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Schwieriger Jahresauftakt

Krise der Schwellenländer?

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos waren die Schwellenländer, nicht nur die Asiens, eines der beherrschenden Themen. Sorgen bereiteten nicht zuletzt die verstärkten Kapitalabflüsse aus Ländern wie Indien, Thailand und Indonesien, aber auch aus der Türkei, Argentinien und Brasilien. IWF-Chefin Christine Lagarde mahnte beschleunigte Reformen in den Volkswirtschaften der Schwellenländer an – ein vollkommen neuer Tonfall. Bislang waren Experten davon ausgegangen, dass vor allem der Kurswechsel der amerikanischen Notenbank Hauptverursacher der Währungsturbulenzen in den Schwellenländern sei. Denn fundamental ist die Situation zumindest in Südostasien immer noch recht komfortabel. Das Wachstumstempo ist nach wie vor hoch, der Bankensektor ist stabil und die Aktienbewertung ist niedrig. Doch gute Fundamentaldaten sind noch keine Garantie für steigende Börsen. Auch muss man aktuell die politische Großwetterlage in Asien berücksichtigen. China fährt außenpolitisch einen aggressiveren Kurs, auf den Japan ebenfalls einzuschwenken scheint, die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel sind nach wie vor gegeben, Indien und Thailand kommen aktuell nicht zur Ruhe.

Chinas Wachstum bleibt im Blickpunkt

Die BIP-Zahlen Chinas aus dem vierten Quartal wurden von den Investoren unterschiedlich beurteilt. Während die einen den Rückgang um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal betonten, sahen die anderen das Land auf einen nunmehr nachhaltigen Wachstumskurs um die sieben Prozent. Die zweitstelligen Wachstumsraten der Vergangenheit waren nicht zuletzt auch durch Infrastrukturmaßnahmen erkauft worden, welche die Bildung von Blasen, etwa im Immobiliensektor, begünstigt hatte. Einhellig positiv wurde die Inflationsentwicklung gesehen, die zuletzt mit 2,5 Prozent unter der Zielsetzung von drei Prozent geblieben war und auch auf Jahressicht mit 2,6 Prozent erfreulich niedrig blieb. Sorgen bereiten die rückläufige Entwicklung der Industriepreise sowie die Einkaufsmanagerdaten, die nach 49,5 Punkten im Januar auf 48,3 Punkte im Februar gefallen sind. Vor allem Hongkong und Japan quittierten die neuerliche Eintrübung der Wachstumsdaten mit kräftigen Verlusten, die chinesischen Festlandbörsen reagierten nicht ganz so heftig.

Japan nach neuen Hochs im Korrekturmodus

Der Nikkei und der marktbreitere Topix erwischten ebenfalls einen schwachen Jahresstart. Der Aufwärtstrend des Yen gegenüber dem Dollar machte den großen Exportwerten Toyota, Honda, Panasonic oder Sony zu schaffen. Nachdem der Nikkei bei 16.800 Punkten ein neues Hoch gesetzt hatte, kam es zu deutlichen Gewinnmitnahmen. Zwar setzte bei 14.000 Punkten Anfang Februar eine Gegenbewegung ein, die den Index wieder über die Marke von 15.000 Punkten führte, trotzdem dürfte die weitere Entwicklung volatil bleiben. Ein erneuter Rückgang um fünf bis zehn Prozent ist kurzfristig durchaus vorstellbar.

Breiter Markt ohne klare Tendenz

Für die Randmärkte ist bisher noch keine klare Richtung zu erkennen. Während Korea, Indien, Singapur und Malaysia im Januar seitwärts/abwärts tendierten, zeigten sich die Börsen Thailands, der Philippinen und Indonesiens freundlich. Neuseeland konnte seinen seit einem Jahr bestehenden Aufwärtstrend fortsetzen und auch in Australien ist der positive Trend intakt.
Wir raten auch im neuen Jahr gerade in Asien zu Stockpicking. Die heterogenen Märkte der Region sind nach wie vor prädestiniert für die Suche nach unterbewerteten Substanztiteln.

