BIT begrüßt neues Jahr

Foto: © bht2000 - stock.adobe.com

Am Donnerstag begrüßte die BIT Treuhand AG in Frankfurt über 100 Vertriebspartner zur Jahresauftaktveranstaltung. Die finanzwelt erlebte als Medienpartner, dass Sachwertinvestments weit mehr sind als nur Immobilien. Auch das Thema Regulierung stand auf der Tagesordnung – und wurde sehr kritisch betrachtet.

Nach der Begrüßung durch Sascha Sommer, Vorstand der BIT Treuhand AG, erklärte Klaus Wolfermann, dass es bei Immobilieninvestitionen noch einen anderen Dreiklang als nur „Lage, Lage, Lage“ geben kann. Stattdessen plädierte der geschäftsführende Gesellschafter von PI-Pro Investors, dass auch das Credo „PPP – Potenziale finden, Potenziale heben, Potenziale realisieren“ für Immobilieninvestitionen sehr erfolgreich sein kann. Wie dies in der Praxis konkret umgesetzt werden kann, zeigte Wolfermann bei der Präsentation seines Unternehmens, das in ganz Deutschland Immobilien ankauft, diese saniert und dann wieder verkauft. Dabei wird auch darauf geachtet, dass schon vor dem ersten Schritt an den letzten gedacht wird. „Kein Ankauf ohne Plan zum Verkauf“, so Wolfermann.

Auch Waggons eignen sich für langfristiges Investment

Um ein deutlich mobileres Asset ging es im anschließenden Vortrag von Lars Poppenheger von der EWL European Waggon Leasing GmbH. In seinen Ausführungen drehte sich alles um die Investition in Eisenbahnwaggons. Diese Assetklasse würde vor allem von der zunehmenden Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene profitieren. So mobil die Anlageobjekte sind, so langlebig sind sie auch: Wenn sie den technischen Anforderungen genügen, können die Waggons 40-80 Jahre aktiv bleiben. Das Hamburger Unternehmen setzt bei seinen Investments ausschließlich auf Güterwaggons, da hier stabile Erträge gesichert sind. Eine Investition in Personenwaggons sei mit zu großen Unsicherheiten behaftet: „Güter beschweren sich nicht, Personen schon“, so Poppenheger.

Containeranbieter sollen sich nicht von P&R-Problemen beeindrucken lassen

Deutlich weniger das Produkt selbst als der Markt stand beim Vortrag von Antje Montag, Vorstand der CH2 AG, im Mittelpunkt. Aufgrund der aktuellen Ereignisse rund um P&R gab sie den Zuhörern drei wesentliche Botschaften mit auf den Weg: „1. Das Asset-Container ist eines der geilsten Assets. 2. Der Containermarkt boomt wie seit Jahren nicht mehr. 3. CH2 ist nicht P&R“. Montag betonte auch, dass sie für den Container weiterhin eine prächtige Zukunft sieht, da dieses Produkt, im Gegensatz zu vielen anderen Dingen, weder einem technischen noch modischen Wandel unterworfen sei. „In den nächsten 50 bis 100 Jahren wird uns der Container weiter begleiten. Alleine schon deshalb, weil die gesamte Transportinfrastruktur darauf ausgelegt ist.“

Auch bei Finanzen kann sich Kreativität auszahlen

Das zeigte Symon Hardy Godl, Geschäftsführer der Deutsche Finance Asset Management GmbH, am Beispiel der Ausstellungshalle „Olympia“ in London. Als die Deutsche Finance die Ausstellungshalle im vergangenen April kaufte, entwarf man zahlreiche Ideen, wie die Immobilie darüber hinaus genutzt werden kann, beispielsweise durch zusätzliche Restaurants. Entsprechend stolz zeigte sich Godl über die Akquisition.

Von Deutschlands Sonne profitieren…

… ist das Ziel von Wattner. Vorstand Ulrich Uhlenhut präsentierte in seinem Vortrag das erste langlaufende Produkt des Solarinvestors. Er begrüßte zudem, dass das Erneuerbare Energiengesetz alle zwei Jahre novelliert wird. Außerdem erklärte Uhlenhut, dass Wattner weiterhin nur in Deutschland investieren würde, denn nur hier sei die nötige Rechtssicherheit gegeben.

