Bank J. Safra Sarasin AG

Neue Schweizer Banknoten und die Implikationen für die Geldpolitik

Die Noten werden sogar etwas kleiner sein, so dass die Lagerhaltungskosten von Franken noch tiefer werden. Bereits bei Negativzinsen von -0.75% lässt sich eine vermehrte Hortung von Bargeld beobachten und limitiert den geldpolitischen Handlungsspielraum der SNB.

Monopoly-Fans dürfen sich freuen. Bei der neuen 50er Note handelt es sich nicht um Spielgeld, sondern um die erste Note der bereits lange geplanten Banknotenserie, welche die Schweizerische Nationalbank ab dem 12. April in Umlauf bringen wird. Während die Lancierung der neuen Noten und insbesondere deren langen Verzögerung viel Gerede ergab, wird die Ausgabe des neuen 50er-Scheins keinen direkten Einfluss auf den Frankenkurs haben. Bemerkenswert ist die neue Lancierung trotzdem. Schließlich wird die SNB auch in der neuen Banknotenserie an der höchsten Notierung, dem 1000-Franken-Schein, festhalten. Dies ist ganz im Gegensatz zu den Plänen der europäischen Zentralbank, den 500-Euro-Schein in naher Zukunft abzuschaffen. Die 500-Euro-Note werde insbesondere für illegale Aktivitäten genutzt, betonte der EZB-Präsident Mario Draghi im Februar.

Der Entscheid der SNB, die 1000er Franken-Note weiterzuführen dürfte direkte Implikationen für die Schweizer Geldpolitik haben. Schließlich gilt die einfache Regel: je höher die Notierungen der Währungen sind, desto einfacher und damit auch günstiger kann Bargeld gelagert werden. Ein möglicher Ansturm auf Bargeld limitiert jedoch den Wirkungsgrad von Negativzinsen. In der akademischen Literatur gibt es viele Verfechter der Meinung, dass Negativzinsen nur dann funktionieren, wenn das Bargeld sogar ganz abgeschafft wird. Tatsächlich dürfte die Schmerzensgrenze bei Negativzinsen an einem bestimmten Punkt erreicht sein, ab welchem die Bankguthaben abgezogen werden, um Negativzinsen zu umgehen.

Das unabhängige Forschungsinstitut Capital Economics hat in einem Report im Februar berechnet, wie leicht sich 1 Milliarde US-Dollar in den einzelnen Währungen verstauen lassen. In keiner einzigen Währung lässt sich 1 Milliarde US-Dollar so einfach lagern wie beim Schweizer Franken. Dem Franken kommt sogar eine höhere Wertedichte zu als Gold. Da die neuen Banknoten noch kleiner sind als die bisherigen Scheine, wird sich 1 Milliarde künftig sogar auf noch geringerem Raum verstauen lassen. Damit dürfte die Schmerzensgrenze in der Schweiz früher erreicht sein.

Mit Negativzinsen von -0.75% ist die SNB im internationalen Vergleich bereits sehr weit gegangen. Mit den gegenwärtigen Ausnahmeregelungen blieb der Bankkunde in der Regel jedoch von Negativzinsen verschont. Trotzdem ist bereits heute eine vermehrte Bargeldhortung auszumachen. Die 1000er Scheine machen mehr als 60% des Wertes der sich im Umlauf befindlichen Noten aus. Dieser Anteil ist in den letzten Jahren gestiegen. Ein erster sprunghafter Anstieg war im September 2008 zu beobachten aufgrund der Ängste, dass weitere Banken dem Zahlungsausfall von Lehman folgen könnten. Ein zweiter merklicher Anstieg fand im Januar 2015 statt, als die SNB die Negativzinsen auf -0.75% erhöhte. Seither blieb die Bargeldhortung stabil. Die Schmerzensgrenze ist offenbar noch nicht erreicht. Doch die Negativzinsen bleiben ein Experiment. Die 1000er Noten erleichtern die geldpolitischen Entscheide der SNB nicht.

Autorin: Ursina Kubli,
Ökonomin, Bank J. Safra Sarasin AG




Ufuk Boydak

Schwankungsarm in Aktien investieren? Nicht unmöglich!