(Autor: Dr. Ekkehard J. Wiek, Vermögensverwalter und Asien-Fondsmanager, W&M Wealth Managers (Asia) Pte Ltd. in Singapur)
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Forschungsproduktivität und Patentlaufzeiten sind Treiber der Arzneimittelindustrie

Wertvernichtung durch Patentabläufe

Der aggressive Ersatz von patentfreien Original-Präparaten durch preiswerte Generika – vorangetrieben durch US-Krankenversicherer - mit einer entsprechend schnellen Erosion der Umsätze des Originalpräparates schreckte Industriebeobachter erstmalig am Beispiel von Eli Lillys Blockbuster-Produkt Prozac auf, das in wenigen Wochen 80 % seines Umsatzes in den USA einbüßte. In den folgenden Jahren bis Ende 2012 verloren Produkte mit Jahresumsätzen von insgesamt fast 200 Mrd. USD ihre Patente. Dies traf die zuvor erfolgsverwöhnte Pharmaindustrie unvorbereitet, denn den laufenden Patentverlusten standen nur leere Pipelines gegenüber.

Biotech-Industrie als Retter

Die finanzstarke Pharma-Industrie musste ihre Pipelinelücken durch Einlizensierungen und Zukäufe auffüllen. Innovationen und zukünftiges Wachstum gab es nur in der Biotech-Industrie. Seit 2002 übernahm sie daher Biotech-Unternehmen mit einer gesamten Marktkapitalisierung von über 150 Mrd. USD. Seit dem Patentklippenjahr 2012 zeigten sich erste Früchte dieser Strategie. Insbesondere die Aussicht auf eine Reihe neuer Produkte wie den immuntherapeutischen Krebsmedikamenten führte wieder zu einer Erholung der Bewertungen, so dass der aggregierte Wert der Industrie auf 1.700 Mrd. USD stieg, bescheidene 13 % über dem Wert von 2001.

Die Biotech-Industrie hingegen blieb beständig auf ihrem innovativen Wachstumspfad. Trotz der Übernahme einer Vielzahl ihrer führenden Unternehmen durch die Pharma-Industrie erreichte sie zum Jahresende 2013 eine aggregierte Marktkapitalisierung von ca. 700 Mrd. USD und konnte damit ihren Wert gegenüber 2001 mehr als verdoppeln. Angesichts des Beginns eines neuen Innovationszyklus und der Zulassung von ca. 100 neuen Produkten seit 2011 durch die US-Arzneimittelbehörde FDA sind die Aussichten mit jährlichen Wachstumsraten von über 20 % bis 2017 exzellent. Umsatz- und Wertverluste durch Generika bzw. Biosimilars spielen noch keine Rolle, sind jedoch noch vor 2020 zu erwarten.

Investieren in den beständigen Innovationsnachschub

Die Pharma-Industrie und bald auch die großen Unternehmen der Biotech-Industrie brauchen einen beständigen Zufluss innovativer Medikamente, denn nicht nur Patentabläufe sondern auch durch den Innovationswettbewerb veraltete Medikamente bedrohen Umsatz und Bewertungen. Die langfristige Anlagestrategie des Medical BioHealth-Trends wird diesem dringenden Bedarf nach Innovation gerecht. Dieser Fonds investiert schwerpunktmäßig in junge Arzneimittelunternehmen, deren Produktinnovationen letztlich die Basis für Wachstum und Wertsteigerung der Industrie bilden.


(Autor: Harald Schwarz, Geschäftsführer bei Medical Strategy Healthcare Investment Advisors)
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Am US-Kapitalmarkt droht ein böses Erwachen

„Bei vielen Investoren herrscht jedoch die Stimmung vor, dass die Sätze auf Dauer niedrig bleiben werden. Das könnte bei einer kurzfristigen Trendwende die Kursverluste im Zuge des Renditeanstiegs verstärken", warnt Smith. Seinen Beobachtungen zufolge kaufen viele Investoren geradezu blindlings US-Staatsanleihen, weil sie fürchten, wertvolle Renditepunkte zu verpassen und sie davon ausgehen, dass das Zinsniveau langfristig so tief bleibt wie jetzt. „Das vernebelt ihr Urteilsvermögen und verzerrt ihre Anlageentscheidungen", so Smith. „Und dieser übertriebene Optimismus schlägt mittlerweile auch auf andere Marktsegmente wie etwa mit Hypotheken besicherte Anleihen durch. Bei vielen dieser Papiere ist der Renditeabstand zu zehnjährigen US-Treasuries kaum noch wahrnehmbar."