„Gewohnt wird immer“

Nach diesem Motto handelt die ZBI, die von Josef Paul Gass vorgestellt wurde. Der für die Vertriebspartnerbetreuung zuständige Vertriebsmanager geht von weiterhin niedrigen Zinsen und deshalb von einer weiterhin hohen Nachfrage auf dem Wohnimmobilienmarkt aus. Gass kritisierte aber auch, dass aktuell zu wenige Wohnungen für die breite Masse gebaut würden. Genau auf diese Wohnungen setzt die ZBI, die Immobilien zum Teil weit unter Durchschnittspreisen kauft. „Wir wollen der Krankenschwester, dem Polizisten und dem Büroangestellten ein Zuhause geben“, erklärte Gass das Credo seines Unternehmens.

Was bedeutet die Regulierung?

Mit dieser Frage beschäftigte sich eine von Sascha Sommer moderierte Podiumsdiskussion mit den Rechtsanwälten Ekkehard Heberlein, Christian Kapfinger und Martin Klein. Klein kritisierte eingangs, dass die Regelung, die Aufsicht über die freien Finanzanlagenvermittler schrittweise auf die BaFin zu übertragen, in sich nicht konsistent sei. So habe die Behörde für diese Angelegenheit nicht einmal eine eigene Abteilung. „Die handelnden Personen wissen nicht was sie wollen“, ergänzte Ekkehard Heberlein. Martin Klein verwies zudem auf das Problem, dass es verfassungsrechtlich sehr schwierig sei, dass die BaFin als eine oberste Bundesbehörde die Gewerbeaufsichtsämter, die Landesbehörden sind, überwacht. Seine Wunschvorstellung sei es, dass die IHKs die Aufsicht über die freien Finanzanlagenvermittler komplett übertragen bekommen.

Bezüglich MiFID II riet Martin Klein den Vermittlern, sich bei künftiger telefonischer Beratung sehr genau die Wortwahl zu überlegen. Da der Rechtsanwalt davon ausgeht, dass die Pflicht zum Mitschnitt bei der telefonischen Beratung kommt, könnten Vermittler somit schnell in haftungsrechtliche Schwierigkeiten geraten. Christian Kapfinger riet allen Vermittlern, sich intensiv mit den Unterlagen von MiFID II zu beschäftigten. Zum Abschluss der Diskussion beruhigte Martin Klein die Vermittler. „Die Regulierung ist nur halb so schlimm. Als Vermittler sollten Sie eh nichts verkaufen, was Sie nicht selbst verstehen.“

Nie wieder eine Wohnung anschauen, die einem auf den ersten Blick nicht gefällt

Vor allem, wenn man eine weite Anfahrt hat ist es eine sehr ärgerliche Angelegenheit: Die Wohnung, die im Exposee interessant aussah, entpuppt schon auf den ersten Blick als völlig ungeeignet für die eigenen Bedürfnisse. Um solche Ärgernisse zu vermeiden, hat die Domicil Real Estate Group eine Software entwickelt, die vom heimischen PC aus einen 360-Grad-Rundgang durch die Wunschwohnung ermöglicht. Wie das in der Praxis aussieht, stellte Daniel Preis in seinem Vortrag vor.

Die Nahversorgung muss den Online-Handel nicht fürchten

Das unterstrichen Johannes Palla und Manuel Jahn von Habona Invest in ihrem Vortrag, in dem sie den aktuellen Habona Report vorstellten. So büßen Einkaufszentren zunehmend an Umsatz ein, während Supermärkte sich auf einem stetigen Wachstumspfad befinden. Als einen wesentlichen Grund für die zunehmende Bedeutung der wohnortnahen Versorgung machte Manuel Jahn etwas aus, was auf den ersten Blick mit Lebensmitteln nur wenig zu tun hat: Das Smartphone: „Wir wollen immer mehr Dinge in kurzer Zeit erledigen. Das wirkt sich auch auf den Einzelhandel aus.“

Deutschland hat so viele A-Städte…

… dass ausländische Investoren kaum auf die B-Städte schauen, so Marcus Kraft. Der BVT-Geschäftsführer stellte in seinem Vortrag den BVT-Ertragswertfonds Nr. 6 mit den dazugehörigen Fondsobjekten vor und erklärte, warum B-Lagen für deutsche Immobilieninvestoren so interessant sein können.

