2011 aufgebauten Aufwärtstrend mit Unterschreiten der 8.900-Punkte-Marke Mitte Oktober gebrochen. Die seit Jahresbeginn aufgebaute Schwächephase konnte bis zu diesem Zeitpunkt als Korrektur, Ausbildung eines Seitwärtstrends oder trendlose Phase bezeichnet werden. Doch nun offenbart der Blick auf den Chart das fast bilderbuchmäßige Muster eines beginnenden Abwärtstrends, der bereits zwei Hoch- und zwei Tiefpunkte ausgebildet hat und nun einen Anlauf auf den dritten Hochpunkt bei etwa 9.600 Punkten genommen hat. Ob der Schwung ausreicht, um die 200-Tage-Linie und die darüber liegenden Widerstände zu überwinden und den Aufwärtstrend wieder aufzunehmen, ist nicht gewiss.

Ohne massive externe Einflüsse wird dies kaum zu bewerkstelligen sein und es droht die Verstetigung des Abwärtstrends. Da Aktienmärkte bekanntlich zu Übertreibungen neigen, ist im aktuellen Umfeld weiteres Ungemach nicht auszuschließen.

(Autorin: Susanne Woda, Portfoliomanagerin bei GVS Financial Solutions)

Regulierungswahn – MiFID II und Kleinanlegerschutzgesetz

Nicht "ob" reguliert werden soll ist daher die Frage, sondern "wie"? Und an dieser Stelle gibt es reichlich Antworten und Verbesserungspotenzial. Ein gutes Beispiel hierfür: Das geplante Kleinanlegerschutzgesetz.

Es ist richtig und nachvollziehbar, dass nach der Insolvenz von PROKON die Gesetzgebungsmaschinerie Fahrt aufgenommen hat. Hochriskante Finanzinvestments aus dem Bereich des Grauen Kapitalmarkts sollen stärker reguliert werden. Aber warum startet der deutsche Gesetzgeber erneut einen Alleingang, wie damals bereits bei der Beschränkung des Hochfrequenzhandels und dem Verbot von Leerverkäufen?
Mit dem Kleinanlegerschutzgesetz sollen Vorschriften erlassen werden, über die man auf europäischer Ebene noch kontrovers diskutiert. Zur selben Zeit arbeitet nämlich die europäische Wertpapieraufsichtsbehörde ESMA an den Durchführungsvorschriften der EU-Richtlinie MiFID II und der EU-Verordnung MiFIR. Endgültige Ergebnisse sind aber erst in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres zu erwarten, und bis Ende 2016 sind die Vorgaben von den Zertifikate-Emittenten dann umzusetzen.
So liegt die Vermutung nahe, dass mit dem geplanten Kleinanlegerschutzgesetz in Deutschland Regeln eingeführt werden, die in spätestens zwei Jahren von den Banken wieder korrigiert werden müssen. Das ist ebenso sinnlos wie kostspielig. Denn die europäischen Vorgaben dürften mit großer Wahrscheinlichkeit anders aussehen. Es sei denn, der deutsche Gesetzgeber besinnt sich doch noch eines Besseren und räumt eine Übergangsfrist ein. Dann könnte die BaFin die deutschen Regelungen in den ESMA-Gremien mit den geplanten europäischen Vorschriften abstimmen.

Kurzum: Die Wechselwirkungen von Kleinanlegerschutzgesetz und des MiFID II/MiFIR-Pakets sind ein gutes Beispiel dafür, dass Deutschland beim Anlegerschutz nicht aus falschem Ehrgeiz voranpreschen sollte. Aktuell greift der deutsche Gesetzgeber bereits beschlossenen Vorgaben der Europäischen Union vor. Das stiftet bei allen Akteuren nur Unruhe und Verwirrung. Bei denjenigen, die regulieren und vor allem bei denen, die von der Regulierung betroffen sind.

(Autor: Lars Brandau, Geschäftsführer Deutscher Derivate Verband (DDV)
Meyer.jpg

Vielversprechende Zeiten für Anleger

Die jüngste Unsicherheit dürfte noch weiter anhalten. Wir befinden uns in einer Übergangsphase mit bisher mehr oder weniger unbekannten Rahmenbedingungen. Neben einer bisher noch nie gesehenen sehr lockeren Geldpolitik der wichtigsten Zentralbanken, einer neuen Ausgangslage bei der Regulierung von Finanzinstituten und einer immer stärkeren Sensitivität von Anlegern gegenüber Verlusten bzw. Kursrückgängen.

