Gute Nachricht für Goldanleger

Gold-Anleger, die nicht auf Münzen oder Barren setzen, können sich demnächst die Abgeltungssteuer sparen.

Der Bundesfinanzhof bestätigte jetzt als oberste Instanz zwei Entscheidungen der Finanzgerichte Sachsen und Münster. Danach können Besitzer der Anleihe „Xetra-Gold“, die Anrechte auf Gold verbrieft und auf Wunsch dessen Auslieferung ermöglicht, das Papier nach einem Jahr steuerfrei verkaufen (VIII R 35/14). Das gilt ebenso für den Fall, dass sich der Anleihebesitzer die entsprechenden Goldbestände nach einem Jahr auch tatsächlich ausliefern lässt (VIII R 4/15).

Kern der Urteile: In der steuerlichen Behandlung sind solche Inhaberschuldverschreibungen dem Kauf und Verkauf von physischem Gold gleichgestellt. Ein erzielter Gewinn wird also nicht den Einkünften aus Kapitalvermögen zugeordnet, da die Schuldverschreibung keine Kapitalforderung verbrieft, sondern einen Anspruch auf eine Sachleistung. Derartige Goldgeschäfte aber hat der Bundesfinanzhof immer als private Veräußerungsgeschäfte angesehen, mit der beschriebenen steuerlichen Folge.

Die Kunden von Xetra-Gold haben mittlerweile Anteile für knapp zwei Milliarden Euro gekauft, das ist der Gegenwert von knapp 60 Tonnen Gold. Xetra-Gold wird als börsengehandelter Rohstoff eingestuft, als Exchange Traded Commodity. Eine Schuldverschreibung bezieht sich auf ein Gramm Gold. Eine Anleihe gibt dem Inhaber das Recht auf Auslieferung eines Gramms Gold, das jederzeit bei einer Lieferfrist von zehn Tagen gegenüber der Bank geltend gemacht werden kann. Bewertungsbasis ist der Großhandelspreis für das Edelmetall an den internationalen Märkten. Das bringt dem Besitzer der Anleihe Kostenvorteile gegenüber dem Kauf von Barren oder Münzen. Das Produkt ist günstiger als physisches Gold, kann außerdem wie eine Aktie über die Börse gehandelt werden. Es eignet sich für kurzfristige Trader, aber auch für Investoren, die keinen Wert auf den direkten und sofortigen Zugriff legen.

Wer Gold physisch haben will, der kauft Münzen oder Barren. Die Praxis beim Produkt Xetra-Gold bestätigt diese Einschätzung. Laut Deutsche Börse gab es bisher nur rund 870 Auslieferungen bei Xetra-Gold. Vom bestehenden Volumen in der genannten Größenordnung hätten sich Anleihebesitzer seit dem Start des Produkts vor knapp acht Jahren lediglich etwas mehr als vier Tonnen ausliefern lassen.


Autor: Dr. Marc-Oliver Lux von Dr. Lux & Präuner GmbH & Co. KG in München



Ausblick 2016

Traditionell zum Jahreswechsel richtet sich der Blick der Anleger auf die Frage, wie sich die Märkte in 2016 entwickeln werden. Passend dazu veröffentlichen die Banken Indexstandprognosen zum Jahresende. In unseren Augen ist es ratsam anzuerkennen, dass niemand die Zukunft vorhersagen kann, schon gar nicht so punktgenau, wie es suggeriert wird. Daher ist für uns viel wichtiger, sich mit den aktuellen Rahmenbedingungen zu beschäftigen und eine Evaluierung der Anlagepreise vorzunehmen. Was sagen uns diese über Anlagechancen und Risiken? Welche fundamentalen Einflüsse sind unterstützend, welche sorgen für Gegenwind? Auf Basis dieser Überlegungen können wir eine geeignete Anlagestrategie entwickeln, auch ohne die Zukunft zu kennen.

Rohstoffaktien und Schwellenländeraktien bieten Chancen
Mit Blick auf die Welt sehen wir zunehmend ein geteiltes Bild der wirtschaftlichen Entwicklung. Auf der einen Seite stehen die Schwellenländer die unter einer Abkühlung leiden. Ein starker US-Dollar, fallende Rohstoffpreise sowie steigende Haushaltsdefizite sind meist die Gründe dafür. Auch China als wirtschaftlicher Elefant der Schwellenländer ist von einem verlangsamten Wachstum betroffen. In der Folge verkauften verunsicherte Investoren ihre Anlagen in Rekordhöhe. Neben Rohstoffen wie Öl, Gold und Kupfer sind es vor allem die Aktienmärkte der Schwellenländer, die in der Gunst der Anleger derzeit ganz weit unten stehen. Das bedeutet aber auch, dass bereits ein sehr pessimistisches Bild in den Kursen eingepreist ist und sich hier Opportunitäten für geduldige Anleger eröffnen.

Auf der anderen Seite steht vor allem die USA mit ihrem andauernden soliden Wirtschaftswachstum. Die Daten des Arbeitsmarktes signalisieren eine stetige

wirtschaftliche Verbesserung, so dass die Zentralbank wohl noch im Dezember 2015 die Zinsen erhöhen wird. Aber auch in Europa und Japan gibt es valide Anzeichen, dass die wirtschaftliche Entwicklung zunehmend auf breiteren Füßen steht. Beispiele sind die rückläufige Arbeitslosenquote und ein besserer Zugang der Unternehmen zu Krediten.

Die Dispersion der wirtschaftlich unterschiedlichen Entwicklungen wird in der globalisierten Welt zu Anpassungen führen. Fundamentale Risiken, beispielsweise aus einigen Schwellenländern, werden aus unserer Sicht nur begrenzte Auswirkungen auf die Nachfrage in den Industrieländern haben. Die Chance besteht, dass diese Länder gezwungen sind, notwendige Reformen einzuleiten. In der Vergangenheit sind allerdings solche Anpassungen für die betroffenen Länder meist nicht ohne Friktionen bei entsprechenden Marktvolatilitäten abgelaufen.

Kredit-Superzyklus ist noch nicht zu Ende, die Systemstabilität nimmt ab
Die Verunsicherung durch die Finanzkrise 2008/2009 ist bei den Anlegern immer noch groß. Scheinbar trauen sie dem Braten nicht, dass wir seit einigen Jahren ein schwaches, aber stetiges Wachstum erleben. Und das nicht zu Unrecht. Die Systemstabilität hat seit der Finanzkrise aus unserer Sicht eher abgenommen. Die längere Phase geringem Wirtschaftswachstum, die als säkulare Stagnation bezeichnet wird, suggeriert ein weiterhin stetiges Wachstum. Aus unserer Sicht befinden wir uns eher in einem Kredit-Superzyklus, der nicht unendlich fortgeführt werden kann. So ist es nicht verwunderlich, dass selbst kleine Überraschungen auf der geldpolitischen Seite signifikante Kursbewegungen bei den nervösen Anlegern auslösen. Wir glauben, dass diese Volatilität uns auch in 2016 an den Märkten begleiten wird. Ein Ende des Kredit-Superzyklus sehen wir im kommenden Jahr allerdings noch nicht kommen.

