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„Weckruf für Gold, Aufholbedarf bei Silber und Platin“

Anleger und Investoren sollten aufgrund des starken Preisanstiegs seit Jahresbeginn allerdings nicht in Euphorie verfallen, rät der Portfoliomanager der beiden Edelmetallfonds HANSAgold und HANSAwerte.

Nach Einschätzung von Nico Baumbach ist der Sprung der Goldnotiz um rund 200 US-Dollar innerhalb weniger Wochen noch nicht als grundsätzliche Trendwende zu interpretieren. „Die Gold-Rallye war stark sentimentgetrieben“, so der Edelmetallexperte. Anleger und Investoren hätten wegen des völlig überraschenden Einbruchs an den Aktienmärkten eine Alternative gesucht und in Gold umgeschichtet. Insbesondere die großen ETFs hätten viele Tonnen Gold absorbiert und seien damit eindeutig der Kurstreiber Nummer eins gewesen. Bis in den vergangenen Herbst hinein hatten die Gold-Indexfonds noch auf der Verkäuferseite gestanden. Die Nachfrage nach Münzen und Barren sowie die Käufe von Notenbanken und der Schmuckindustrie entwickelten sich nach Beobachtung Baumbachs unterdessen stabil.

Dass der Goldpreis sich so plötzlich und kräftig nach oben bewegt hat, dafür führt Baumbach außerdem auch technische Gründe an. „Seit Anfang des Jahres zeichnete sich ab, dass die Leitzinsen in den USA möglicherweise nicht so stark klettern wie ursprünglich erwartet, was auch die amerikanische Währung geschwächt hat.“ Gold reagiert gewöhnlich mit Aufschlägen auf einen schwachen Dollar und niedrige Zinsen. Letztere erwiesen sich noch aus einem anderen Grund als hilfreich: „In den Industriestaaten sanken die Opportunitätskosten für Gold praktisch bis auf null, da sichere festverzinsliche Wertpapiere kaum noch etwas abwerfen.“ Anlegern, die anstelle von Anleihen Gold halten, entstehen dadurch so gut wie keine Verluste durch entgangene Zinseinkünfte.

Kritik am Kurs der Notenbanken
Zurückzuführen ist das ultratiefe Zinsniveau auf die stark expansive Geldpolitik der Notenbanken, die mit Liquiditätshilfen gegen deflationäre Tendenzen und das dürftige Wirtschaftswachstum ankämpften. „Anleger kritisieren diese Strategie, weil sie Gefahren für das Weltwährungssystem sehen“, erläutert Baumbach. Angesichts haussierender Aktienbörsen sei das Unbehagen über die immer neuen Geldspritzen bis 2015 noch in den Hintergrund getreten. „Dann aber wurden die Investoren wachgerüttelt. Angesichts der vielen ungelösten Krisen denken sie wieder darüber nach, wie eine sinnvolle Diversifikation und auch Absicherung des eigenen Depots aussehen könnte.“

Nach Überzeugung Baumbachs führt dieser Weg zu einer Beimischung von Goldinvestments. Ein Anteil von idealerweise fünf bis zehn Prozent des liquiden Vermögens sei je nach Risikopräferenz der Anlegers angemessen: „Ein Goldanteil im Portfolio schützt zwar nicht grundsätzlich vor Einbußen am Aktienmarkt; häufig liegt die Korrelation der beiden Anlageklassen nahe null.“ Als Versicherung gegen schwere Systemkrisen sei Gold aber unersetzlich. „Wir empfehlen daher dringend, den für das eigene Wohlbefinden erforderlichen Goldanteil permanent zu halten und diesen schützenden Charakter nicht durch hektisches Investieren und Reinvestieren zu gefährden“, so Baumbach. Von Preisspekulationen rät der Portfoliomanager ab. Dazu werde der Markt viel zu sehr von Stimmungen getrieben und sei daher auch für den Investor nur schwer einzuschätzen.