Mit den Notenbanken aus den USA und Großbritannien haben die ersten großen „Geldproduzenten" den Rückzug von dieser Politik angekündigt. Dies ist eigentlich nichts neues für die Kapitalmärkte, jedoch ist die Abhängigkeit von der Droge „Zentralbankliquidität" sehr stark gestiegen, da die Gelder nicht unbedingt lokal verwendet wurden, sondern auf der Suche nach höchstmöglicher Rendite global angelegt wurden. Die Auswirkungen konnten wir schon im vergangenen Jahr erleben, als Gelder aus den Risikoassets global abgezogen wurden. Die Regulierung der Finanzinstitute verstärkt diese Effekte zunehmend. In der Vergangenheit konnten z.B. Banken Verkäufe bei Anleihen auf die eigenen Bücher nehmen. Diese Zeiten sind vorbei. Der Preis wird zukünftig stärker Schwanken und Anleger werden sich dabei verwundert die Augen reiben, zu welchen Sprüngen es kommen wird. Je kleiner und risikoreicher ein Investment ist desto höher die Differenzen und auch der zukünftige Grad an Illiquidität. Auch diesen Umstand konnten wir in diesem Jahr schon des Öfteren beobachten. Da verwundert es schon, dass Notenbanker sich darüber kritisch äußern. Diese Damen und Herren haben den Politikern doch beratend bei der Regulierung zur Seite gestanden. Schlussendlich fragen Anleger ob privat oder institutionell zunehmend Strategien mit einem nur geringen Verlustpotential nach. Daraus ergibt sich ein zunehmendes Herdenverhalten. Portfoliomanager reagieren gleichgeschaltet und verstärken dadurch Trends, die durch den Handel über Computer und Algorithmen in sehr kurzen Zeiten stattfinden können.

All diese liest sich bedrohlich, eröffnet aber auch unglaubliche Chancen. Anleger mit einer klaren Vorstellung der Kapitalallokation, können hiervon profitieren. Hierzu sollte die Ausrichtung jedoch langfristig sein. Das globale Wirtschaftswachstum bleibt solide und die niedrigeren Energiepreise wirken wie ein Konjunkturprogramm. Der schwäche Euro fördert zusätzlich die Exportwirtschaft.

Die gewählte Strategie sollte aktiv und nicht Benchmark gebunden sein und von hoher qualitativer Ausrichtung. Ein regelmäßiges Rebalincing der Assetklassen ist wichtiger Bestandteil, um Gewinne zu realisieren und bei guter Gelegenheit in günstige Anlagen zu reinvestieren. Käufe sollten gestaffelt erfolgen, in klar definierten Kursabständen. Das Vorgehen erfordert ein hohes Maß an Selbstdisziplin. Alternativ bietet sich die Auswahl verschiedener Multi-Asset- und/oder vermögensverwaltender Fonds an. Die Manager sollten sich durch unterschiedliche Ansätze bzw. Risikograde ergänzen. Zu guter Letzt: nicht jeden Tag auf die Kursentwicklung schauen, es gibt auch noch andere schöne Dinge im Leben.

Viel Erfolg!

(Autor: Thomas Meyer, Country Head Germany Petercam S.A.)
Bartenwerffer_von_Torsten_NEU.jpg

Risk Parity in Anleihesegmenten

Dieser Diversifikationsgedanke lässt sich im Bondbereich mit dem Risikoparitätsansatz optimal umsetzen. Eine systematische, prognosefreie Risk-Parity-Bond-Strategie liefert langfristig überlegene, risikoadjustierte Renditen, indem Unsicherheitsfaktoren minimiert werden und durch das optimale Ausnutzen von geringen respektive sogar negativen Korrelationen zwischen den Anlagen eine echte Risikostreuung erzielt wird. So erfolgt die Diversifikation über verschiedene Sub-Assetklassen wie beispielsweise Staats- und Unternehmensanleihen, inflationsindexierte Anleihen und Carry-Positionen in Emerging Marktes-Währungen sowie gleichzeitig über verschiedene Regionen und Durationen hinweg. Das Risikoparitätsprinzip beruht darauf, dass die einzelnen Bestandteile des Portfolios gleich viel zum Gesamtportfolio-Risiko beitragen. So wird das Risiko nicht von einzelnen Risikofaktoren beherrscht.