Rückenwind ist (noch) stärker als Gegenwind
Die großen Zentralbanken versorgen das globale Wirtschaftssystem weiterhin mit ausreichend Liquidität. Auch wenn die US-Fed auf eine erste vorsichtige Zinserhöhung zielt, so sorgen EZB, Bank of Japan und People’s Bank of China für zusätzliche Wachstumsstimuli. Und die sinkenden Rohstoffpreise, allen voran das Öl, wirken wie ein riesiges Steuersenkungsprogramm bei den Konsumenten. Die Kombination beider Effekte dürfte ihre Wirkung in 2016 entfalten. Global sehen wir daher mehr Rückenwind für die Wirtschaft, als Gegenwind. Trotzdem bleibt es für die US-Fed eine schwierige Aufgabe, einen erfolgreichen Ausstieg aus der jahrelangen Niedrigzinspolitik zu vollziehen. Die Fed-Politik wird so zum Lackmustest für alle großen Zentralbanken. Scheitert sie, bedeutete das andauernde Niedrigstzinsen mit allen negativen Folgen für Sparer weltweit.

Europäische Aktien haben noch Aufwärtspotential
Unsere positive globale Wachstumsperspektive spielt der Aktie als Anlageklasse in die Karten. Von der Bewertungsseite sind die meisten Aktienmärkte jedoch eher teuer. Mit einem um den Konjunkturzyklus bereinigtes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) um 25 liegt der US- und japanische Markt am oberen Ende der historisch beobachtbaren Bewertungen. Die europäischen Märkte sind mit KGVs zwischen 12 und 18 dagegen fair bewertet. Historischen haben langfristig die Märkte die höchsten Renditen geliefert, deren KGVs unter 10 notierten. In einigen Schwellenländern ist das aktuell der Fall.

Die Attraktivität von Aktien wird vor allem im relativen Vergleich mit Anleihen deutlich. Eine Risikoprämie existiert, weil Anleihen teuer und nicht weil Aktien günstig sind. In solch einem Umfeld ist aus unserer Sicht eine behutsame taktische Übergewichtung von Aktien zielführen. Im Gegensatz sehen wir bei europäischen Staatsanleihen derzeit keinen Wert und vermeiden in diesem Bereich angesichts des Risikos steigender Zinsen weitestgehend Allokationen in diesem Segment.

Traditionelle Mischfonds raus, alternative Anlageklassen rein
Das Jahr 2015 hat uns gezeigt, wie schnell Schlagzeilen die Märkte beherrschen und ebenso schnell in den Hintergrund geraten. Die Ukrainekrise, Grexit, Konjunktursorgen in China, US-Zinsentscheid, Terror – all diese Themen sind nicht gelöst und können uns auch in 2016 wieder begegnen. Es können aber auch Themen wie der US-Präsidentschaftswahlkampf, Schwellenländerkrise oder ganz andere Ereignisse sein, welche die Nerven der Anleger auf eine harte Probe stellen. Wir sind davon überzeugt, dass eine solide fundamentale Analyse der sich bietenden Anlagechancen und Risiken in Kombination mit einer intelligent diversifizierten Anlagestrategie der beste Weg ist, um für Überraschungen gewappnet zu sein. Traditionelle Mischfondsansätze mit ihren fixen Anleihequoten, die in den vergangenen Jahren gute Ergebnisse geliefert haben, gehören nicht mehr zu unseren Bausteinen. Deren Schwachpunkte sind in 2015 zu Tage getreten. Wir setzten bei der Vermögensallokation auf alternative Anlageklassen, die weiterhin lukrative Renditechancen bieten und zusätzlich weniger abhängig von den Kursschwankungen der traditionellen Anlageklassen sind. Sachwertbeteiligungen, Private Equity und auch Absolute Return Produkte sind Beispiele für solche

Anlagealternativen. Diese sind zwar meist komplexer, als klassische Anlagen. Wir sind jedoch fest überzeugt, dass sich der Mehraufwand für eine umfassende Analyse gerade im aktuellen Anlageumfeld am Ende bezahlt macht.

Autor: Björn Siegismund, Chief Investment Officer der LARANSA PWM GmbH


EZB: Warum gerade jetzt eine weitere Lockerung?

In der Eurozone sind die Zinsen in den letzten Wochen weiter gesunken – so ist der Zinssatz der zweijährigen deutschen Bundesanleihen auf etwa minus 0,4 Prozent gefallen. Auch die Geldmarktzinsen sind gesunken. Grund für diese Bewegung ist die Erwartung, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik weiter lockern wird, was ihr Präsident Mario Draghi auf der Sitzung im Oktober praktisch versprochen hatte.

Aber warum? Die aktuellen Daten für das Vertrauen ins Wirtschaftsklima sind so gut wie schon seit Jahren nicht mehr. Das Wirtschaftswachstum liegt bei etwa zwei Prozent und die Inflationsrate ist endlich auf dem Weg nach oben. Warum gerade jetzt eine weitere Lockerung? Hat die EZB den Verstand verloren?

Risiken türmen sich am Horizont
Nein! Die EZB handelt unserer Meinung nach völlig rational und richtig. Obwohl es derzeit scheint, als liefe es dank abnehmender Arbeitslosigkeit und positivem Wirtschaftswachstum gut, beginnen sich am Horizont Wolken zu zeigen. Es sind mehrere vorübergehende Faktoren, die im Moment das Wachstum noch antreiben. Niedrigere Ölpreise und ein schwächerer Euro sind hierfür die Hauptbeispiele. Doch dies sind eben vorübergehende Faktoren. Falls der Ölpreis nicht erneut stark fällt oder der Euro deutlich schwächer wird, erhält die Wirtschaft künftig nicht mehr diesen Rückenwind. Berücksichtigt man zudem die aktuellen geopolitischen Unsicherheiten sowie zusätzliche Sorgen über das Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern, so zeichnet sich plötzlich ein Bild ab, das weniger rosig aussieht. Obwohl wir (und die EZB) auf die Wichtigkeit eines gesünderen Bankensystems als Stütze für das künftige Wachstum hingewiesen haben, gibt es ein deutliches Risiko für einen Rückgang des Wachstums im nächsten Jahr. Insbesondere dann, wenn die EZB untätig bleiben würde.

Weiter Weg zum Inflationsziel
Bei sinkenden Wachstumsraten wird es für die EZB schwerer, ihr Inflationsziel zu erreichen. Zusätzlich sollte man die Erfahrungen aus den USA berücksichtigen, wo die Wirtschaft nun schon im siebten Jahr in Folge wächst – im krassen Gegensatz zur Eurozone, wo nach mehreren Krisenjahren das Wachstum gerade erst wieder zunimmt. Zugleich ist die Inflation weiterhin immer noch nicht auf dem gewünschten Niveau. Somit wird es der EZB auch in absehbarer Zeit schwerfallen, ihr Inflationsziel zu erreichen. Und letztlich war die Inflation so lange so niedrig, dass die Gefahr besteht, dass sinkende Erwartungen an eine künftige Inflation zu sich selbst erfüllenden Prognosen werden.

EZB „lockert“ in dieser Woche – deutlich!
Anfang des Jahres erwarteten wir noch, dass die EZB ihre Geldpolitik erst wieder 2016 lockern würde. Nun rechnen wir damit, dass sie bereits bei der Sitzung am 3. Dezember die weiteren Lockerungen verkünden wird. Und darüber freuen wir uns. Denn dies zeigt das Bild einer Notenbank, die weitaus vorausschauender agiert als früher – zum Vorteil des Wirtschaftswachstums und der Finanzmärkte.
Die EZB wird also die Zinsen weiter in den negativen Bereich senken. Und sie verlängert ihr Anleihekaufprogramm.