Silber und Platin noch vernachlässigt
Bei den anderen Edelmetallen liegt der Fall etwas anders. Die Notierungen von Silber, Platin und Palladium blieben deutlich hinter dem Goldpreis zurück. „Der Rückstand von Silber sticht besonders stark heraus“, so Baumbach. Eine Feinunze Gold decke derzeit den Wert von 80 Unzen Silber ab. „Damit liegt die Gold-Silber-Ratio so hoch wie seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr.“

Ähnlich preisgünstig erscheint das Edelmetall Platin. Hier gibt es deutlich weniger Vorkommen als es bei Gold der Fall ist. Zugleich wird das äußerst seltene Metall größtenteils in Südafrika gefördert, wo Streiks und Stromausfälle immer wieder die Produktion unterbrechen. Platin kostete in der Vergangenheit gewöhnlich mehr als Gold, momentan liegt der Preis aber erheblich tiefer. Baumbach sieht darin eine Anomalie, die langfristig wieder ausgeglichen werden könnte: „Südafrika konnte die Förderung überhaupt nur konstant halten, weil sich die Landeswährung Rand ähnlich stark verbilligte wie Platin.“ Dadurch blieben die Erlöse in Rand stabil, sodass die Bergbaugesellschaften ihre vor Ort anfallenden Kosten trotz sinkender Dollarerlöse decken konnten.

„Silber, Platin und Palladium orientierten sich zuletzt eher an den allgemeinen Rohstoffnotierungen. Der Preisverfall in diesem Sektor hat auch zur Vernachlässigung dieser Metalle beigetragen“, ergänzt Baumbach. Komme es im Rohstoffbereich zu einer Erholung und breche die Weltkonjunktur nicht ein, könnten die auch industriell benötigten Edelmetalle die Lücke zum Gold wieder schließen. „Für eine langfristig positive Wertentwicklung spricht auch, dass zurzeit kaum noch Explorationsprojekte gestartet werden, was das Angebot in vier bis fünf Jahren merklich verknappen sollte“, ergänzt der Portfoliomanager. Anleger, die an einer möglichen Markterholung in diesem Segment teilhaben möchten, sollten mit Blick auf Einzelrisiken eine breitere Streuung der Edelmetalle im Blick haben, wie sie Baumbach beispielsweise über eine aktive Gewichtung der vier Edelmetalle umsetzt. Der von ihm verwaltete HANSAwerte investiert in Platin, Silber, Gold und Palladium, wobei alle vier Portfolioelemente zurzeit ähnlich hoch gewichtet sind.

Nico Baumbach, HANSAINVEST
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Pioneer Investments: US-Ökonomie ist einen Blick wert

(fw/ah) "Auch wenn im Mai die Zahlen zum US-Arbeitsmarkt schlechter als erwartet ausgefallen sind, rechnen wir damit dass sich der positive Trend der US-Wirtschaft aus den vergangenen Monaten fortsetzen wird", bemerkt Ken Taubes, Investmentchef bei Pioneer Investments in Boston. Taubes ist davon überzeugt, dass die gute Stimmung der ersten Monate dieses Jahres mehr als eine Momentaufnahme ist. Der US-Aktienmarkt zeichne sich aktuell durch günstige Bewertungen aus und angesichts der positiven Unternehmensentwicklung entstehe ein attraktiveres Renditepotenzial. Taubes geht davon aus, dass die Rezession in Europa den positiven US-Trend vorerst nicht beinträchtigen werde. Das gleiche gelte im Hinblick auf das gebremste Wirtschaftswachstum in China. Die sanfte Landung der chinesischen Wirtschaft habe eher positive Folgen für die Amerikaner, da der Rohstoffhunger Chinas und somit die Rohstoffpreise verringert würden. Gleichfalls lenkt er ein und insistiert: "Anleger müssen bereit sein, gewisse Risiken und Schwankungen in Kauf zu nehmen".