Einer der Hauptgründe für die gute Stimmung unter den Anlegern ist Smith zufolge, dass die Märkte immer noch überflutet werden mit billigem Geld, das die internationalen Notenbanken in das Finanzsystem pumpen. „Und es gibt keine offensichtlichen Anzeichen dafür, dass dieser Zustrom in naher Zukunft gestoppt wird", so der Janus-Experte. Dazu komme, dass die Inflation rund um den Globus im Griff scheint und die Folgen der weltweiten Rezession im Zuge der Finanzkrise in vielen Regionen immer noch zu spüren seien, einige Volkswirtschaften drohen sogar in eine Deflationsphase abzurutschen. Nicht zuletzt sind die Rohstoffpreise, allen voran der Preis für Rohöl, deutlich gesunken und der zuletzt starke US-Dollar dämpft die Wachstumsaussichten für die im vergangenen Jahr erstarkte US-Volkswirtschaft – was Spekulationen auf weiter niedrige Zinsen neue Nahrung gibt.

Nach Einschätzung des Janus-Experten birgt jedoch gerade dieser, für viele Investoren bequeme Konsens das Risiko für einen heftigen Kursrutsch am US-Kapitalmarkt, wenn die Renditen entgegen der allgemeinen Erwartung steigen. „Ich weiß nicht, wann die Party an den Kapitalmärkten zu Ende ist und sicherlich kann sie noch einige Zeit weitergehen", beschreibt Smith die Situation mit einer Metapher. „Was ich jedoch einigermaßen sicher weiß, ist, dass die Band aufgehört hat zu spielen und die Musik nun aus der Jukebox kommt. Smith verweist darauf, dass die Renditen zehnjähriger Staatspapiere in den vergangenen Jahren von 5 Prozent zeitweise auf unter 2 Prozent gesunken sind, was einen potenziellen Renditesprung um 100 Basispunkte zumindest nicht unwahrscheinlich erscheinen lässt. Dazu nutzen immer mehr Schuldner die für sie günstige Situation am Kapitalmarkt aus und begeben neue Anleihen. So hat sich die Emissionstätigkeit bei Unternehmensanleihen in den vergangenen zwölf Monaten um 10 Prozent erhöht, bei Hypothekenanleihen sogar um 35 Prozent. „Wir wissen aus ähnlichen Situationen in den vergangenen Jahren, was es heißt, wenn die Anleger im Zuge einer Zinswende ihre Anleihepositionen kurzfristig verkaufen wollen, um Verluste zu begrenzen", mahnt der Janus-Fondsmanager. Die Liquidität in vielen Segmenten, vor allem bei lang laufenden Unternehmensanleihen sei so gering, dass sie in einer solchen Verkaufswelle häufig auf ihren Papieren sitzen bleiben. „Wenn wir eins daraus gelernt haben, dann, dass es für die Investoren immer recht teuer geworden ist, wenn spekulative Blasen an den Kreditmärkten platzen." Der Janus-Experte empfiehlt daher Anlegern, bei ihren Anleiheinvestment wählerisch zu sein und selektiv zu kaufen. „Es ist Zeit, vorsichtig zu sein und eine defensive Strategie zu verfolgen", so Smith. „Ein marktbreites Investment etwa in den Barclays-US-Aggregate-Anleiheindex ist unter diesem Gesichtspunkt im Moment sicherlich keine gute Wahl."

Gewinner und Verlierer

Halbzeitpause im DAX. Diejenigen, die Anfang dieses Jahres breit in den Index investierten, konnten mit der Wertentwicklung des beliebten DAX wenig zufrieden sein. Da kann sich ein Blick auf einzelne Branchen oder Titel lohnen. Finanzinstitute wurden in den ersten sechs Monaten regelrecht abgestraft, Konsum- und Versorgerwerte stiegen tendenziell.