Wir halten es außerdem für sehr wahrscheinlich, dass die EZB dieses Programm noch erweitert und konkretisieren wird, wie lange sie noch u. a. Staatsanleihen kaufen wird. Sie könnte beispielsweise Ziele angeben, wie weit die Arbeitslosigkeit zurückgehen müsste, damit sie ihre Käufe wieder einschränkt.

Gute Nachricht für europäische Aktien – Anleiherenditen haben Boden erreicht
Im Grunde genommen ist diese sehr lockere Geldpolitik eine gute Nachricht für europäische Aktien. Die Aktienkurse werden zudem infolge auch noch weiter ansteigen, wenn wir mit unserer Annahme einer weiteren deutlichen Lockerung durch die EZB Recht behalten.

Obwohl wir meinen, dass die EZB ihre Geldpolitik etwas mehr lockern wird als derzeit vom Anleihemarkt in die Kurse eingerechnet ist, glauben wir nicht, dass die Zinsen längerfristiger Anleihen noch sehr viel weiter fallen werden – unter anderem deswegen nicht, weil die aggressive Geldpolitik gut für das Wachstum ist und somit auf längere Sicht auch für die Inflation.

Insgesamt bestehen infolge der Lockerung der EZB also Aussichten auf weiterhin sehr niedrige Zinsen in der Eurozone und auf steigende Aktienkurse sowie hoffentlich auch auf ein weiterhin gutes Wirtschaftswachstum!

Autor: Bo Bejstrup Christensen, Chefanalytiker bei Danske Invest


EZB muss liefern

Nun findet morgen die lang ersehnte Zentralbankratssitzung statt. Und die EZB muss nun liefern. Eine Verlängerung des Anleihenkaufprogramms gekoppelt mit einer gleichzeitigen Ausweitung der monatlichen Kaufsumme an Wertpapieren ist das Mindeste, was die EZB verkünden sollte, um größere Gewinnmitnahmen an den Aktienmärkten zu verhindern. Eigentlich erwarten viele Marktteilnehmer sogar noch darüber hinausgehende Ankündigungen, um den Geldstrom in die Märkte noch ein wenig weiter zu verstärken.

Da stellt sich die Frage, welche Begründung die EZB für eine solche Vorgehensweise ins Feld führen wird. Weder Inflation noch Deflation sind derzeit ein Thema in Europa und die jüngsten wirtschaftlichen Indikatoren verweisen auf ein zumindest als ordentlich zu bezeichnendes Wirtschaftsumfeld. Die US-amerikanische Notenbank Fed kann am Donnerstagabend innerhalb einer Rede der Fed-Präsidentin Yellen unmittelbar auf die EZB-Entscheidung reagieren. Alles andere als die Ankündigung, endlich die seit über zwei Jahren angekündigte Leitzinserhöhung durchzuführen, wäre eine Überraschung. Dies gekoppelt mit der Ankündigung einer vorsichtigen Vorgehensweise in 2016 wäre das Fundament, um die vorweggenommene Jahresendrally bis zum Jahresende Bestand haben zu lassen.

Autor: Michael Beck, Leiter Asset Management Bankhaus ELLWANGER & GEIGER KG


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Bondinvestoren warten auf EZB-Entscheidung

Morgen wird Mario Draghi die anhaltenden Spekulationen beenden und den weiteren Quantitative-Easing-Kurs der EZB verkünden. Dabei werde die EZB wohl auch ihre Wachstumsvorhersage für 2016 und 2017 absenken, meint Leaviss: „Wenn man sich das bisherige Ausmaß der Quantitative-Easing-Maßnahmen und die zu erwartende weitere Ausweitung der Anleihekäufe vor Augen hält, dann wird klar, dass die Wirtschaft in der Eurozone in keiner guten Verfassung ist – auch wenn es Anzeichen gibt, dass das Konsumklima sich wieder verbessert.“

Leaviss zieht die folgenden Schlussfolgerungen für Bondinvestoren:
  • Weiterer Druck auf den Euro – Parität zum Dollar ist nicht mehr ausgeschlossen

  • Die Aktivität der EZB dürfte die Rendite bei langen Laufzeiten stärken, aber für europäische Staatsanleihen bleibt es trotzdem bei niedrigen Renditen.

  • Hochwertige europäische Unternehmensanleihen könnten am stärksten von den aktuellen Maßnahmen profitieren, falls sie in das Ankaufprogramm aufgenommen werden.

  • Ein weiteres Absenken des EZB-Einlagensatzes würde die Profitabilität der Banken schmälern. Auch Lebensversicherungen werden es weiter schwer haben, mit risikofreien Anlagen positive Renditen zu erzielen.
Die Notenbank der weltweit größten Volkswirtschaft könnte die Zinsen im Dezember anheben, und ein solcher Schritt hätte Auswirkungen auf alle Assetklassen. Leaviss sieht denn auch in erster Linie drei Variablen, welche die Entwicklung 2016 nachhaltig beeinflussen werden: Gehaltszuwächse vor dem Hintergrund volkswirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, die Auswirkungen des Ölpreises und schließlich die Rücknahme des Quantitative Easing, also „Quantitative Tightening“.

In diesem Rahmen rät Leaviss Anleiheinvestoren, im kommenden Jahr eine Reihe von Faktoren im Blick zu behalten:
  • Das Auseinanderdriften der geldpolitischen Maßnahmen in Europa und in den USA, sowie die Auswirkungen auf den Dollar

  • Die Gehaltssteigerungen in den USA und in Großbritannien, samt Konsequenzen für die jeweiligen Notenbanken

  • Die schwache Verfassung der Wirtschaft in der Eurozone und mögliche Reaktionen auf Investorenseite

  • Die Inflation und den Flirt der entwickelten Volkswirtschaften mit der Deflation

  • Quantitative Tightening und die Auswirkungen auf die Renditen von US-Staatsanleihen

  • Bessere Bewertungen von Unternehmensanleihen (gestützt durch die Spreads in Investment-Grade- und High-Yield-Anleihen) und niedrige bis negative Renditen bei Staatsanleihen

  • Schließlich: Angst und Schrecken bei Schwellenländer-Anleihen
Den vollständigen Panoramic Outlook des Anleiheteams von M&G Investments können sie auf Bond Vigilantes nachlesen (in englischer Sprache).

Autor: Jim Leaviss, Head of Retail Fixed Interest, M&G Investments
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Was passiert, wenn es schief läuft?

Den konjunkturellen Stimmungsindikatoren kann all dies wenig anhaben, das Wachstum bleib zwar moderat aber auch sehr stabil. Zusätzlich werden die Zentralbanken in Europa die Märkte weiter mit Liquidität überfluten und mittels negativer Einlagenzinsen, Anleger in risikoreichere Marktsegmente reintreiben. Es gibt also Gründe genug, optimistisch ins Jahr 2016 zu blicken. Nur vergessen sollten Anlegende dabei nicht, was alles schief laufen kann.