www.pioneerinvestments.de

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Schweiz: Weiter abwärts

(fw/mk) Der Index fällt wie auch andere Konjunkturbarometer spürbar seit die Schweizer Notenbank SNB das Kurs-Limit bei 1,20 zum Euro aufgegeben hat. Der Franken legte zunächst sprunghaft zu, stabilisiert sich jetzt nach einer Korrektur um 1,05 herum, was der Schweizer Industrie zu schaffen macht, sie muss Aufträge und Beschäftigung durch Preisnachlässe sichern. Der zunächst von der SNB gelieferte Ausblick von 1 % Wachstum im laufenden Jahr gilt mittlerweile als zu optimistisch, die Frage ist nur noch, ob die Schweiz eine regelrechte Rezession (zwei Minus-Quartal in Folge) vermeiden kann. Die ohnehin schwache Preisentwicklung ist bereits wieder unter den roten Strich abgerutscht, die Deflationsrisiken wachsen.
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„Die Entscheidung der EZB ist eine gute Nachricht“

(fw) „Auch wenn die Märkte mit Enttäuschung reagiert haben, sind die von Mario Draghi bekanntgegebenen Entscheidungen eigentlich gute Nachrichten. Sie zeigen, dass die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik an ein verändertes makroökonomisches Umfeld angepasst hat. So haben die wesentlichen Argumente, die Ende September für eine weitere Lockerung der Geldpolitik ins Feld geführt wurden, insbesondere die Furcht vor einer abrupten Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in China und die Unsicherheit im Hinblick auf eine mögliche Zinswende in den USA, an Relevanz eingebüßt. Mit ihrer heutigen Ankündigung vollzieht die EZB nicht nur eine logische Anpassung, sondern erhält sich gleichzeitig alle Handlungsoptionen für die kommenden Monate offen.“



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Aufstrebende Märkte mit Schwierigkeiten

Die Risiken in wichtigen Emerging Countries steigen. Coface hat die Bewertungen Brasiliens, Russlands, der Türkei und Venezuelas abgestuft oder auf Beobachtung mit negativem Ausblick gesetzt.

Die konjunkturelle Belebung in den Industrieländern zeigt sich hingegen in der Aufwertung von Großbritannien und der USA.

Die wichtigsten Schwellenländer wachsen zwar, aber deutlich langsamer. Besonders zwei BRIC-Staaten leider unter nachlassenden Investitionen. In Brasilien, das in A4 herabgestuft wurde, kommen zum schwächeren Konsum auch strukturelle Probleme hinzu: unzureichende Infrastruktur, Mangel an qualifizierten Arbeitskräften, bürokratische Hürden. In Russland verstärken die geopolitischen Spannungen die Probleme der ohnehin geschwächten Wirtschaft. Das veranlasst Coface dazu, die B-Bewertung mit negativem Ausblick zu versehen. Die Ukraine-Krise ebenso wie der verstärkte Kapitalabfluss werden sich auf das ohnehin schwache Wachstum auswirken.

Aufgrund der komplizierten politischen Krisen setzte Coface sowohl die Türkei (in A4) als auch Venezuela (in C) auf die negative Watchlist. In der Türkei werden die politischen Spannungen weiter anhalten. Coface erwartet ein verlangsamtes Wachstum von 2 %, das von einer strikteren Geldpolitik und hohen Inflation beeinträchtigt wird. Für die Unternehmen haben sich die Zahlungserfahrungen seit Ende 2013 verschlechtert. Venezuela erlebt vor dem Hintergrund sozialer und politischer Probleme eine Rezession und Hyperinflation. Die Lage wird angespannt bleiben, vor allem für Unternehmen mit dem Risiko auf Verstaatlichung, Importbegrenzung sowie Preis- und Gewinnkontrolle. Sowohl ausländischen wie lokalen Unternehmen, die den Staat oder die Öl- und Gasbranche beliefern, machen lange Zahlungsverzögerungen zu schaffen.