Der Regulierungsdruck belastet

An beiden Sachverhalten dürfte sich auch im kommenden Jahr nicht viel ändern.
Für 2015 gehen die meisten Zertifikateanbieter zwar von einer unverändert guten oder sogar besseren Geschäftsentwicklung aus, rechnen aber zugleich mit einem höheren Regulierungsaufwand durch Gesetzgeber und Wertpapieraufsicht. So weist es die Emittenten-Umfrage aus, die der Deutsche Derivate Verband (DDV) jedes Jahr durchführt.
Mehr als 60 % der Emittenten stellen sich darauf ein, dass der Aufwand für die Regulierung von Zertifikaten durch Gesetzgeber und Wertpapieraufsicht weiter zunehmen wird. 22 % der Befragten gehen sogar von einer starken Zunahme des künftigen Regulierungsaufwands aus.

Was bedeutet das aber nun für die Anleger?

Auch ohne die beliebte Finanz-Kristallkugel zu bemühen, steht zumindest eines fest: die niedrigen Zinsen bleiben uns erhalten, ebenso wie schwankungsanfällige Märkte. Private Anleger müssen somit weiterhin reale Vermögensverluste bei der Geldanlage vermeiden.
Folglich suchen sie Produkte mit Renditen oberhalb der Inflationsrate. Vielen wird hier eine Aktienanlage empfohlen. Doch vor einem direkten Engagement in den Aktienmarkt schrecken Anleger hierzulande traditionell zurück. Die Deutschen sind Aktienmuffel.
Teilschutzprodukte wie Discount-Zertifikate bilden allerdings eine perfekte Brücke zwischen Sparbuch und Aktie – und letztlich zu mehr Rendite.

(Autor: Lars Brandau, Geschäftsführer Deutscher Derivate Verband (DDV)

Übertriebene Rezessionsängste

Dieser Zusammenhang ist wohl etwas einfach gestrickt, aber im Grunde läuft es wirklich darauf hinaus. Das meistverwendete Wort in der aktuellen Berichterstattung lautet „Rezession“. Da stellt sich die Frage, was denn dieses Wort bedeutet. In früheren Zeiten wurde „Rezession“ rein technisch festgestellt, wenn in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen „Negativ-Wachstum“ errechnet wurde. Heute scheint man schon von Rezession zu sprechen, wenn ein kleiner Rückgang von positiven Wachstumsraten zu verzeichnen ist. Hierbei ist China sicherlich ein Sonderfall. Denn für Unbehagen sorgt schon seit längerem, dass die Wirtschaftsdaten sehr intransparent und unglaubwürdig sind. Auf der anderen Seite kann auch niemand ernsthaft erwarten, dass die inzwischen zweitgrößte Volkswirtschaft dauerhaft weiter mit 6 bis 7 % wachsen kann. Die Zeiten der niedrigen Basiswerte, die rechnerisch höhere Wachstumsraten ermöglichten, sind vorbei. Daher sind die extremen Konjunktursorgen übertrieben, insbesondere da viele Volkswirtschaften von günstigen Wechselkursen und niedrigen Rohstoff- und Energiepreisen profitieren.

Natürlich gilt es trotzdem wachsam zu bleiben, denn die teils künstliche Konjunkturstimulierung durch die sehr expansive Geldpolitik der internationalen Zentralbanken muss auch durch nachhaltige Nachfrageentwicklungen ersetzt werden. Dafür zumindest steht das anhaltende Weltbevölkerungswachstum, das ungebremst fortschreitet. Ebenso die stetige Fortentwicklung junger, bevölkerungsreicher Schwellenländer, die wachsende Konsumbedürfnisse aufweisen. Abwertungskriege können aber international verbundenen Volkswirtschaften schaden. Ebenso geopolitische Krisen, wie die Ukraine- oder Süd-/Nordkorea- Krise, sowie die in keinster Weise abzusehende Lösung des IS-Problems und des Brandherdes Naher Osten. Aber es wäre schön, von Rezession zu sprechen oder vor ihr Angst zu haben, wenn sie wirklich vor der Tür steht. Zurzeit sieht es danach nicht aus.