Ein nicht diversifizierter Investor, der zum Beispiel schwerpunktmäßig in Staatsanleihen investiert ist, kann unter Hinzunahme eines Risk-Parity-Bond-Konzepts die Diversifikation seines Gesamtportfolios signifikant steigern und kostengünstig in andere Risikoprämien als Duration investieren. Dabei ist ein Risk-Parity-Bond-Fund ähnlich preiswert wie ein indexierter Fonds, aber weniger starr, da die Allokation täglich im Hinblick auf das Risiko adjustiert wird.
Demgegenüber hat ein gut diversifizierter Fixed-Income-Investor die verschiedenen Sub-Anlageklassen typischerweise bereits in seinem Portfolio, in Form von Indexfonds, Einzelanlagen et cetera, und nimmt taktische Allokationen vor. Da letztere sehr betreuungsintensiv sind, liefert die Ergänzung eines bereits diversifizierten Portfolios um ein Risk-Parity-Bond-Konzept entscheidende Vorteile. Durch den Einsatz des Konzeptes werden Ressourcen für die Erzeugung von zusätzlichen Alpha-Erträgen geschaffen, da man mit dem Risk-Parity-Bond-Ansatz als Basis-Baustein schon optimal und kostengünstig diversifiziert ist. Hinzu kommt, dass ein Risk-Parity-Bond-Fund intuitiv und transparent ist: Es wird in Anlageklassen mit abschöpfbaren Renditequellen investiert, aber durch die Risikogleichgewichtung auf Renditeprognosen verzichtet.
Schließlich bietet ein Risk-Parity-Bond-Fund durch seine erhöhte Zinsrobustheit – weil er Subanlageklassen beinhaltet, die in unterschiedlichen Marktphasen unterschiedliche Stärken haben – robuste Chancen auf einen stabilen Ertrag auch in schwierigen Zinsphasen. Im Gegensatz beispielsweise zu Hedgefonds wird aber auf exotische Investments und den Einsatz von Leverage, beispielsweise für Arbitrage-Zwecke, verzichtet.

Fazit: Weil das Risikoparitätskonzept für Bondinvestments eine Reihe von untereinander niedrig korrelierten, systematischen Risikoquellen des Fixed-Income-Bereichs auf optimale Weise kombiniert, ist es ein sehr guter Ansatz, um diversifizierte Risikoprämien (nicht nur Duration) im Anleihe-Segment abzuschöpfen. Daher kann der Risk-Parity-Bond-Ansatz jedes Fixed-Income-Portfolio sinnvoll ergänzen.

(Autor: Dr. Torsten von Bartenwerffer, Director Portfolio Management, Aquila Capital)
WM_Foto_Ekkehard_J_Wiek_klein.jpg

Joko Widodo – Indonesiens Obama?

Gut 53 % stimmten für Joko Widodo und es kam, wie es kommen musste: Sein Widersacher erkannte die Wahl nicht an, erhob Vorwürfe der Wahlfälschung und die Sache landete vor dem Verfassungsgericht. Das aber wies nach einem Monat die Klage in einem 3.000 Seiten starken Urteil in allen Punkten ab. Ab dem 20. Oktober wird Jokowi nun offiziell die Geschicke der mit 250 Millionen Einwohnern größten Volkswirtschaft Südostasiens lenken.

Die Herausforderungen sind groß

In Indonesien und im Ausland zeigte man sich sehr erleichtert über die Entscheidung des Verfassungsgerichts, doch für allzu viel Jubel bleibt keine Zeit. Die Aufgaben, die auf den ersten indonesischen Präsidenten warten, der nicht zum Militär oder der alten Suharto-Elite gehört, sind gewaltig. Die politischen Strukturen im Land sind verkrustet, auch Joko Widodo wird daran kurzfristig nichts ändern können.
Seine Partei gehört zu den ältesten des Landes. Sie wird von der Tochter des Staatsgründers Sukarnao, Megawati Sukarnoputri, angeführt. Man muss kein Hellseher sein, um vorherzusagen, dass Sukarnoputri bei den politischen Entscheidungsfindungen gern ein Wörtchen mitreden wird. Auch im Parlament sind die Verhältnisse für den neuen Präsidenten schwierig. Das Parteienbündnis des politischen Gegners Prabowo Subiano besitzt fast eine Zweidrittelmehrheit, allerdings haben bereits größere Gruppen angedeutet, mit Joko Widodo zusammenarbeiten zu wollen.
Ein zunehmendes Problem stellte in den letzten Jahren der Druck überwiegend arabisch beeinflusster militanter islamistischer Gruppen dar. Indonesien ist traditionell ein religiös überaus tolerantes Land. In dem Inselstaat mit seinen zahllosen Ethnien lebten Jahrhunderte lang Moslems, Christen, Buddhisten, Taoisten und Naturreligionen friedlich nebeneinander. Aber Indonesien ist eben auch das Land mit den meisten Muslimen auf der Welt. Kein Wunder, dass sich fanatische Islamisten gerade hier fruchtbaren Boden erhoffen. Joko Widodo steht für mehr religiöse Toleranz. Seine Wahl dürfte für die islamistischen Wirrköpfe ein Rückschlag sein. Dass sie ihr rückwärtsgewandtes Treiben einstellen, ist hingegen kaum zu erwarten.