Zusammen mit den Gesamtbewertungen der Länder hat Coface auch Bewertungen des Geschäftsumfeldes aktualisiert. Unter den Verbesserungen findet sich Algerien, für das der negative Ausblick in B aufgehoben wurde. Hier greifen die verbesserten Regeln für Unternehmen im neuen Finanzrecht. Auch die Genehmigungsverfahren für ausländische Direktinvestitionen oder Investitionsprojekte mit ausländischer Beteiligung haben sich vereinfacht. Dagegen wurde das Geschäftsumfeld in der Ukraine auf D heruntergestuft. Schon seit einigen Jahren hat das Land in der Korruptionsbekämpfung und regulatorischen Qualität stark nachgelassen. Die extreme politische Instabilität macht jegliche Aussicht auf baldige Reformen sehr unwahrscheinlich.

Die USA sind wieder in der Bewertungsstufe A1. Die Wirtschaft wächst dynamisch und auf breiter Basis. Coface erwartet für 2014 in den Vereinigten Staaten 2,7 %. Das Land profitiert von der anhaltenden Nachfrage der privaten Haushalte als auch von der Widerstandskraft der Unternehmen. Sie sind bei einer relativ niedrigen Schuldenlast wieder so profitabel wie vor der jüngsten Krise. Das Vereinigte Königreich ist nach zwei Jahren wieder zurück in A3 mit positivem Ausblick. Das auf 2,1 % prognostizierte Wachstum basiert nicht mehr nur auf dem privaten, häufig kreditfinanzierten Konsum. Es wird jetzt auch getrieben von steigenden Investitionen.

Mehr Infos dazu auf www.coface.de

Goldbarren und Münzen begehrt

Erstaunlich fest zeigt sich der Goldpreis. Dabei hat das Edelmetall durchaus Gegenwind, vor allem von den steigenden US-Zinsen. Im Mai hatte die US-Notenbankchefin Janet Yellen gesagt, dass die Zinsen im Jahresverlauf steigen würden, weil sich die Konjunktur beleben werde. Entsprechend sind die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen zuletzt auf 2,25 Prozent geklettert. Das ist das höchste Niveau seit Dezember 2014. Steigende Zinsen belasten den Goldpreis, wirft das Edelmetall doch keine Zinsen ab. Entsprechend sind die Bestände der weltweiten Gold-ETCs zuletzt auf 1599,5 Tonnen gesunken. Das ist das niedrigste Niveau seit Mitte Januar. Woher Yellen's Konjunkturoptimismus kommt, ist allerdings ihr Geheimnis. Laut der zweiten Schätzung war die US-Wirtschaft im ersten Quartal um annualisiert 0,7 Prozent geschrumpft, nachdem die erste Schätzung noch ein Wachstum von 0,2 Prozent gezeigt hatte.

Wo bleibt die Erholung?

Von der erwarteten kräftigen Konjunkturbelebung im zweiten Quartal ist aber nur wenig zu sehen. So prognostiziert die Notenbank von Atlanta, ein Wachstum für das zweite Quartal von annualisiert 0,8 Prozent. Das liegt meilenweit unter der Konsensprognose der Volkswirte von annualisiert 2,5 Prozent. Die jüngsten Wirtschaftsdaten geben der Notenbank von Atlanta Recht. Sie sind im Rückwärtsgang und liegen inzwischen teilweise deutlich unter dem Vorjahresniveau. Hingegen wird das Edelmetall von dem Rückgang des Dollar gestützt. Bei einem schwächeren Greenback steigt der Goldpreis üblicherweise.