Risiken findet man derzeit vor allem im politischen Bereich. Am 8. November 2016 ist in den USA Wahltag. Damit ist es unsicher, wie die USA auf neue und bisherige geopolitische Risiken reagieren würden, aber auch, ob nicht nach den Wahlen ein populistischerer Präsident des rechten Spektrums erratische Entscheidungen fällen könnte. Erratisch und aggressiver wird häufig auch die Außenpolitik von Staaten, die wirtschaftlich herausfordernde Zeiten durchmachen. Davon gibt es dank der Wachstums- und Rohstoffpreisschwäche vor allem in den Schwellenländern einige. Schon jetzt führen die schwierigen wirtschaftlichen und politischen Perspektiven einiger Länder zu einer Einwanderungswelle, wie sie Europa lange nicht mehr erlebt. Auch hieraus ergeben sich Herausforderungen, für die aufnehmenden Länder und ihre politischen Führungen: Herausforderungen, die auch zu Instabilitäten führen können, über die auch bisher angesehene Persönlichkeiten stolpern können. Und dazu kommen die Regionalisierungstendenzen in Europa: Katalonien wird weiter die Eigenständigkeit suchen. In Finnland dürfte über den Euro abgestimmt werden, im Vereinigten Königreich über den Brexit, dazu kommen wenig stabile Links-Regierungen in Griechenland und Portugal. Frankreich sucht eine angemessene Reaktion auf die Terrorakte und hat bereits angekündigt, die geplanten Haushaltsvorgaben erneut nicht einzuhalten. Deutschland wiederum wird rund eine Millionen Flüchtlinge aus diesem Jahr integrieren müssen und eventuell eine Vielzahl neuer Asylanten im nächsten Jahr. An den Finanzmärkten sind all diese Themen bekannt. Sie werden behandelt, wie das meist mit politischen Problemen der Fall ist. Sie sorgen für kurzfristige Irritationen und haben dann kaum mehr Einfluss. Das wird auch dieses Mal wahrscheinlich angemessen sein. Allein der Ballung der Restrisiken sollten sich Anleger im 2016 bewusst sein.


Autor: Karsten Junius, Chefvolkswirt, Bank J. Safra Sarasin



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Eine Welt im Wandel

Das Chief Investment Office (CIO) von UBS Wealth Management beurteilt Aktien und Unternehmensanleihen Anfang 2016 weiterhin positiv und ist insbesondere für die Eurozone sehr zuversichtlich.

Als langfristig interessante Investitionsthemen für 2016 und danach sieht das CIO die Demografie, die alternde Bevölkerung und Anlagen in ausgewählten Bereichen des Gesundheitswesens, darunter die Krebsforschung.

Das Chief Investment Office von UBS Wealth Management prognostiziert für 2016 eine Welt im Wandel. Das globale BIP-Wachstum dürfte von 3,1% 2015 auf 3,4% zunehmen. Dieses Wachstum beruht auf der Stabilisierung der Schwellenländer und den geringfügig höheren Konsumausgaben in den Industrieländern.

Mark Haefele, Global Chief Investment Officer von UBS Wealth Management und UBS Wealth Management Americas, sagt dazu: «Die Welt im Wandel bleibt eine Herausforderung für die Portfolioperformance. Wir wissen aus Erfahrung, dass eine klar definierte Anlagestrategie, regelmäßige Überprüfungen des Portfolios und eine strenge Umsetzungsdisziplin dazu beitragen können, dass das Portfolio auf Kurs bleibt. Wir rechnen zu Beginn des Jahres 2016 mit einer moderaten Beschleunigung des globalen Wachstums und raten den Anlegern, Aktien zu übergewichten.»

Moderate Verbesserung des globalen BIP-Wachstums
Die US-Wirtschaft dürfte nächstes Jahr um 2,8% expandieren, nach 2,5% in diesem Jahr. Das Land muss in der Zinspolitik ein neues Kapitel öffnen und einen Nachfolger für Präsident Barack Obama wählen. Trotz dieser Unsicherheiten sollten der stärkere US-Dollar und die niedrigen Energiepreise die USUnternehmensgewinne weniger belasten. Die Konsumausgaben sollten robust bleiben.

Die Eurozone dürfte nächstes Jahr um 1,8% wachsen, verglichen mit einem Wachstum im laufenden Jahr von 1,5%. Das Wachstum in Deutschland dürfte etwas stärker von 1,5% in 2015 auf 1,9% in 2016 zulegen. Für Großbritannien sagt das CIO ein weiterhin robustes Wachstumstempo von 2,4% für 2016 voraus. In Europa stehen die Flüchtlingsströme, Fragen zur Geldwertstabilität und angesichts der Diskussion in Großbritannien die Zukunft der Europäischen Union im Zentrum des Interesses. Das Wachstum und die extrem lockere Geldpolitik sollten die Unternehmensgewinne in der Eurozone, wo wir in Aktien übergewichtet sind, unterstützen.

Die Volkswirtschaften in Asien dürften auch im dritten Jahr in Folge weniger kräftig wachsen, was hauptsächlich auf den Rückgang des chinesischen Bruttoinlandprodukts (BIP) auf 6,2% zurückzuführen ist. Dies stellt denn auch den größten Belastungsfaktor für das globale Wachstum im Vergleich zu 2015 dar. China entwickelt sich von einer fertigungslastigen zu einer konsumorientierten Wirtschaft und von einem staatlich dirigierten zu einem freien Markt. Beide Paradigmenwechsel werden zeitweise Unsicherheit über den Wachstumskurs und die Aussichten für die Kapitalströme hervorrufen.

Das Wachstum in den Schwellenländern wird verhalten bleiben, sollte aber von 4,1% in diesem Jahr auf 4,3% steigen. Die Schwellenländer müssen neue Wachstumstreiber suchen. Dies bedingt, dass sie ihre Abhängigkeit von Investitionen, Rohstoffen und billigem Kapital reduzieren und den Fokus stärker auf strukturelle und politische Reformen legen. Bei Zinserhöhungen in den USA werden sie zudem unter Druck geraten.

Aktien und Hochzinsanleihen sollten positive Gesamtrenditen abwerfen. Die Kurse von Staatsanleihen dürften sinken, die Inflation, der Ölpreis und die US-Zinsen möglicherweise steigen. Hedge Funds dürften 2016 höhere risikobereinigte Renditen erzielen als 2015. Wir erwarten Renditen von 4% bis 6% für die gesamte Anlageklasse.

Langfristige Anlagethemen, um das Vermögen zu vergrößern und zu schützen
Über das Jahr 2016 hinaus sind es die langfristigen Anlagethemen, die das Anlageumfeld auch zukünftig beeinflussen. Ein herausragendes Beispiel ist die demografische Entwicklung in den USA, Japan, Europa und China, die den Ausblick für Finanzwerte in den kommenden Jahren und Jahrzehnten trübt. Die Sparquoten dürften sinken, weil die älteren Menschen ihre Vermögen verzehren. Folglich wird auch die Geldschwemme abnehmen, welche die Finanzmärkte bislang angetrieben hat. Jüngere Arbeitnehmer einer schrumpfenden Erwerbsbevölkerung könnten höhere Löhne fordern, die Inflation anheizen und die Zinsen in die Höhe treiben.

Die alternde Bevölkerung eröffnet Chancen im Gesundheitswesen. Das CIO beurteilt die Krebsforschung für Wirkstoffe im Frühstadium als einen besonders attraktiven langfristigen Anlagebereich. Infolge der breiten Auswirkungen von Krebs auf die Gesellschaft eignet sich dieser Bereich besonders für Impact Investing, in dessen Zentrum neben der finanziellen Rendite, ein messbar positiver Einfluss auf die Gesellschaft steht.