Trump hat Auswirkungen auf Immobilienpreise

Das wusste Wolfang J. Kunz, Vertriebsdirektor der DNL Real Invest AG, zu berichten. So bewirkte die Steuerreform des US-Präsidenten, dass zurzeit praktisch keine Steuern auf Büroimmobilien gezahlt werden müssen, sodass die Preise für diese galoppieren. Währenddessen sinken die Preise für Wohnimmobilien. Kunz rechnet aber damit, dass dies nur eine kurzfristige Entwicklung sein wird und sich die Preise langfristig normalisieren werden. Trotz aller internationalen Kritik an Trump beobachtet Kunz, dass im Mittelstand des Südwestens der USA eine „Super-Stimmung“ wegen der Wirtschaftspolitik des US-Präsidenten vorherrschend ist. „Man will nicht zur Kenntnis nehmen, was Trump außenpolitisch macht“, mutmaßt Kunz.

Pflegeimmobilien sind Zukunftsimmobilien

Das erläuterte Matthias Bruns in seinem Vortrag, in dem er das „25. INP Deutsches Pflegeportfolio“ vorstellte. Der Vorstand Vertrieb und Marketing der INP Gruppe erläuterte dabei, dass Deutschland, nach Japan, die zweitälteste Bevölkerung der Welt hat. Da ¾ der Frauen und die Hälfte der Männer im Alter pflegebedürftig werden und diese immer mehr in Heimen gepflegt werden, sei die Investition in Pflegeimmobilien sehr ertragreich.

Wie man beim Vererben Erbschaftssteuer sparen kann

Das zeigte Bernd Wrobel in seinem Vortrag. Der Leiter Vertrieb Nord bei der Hahn Gruppe zeigte am Beispiel eines Produkt des Einzelhandelsimmobilieninvestors, dass beim Verschenken von Fondsanteilen deutlich Geld gespart werden kann.

Was bringt die Zukunft?

Nach all den eher produktorientierten Vorträgen ging es im abschließenden Vortrag von Folker Hellmeyer um die makroökonomische Gesamtlage. Der ehemalige Chefanalyst der Bremer Landesbank machte in einem sehr spannenden und informativen, aber gleichzeitig auch unterhaltsamen Vortrag deutlich, welche Herausforderungen der Weltwirtschaft in den nächsten Jahren bevor stehen. Hellmeyer warnte davor, dass die angekündigten Strafzölle von Donald Trump ein extrem negativer Game-Changer sein könnten und das Gerüst der multilateralen Ansätze der WTO einreißen könnte. Gleichzeitig kritisierte Hellmeyer die Arroganz des Westens beim Assoziierungsabkommen mit der Ukraine. „Schon Bismarck hat gesagt: Man nur gemeinsam mit Russland Politik machen, nicht gegen Russland“. Bezüglich der neuen Seidenstraße erwartet Hellmeyer einen massiven wirtschaftlichen Aufschwung, da somit hunderte Millionen Menschen Zugang zu den Weltmärkten erhalten werden.

Auch zum deutschen Immobilienmarkt hatte Hellmeyer eine klare Meinung: Eine Immobilienblase sei nicht in Sicht. Die Befürchtung wurde vor allem daherkommen, dass man in Deutschland keine steigenden Immobilienpreise gewohnt sei. Auch wegen der weiterhin niedrigen Zinsen erwartet Hellmeyer keinen Preiseinbruch bei Immobilien. So rechnet er damit, dass die Realzinsen in den nächsten zwei bis drei Jahren negativ bleiben werden. (ahu)

www.bit-ag.com