Deutsche kaufen kräftig Barren und Münzen

Hiesige Anleger lassen sich vom Seitwärtstrend des Edelmetalls aber nicht verunsichern. Vielmehr ordern sie weiter kräftig Gold. Laut den Angaben des Branchenverbands World Gold Council (WGC) ist die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen in Deutschland im ersten Quartal 2015 um 20 Prozent auf 32,2 Tonnen gestiegen. Gleichzeitig ist die entsprechende Nachfrage in den USA um zwölf Prozent auf mickrige 9,9 Tonnen gesunken. Wenn man die Bevölkerungszahl berücksichtigt, hat ein Deutscher im ersten Quartal im Schnitt 13 Mal so viel Gold gekauft wie ein Amerikaner. Abgesehen von den Schweizern sind die Deutschen damit die bedeutendsten Käufer des Edelmetalls in der westlichen Welt. Angesichts des Griechenland-Dramas sollte diese Entwicklung niemanden verwundern. Das südeuropäische Land muss am 5. Juni Zahlungen von rund 300 Mio. Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) leisten. Im Monat Juni summiert sich der Wert auf insgesamt 1,6 Mrd. Euro. Vor dem Hintergrund der schwelenden Staatsschuldenkrise in Europa dürfte die Nachfrage nach Gold hierzulande weiter stark sein.

Investoren werden die US-Konjunkturdaten weiter genau im Auge behalten. Am kommenden Freitag sind die wichtigen US-Arbeitsmarktdaten im Fokus. Sollten die Konjunkturdaten insgesamt weiter schwächer als erwartet ausfallen, könnte das den Dollar belasten und im Gegenzug den Goldpreis beflügeln.
(Tino Leukhardt, Senior Sales Ophirum Commodity GmbH)

Gestärkte europäische Hochzinsanleihen

(fw) Denn der mehrfach ausgezeichnete Fondsmanager sieht High-Yield-Bonds insbesondere gegenüber Schwellenländer-Anleihen im Vorteil.

Bereits in jüngerer Vergangenheit schnitt das Hochzinssegment außerordentlich gut ab. So erzielte der von Leidman verantwortete Schroder ISF EURO High Yield seit November 2012 einen durchschnittlichen Wertzuwachs von 7,05 % pro Jahr. Der Fonds wurde gerade drei Jahre alt.

Leidman blickt als Manager von Hochzinsanleihen-Fonds auf einen beachtlichen Track Record von insgesamt acht Jahren. Seit 2009 lag die Wertsteigerung des Schroder ISF EURO High Yield konstant über der im Durchschnitt erzielten Wertentwicklung anderer Euro-Hochzinsanleihen-Manager.

Schwellenländer in der Krise

„Die Schuldenkrise in den Emerging Markets ist noch lange nicht vorüber“, analysiert Leidman. Der Portfoliomanager erinnert daran, dass zahlreiche Unternehmen aus den aufstrebenden Volkswirtschaften ihre Verschuldung im Zuge des zurückliegenden Rohstoff-Booms stark ausgeweitet haben. „Im August und September wurden vielen Investoren offenbar das Ausmaß der aktuellen Abschwächung erst vollständig bewusst“, kommentiert der Fondsmanager die Marktbewegungen. In Europa hingegen sanken Firmenverbindlichkeiten, was das Umfeld für Hochzinsanleihen verbesserte.

Leidman investiert nicht nach Indexvorgaben. Anspruch des Managers ist es vielmehr, Geschäftsmodell und Marktumfeld der hinter den selektierten Anleihen stehenden Unternehmen genau zu verstehen und anschließend zu bewerten.

Werttreibende Trends

Der Investmentprozess des Schroder ISF EURO High Yield basiert zudem auf dem Aufspüren werttreibender Investment-Themen. Hierzu zählen starke Wirtschaftstrends, wie etwa der Aufschwung des Internethandels, die Bekämpfung von Deflationsrisiken durch die Europäische Zentralbank und die Bereinigung der Bankbilanzen im Euroraum. Leidman bescheinigt insbesondere spanischen Kreditinstituten erhebliche Restrukturierungsfortschritte.