Es braucht deshalb auch alternative Konzepte, die schwankungsärmere Aktieninvestments ermöglichen, meint Ufuk Boydak, Vorstandsmitglied der LOYS AG und Manager des LOYS Global L/S. Eine Möglichkeit: Aktienfonds mit passiver Absicherungsstrategie.

In jedem Risiko steckt auch eine Chance, heißt es. Das gilt auch und in ganz besonderem Maße für die Aktienmärkte. Seit Anfang Dezember kam es dort zu heftigen Turbulenzen. Ende November notierte der deutsche Leitindex DAX noch bei 11.382 Punkten. Dann aber brach der Markt ein und bis Mitte Februar ging es bis auf 8.752 Punkte nach unten. Ein Minus von über 20 Prozent. Ende März knackte der DAX wieder die 10.000er Marke.

An so heftige Kursausschläge werden sich Anleger gewöhnen müssen. Denn in den vergangenen Jahren kam es zu einer Art Neubewertung, einem Re-Rating, an den Aktienmärkten. Investoren sind seit vergangenem Jahr bereit, den Unternehmen am Aktienmarkt eine höhere Bewertung zuzugestehen als früher. Der Grund: das Zinsniveau. Denn bei einem Zins von null Prozent oder sogar darunter sind drei oder vier Prozent Rendite bei anderen Anlageklassen äußerst anziehend. Es war diese antagonistische Wechselwirkung zwischen Aktien und Zinsen, die die Aktienkurse nach oben getrieben hat.
Der Haken: Auf diesem höheren Niveau sind Anleger sensibel für schlechte Nachrichten, das bedeutet, dass die Märkte schnell umstürzen können. Genau das war in den vergangenen Monaten gut zu beobachten. Da kamen mehrere Dinge zusammen: die Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed, dazu schwächere Konjunkturdaten aus China, die Schwierigkeiten etlicher Schwellenländer und der anhaltende Ölpreisverfall.
Bei erneut enttäuschenden Konjunkturdaten drohen deshalb erneut Rückschläge – die zudem durch das prozyklische Verhalten vieler Investoren verstärkt werden.

Anleger stehen deshalb vor einem Dilemma: Einerseits sind Aktien auf Grund der extrem niedrigen Zinsen alternativlos, andererseits müssen sie in dieser Anlageklasse mit hohen Kursschwankungen leben. Volatilitäten eröffnen aktiven und erfahrenen Aktienfondsmanagern Chancen, da in einem solchen Umfeld, wie zu Jahresbeginn, prozyklisch in der Regel alle Werte verkauft werden – ob dies nun gerechtfertigt ist oder nicht. In jedem Fall ermöglicht das irrationale Vorgehen der Anlegermasse, bei qualitativ guten Titeln am Aktienmarkt einzusteigen. Doch kann eben auch nicht jeder Anleger mit hoher Volatilität leben. Aus diesem Grund sind Konzepte gefragt, mit denen Investoren abgesichert und schwankungsarm in Aktien investieren können. Genau das setzt der LOYS
Global L/S um.

Wir setzen im Fonds antizyklisch auf qualitativ gute und unterbewertete Unternehmen, die wir durch Short-Positionen auf Marktindizes absichern. Bei der geographischen Auswahl der Einzeltitel liegt der Fondsfokus bei Firmen auf sich langfristig stabil entwickelnden Industrien aus Europa, den USA und den entwickelten Ländern Asiens. Was die strukturelle Analyse der Einzeltitel betrifft, konzentrieren wir uns auf Unternehmen, die über ein nachweislich erfolgreiches Geschäftsmodell sowie ein solides und vertrauenswürdiges Management verfügen. Zudem ist neben den üblichen Kennziffern zur Unternehmensbewertung die Cashflow-Stärke ein entscheidender Faktor. Diese Kennzahl gibt an, was nach allen notwendigen Investitionen und Kosten für die Aktionäre übrigbleibt. Ferner muss ein Unternehmen einen Bewertungsabschlag von wenigsten 30 Prozent gegenüber dem von ihm errechneten fairen Wert aufweisen. Die so herausgefilterten 60 bis 80 Titel werden mit maximal zwei bis zweieinhalb Prozent im Portfolio gewichtet, wobei wir die Gewichtungen immer wieder anpassen.