Wirtschaftlich ein erwachender Riese

Bislang jedoch konnten sich islamistische Tendenzen in Indonesien nicht durchsetzen. Neben der traditionellen Toleranz der Bevölkerung dürfte das vor allem an dem hohen Bildungsniveau, den vergleichsweise hohen Einkommen breiter, vor allem städtischer Bevölkerungsgruppen und der weitgehend freien Presse liegen. Demokratische Verfassung, Bildung und reiches Rohstoffvorkommen sind auch die Schlüsselfaktoren, denen Indonesien ein besonders gutes Entwicklungspotenzial und hohe Wachstumszahlen verdankt.
Zwischen fünf und 6,5 % lag der jährliche BIP-Zuwachs von 2003 bis 2013. Bis 2030 soll die indonesische Mittelschicht von heute 40 Millionen Menschen auf 140 Millionen Menschen anwachsen, bis 2060, so schätzt die OECD, wird das Land die sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt sein. Anders als in China fußt ein großer Teil des indonesischen Bruttoinlandsproduktes (lt. Weltbank 2012 rund 878 Milliarden Dollar) bereits auf Binnenkonsum. Zudem wachsen die ausländischen Direktinvestitionen derzeit um 20 bis 30 % pro Jahr. Auch deutsche Firmen zieht es massiv in das Inselreich - Bayer, Siemens, Bosch, Allianz, die gesamte Elite der deutschen Wirtschaft ist in Indonesien vertreten.
Doch wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten: Den hohen Auslandsinvestitionen stehen weit geringere Binneninvestitionen gegenüber. Es sind vor allen bürokratische Hürden und die epidemisch verbreitete Korruption, die gerade heimischen Unternehmen das Leben schwer macht. Hinzu kommt eine mangelhafte Infrastruktur. Der permanente Verkehrskollaps in der Metropolregion Jakarta mit ihren 25 Millionen Einwohnern ist eine massive Belastung für Wirtschaft.
Joko Widodo wird sowohl innenpolitisch als auch wirtschaftlich einen Mehrfrontenkrieg führen müssen. Nicht bei allen notwendigen Reformen wird er dabei auf den uneingeschränkten Zuspruch der Bevölkerung hoffen dürfen. Die Reduzierung der Benzinpreissubventionen, die gut 10 % des Haushaltes binden, wird beispielsweise kommen müssen, damit er Wahlkampfversprechen wie verbesserte Gesundheitsversorgung, Umweltschutzmaßnahmen und Infrastrukturinvestitionen finanzieren kann.
Um das zuletzt schwächelnde Wachstum auf die angekündigten 7 % anzuheben, muss er zudem schnelle Erfolge bei der Korruptionsbekämpfung erreichen. Es ist daher nicht auszuschließen, dass die extrem hohen Erwartungen seiner Anhänger angesichts der Widrigkeiten der Realpolitik schnell in Ernüchterung umschlagen.


(Autor: Dr. Ekkehard J. Wiek, Vermögensverwalter und Asien-Fondsmanager, Straits Invest Pte Ltd in Singapur)

Details des EZB-Ankaufprogramms sorgen für Kritik

Nachdem die EZB im September überraschend den Leitzins um zehn Basispunkte gesenkt hatte, beschloss sie trotz eines zuletzt verhaltenen europäischen Konjunkturwachstums auf ihrer Sitzung im Oktober keine neuen Maßnahmen. Der Leitzins verharrt damit weiter auf seinem historischen Tiefstand von 0,05 %, der Spitzenrefinanzierungssatz für kurzfristige Kredite verbleibt bei 0,3 % und die Übernachteinlagen der Banken werden mit -0,2 % verzinst.

Zugleich veröffentlichte EZB-Präsident Mario Draghi die Einzelheiten des bereits im Vorfeld beschlossenen Ankaufprogramms für Wertpapiere. Die Europäische Zentralbank will bis zu einer Billion Euro investieren, um Assed Backed Securities (ABS) und Pfandbriefe (Covered Bonds) aufzukaufen. Unter diesen Papieren können sich auch sogenannte „Schrottpapiere" befinden, Bonds aus europäischen Krisenstaaten mit mangelhaften Kreditratings. Die EZB plant, dass sich in Schwierigkeiten geratene Finanzinstitute mithilfe des Ankaufsprogramms von belastenden Papieren in ihren Bilanzen trennen. In der Folge sollen die Banken dank einer stabileren Ausgangsposition großzügiger Kredite an die Wirtschaft vergeben können.