Der größte Anteil des Fondsportfolios entfällt derzeit auf Unternehmen aus den Sektoren Industrie, Telekommunikation, Dienstleistungen und Finanzen. Das Anlagekapital verteilt sich auf insgesamt 189 Einzelpositionen, was eine breite Streuung gewährleistet. Werden Wertpapiere von Nicht-Euro-Staaten – wie zum Beispiel Großbritannien – erworben, erfolgt eine Währungsabsicherung gegenüber dem Euro.

Anspruchsvolles Ziel

Um ein leistungsstarkes Portfolio zu konstruieren, greift Leidman auf rund 120 hauseigene Analysten und Investment-Spezialisten zurück. Ziel der Manager ist es, den Vergleichsindex für Hochzinsanleihen über einen Marktzyklus hinweg um 1,5 Prozentpunkte pro Jahr zu übertreffen. In den ersten drei Jahren seines Bestehens rangierte der Schroder ISF EURO High Yield kontinuierlich im Spitzenfeld. Der Hochzinsanleihen-Fonds belegte Jahr für Jahr einen Platz im ersten Quartil seiner Vergleichsgruppe.

Leidman ist überzeugt, dass sich Hochzinsanleihen bei einem möglichen allgemeinen Renditeanstieg am Bondmarkt als gutes Diversifikations-Instrument erweisen. „Europäische High-Yield-Papiere korrelieren nur wenig mit Staatsanleihen. Zudem bietet das Hochzinssegment weiterhin attraktive Renditeaufschläge, die teilweise 500 Basispunkte erreichen.“ Einen besonderen Vorzug sieht der Brite in den überschaubaren Restlaufzeiten vieler attraktiver Hochzinsanleihen. Deren Duration belief sich im Schroder ISF EURO High Yield zuletzt auf 4,25 Jahre.


www.schroders.de

2012 für M&G ein Rekordjahr

Insgesamt beliefen sich die Nettomittelzuflüsse für den Jahreszeitraum bis zum 31. Dezember 2012 auf 16,9 Mrd. britische Pfund (ca. 19,6 Mrd. Euro). Im Vergleich zu dem bisher besten Ergebnis aus dem Jahr 2009 entspricht dies einem Plus von 25 %. Das insgesamt verwaltete Vermögen kletterte gegenüber dem Vorjahr um 13 % auf ein Allzeithoch von 228 Mrd. Pfund.
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USA: US-Haushaltsstreit beigelegt – vorerst

Am US-Rentenmarkt kam es in den letzten Tagen zu hektischen Kursbewegungen. Am Ende stiegen auch hier die Kurse deutlich an. Wie geht es weiter?

In der vergangenen Nacht kam es im US-Kongress zu einer Einigung zur Erhöhung der Schuldenobergrenze bis zum 7. Februar 2013. Der US-Haushalt ist nunmehr bis zum 15. Januar 2014 vorübergehend finanziert. Dabei handelt es sich lediglich um einen Kompromiss, um größeren Schaden von den USA abzuwenden. Die Verhandlungen werden in den nächsten Wochen fortgesetzt. Das Ziel muss es sein, den Haushalt einerseits nachhaltig aufzustellen und andererseits das hohe Defizit abzubauen. Die USA können nicht dauerhaft über ihre Verhältnisse leben. Allzu oft dürfen sich die Vereinigten Staaten den Luxus nicht leisten, kurz vor der Zahlungsunfähigkeit zu stehen, weil die ausländischen Investoren sonst das Vertrauen in deren Finanzstabilität verlieren könnten. Insbesondere China würde versuchen, sich in den nächsten Jahren vom US-Dollar als Weltleitwährung abzukoppeln.