Und genau bei den so identifizierten Titeln ergeben sich dann in Korrekturphasen Chancen. So haben wir beispielsweise den Kursrückgang Anfang des Jahres genutzt, um unsere Portfolioposition bei Implenia, einem Schweizer Bauunternehmen, aufzustocken. Andere Beispiele für Unternehmen, die unseren Kriterien entsprechen, sind die Deutsche Post oder der österreichische Kartonhersteller Mayr-Melnhof.

In einem zweiten Schritt folgt die Absicherung des Portfolios über Marktindizes des jeweiligen Landes: Zum Beispiel sichern wir eine Allokation von zehn Prozent in deutschen Aktien stets mit mindestens sieben Prozent durch eine Short-Position auf den DAX-Future ab. Beobachten wir, dass der Markt zu teuer wird, können wir die Absicherung auf bis zu zehn Prozent erhöhen. Fallen dagegen die Kurse, dann greift die Short-Seite und dämpft die Verluste. So können wir zu einem schwankungsärmeren Portfolio kommen.

Diese Vorgehensweise der Absicherung über Terminkontrakte auf Aktienmarktindizes hat zudem zwei gewichtige Vorteile: Zum einen ist sie kostengünstig und bietet ein hohes Maß an Flexibilität. Zum anderen sichern wir auf diese Weise Aktien durch Aktien ab. Während die Absicherung über Anleihen zuletzt nicht immer funktionierte, weil diese zeitweise einen sehr hohen Gleichlauf mit Aktien hatten, liegt die Korrelation bei unserer Vorgehensweise stets bei null oder im negativen Bereich.

Aktuell sind wir mit dem LOYS Global L/S, dessen verwaltetes Vermögen allein in den vergangenen drei Monaten es um 50 Prozent auf knapp 200 Millionen Euro angewachsen sind, zu ca. 60 Prozent in Long-Positionen investiert. Die Absicherung über Indizes liegt momentan bei etwa 33 Prozent, womit die Nettoinvestitionsquote rund 26 Prozent beträgt. Ein deutliches Übergewicht hat der Fonds derzeit wegen der Konjunktur in Europa: Der schwache Euro sowie die niedrigen Rohstoffpreise wirken unserer Ansicht nach wie ein Konjunkturprogramm für die europäischen Unternehmen.

Eher verhalten sind wir dagegen mit Blick auf die USA, wo die Unternehmen nach wie vor unter dem starken US-Dollar leiden. Zugleich sehen wir in den Schwellenländern erhebliche Unsicherheiten auf Grund der schwachen Konjunktur, der mancherorts politisch instabilen Systeme, zum Teil hoher Budgetdefizite und vor allem auch der Währungsseite. Aus diesem Grund halten wir derzeit ausschließlich Titel aus Industrienationen in unserem Portfolio.

Marktkommentar von Ufuk Boydak,
Vorstand LOYS AG



© FunkyKoval - Fotolia.com

Deutsche sind keine Weltmeister im Konsum

2016-04-05 (fw/db) Die von der Europäischen Zentralbank (EZB) verordneten Niedrigzinsen geben dem Sparziel „Konsum/Langfristige Anschaffungen“ erneut Auftrieb. Das ist das Ergebnis der Frühjahrsumfrage 2016 zum Sparverhalten der Deutschen. Das Institut TNS Infratest befragte dazu im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen zum 56. Mal über 2.000 Bundesbürger im Alter von über 14 Jahren.



Auf Platz 1 der Sparmotive der Deutschen landete im Frühjahr 2016 mit 61 Prozent, wie in den Vorjahren, die Ziele „Konsum und langfristige Anschaffungen“. Gegenüber dem Herbst 2015 bedeutet dies einen deutlichen Anstieg um acht Prozentpunkte.

Erst auf Rang 2 findet sich die „Altersvorsorge“ mit 59 Prozent der Nennungen – nach zuvor 60 Prozent.

Auf Platz 3 der Rangliste folgt traditionell mit nun 43 Prozent das Sparmotiv „Wohneigentum“. In der letzten Umfrage wurde es noch von 44 Prozent der Befragten genannt.