My House View
Die Anleger können eine personalisierte Version der «UBS House View: 2016 und danach» zusammenstellen, indem sie auf www.ubs.com/myhouseview den interaktiven Filter My House View nutzen. Nach Eingabe ihres eigenen Finanzprofils werden die Anleger zu Artikeln und Daten aus der UBS House View geleitet, die ihren persönlichen Anlagebedürfnissen entsprechen.


Mark Haefele, Global Chief Investment Officer von
UBS Wealth Management  und UBS Wealth Management
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Ich bin halt so – Ihr Freibrief für die Komfortzone?

ich bin halt so – was für ein Freibrief! Haben wir doch alle schon angewendet:
  • Schatz, wann lernst du endlich mal, deine Tasse abzuräumen? Ich bin halt so.

  • Kannst du nicht ein einziges Mal langsamer fahren? Ich bin halt so.

  • Musst du deine Hausaufgaben immer auf den letzten Drücker erledigen? Ich bin halt so.

  • Könntest ruhig mehr Sport machen. Ich bin halt so.

  • Muss der zweite Teller Nudeln wirklich sein? Ich bin halt so.

Selbsterkenntnis – Freibrief für Blockierer

Eine schöne Komfortzone, die wir uns da bauen – finden Sie nicht auch? Leider auch eine teure Komfortzone:
  • Unangenehmes vor sich herschieben? Ich bin halt so.

  • Alles im eigenen Unternehmen selbst machen anstatt ökonomisch sinnvoll delegieren? Ich bin halt so.

  • Mal wieder unpünktlich zum Termin erschienen? Ich bin halt so.

  • Dienst nach Vorschrift anstatt das kleine Quäntchen extra leisten? Ich bin halt so.

  • Ablage erledigen anstatt Termine vereinbaren? Ich bin halt so.

  • Mal wieder keine Empfehlungsfrage gestellt? Ich bin halt so.

  • Ein bisschen zu forsch/zurückhaltend/unfreundlich etc. gewesen? Wir Rheinländer/Schwaben/Berliner etc. sind halt so.
Sicher, die Ursache dafür dass wir Dinge nicht erledigen, zu schüchtern sind, zu wenig zielstrebig sind usw. mag teilweise darin liegen, dass wir so erzogen wurden, so sozialisiert wurden oder was auch immer. An einer Tatsache kommt man dennoch nicht vorbei: Wir reden hier nicht über ein Naturgesetz. Diese Eigenschaften sind nicht unveränderbar.

Vielmehr sind sie eine vorgeschobene Art der Selbsterkenntnis, die nicht der erste Schritt zur Besserung ist. Sie ist der Vorwand, die Dinge zu belassen wie sie sind – auch wenn diese alles andere als zufriedenstellend sind.

Kurzum: Sie ist eine Ausrede! Eine Ausrede, warum wir Dinge nicht tun, von denen wir wissen, dass wir sie eigentlich tun müssten. Eine Ausrede, mit der wir unseren eigenen Misserfolg legitimieren. Schluss damit!

Mein ganz einfacher Tipp für diese Woche:

Ändern Sie die vier Worte Ich bin halt so in Ich arbeite daran!
  • Mist, ich kam zu spät zum Termin. Meine Eltern haben mich nicht zur Pünktlichkeit erzogen. Aber ich arbeite daran, denn ich WILL das ändern.

  • Auweia, ich bin meinem Interessenten über den Mund gefahren. Ich bin nun einmal waschechter Berliner mit Kodderschnauze. Aber ich arbeite daran, denn ich WILL das ändern.

  • Grundgütiger, zu wenig Termine vereinbart. Ich war schon immer etwas scheu und kann Enttäuschungen schlecht wegstecken. Aber ich arbeite daran, denn ich WILL das ändern.

  • Mannomann, die Sport- und Abnehmvorsätze sind wieder mal dahin. Meine Eltern haben mit leider nie Disziplin und Beharrlichkeit beigebracht. Aber ich arbeite daran, denn ich WILL das ändern.
Denn Sie wissen ja: Wer WILL, der MACHT!

Und wer WILL, der VERLÄSST die Komfortzone, in der es sich so herrlich bequem weiterwursteln lässt, in der man aber nichts erreicht.

Feedback entlarvt Ausreden

Als Umsetzungshilfe empfehle ich Ihnen: Holen Sie sich Feedback von außen. Fragen Sie Ihre Familie, Verwandten, Freunde – sprich: Personen, zu denen Sie ein Vertrauensverhältnis pflegen. Jeder von uns weiß, wie gut andere Menschen unsere eigenen Ausreden entlarven können. Auch wenn es manchmal weh tut: Man kann davon doch nur profitieren!

Das gilt übrigens auch in die andere Richtung. Freunden, Verwandten aber auch Kollegen und Geschäftspartnern kann man ruhig mal die Ausrede zerpflücken. Sie gehen also nicht joggen, weil Sie Stier sind? Ist das etwa eine Ausrede? Wer Ihnen das übel nimmt, ist ein schlechter Freund, Kollege etc. Und so ganz nebenbei hat ein entlarvender Umgang mit Ausreden auch einen Nutzen für sich selbst: Was man anderen nicht durchgehen lässt, lässt man auch sich selbst nicht durchgehen.

Machen Sie also Schluss mit Ich bin halt so, dem Freibrief für Ausreden. Denn wer vorankommen WILL, der ARBEITET an sich.

Diskutieren Sie mit sich oder Kollegen: Welche Ausreden und Blockierer begegnen Ihnen am Häufigsten? Was ist die kurioseste Ausrede, die Ihnen bislang begegnet ist? Wie holen Sie sich Feedback von außen?

Mit willensstarken Grüßen,

Ihr Jörg Laubrinus

Jörg Laubrinus ist Vertriebscoach und Geschäftsführer der Mission Freiheit GmbH
www.dervertriebscoach.de


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Marktausblick für 2016 von AllianzGI

„Wir sind fest davon überzeugt, dass aktive Titelselektion und Asset Allokation die Erträge generieren, die günstige marktreplizierende Strategien nicht erzielen können.”

Andreas Utermann, Global CIO und Co-Head AllianzGI


Kurz vor dem Jahreswechsel stehen die großen Volkswirtschaften vor ähnlichen wirtschaftlichen Herausforderungen. Nach den starken geldpolitischen Impulsen der quantitativen Lockerungen, die die Zinsen auf oder nahe Null gedrückt haben, sind nun mehr denn je strukturelle Reformen von Seiten der Politik gefragt.

Wenig Wachstum, viel Umbruch
„Das aktuelle Verschuldungsniveau und das Fehlen eines Entschuldungsprozesses sorgen dafür, dass das Wirtschaftswachstum deutlich niedriger als in der Vergangenheit ausfallen und zudem noch anfälliger sein dürfte. Trotz der positiven Wirkung der stark gesunkenen Rohstoffpreise müssen sich Unternehmen und Anleger in einer Welt, die von niedrigen Investitionen gekennzeichnet ist, auf einen Rückgang der weltweiten Produktivität einstellen. Darüber hinaus bringen neuartige mobile Technologien und Anwendungen sowohl Chancen für Anleger als auch Gefahren für traditionelle Geschäftsmodelle mit sich“, skizziert Andreas Utermann, Global CIO und Co-Head von Allianz Global Investors, die Ausgangslage.