Seitwärtstrend der Bauzinsen setzt sich weiter fort

Die Baufinanzierungszinsen bewegten sich bis Mitte September auf einem extrem niedrigen Niveau unter 1,40 % seitwärts. Anschließend folgte ein leichter Anstieg, der sich Anfang Oktober wieder abmilderte. Der schwankende Seitwärtstrend der Bauzinsen setzte sich damit fort, das historisch günstige Zinsniveau hierzulande bleibt bestehen. „Wer sich den Traum von der eigenen Immobilie erfüllen möchte, hat aktuell große Chancen, eine besonders günstige Finanzierung abzuschließen." bestätigt Stephan Gawarecki, Vorstandssprecher der Dr. Klein & Co. AG. „Um die Zinsen nicht unnötig zu verteuern, sollten Bauherren und Immobilienkäufer genügend Eigenkapital in die Baufinanzierung einbringen. Dr. Klein empfiehlt seinen Kunden einen Eigenkapitalanteil von mindestens 20, besser 30 %. Unsere Berater können aber bei Bedarf auch Finanzierungen vermitteln, zu denen der Kunde beispielsweise nur Eigenkapital in Höhe der Nebenkosten beisteuert."

Kurzfristig ist davon auszugehen, dass sich die Finanzierungszinsen weiter schwankend seitwärts bewegen werden. Auf lange Sicht besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Bauzinsen wieder ansteigen.

Tendenz:

• Kurzfristig: schwankend seitwärts
• Langfristig: steigend
Hans_Werner_Thieltges.jpg

Ein völlig falscher Ansatz

Eine einheitliche Ausbildung existiert nicht, die tägliche Arbeitsbelastung übersteigt oft die Grenze zum Zumutbaren, die Bezahlung ist zumeist unterirdisch und das Ansehen in der Bevölkerung denkbar mies. Wer will da schon diesen Beruf ergreifen? Hinzu kommt der demografische Wandel und – wie Dr. Stefan M. Knoll, Vorstand der DFV Deutsche Familienversicherung, zuletzt bei der Convention Pflege der finanzwelt ausführte – der Wegfall der Wehrpflicht und damit des Freiwilligendienstes. Vor diesem Hintergrund hat die Bundesregierung ihren Willen bekräftigt, den ambulanten Pflegedienst zu stärken. Natürlich aus gutem Grund: Die Politik setzt auf die Pflege daheim statt auf die Unterbringung Pflegebedürftiger in stationären Einrichtungen. So weit, so gut. Blieben diejenigen, die es betrifft, nämlich die Pflegekräfte, nicht außen vor. Dafür steht ein aktuelles Beispiel aus Berlin.

Der dortige Senat will eine Pflegekammer installieren, was an sich ja keine schlechte Idee ist. Eine Projektgruppe der Alice Salomon Hochschule soll in diesem Zusammenhang in Kürze 1.000 examinierte Pflegekräfte zu ihrer Haltung zur Gründung einer derartigen Kammer befragen. Dumm nur, dass die Betroffenen offenbar gar nicht so recht wissen, um was es genau geht. Dies moniert nämlich der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V., so dessen Berliner Landesvorsitzender Dietrich Lange: „Die Pflegekräfte in Berlin sollen sich zu Plänen äußern, die nicht einmal ansatzweise öffentlich vorliegen." Bisher habe noch niemand den Pflegenden gesagt, welche Kosten auf sie zukämen und welche Konsequenzen die Einrichtung einer Pflegekammer nach sich ziehe. Zustimmung oder Ablehnung seien aber wesentlich auch eine Frage des zu zahlenden Kammerbeitrages. Lange: „Wenn die Senatsverwaltung die Pflegekräfte in Berlin wirklich ernst nehmen werde, müsste sie vor der Befragung alle Fakten auf den Tisch legen." Zudem besitze eine Kammer gegenüber der Politik kein wirkliches Mitspracherecht.

Um ihre Belange wirkungsvoll verfechten zu können, ist es unerlässlich, dass die Pflegekräfte in den für sie relevanten politischen Gremien ein direktes Mitspracherecht erhalten. Dafür bedarf es jedoch einer einheitlichen Berufsordnung. Und natürlich besserer Honorierung. Hier sollte der Staat tätig werden, anstatt ein neues bürokratisches Monster zu erschaffen. Das dann auch noch von den ohnehin unterbezahlten Pflegekräften finanziert werden muss. Bloße Beschäftigungsmaßnahmen kann sich unser Pflegesystem weiß Gott nicht leisten.
2,219FansGefällt mir