Investmentfonds und Aktien sind nach wie vor nicht die Lieblinge der deutschen Anleger und Sparer. Dies zeigt sich beim Sparmotiv „Kapitalanlage“. Hier ist sogar ein Rückgang von 30 auf 28 Prozent zu verzeichnen. Die Wahl der Geldanlagen wird offensichtlich vom allgemeinen Trend zu Sachwerten und einer damit einhergehenden Vermögensumschichtung als von einem speziellen Sparmotiv bestimmt.

Einen Zuwachs um jeweils einen Prozentpunkt auf fünf Prozent verzeichnen die Sparmotive „Ausbildung der Kinder“ und „Notgroschen/Reserve“.

Dietmar Braun
Fotolia_67640691_Subscription_XXL.jpg

UBS feiert das Double

Diese Auszeichnungen folgen dem Titel «Best Global Private Bank 2014», den die Schweizer dieses Jahr in der Euromoney-Umfrage gewinnen konnte, und dem höchsten Preis als «Outstanding Global Private Bank» beim VRL Private Banker International Award 2014.

Jürg Zeltner, CEO von UBS Wealth Management sagte: «Diese Reihe von Auszeichnungen zeigt zum einen dass die Fähigkeiten von UBS von der Finanzindustrie anerkannt werden und zum anderen, dass unser Fokus auf qualitativ hochwertige Beratungen und Qualitätslösungen der richtige Ansatz ist, das Vermögen unserer Kunden zu wahren und zu vermehren.»

Kathryn Shih, Head of UBS Wealth Management Asia Pacific und Mario Marconi, Head of Family Services Group, nahmen die Auszeichnungen stellvertretend entgegen.


www.ubs.com
Fotolia_42888139_Subscription_XL.jpg

Fondsbranche in Rekordlaune

(fw/ah) Im Jahr 2000 flossen den Fondsgesellschaften bis Ende September 76,1 Milliarden Euro zu. Spezialfonds sind weiterhin der Treiber im Neugeschäft. Sie übertreffen mit 53,4 Milliarden Euro neuen Mitteln das Vorjahresniveau (49,4 Milliarden Euro). Auch Publikumsfonds sammelten mit 26,5 Milliarden Euro bis Ende September 2014 mehr ein als im Vorjahreszeitraum (21 Milliarden Euro).

Beim Neugeschäft der Publikumsfonds haben Mischfonds mit 17,1 Milliarden Euro bis Ende September ihren Vorsprung gegenüber Rentenfonds mit 12,2 Milliarden Euro wieder ausgebaut. Offene Immobilienfonds (OIF) sammelten 2,2 Milliarden Euro ein. Dabei zahlten neun OIFs, die aufgelöst werden, 1,6 Milliarden Euro aus der Substanz.
Aktienfonds verzeichneten im laufenden Jahr Abflüsse von netto 3,6 Milliarden Euro. Allein im September zogen Anleger 3 Milliarden Euro ab, davon entfallen 2,8 Milliarden Euro auf einen DAX-ETF.

Dennoch sind Aktienfonds mit einem Marktanteil von 36 % nach wie vor die größte Gruppe der Publikumsfonds. In den vergangenen vier Jahren stieg ihr Vermögen um knapp ein Drittel auf 279 Milliarden Euro (30. September 2010: 212 Milliarden Euro). Mischfonds, die derzeit einen Marktanteil von 22 % haben, sind ebenfalls stark gefragt. Sie verzeichneten in diesem Zeitraum sogar das größte Wachstum. Ihr Vermögen stieg von 115 Milliarden Euro auf 168 Milliarden Euro.


www.bvi.de

Hertha BSC und kapilendo platzieren erste digitale Finanzierung in der Fußball-Bundesliga

(fw) Schon seit Jahresbeginn hat es sich das Management des Fußball-Bundesligisten zum Ziel gesetzt, die digitale Transformation des Klubs voranzutreiben.