Europa ist mit sehr niedrigen Wachstumserwartungen in das Jahr 2015 gestartet und hat überrascht. Durch das mit dem Anleihekaufprogramm implementierte Quantitative Easing (QE) der Europäischen Zentralbank und den nachhaltig schwächeren Euro ist das Wachstum im Jahresverlauf auf 1 bis 1,5 Prozent gestiegen. Zusätzlich zeigt sich, dass die Geldpolitik der EZB die Versorgung der Wirtschaft mit Krediten verbessert hat, mit positiven Effekten für Investitionen und Beschäftigung. Zusammen mit dem niedrigen Ölpreis sorgt dies wiederum für anziehende Einzelhandelsumsätze und steigenden Konsum. Die Eurozone dürfte dieses Wachstumsniveau auch in 2016 beibehalten, sofern die EZB ihren geldpolitischen Kurs hält und der Euro sich damit auf derzeitigem Niveau einpendelt. Portugal und Spanien sind beim wirtschaftspolitischen Umbau große Schritte vorangekommen; Sparpolitik scheint kein Reformhindernis zu sein, wenn sie von günstigen Finanzierungskonditionen flankiert wird. Italien bewegt sich inzwischen in die gleiche Richtung, und sogar Frankreich zeigt sich nun offener gegenüber einer Flexibilisierung von Beschäftigung und Arbeitsmarkt. Die Verfassung der deutschen Wirtschaft dürfte 2016 ähnlich stark wie in diesem Jahr sein, allerdings ist sie am anfälligsten für den konjunkturellen Abschwung der Schwellenländer und für Veränderungen im weltweiten Investitionsklima.

In den USA sind trotz niedrigerer Arbeitslosigkeit und des niedrigen Ölpreises Konsum und Investitionen hinter den Erwartungen zurückgeblieben, was sich 2016 nicht deutlich ändern sollte. Dennoch ist AllianzGI optimistisch und rechnet damit, dass die größte Volkswirtschaft im kommenden Jahr mit 2 bis 2,5 Prozent wächst. Das Hauptaugenmerk wird 2016 jedoch auf den im November stattfindenden Präsidentschaftswahlen liegen.

China: Das Wachstum der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft hat sich seit einiger Zeit abgeschwächt, was mit dem langsamen aber notwendigen Umbau von Anlageinvestitionen und Produktion in Richtung Dienstleistung und Binnenkonsum zusammenhängt. Darüber hinaus lasten nachlassendes Produktivitätswachstum, zu hohe Verschuldung und die Aufwertung des Renminbi auf dem Wachstum. Nichtsdestotrotz sieht der nächste 5-Jahres-Plan eine Verdopplung des Bruttosozialprodukts von 2010 bis 2020 vor, was einem jährlichen Wachstum von 6,5% ab kommendem Jahr entspricht.

Südostasien: Für die aufstrebenden Länder in Südostasien dürfte 2016 deutlich schwieriger werden. Die Abschwächung von Chinas Wachstum wird weiterhin ernsthafte Auswirkungen auf die Rohstoffproduzenten der Region und die Länder haben, die seit 20 Jahren maßgeblich von Chinas Aufschwung profitierten. Zusätzlich zu den niedrigen Rohstoffpreisen haben ein schwacher Yen und ein schwacher Euro den Konkurrenzdruck im internationalen Handel erhöht, und ein starker US-Dollar hat steigende Finanzierungskosten gesorgt.

Die (schwindende) Macht der Geldpolitik und der Anstieg der Volatilität
„Die Geldpolitik bleibt locker, insbesondere in Europa und Japan, wo die Zeichen gänzlich auf Quantitative Easing stehen, aber auch in vielen anderen Ländern, wo die Zentralbanken zum Schutz der jeweiligen Volkwirtschaft die Zinsen gesenkt haben. Vor dem Hintergrund der expansiven Geldpolitik in Japan und Europa hat auch China zunehmend die Geldpolitik als Instrument der ökonomischen Steuerung eingesetzt. Die EZB wird voraussichtlich wird ihre expansive Geldpolitik noch ausweiten und ihren Spielraum ausschöpfen, um den anfälligsten Volkswirtschaften in der Eurozone Wachstum zu ermöglichen und nachhaltig eine Deflation zu vermeiden. Jedoch dürfte das Jahr 2016 vom Beginn des Auseinanderdriftens der internationalen Geldpolitik geprägt werden, wenn die Federal Reserve mit der Anhebung der Leitzinsen vor dem Hintergrund solider Fundamentaldaten beginnt“, sagt Franck Dixmier, Globaler Anleihenchef von AllianzGI.

Wachsende Volatilität an den Devisenmärkten und Währungsabwertungen sind ein Zeichen für mangelnde internationale Koordination. Daraus ist die Sorge vor globalen Handels- und Währungskriegen entstanden, da Volkswirtschaften sich das Wachstum von anderen borgen, anstatt es über Volkswirtschaften mit hohen Zahlungsbilanzüberschüssen zu stimulieren. „Diese Vorgehensweise kann auf globaler Ebene nicht die Wachstumsraten steigen lassen, und schon gar nicht auf die Niveaus, die wir von früheren Erholungszyklen kennen. Wir sollten uns auch bewusst sein, dass eine Welt im Nullzins-Modus auch Fehlallokationen fördert und zu übertriebenen Bewertungen führen kann,“ warnt Dixmier.

Aktives Investmentmanagement wichtiger denn je
Die Sorge vor Deflation treibt Investoren nach wie vor um. Wenn jedoch das Zinshoch in diesem Zyklus niedriger ausfällt als in früheren, dürften Aktien weiterhin attraktiv bleiben und sich nicht nur aus Bewertungsperspektive positiv entwickeln, sondern auch Ergebniswachstum kombiniert mit attraktiven und wachsenden Dividendenzahlungen liefern. Aus Bewertungssicht sind Aktien in Europa attraktiver als Aktien aus den USA und Japan. Aktien aus Schwellenländern haben sich verbilligt, aber noch nicht von der Bewertung her attraktiv. Staatsanleihen sind für Anleger, die Rendite suchen, definitiv unattraktiv. Schwellenländeranleihen sind derzeit nur noch bedingt interessant.

Andreas Utermann zieht folgendes Fazit:
„Die finanzielle Repression dürfte weiterhin Anlageentscheidungen maßgeblich beeinflussen und wird die Entwicklung der Kapitalmärkte prägen. Wir müssen unsere Kunden über alle Anlageklassen hinweg dahingehend beraten, gezielt Risiken zu nehmen, damit sie ihre Anlageziele erreichen können in einer Zeit, die von niedrigem Wachstum, niedrigen Zinsen bei steigender Volatilität in Politik und Märkten geprägt ist.“

„Attraktive Aktien(-segmenten), Unternehmensanleihen und alternative Investments sowie weniger liquide und unkorrelierte Infrastrukturanlagen oder andere Wertpapieren mit langer Laufzeit bieten Anlegern den Zugang zu weniger schwankungsanfälligen Erträgen. Wir sind fest davon überzeugt, dass AllianzGI auf Basis von fundamentaler Analyse und überzeugenden Investmentansätzen und -prozessen Kunden den Mehrertrag liefern kann, den sie benötigen, und gleichzeitig die Schwankungen, die sie vermeiden wollen, unter Kontrolle zu halten. Mit aktiver Titelselektion und Asset Allokation lassen sich die Erträge generieren, die günstige marktreplizierende Strategien nicht erzielen können.“

CO2 und seine Kosten

CO2-Preise kommen weltweit und werden bleiben
Um einem potenziell katastrophalen Klimawandel vorzubeugen, vereinbarten die Teilnehmer des UN-Klimagipfels 2010, die Klimaerwärmung auf weniger als 2°C gegenüber dem Niveau vor der Industriellen Revolution zu begrenzen. Wenn wir diese Vorgabe umsetzen wollen, müssen wir die weltweiten Kohlendioxidemissionen bis 2050 drastisch verringern. Im Vorfeld der COP21-Konferenz, die zwischen November und Dezember in Paris stattfindet, werden nun verbindliche internationale Maßnahmen zur Begrenzung des Kohlendioxidausstoßes erwartet.