Wie haben die Märkte auf die Einigung im US-Haushaltsstreit reagiert? Die Renditen der 10-jährigem US-Staatsanleihen stiegen zuletzt bis auf 2,75% an und sind inzwischen wieder auf 2,65% zurückgekommen. Die Aktien in den USA zogen deutlich an. Der Dow Jones Index kletterte um gut 200 Punkte und der deutsche Leitindex DAX erreichte einen Rekordwert vom 8.846 Punkten. Nur das Gold steht unter Druck! Die Feinunze Gold kostet momentan etwa 1.300 USD.

Wie geht es weiter? Mir scheint es, als wenn den politisch Verantwortlichen sowohl in den USA als auch in Europa an einer Fortsetzung ihrer bisherigen Finanz- und Haushaltspolitik gelegen ist. Im Kern ist es sehr angenehm, immer etwas mehr auszugeben, als man einnimmt. Die Lasten werden den künftigen Generationen aufgebürdet. Aber uns allen ist auch klar, dass sich diese Politik nicht beliebig fortsetzen lässt, da sie Zinsen auch bedient werden müssen – von einer Rückzahlung der Schulden ganz zu schweigen. Die Grenzen sind da erreicht, wo die Zinslast sich nicht mehr aus dem Haushalt heraus darstellen lässt. So wie in Griechenland kann es in einzelnen Staaten dann zu einem Schuldenschnitt kommen. Wo dieser Punkt liegt und wann er erreicht wird, kann niemand sagen. Es kann noch einige Jahre so weitergehen. Vielleicht setzt sich auch die Einsicht durch, dass es tiefgreifender Reformen bedarf, um das bestehende Weltbild des Schuldenmachens aufzubrechen. Ich persönlich halte es für wahrscheinlicher, dass sich die Erkenntnis und der Mut zu Veränderungen nur sehr langsam durchsetzen wird.

Zur Beibehaltung der bisherigen Politik passt auch die Nominierung von Janet Yellen als kommende US-Notenbank-Chefin. Yellen steht für eine Fortsetzung der bisherigen ultralockeren Geldpolitik von Ben Bernanke. Die geplante Reduzierung der monatlichen Anleihekäufe dürfte auch angesichts des Haushaltsstreits und der unsicheren Konjunkturentwicklung noch eine ganze Weile auf sich warten lassen. Auch hier bleibt alles beim Alten.
Erstaunen löst eine andere Nachricht bei mir aus: Die Ratingagentur Moody's bewertet die Kreditwürdigkeit der USA weiterhin mit AAA und einem stabilen Ausblick. Nur der Konkurrent Fitch stellt die Bewertung der Vereinigten Staaten unter Beobachtung. Ist die Bestnote noch gerechtfertigt? Was muss eigentlich noch passieren, dass es zu einer Neubewertung der Kreditwürdigkeit der USA kommt? Niemand geht ernsthaft davon aus, dass die USA zahlungsunfähig werden, aber was wäre, wenn andere Staaten ein derartiges Finanzgebahren an den Tage legen würden? Wie würden Ratingagenturen ein solches Verhalten bewerten? Es zeigt sich, dass diejenigen, die die Spielregeln bestimmen, klar im Vorteil sind! Es ist an der Zeit, sich ein eigenes Bild über die wahre Situation an den Finanzmärkten zu machen.
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US-Wirtschaft schrumpft

(fw/ah) Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte in den Monaten Januar bis März aufs Jahr hochgerechnet um 1,0 %, wie das Handelsministerium berichtete. Ein Einbruch in dieser Größenordnung gab es zuletzt vor drei Jahren. Wirtschaftswissenschaftler waren zuletzt von einem Minus von nur 0,5 % ausgegangen. Als Grund wird die Kältewelle herangeführt, die insbesondere der Baubranche zusetzte.

Zudem hat die Fed begonnen, ihre Wertpapierankaufprogramme zum Ankurbeln der Wirtschaft zu drosseln. Der Aktienmarkt zeigte sich unbeeindruckt von den schwächeren Wirtschaftszahlen. Der Dow Jones Index stieg und steht nahe bei 17.000 Punkten.
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