Beim Heimspiel Hertha BSC gegen den FC Ingolstadt 04 am Samstag, 19. März fällt der Startschuss für das Anlageprojekt:

1 Millionen Euro über eine Laufzeit von drei Jahren mit einer festen Verzinsung von 4,5% p.a..

Über den Kreditmarktplatz www.kapilendo.de können Fußballfans und Zuschauer direkt im Stadion mit einigen wenigen Klicks online über ihr Smartphone teilnehmen sowie alle interessierten Anleger. Ab 100 Euro bis 10.000 EUR ist jeder Betrag möglich.

„Wir freuen uns sehr, als erster Verein in der Fußball-Bundesliga eine digitale Finanzierung umsetzen zu können, wobei die Erlöse unter anderem der digitalen Offensive des Klubs direkt zugutekommen werden“, sagt Ingo Schiller, Geschäftsführer bei Hertha BSC. „Wir wollen unsere Fans am Wachstum von Hertha BSC beteiligen – und dies mit einem sehr zeitgemäßen Modell: online, mobil und direkt. kapilendo bietet uns dafür den perfekten Rahmen – die Plattform hat einen sehr guten Mix aus digitalisierten Prozessen und emotionaler Ansprache.“

„Wir sind stolz zusammen mit Hertha BSC die erste digitale Finanzierung bei einem Fußball-Bundesligisten zu platzieren. Wie in vielen anderen Bereichen, macht die Digitalisierung auch vor dem Sport und der Vereinslandschaft nicht halt. Als innovativer und erster Fußballverein bietet Hertha seinen Fans über kapilendo die Möglichkeit, sich digital und in wenigen einfachen Schritten - zum Beispiel über das eigene Smartphone - für ihren Verein zu engagieren. Aber auch für alle anderen stellt das Hertha-Projekt in Zeiten niedriger Zinsen eine attraktive Anlagemöglichkeit dar “, so Christopher Grätz, Gründer und CEO der kapilendo AG.

Ingo Schiller HerthaBSC1024675

Ingo Schiller, Geschäftsführer bei Hertha BSC

Christopher Grtz 2015512338

Christopher Grätz, Gründer und CEO der kapilendo AG
Fotolia_60992211_Subscription_XL.jpg

Große Namen stehen nicht (immer) für Qualität

(fw/ah) Das ergab der diesjährige Markttest der Private Banking Prüfinstanz, Verlag Fuchsbriefe und Institut Dr. Richter | IQF, unter 84 Anbietern in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Luxemburg und Liechtenstein.
Die sieben Top-Anbieter im aktuellen Markttest der Private Banking Prüfinstanz sind Bank Gutmann AG (AT), Walser Privatbank (AT), Feri Trust GmbH (D), DZ Privatbank S.A. (LUX), Raiffeisen Privatbank Liechtenstein AG (FL), Baden-Württembergische Bank (D) und DekaBank Deutsche Girozentrale Luxembourg S.A. (LUX).

Bank Gutmann erzielte mit 84,2 von 100 möglichen Punkten die Höchstpunktzahl im Test.

Als uneingeschränkt empfehlenswert qualifizierten sich die LGT Bank AG (FL), Bank Julius Bär & Co. AG (CH), Hauck & Aufhäuser Privatbankiers KGaA (D), Liechtensteinische Landesbank AG (FL), BHF-Bank AG (D), von der Heydt & Co. AG (D), Bank J. Safra Sarasin (Deutschland) AG (D), Schoellerbank AG Salzburg (AT) sowie SEB Private Banking S.A. (LUX). Die Nummer 1 der Ewigen Bestenliste, die auf Basis der letzten fünf Tests ermittelt wird, ist die Feri Trust GmbH vor der DZ Privatbank und der Walser Privatbank.

Bekannten Adressen wie die Schweizer Großbanken Credit Suisse und UBS konnten nicht überzeugen. Die Auswertung erfolgte in den Kategorien Beratungsgespräch, Vermögensstrategie, Portfolioqualität und Transparenz.