Wie auch immer der Klimagipfel ausgehen mag, die meisten Industriestaaten werden wohl mittelfristig einen Preis für CO2 einführen. Konzerne, die sich auf eine CO2-arme Wirtschaft vorbereitet haben, bieten Investoren attraktive Anlagechancen, während die Unternehmen, die den neuen Kostenfaktor nicht berücksichtigen, wohl bald mit rückläufigen Bewertungen zu kämpfen haben werden. Dieser Artikel erläutert, wie sich CO2-Preise auf Energieversorger und Anleger auswirken werden. Da sich dieser Sektor bereits umfassend mit CO2-Preisen auseinandersetzen muss, kann er anderen Branchen als Beispiel dafür dienen, wie mit dem CO2-Risiko umzugehen ist.

Kaum ein Wirtschaftszweig bleibt verschont
Die am stärksten industrialisierten Gebiete verzeichnen auch den höchsten Kohlendioxidausstoß. Auf China, die USA und die Europäische Union entfällt mit 56 % mehr als die Hälfte der weltweiten Emissionen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass diese drei Regionen bereits CO2-Märkte eingerichtet haben, zumindest auf lokaler Ebene. Die EU entschied sich 2005 für einen europäischen Emissionshandel (das European Union Emissions Trading System oder EU ETS), während China und die USA sich derzeit noch mit lokalen Systemen begnügen. China kündigte kürzlich an, 2017 den CO2-Handel landesweit einführen zu wollen, und erhöhte so den Druck auf die USA, in den kommenden Jahren dem Beispiel zu folgen. Zehn Jahre nach der Einführung des EU-ETS gewinnt die Idee auch in anderen Staaten Fahrt. Zehn Nationen sind für 75% der weltweiten Emissionen verantwortlich. Viele haben sich bereits für ein Handelssystem entschlossen, das den Kohlendioxidausstoß senken soll. Mehr als 40 Länder (vor drei Jahren waren es erst 20) und 20 subnationale Regionen belegen CO2 bereits mit einem Preis oder treffen diesbezüglich Vorkehrungen.

Obwohl die Preise der Emissionsrechte stark von Land zu Land variieren, dürfte kaum eine Branche komplett verschont bleiben. Der Stromsektor, der in Europa und den USA mehr als ein Drittel zum gesamten Kohlendioxidausstoß beiträgt, steht im Mittelpunkt der Regulierung von CO2-Märkten, aber auch viele andere Wirtschaftszweige sind davon in unterschiedlichem Masse betroffen. Einige Sparten leiden bereits sehr darunter (etwa Kohle), während andere davon profitieren (erneuerbare Energien).1

Wie wirken sich CO2-Preise auf Energieversorger aus?
Als der Industriezweig, der weltweit am meisten Kohlendioxid emittiert, müssen Versorger damit rechnen, dass sie in immer mehr Regionen am Emissionshandel teilnehmen müssen. Obwohl CO2 immer noch relativ billig ist (ca. 10/t USD an den meisten Märkten), spielt der Preis bei Anlageentscheidungen zunehmend eine entscheidende Rolle. Auch wenn sich der Anteil des Kohlestroms in einigen EU Ländern in letzter Zeit erhöht hat – Kohle ist immer noch die billigste Energiequelle, wenn man die CO2-Kosten nicht berücksichtigt – werden heute in Europa kaum noch neue Kohlekraftwerke geplant. Die wichtigste Kennzahl für Versorger ist die CO2-Intensität der Stromerzeugung (Tonnen CO2 pro erzeugte MWh). Die auf dieser Basis ermittelten Kosten für Emissionsrechte fließen direkt in die Gewinnrechnung des Versorgers ein. Ein Anstieg des CO2-Preises um 1 Euro wirkt sich daher bereits deutlich auf den Gewinn der EU-Versorger aus – je nach CO2-Intensität kann eine solche Preiserhöhung die Margen sogar um mehrere Prozentpunkte drücken. Obwohl es bereits eine Reihe von Finanzinstrumenten gibt, mit denen man sich gegen steigende CO2-Preise absichern kann, ist eine solche Strategie für Unternehmen mit hoher CO2-Intensität auf lange Sicht teuer. Langfristig orientierte Anleger sollten daher Versorger herausfiltern, die eine niedrige CO2-Intensität aufweisen und nicht abgesichert werden müssen.

Erzeugungsmix als wesentlicher Erfolgsfaktor in einer CO2-armen Zukunft
Die CO2-Intensität wird durch den Erzeugungsmix bestimmt: Kohlestrom erzeugt rund 1 t CO2 /MWh, Gas etwa die Hälfte, Kernenergie, Wasserkraft und erneuerbare Energien gelten in diesem Zusammenhang als sauber (< 0,05 t/MWh)2. Zudem fallen bei erneuerbaren Energien keine Brennstoffkosten an. Auf lange Sicht ist der Erzeugungsmix eines Versorgers also ein wesentlicher Erfolgsfaktor.
RobecoSAM Insight 11 2015

Die CO2-Intensität der Versorger mit einem hohen Stromanteil aus Kernkraftwerken (etwa EDF oder Centrica) ist in der Regel sehr niedrig. Der Betrieb von Kernkraftwerken ist aber mit vielen operationellen, regulatorischen und politischen Risiken behaftet, die diesen Vorteil wieder zunichtemachen.

Im Gegensatz dazu bieten sich erneuerbare Energien als natürliche Absicherung gegen steigende CO2-Preise an. Versorger wie EDP oder Iberdrola sind deshalb auch bei steigenden CO2-Preisen gut aufgestellt. Aufgrund ihres Produktionsmix sind diese Unternehmen zudem auch am besten aufgestellt, den Markt der erneuerbaren Energien in den Schwellenländern zu erschließen.

Konzerne mit einem hohen Anteil an Kohlekraftwerken (die oft Lebensdauern von 40 Jahren und länger haben) laufen Gefahr, dass ihre Anlagen dauerhaft unwirtschaftlich werden, wenn Kohle infolge anziehender CO2-Preise (oder aufgrund anderer umweltpolitischer Entscheidungen) nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Einige institutionelle Anleger wie etwa der norwegische Staatsfonds haben bereits Pläne angekündigt, sich aus Versorgern, die mehr als 30 % des Stroms mit Kohle erzeugen, zurückzuziehen.

Vor dem Hintergrund der sich entwickelnden CO2-Märkte weltweit ist der aktuelle bzw. zukünftige Erzeugungsmix ein wichtiger Faktor für die finanzielle Gesundheit von Stromerzeugern. Das Corporate Sustainability Assessment (CSA) von RobecoSAM beruht auf einer Reihe von CO2-Indikatoren. Ziel ist es, diejenigen Versorger zu identifizieren, die von den langfristigen Risiken und Chancen profitieren, die sich durch den Emissionshandel ergeben. Das CSA umfasst Informationen zu allen wichtigen Aspekten: Governance (zum Beispiel Anreize für die Geschäftsführung), Strategie (Marktchancen und Investitionen), Umwelt (Erzeugungsmix, Klimastrategie, Ökobilanz, Umweltmanagementsysteme etc.) und Gesellschaft (Engagement mit Stakeholdern). Auf diesem Gebiet heben sich attraktive langfristige Anlagen hervor wie z. B. Iberdrola, EDP und ENEL (deren Klimastrategie sogar kürzlich von Greenpeace gelobt wurde).