Autor: Michael Beck, Leiter Asset Management Bankhaus ELLWANGER & GEIGER KG



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Starker Euro belastet Wirtschaft

Seit geraumer Zeit sendet die europäische Wirtschaft wieder positive Signale und das verhilft unserer Gemeinschaftswährung zu immer neuen Höchstständen. Nicht nur gegenüber den Währungen der Emerging Markets, die im letzten Jahr stark unter die Räder gekommen sind, wertete der Euro massiv auf. Die Euro-Stärke zeigt sich in der Breite: Vom Greenback hat sich der Euro in den letzten zwei Jahren um ca. 15 % abgesetzt. Und auch nordeuropäische Währungen müssen sich seit Beginn 2013 dem Euro deutlich geschlagen geben.
Doch kann das so weitergehen? Die Wirtschaftslage hat sich aufgehellt, doch mittlerweile sind im Euro-Wechselkurs sehr optimistische Erwartungen eingepreist. Eine weitere Steigerung der Exportleistung Europas ist eher unwahrscheinlich und die Binnennachfrage schwächelt. Die Peripheriestaaten können nicht allein durch eine Wirtschaftsbelebung aus ihren Schulden herauswachsen. Um die Situation nachhaltig zu verbessern, müssen die Sparanstrengungen weiter vorangetrieben werden und können somit die Wachstumsdynamik bedrohen.
Auch der starke Euro beschränkt die Exportleistung und die Wachstumsaussichten für Europa. Dies dürfte besonders dem Exportmotor Deutschland zu schaffen machen und noch in diesem Jahr die EZB mit einer expansiveren Geldpolitik auf den Plan rufen. Im Kampf um tragbare Zinsen zur Bedienung der Schuldenlast und der Stützung der Wirtschaft hat sich diese im Gegensatz zur amerikanischen Fed bisher zurückgehalten. Diese Haltung könnte sich noch in diesem Jahr ändern und den Höhenflug des Euro beenden.

Wer Währungschancen wahrnehmen will, muss im Moment nicht unbedingt in den Schwellenländern suchen. In den Industrieländern bietet beispielsweise der US-Dollar eine interessante Einstiegsmöglichkeit. Die Kaufkraftparität zwischen Euro und US-Dollar liegt bei 1,30. Um diesen Wert sollte der Wechselkurs langfristig pendeln. Für eine Einengung des aktuellen Aufschlags spricht derzeit Einiges. Die wirtschaftliche Entwicklung in Amerika schreitet schneller voran, als in Europa. Dazu tragen die billige Fracking-Energie und der anziehende Binnenkonsum bei. Sinkende Arbeitslosenzahlen und Einkaufsmanagerindizes belegen die positive Entwicklung. Dies sollte den Tapering-Kurs der Fed und einen festeren US-Dollar unterstützen.
Auch die norwegische Krone scheint auf aktuellem Niveau wieder interessant. Auf der Suche nach Sicherheit flüchteten die Anleger bis 2012 in die nordische Währung und trieben deren Wert überproportional in die Höhe. Nach einer Korrektur um ca. 13 % scheint die Übertreibung nun verdaut und die vergleichsweise höheren Zinsen machen ein Investment wieder attraktiver.
Bei Investitionen in Schwellenländerwährungen müssen sich Anleger nach wie vor auf einen schwankungsreichen Verlauf einstellen. Das Tapering in den USA und Wahlen in fünf wichtigen Schwellenländern - Brasilien, Indien, Indonesien, Südafrika und Türkei - könnten kurzfristig noch weiteren Druck auf die Währungen erzeugen. Langfristig befinden sich viele Währungen jedoch wieder auf einem interessanten Einstiegsniveau, denn viele Länder sind wirtschaftlich robuster aufgestellt als in vergangenen Krisen und könnten nun von der Abwertung ihrer eigenen Währung profitieren. Die Heterogenität der einzelnen Länder ist eine Chance für Anleger, denn auch solide Staaten wie zum Beispiel Mexiko wurden im letzten Jahr mit abgestraft.

(Autor: Susanne Woda, Portfoliomanagerin bei GVS Financial Solutions GmbH)

Den Glaubwürdigkeitscheck bestehen

Wenn Personen eine weitreichende oder folgenschwere Einkaufsentscheidung treffen möchten oder müssen, dann wünschen sie sich oft einen Einkaufsberater an ihrer Seite – einen Berater, dem sie vertrauen und der sie in ihrem Kaufentscheidungsprozess führt und begleitet.