www.pbpi.de
Fotolia_41805024_Subscription_L.jpg

Investoren setzen zunehmend auf sozial verantwortliche Anlagen

(fw/hwt) Zwei Drittel der Befragten, die für die Verwaltung von Pensionsfonds verantwortlich sind, integrieren ESG-Faktoren (ecological, social, governance) oder sozial verantwortliche Kapitalanlagen (SRI = Socially Responsible Investment) bereits in ihre Anlageprozesse. Fast die Hälfte (48 %) gaben an, dass ihr Interesse an ESG und SRI in den vergangenen sechs Monaten gestiegen sei. Hendrik-Jan Boer, Senior Portfolio Manager für ING IMs SRI-Fonds, erläutert hierzu: „In den letzten Jahren hat sich das Interesse in der Branche zunehmend in Richtung sozial verantwortlicher Anlageprodukte verlagert. Diese Untersuchung unterstreicht die Bedeutung von ESG-Faktoren, sowohl auf professioneller als auch persönlicher Ebene." Angesichts der Tatsache, dass bereits drei Viertel der Befragten den Sektor als wichtig für die Zukunft der Branche erachteten, dürfte die Nachfrage nach SRI-Anlagen in den kommenden Jahren weiterhin zunehmen. Schon bald würden SRI-Anlagen ein selbstverständlicher Bestandteil von Portfolien sein.

Die Befragten gaben an, eine stärkere Berücksichtigung sozialverantwortlicher Kriterien werde sich in den kommenden fünf Jahren positiv auf die Anlagerendite auswirken. Zu den Gründen für die Integration dieser Faktoren in ihre Anlagestrategie gab die Mehrzahl der Befragten (58 %) an, dies aus einem persönlichen Verantwortungsgefühl heraus zu tun. Ferner gab knapp über die Hälfte (52 %) an, ihr Unternehmen wende derartige Kriterien grundsätzlich bei Investments an. Was die Asset-Owner betrifft, so gelten Pensionsfonds als diejenigen Institutionen, die am ehesten bereit sind, ESG-Faktoren in ihren Portfolien zu berücksichtigen; sie wurden von 73 % der Befragten genannt. An zweiter Stelle folgten karitative Organisationen mit 62 % der Nennungen.

Gute Corporate Governance ist wichtiger Nachhaltigkeitsfaktor

Immer wieder kommt es zu Verstößen bei Unternehmen oder Ungleichbehandlungen verschiedener Anspruchsgruppen, zum Beispiel der Aktionäre eines börsennotierten Unternehmens. Exemplarisch steht dafür der "Fall Sika". Die Sika-Eigentümerfamilie sollte im Dezember 2014 für den Verkauf ihres Aktienpakets an die Saint-Gobain-Gruppe eine Übernahmeprämie von rund 80 Prozent erhalten. Die übrigen Aktionäre, darunter Kleinaktionäre und Pensionskassen, erhielten kein Angebot und gingen entsprechend leer aus. Obwohl Letztere im Besitz von 84 Prozent der ausstehenden Sika-Aktien waren.

"Doch es war die Familie, die die Mehrheit der Stimmrechte auf sich vereinte. Zwar war die Aktienstruktur von Sika im Prinzip jedem bekannt, doch welches Risiko die Struktur für die Rendite einer Investition beinhalten kann, war wohl von vielen verdrängt worden. Mit der Ungleichbehandlung der Aktionäre ist Sika allerdings kein Einzelfall. Auch Schindler, VW oder Ford kennen keine Einheitsaktie, bei der das Prinzip 'one share – one vote' gilt. Doch gerade hinsichtlich einer guten Corporate Governance sind solche Ungleichbehandlungen zu vermeiden, um die Interessen und Rechte verschiedener Anspruchsgruppen zu wahren", sagt Rocchino Contangelo, mitverantwortlicher Portfolio Manager der nachhaltigen Swisscanto-Fonds.

Corporate Governance ist wichtiger Teil der ESG-Analyse
Nicht zuletzt durch den "Fall Sika" rückte in jüngerer Vergangenheit das breit gefächerte Thema der guten Corporate Governance von Firmen und Institutionen wieder verstärkt ins Rampenlicht. "Auch im Rahmen der Nachhaltigkeitsanalyse der Zürcher Kantonalbank (ZKB) für die nachhaltigen Swisscanto-Fonds sowie bei der fundamentalen Unternehmensanalyse im Asset Management werden neben sozialen und ökologischen Faktoren zahlreiche Kriterien der Corporate Governance analysiert", so Contangelo, der auch zuständig ist für das fundamentale Aktien-Research im Asset Management der ZKB.