Anlagestrategien, die CO2-Risiken berücksichtigen
Investoren müssen die Auswirkung potenziell unwirtschaftlicher Kraftwerkparks auf die Bewertung ihrer Wertpapiere verstehen. Anhand einer Beurteilung ihrer Positionen können Anleger dann eine pragmatische Strategie bestimmen, und ihr Engagement in Unternehmen, die hauptsächlich fossile Brennstoffe einsetzen, mit Investitionen in Titeln ausgleichen, die von steigenden CO2-Preisen profitieren.

CO2-Intensität und Unternehmensgewinne
Absolut gesehen sind sehr unterschiedliche Kohlendioxidwerte festzustellen: RWE oder Duke Energy stoßen jährlich mehr als 100 Millionen Tonnen Kohlendioxid aus (mehr als viele Staaten insgesamt produzieren), während andere Konzerne wie Centrica oder Sempra nur auf knapp 10 Millionen Tonnen kommen.

Aufgrund des verbindlichen EU-Handelssystems sind die CO2-Preise (und Preisrisiken) bei europäischen Versorgern wie RWE oder Centrica bereits eingepreist. Da es in den USA keinen landesweiten Emissionshandel gibt, müssen die Risiken der US-Versorger separat berücksichtigt werden. Duke Energy erzielte 2014 zum Beispiel mit 125 Millionen Tonnen Kohlendioxid einen Reingewinn von 1,9 Milliarden USD. Sempra Energy, die bereits am kalifornischen Handelssystem teilnimmt, erwirtschaftete hingegen mit nur 7 Millionen Tonnen Kohlendioxid einen Jahresüberschuss von 1,2 Milliarden USD. Ein USA-weiter CO2-Preis von 10 USD/t (vergleichbar mit den gegenwärtigen CO2-Preisen in Europa und Kalifornien) würde mehr als 60 % des aktuellen Gewinns von Duke Energy, aber nur 6 % des Gewinns von Sempra entsprechen.

Chancen für CO2-bewusste langfristige Anleger
Trotz der neuen Herausforderungen sind einige Energieversorger in der sich abzeichnenden CO2-armen Welt besonders gut aufgestellt. Konzerne, die schon frühzeitig auf erneuerbare Energieträger gesetzt haben und diese erfolgreich nutzen, gelten als besonders vielversprechende langfristige Anlagechancen. Vorausblickende europäische Versorger wie Enel, Iberdrola oder EDP haben ihr boomendes Geschäft mit erneuerbaren Energieträgern (EE) ausgegliedert und als selbstständige Unternehmen etabliert. Während Iberdrola (und jüngst auch Enel) ihre EE-Sparten wieder in den Mutterkonzern eingegliedert haben, ist EDP Renovaveis (EDPR) weiterhin separat an der Börse gelistet. Auf mittlere bis lange Sicht könnten Gesellschaften wie EDPR, die nicht unter der Last der konventionellen Stromerzeugung leiden, sogar ihr Stammhaus übertreffen, so wie einige Mobiltelefonanbieter ihre Festnetz-Mütter überrundet haben. Iberdrola, einer der ersten Versorger, der das Windgeschäft ausgegliedert hat, ist zudem ein interessanter Kandidat, weil der Konzern 20 % an Gamesa – einem führenden Windturbinenhersteller – hält. Diese Beteiligung verspricht operationelle Synergien und einen Weg aus der immer stärker kränkelnden konventionellen Stromerzeugung. Zudem wachsen Enel, EDPR und Iberdrola weltweit, insbesondere in Latein- und Nordamerika. Die internationale Erfahrung dürfte ihnen erlauben, einen riesigen Markt von mehr als 1 Milliarden Menschen zu bedienen, die derzeit noch keinen Zugang zu Stromnetzen haben, und für die sich erneuerbare Energieträger wegen der geringeren Kosten am besten eignet. Da diese Unternehmen auch noch eine führende Position bezüglich erneuerbarer Energien in den Industrieländern einnehmen, sollten sie zu den Siegern der Energiewende zählen.

In den letzten Jahren haben Versorger aufgrund des steigenden CO2-Risikos, der strengeren Regulierung und dem Erfolg von sauberer, dezentralisierter Stromerzeugung ihren Ruf als defensive Investitionen verloren. Die oben hervorgehobenen Unternehmen scheinen jedoch trotz allem die wachsenden Risiken auszugleichen zu können, und stellen damit weiterhin attraktive Investitionen dar.

Das CO2-Risiko durch aktives Engagement senken
Eine aktive Einflussnahme bei der Formulierung der CO2-Strategie von Unternehmen ermöglicht ebenfalls, das CO2-Risiko von Unternehmen zu reduzieren. Dieses Jahr fokussiert sich das Governance & Active Ownership Team von RobecoSAM auch auf Stromerzeuger. Wir wollen die Umsetzung proaktiver, ehrgeiziger Umweltstrategien fördern, sowie deren Umsetzung in operativer Exzellenz und innovativen Geschäftsmodellen. Im Rahmen dieses Engagements rechnen wir damit, die Stromerzeuger zu ambitiösen Maßnahmen zu bewegen, um den Kohlendioxidausstoß deutlich zu senken.


Fazit
Weltweit werden Bemühungen erkennbar, die Kosten von CO2 über Marktmechanismen zu internalisieren, die zahlreiche Wirtschaftszweige betreffen werden. Aufgrund der einschneidenden Änderungen dürfte die Umstellung jedoch noch lange Jahre dauern. Trotzdem sollten sich langfristig orientierte Unternehmen und Anleger bereits heute darauf vorbereiten.

Unternehmen müssen sich der neuen Realität anpassen und Systeme für die Bilanzierung von CO2 Emissionen aufbauen. Ein erster Schritt wäre die Einführung interner CO2-Preise. Der Stromsektor könnte als Beispiel dienen, weil sich diese Branche bereits umfassend mit dem CO2-Risiko befasst hat.

Investoren müssen damit beginnen, die ökologischen Auswirkungen ihrer Anlagen zu messen. Anleger sollten sich gegen das CO2-Risiko absichern, während Vermögensverwalter diese Herausforderung als Chance sehen dürften, sich zum Beispiel mit neuen Impact Investing-Lösungen von der Konkurrenz abzuheben.


Autor: Roland Hengerer, Senior Sustainability Investing Analyst bei RobecoSAM


1 Einem Bericht des Carbon Disclosure Project (CDP) zufolge hat sich im letzten Jahr die Anzahl der Unternehmen, die intern CO2-Preise festsetzen, verdreifacht. Diese Tatsache zeigt, dass die Preise für die gesamte Wirtschaft eine wichtige Rolle spielen.

2 Trotzdem kann ein schlecht konzipiertes Wasserkraftwerk mehr Kohlendioxid ausstossen als ein Kohlekraftwerk!

3 Ende 2014 kündigte EON an, das konventionelle Geschäft abspalten zu wollen. Der verbleibende Rumpf wäre ebenfalls ein interessantes CO2-armes Investment.

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