Dieser Berater und Begleiter muss selbstverständlich fachlich fit sein. Doch Hand aufs Herz: Können Sie einschätzen, wie fachlich fit der Arzt Ihres Vertrauens tatsächlich ist? Die meisten Patienten können dies nicht. Was sie jedoch bei ihrem Arzt sehr wohl einschätzen können, ist:
  • Wie viel Zeit nimmt er sich für mich?
  • Wie genau erkundigt er sich nach meinem Befinden?
  • Schaut er mir beim Gespräch in die Augen?
  • Greift er meine Aussagen auf?
Diese Faktoren vermitteln ihnen letztendlich das Gefühl: Diesem Arzt kann ich vertrauen.

Ähnlich verhält es bei Verkäufern. Wie fachlich fit und persönlich integer diese sind, können Kunden meist nur bedingt einschätzen. Deshalb unterziehen sie Verkäufer beim ersten Treffen einem Glaubwürdigkeitscheck. Das heißt: Sie entscheiden anhand ihrer Sinneswahrnehmungen – ähnlich wie unsere Ahnen in grauer Vorzeit – „Freund“ oder „Feind“?

Kernfrage: „Freund“ oder „Feind“?

Das Ergebnis dieser meist binnen weniger Sekunden unbewusst getroffenen Entscheidung ihres Gehirns prägt den gesamten weiteren Kontakt. Denn nur wenn sich ein Kunde in der Gegenwart eines Verkäufers wohl und sicher fühlt, schaltet er seine archaischen Alarm- und Abwehrsysteme aus. Bei Misstrauen geschieht das Gegenteil. Dann schaltet das Gehirn des Kunden sozusagen in den Modus „Feind“. Also sucht es fortan nach Bestätigungen für seine negative Einstellung. Befindet sich ein Kunde in diesem Modus, ist ein erfolgreiches Verkaufsgespräch fast nicht mehr möglich.

Drei Faktoren werden vom Gehirn des Kunden beim Glaubwürdigkeitscheck in Sekundenschnelle gecheckt:
  1. Wie verhält sich der Verkäufer (Körpersprache, Mimik, Gestik)?
  2. Wie klingt er (Stimme)? Und:
  3. Was sagt er (Sprache, Worte)?
Dabei lautet das oberste Prüfkriterium „Stimmigkeit“. Sie entscheidet darüber, ob ein Verkäufer „echt“ wirkt – also seine Ausstrahlung den Kunden überzeugt.

Besonders wichtig: die Mimik und Augensprache

An erster Stelle steht das Verhalten. Nichts überzeugt Kunden nachhaltiger als ein in ihren Augen eindeutiges, insgesamt positives Verhalten. Und kaum etwas schafft so viel Misstrauen, wie ein Verkäufer-Verhalten, das nach Täuschung aussieht.

An zweiter Stelle folgt die Stimme. Ihr Ton kann die Worte eines Verkäufers unterstützen und ihre Botschaft dramatisch steigern. Er kann deren Wirkung aber auch zunichtemachen. Die „schönsten“ Verkäufer-Worte und -Versprechen sind nutzlos, wenn der Ton der Stimme nicht dazu passt.

Noch folgenschwerer ist es, wenn die Mimik und die Ausstrahlung der Augen eines Verkäufers nicht zu seinen Worten passen. Denn für die Sprache des Gesichts und speziell der Augen sind wir Menschen seit Urzeiten besonders empfänglich. Schon für unsere Ahnen waren sie das eindeutigste, weil kaum manipulierbare Signal, wer ihnen gegenüber stand: Freund oder Feind?

Dem Kunden als Freund begegnen

Kunden schenken nur Verkäufern Vertrauen, die ihnen sozusagen als Freund begegnen und dies durch ihr Verhalten bestätigen. Nur bei ihnen schalten sie ihre Alarmsysteme aus. Ist dies der Fall, dann ist im Kontakt Kunde-Verkäufer (fast) alles möglich. Denn dann befinden sich beide in einem entspannten, aber hochemotionalen Zustand, der zu einem Austausch persönlicher Informationen, Gedanken und Gefühle führt. Also ist auch das gemeinsame Lösen von Aufgaben sowie Treffen von Vereinbarungen möglich – und nichts anderes sind Verkäufe und Vertragsabschlüsse.