Der Fokus liegt dabei auf der Struktur der Führungsorgane und der Ausschüsse (Unabhängigkeit des Verwaltungsrats vom Management, Integrität, Sitzungsverhalten), Aspekten der Entlohnung (Vergütungsbericht, Mitbestimmung der Aktionäre, Zielvereinbarungen, Branchenvergleich), den Aktionärsrechten (Aktionärsstruktur, Mitbestimmungsmöglichkeit) und auf der Methode der Buchführung und möglichen Indizien für Irregularitäten.

Denn gemäß den Ausführungen von M.C. Atacik und M. Jarvis (2006) in "Better corporate governance: More value for everyone" hat sich empirisch gezeigt, dass eine als gut bewertete Corporate Governance bei einer börsennotierten Gesellschaft zu einer tendenziell höheren Unternehmensbewertung führt und dass die Kapitalkosten für das Unternehmen selbst sinken.

"Das Konzept der guten Corporate Governance ist somit nicht nur ein rein theoretisches Konstrukt, sondern eine Grundbedingung für die optimale Finanzierung eines Unternehmens. Neben diesen finanzmarkttechnischen Aspekten hat eine gute Unternehmensführung auch einen positiven Einfluss auf das Unternehmen, sei es intern durch motivierte, verantwortungsbewusste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder extern durch den fairen Umgang mit Kunden und Zulieferern beispielsweise. Aus unserer Sicht ist eine gute Corporate Governance die Grundlage für eine nachhaltige wirtschaftliche Unternehmensentwicklung", meint Contangelo abschließend.

PI Swisscanto Nachhaltigkeit 10 2015

Nachhaltigkeitsboom in Schwellenländern

(fw/ah) Damit das wirtschaftliche Wachstum nicht auf Kosten der Umwelt und bestimmter Bevölkerungsschichten geht. „Und sie haben dies zum Teil bereits erkannt. Nehmen wir das Beispiel China. Die Luftverschmutzung in Großstädten hat zur Folge, dass saubere Energiegewinnung und Energieeffizienz dort wachsende Rollen einnehmen. Das Wirtschaftsmodell des asiatischen Riesen berücksichtigt seit Jahren vermehrt die Umweltprobleme und versucht diese zu lösen und nicht zu ignorieren. So kann sich Nachhaltigkeit auch durchaus als Wachstumstreiber etablieren und die Verbindung der Themen Emerging Markets und Nachhaltigkeit Anlegern interessante Investmentchancen eröffnen", so Raphael Lüscher, Portfolio Manager bei Swisscanto, der Fondsgesellschaft der Schweizer Kantonalbanken.

Der parallel zum Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum stark zunehmende Energiebedarf der Schwellenländer ist kein Geheimnis. Entsprechend sind für den Manager des Swisscanto (LU) Equity Fund Green Invest Emerging Markets B die nachhaltige Energieversorgung aus möglichst erneuerbaren Energiequellen sowie eine effizientere Nutzung der endlichen Rohstoffe gewichtige Themen im Portfolio: „Für die Schwellenländer ist es eine der größten Aufgaben, eine breite Energieversorgung ohne weitere Umweltbelastungen auf die Beine zu stellen. Daher suchen wir immer wieder Unternehmen, die diesen Bereich unterstützen und unsere nachhaltigen Anforderungen erfüllen."

„Wichtig in unserer Investmentstrategie ist neben der ökologischen Seite der soziale Aspekt. Hier nenne ich als Beispiel Brasilien. Dort gibt es bei der Bildung noch keine Chancengerechtigkeit. Die Pisa-Studie 2013 zeigte, dass die durchschnittlichen schulischen Kompetenzen deutlich unter dem OECD-Länderdurchschnitt lagen. Die mangelhaften Leistungen sind auf die schlechte Qualität des öffentlichen Grundschulsystems zurückzuführen. Die soziale Herkunft beeinflusst damit noch immer den Bildungsgrad. So investieren wir in private Bildungsanbieter, die bezahlbare Kurse anbieten und den Menschen Perspektiven eröffnen", so Lüscher.


www.swisscanto.de

www.swisscanto.ch
2,533FansGefällt mir