Dafür dass dies geschieht, können die Vorgesetzten der Verkäufer viel tun. Sie können beispielsweise in ihrem Bereich ein entspanntes Arbeitsklima schaffen. Denn steht ein Verkäufer zum Beispiel unter einem extremen Umsatzdruck, dann ist er innerlich angespannt. Das spürt der Kunde.

Aufgabe der Verkäufer ist es wiederum, sich in die nötige Stimmung zu versetzen, um
  • sich auf Kunden zu freuen,
  • ihnen mit einer positiven Einstellung zu begegnen und
  • sich wirklich für sie als Mensch (und nicht nur als Umsatzbringer) zu interessieren.
Sich in eine solche Stimmung zu versetzen, auch an schlechten Tagen, das kann man lernen.

Und mindestens ebenso wichtig ist: Die Verkäufer müssen den Mut haben, im Kundenkontakt Persönlichkeit zu zeigen. Denn warum sollte der Mensch Kunde sich für einen Verkäufer öffnen, wenn dieser ihm als Maske gegenüber tritt?

Autor: Ingo Vogel

Zum Autor:
Ingo Vogel, Esslingen/Berlin, ist Verkaufstrainer und gilt als der Experte für emotionales Verkaufen (www.ingovogel.de). Im September erschien im GABAL-Verlag sein neuestes Buch „Verkaufs einfach emotional: So begeistern Sie Ihre Kunden“.

Nichts ist so beständig wie der Wandel

Insbesondere in der Finanzbranche nimmt man den Wind der Veränderung wahr. Inwieweit aus dem bisherigen lauen Lüftchen eine Art Fintech-Orkan werden kann, hängt jedoch von vielen Faktoren ab. Die Vielfalt der von den Trends betroffenen Geschäftsfelder ist zumindest enorm. Vom Asset und Investment Management über Payment und Money Management bis hin zum Trading – es gibt die unterschiedlichsten Ansätze, die den Anstoß zu einer bahnbrechenden digitalen Revolution in der Finanzbranche einläuten könnten.

Die entscheidende Frage für den einzelnen Anleger lautet jedoch: Was nutzt ihm das alles in Bezug auf seine heute anstehenden Investitionsentscheidungen? Richtig: Gar nichts.

Als Privatanleger empfiehlt es sich, nicht auf die rosige Zukunft zu warten. Die jeweiligen Anlageentscheidungen müssen heute oder zumindest zeitnah getroffen werden. Und dafür benötigen Anleger klare und transparente Informationen auf der Basis verlässlichen Datenmaterials.

Die Zertifikatebranche ist absolut wegweisend, wenn es um die Verständlichkeit und Transparenz ihrer Produkte geht.

Im Rahmen einer strengen Selbstverpflichtung übertrifft die Zertifikateindustrie bei weitem die Anforderungen der nationalen und internationalen Regulierung und setzt Standards. Der Fairness Kodex des DDV beinhaltet konkrete Leitlinien für strukturierte Wertpapiere. Dies gilt insbesondere für die Selbstverpflichtung zur Kosten- und Produkttransparenz bei den Anlagezertifikaten.

Insofern bleibt spannend, was die Zukunft bringt. Wichtiger ist es jedoch, dass das Vertrauen in Wertpapiere auf dem Weg dorthin nicht verloren geht und Anleger jederzeit wissen, was sie kaufen und im Depot haben.


Autor: Lars Brandau, Geschäftsführer Deutscher Derivate Verband (DDV)


Bullenmarkt im Sommerloch

In der vergangenen Woche sind die wichtigsten Aktienindizes in den USA mehr oder weniger seitwärts und in Europa nach oben gelaufen, was bedeutet, dass die seit dem Brexit-Tief Ende Juni registrierte Kurserholung sich nicht nur befestigt, sondern zum Teil sogar verstärkt hat.
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